Folge 06: Julie und Julia
Shownotes
In dieser Episode widmen wir uns dem Film "Julie & Julia" und tauchen tief ein in die Welt von Kochbüchern, Küchenabenteuern und der Kunst, mit Leidenschaft zu kochen. Wir diskutieren, wie ein Kochbuch das Leben verändern kann, warum Butter nicht nur eine Zutat, sondern ein Lebensgefühl ist, und was es bedeutet, als Frau die französische Hochküche zu erobern. Dabei beleuchten wir die Parallelen und Unterschiede zwischen Julia Childs Pionierarbeit im Paris der 1950er und Julie Powells Selbstfindungsreise im New York der 2000er. Wie viel Identität, Glück und Scheitern steckt eigentlich im Kochen? Und was kann die Küche über uns und unsere Beziehungen verraten?
Wir nehmen euch mit auf eine genussvolle Reise voller Anekdoten, kulinarischer Inspiration und persönlicher Einblicke – von misslungenen pochierten Eiern bis zum perfekten Bœuf Bourguignon. Wer wissen will, warum Kochen weit mehr als ein Hobby ist und wie Leidenschaft, Mut und ein Stück Butter alles verändern können, sollte diese Folge nicht verpassen!
Takeaways
- Die Geschichten von Julia Child und Julie Powell
- Die Bedeutung der französischen Küche für die Kultur
- Die Rolle der Frauen in der Gastronomie und im Film
- Medien und Selbstformung durch Kochen
Julie & Julia bei imdb Julie & Julia bei wikipedia Julie & Julia bei amzon
Julia Child
https://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Child
Julie Powell
https://de.wikipedia.org/wiki/Julie_Powell
Mastering the Art of French Cooking
https://de.wikipedia.org/wiki/MasteringtheArtofFrench_Cooking
Le Cordon Bleu
https://de.wikipedia.org/wiki/LeCordonBleu
Bœuf Bourguignon
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C5%93uf_Bourguignon
Stanley Tucci
https://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Tucci
Irma S. Rombauer
https://en.wikipedia.org/wiki/IrmaS.Rombauer
The Joy of Cooking
https://en.wikipedia.org/wiki/TheJoyof_Cooking
Sole Meunière
https://de.wikipedia.org/wiki/Sole_Meuni%C3%A8re
Bocuse d’Or
https://de.wikipedia.org/wiki/Bocuse_d%E2%80%99Or
Yotam Ottolenghi
https://de.wikipedia.org/wiki/Yotam_Ottolenghi
Chef*innen am Pass
Delicatessen (Film)
https://de.wikipedia.org/wiki/Delicatessen_(Film)
Sausage Party
https://de.wikipedia.org/wiki/SausageParty%E2%80%93Esgehtumdie_Wurst
Mehr Infos zu Dr. Daniel Kofahl unter: https://www.apek-consult.de/team/dr-daniel-kofahl/ - Kontakt: Kofahl@apek-consult.de
Musik Intro/Outro von DianaProductionMusic über Pixabay
Transkript anzeigen
Johannes Quirin: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Film und Fressen. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid. Heute haben wir einen Film, der uns gleich mehrere Fragen stellt. Denn zum Beispiel kann ein Kochbuch dein Leben verändern? Und wie viel Butter isst denn eigentlich zu viel Butter? Wir sprechen über den wunderbaren Film Juli und Julia oder Julia 2009 und natürlich wie immer mit dabei Dr. Daniel Kufall, der Ernährungssoziologe und heute auch der Butter-Experte. Hallo Daniel.
Daniel: Hallo Johannes, liebe Grüße ins Saarland zu meinem Lieblingsgenuss-Experten und zu der Butter für diesen Podcast.
Johannes Quirin: Ja das Fett das alles schmiert Butter Butter Butter das kommt hier garantiert nicht zu kurz in diesem Film bevor wir mit der Zusammenfassung starten du hast den Film ausgewählt lieber Daniel was hat dich dazu gebracht zu einem Klassiker aus 2009 zu greifen
Daniel: was mich dazu gebracht hat ist, wie die treuen Zuhörerinnen und Zuhörer unseres Podcasts wissen, unsere letzte Folge. Da haben wir einen ganz tollen Film besprochen, wir beide sehr gelobt haben, nämlich Delikatessen. Aber es ist eben ein ganz besonderer Delikatessen-Film gewesen. Ein sehr schwarzer, ein düsterer, ein grotesker, morbider Delikatessen-Film. Und daraufhin habe ich dann gedacht... Da müssen wir noch mal bisschen Kontrapunkt zu setzen und haben mir dann eben Julie und Julia rausgesucht, weil ich den als schönen harmonischen wirklich genussvollen in ganz ganz vager Erinnerung hatte und ich hab den eben schon lange nicht mehr gesehen und hab mich dann auch auf den Re-Watch gefreut und hab gehofft, dass ich uns beiden damit einen genussvollen Film Augenblick beschere und auch ein furchtbares Gespräch, ob es dazu kommt, das werden wir jetzt sehen. Aber ich würde dich noch mal fragen, ob du den Film schon vorher einmal gesehen hast und ob du an den Film rangegangen bist.
Johannes Quirin: Vor langer, langer Zeit, mir geht es da genauso wie dir. denke, obwohl es 2009 ist, den Film haben sicherlich viele unserer Zuhörerinnen und Zuhörer gesehen. Hauptsächlich natürlich wegen dieser tollen Geschichte oder zwei parallelen Geschichten, die auch in Wirklichkeit ja passiert sind. Und deswegen habe ich mich auch gefreut, Ihnen nochmal anzuschauen, weil es war wirklich sehr sehr lange her. wenn man ihn einmal gesehen hat und wenn man natürlich auch vor allem Julia Child, die Protagonistin letzten Endes, sage ich jetzt mal so, klar gibt es auch noch Julie, aber Julia Child ist natürlich eine Person, die das Kochen geprägt hat. In Amerika zwar, aber auch, wenn man dann mal schaut, wo dieses Kochbuch Da kommen wir ja auch gleich dazu. Überall erschienen ist auch in Deutschland und das halt für die französische Küche. Und da auch dann nochmal, das ist auch nachher natürlich ein wesentlicher Punkt sicherlich oder einer der wesentlichen Punkte, über die wir sprechen werden. Eine Frau und dann auch noch eine Amerikanerin, die die französische Küche weltweit etwas zugänglicher gemacht hat. Ich habe den Film wieder gern geschaut. ist natürlich klar, bin ja hier grenznah zu Frankreich. Ich setze mich hier in die Saarbahn, bis nach Sagimin fahren. Also theoretisch liegt mir ja alles das, was man hier in diesem Film so schön sieht, direkt zu Füßen. natürlich habe ich da nichts einzuwenden gegen leckere französische Küche. Und ich denke, da sind wir auch schon fast mittendrin in der Halbwegs Zusammenfassung deswegen jetzt nochmal ganz auf den Punkt denn der Film erzählt wie ich gesagt habe zwei wahre Geschichten parallel auf der einen Seite eben die legendäre Julia Child die in den 1950er Jahren in Paris ist und dort landet Sie ist groß sie ist laut sie ist aber auch lebenslustig und sie ist Diplomaten Gattin die nicht so recht weiß das ist vielleicht auch die profession einer diplomaten gattinnen dieser zeit was sie somit ihrer zeit und mit sich selbst anfangen soll sie stürzt sich zuerst auf hüte und dann merkt sie aber schnell nenenene ich esse gerne also warum lerne ich dann nicht diese französische küche die so vieles bietet dann auch richtig kennen und sie erobert dann auch die männerdomäne die männerdomäne Ist ja heute auch immer noch so der fall aber auch schon damals erst recht in einer Kochschule Le Cordon Bleu und sie beschließt dann Stück für Stück auch mit weiteren patenten damen die sich diesem kochen sehr verbunden fühlen ein Kochbuch für amerikanische Hausfrauen zu schreiben das ist ein Jahresprojekt das ja ihr leben letzten endes tatsächlich für immer komplett 50 Jahre später 2002 in New York da ist der nächste Erzählstrang platziert Julie Powell eine junge Frau die kurz vor ihrem 30. Geburtstag so in einer tiefen Sinnkrise steckt. Sie weiß nicht was sie machen soll. ist unzufrieden mit ihrem Job, mit der kleinen Wohnung, insgesamt mit dem Leben und fasst eben dann plötzlich aus heiterem Himmel einen wahnwitzigen Plan. Sie will alle 500 24 Rezepte aus Julia Giles Kochbuch in 365 Tagen nachkochen und darüber bloggen. Dazu dann auch später nochmal mehr, weil zu der Zeit war bloggen noch was ganz exotisches. Ein Projekt, das ihre Küche, ihre Ehe und ihren Verstand an die Grenzen bringt. Und diese zwei Wege, die werden immer wieder verzweigt und miteinander zusammengeführt. Zwei Frauen eben, zwei Epochen, eine Leidenschaft. das Kochen und letzten Endes auch die große Frage, kann man sein Glück in der Küche finden? Und ja, das werden wir jetzt sehen mit Julie und Julia.
Daniel: Vielen Dank für die schöne Einführung und für die umfassenden Details, die auch schon so benannt wurden. Ich finde diese Frage, auch die du am Ende stellst, ganz spannend. Kann man sein Glück in der Küche finden? Ich würde ja, wenn ich den Film mir anschaue oder reflektiere, behaupten, man kann der Küche nicht nur dein Glück finden. Also man kann auch sein Glück darin finden, aber man kann darin noch ganz viele andere Dinge finden. Also beide finden ja zum Beispiel auch ihre Identität in der Küche. Also sie struggeln damit, wer sie sind. Sie Diplomatengattin und hat viel Geld, aber zieht durch die ganze Welt mit ihrem Mann aus guten Gründen. Es ist eben sein Job, der sie überall hinschlägt. Frage ist, was macht sie mit ihrem Geld, mit ihrer Zeit? Wer ist sie? Hüte probiert man aus und dann isst sie gerne, aber sie kocht ja am Anfang noch nicht. Sie kann viele Dinge nicht. Auf der anderen Seite Julie selber. ist auch in einer totalen Sinnkrise. Sie wird als jemand beschrieben, der natürlich eine gute Ausbildung besitzt, soliden Job hat, aber dieser Job ist eben wirklich ein Job und nicht keineswegs ein Beruf mit Berufung, sondern sie weiß nicht so recht, wer sie ist, wo sie ist auf der Welt. Sie suchen dann beide im Kochen nach ihrer Identität und da finden sie tatsächlich was, aber sie finden noch mehr darin. Sie finden soziale Positionen, ja, also sie können dann auch, das zeigt der Film auch immer wieder, schön fest ausrichten oder sie finden aber auch, wenn wir von Glück sprechen, Leid in der Küche. Küchenarbeit und Kochen ist nicht nur, ich habe ein schönes Rezept und von Mal zu Mal wird es anspruchsvoller und das schüttele ich dann so locker aus der Hand, das Thema dieser Film auch. Da kann auch schon mal was anbrennen, runterfallen oder man kann in moralische Krisen-Situationen kommen, wenn man sich mit Kochen beschäftigt. Und ich muss für mich sagen, sowas kenne ich durchaus auch auf dem Niveau, auf dem ich koche. Und ich finde das immer wieder sympathisch, wenn auch professionelle Accounts zeigen, dass bei ihnen auch nicht alles auf Anhieb gleich gelingt, sondern dass das eben auch mal Try-and-Error ist und man auch Phasen hat, in diesem Film, wo gesagt wurde, heute Abend gibt es bei mir nur Joghurt zum Abendessen. manchmal hat man auch, wenn man leidenschaftlich kocht, keine Lust aufs Kochen, aber dieser Film zeigt natürlich im Großen und Ganzen, Kochen kann etwas ganz Tolles, kann etwas Glück. Das ist auch eine Leidenschaft fürs Kochen, oder?
Johannes Quirin: Ja, auf alle Fälle Leidenschaft fürs Ausprobieren. Jeder kann ja kochen lernen. Das zeigt der Film, finde ich, auch sehr, sehr gut, egal wo man da auch steht. Und wie du es auch gesagt hast, beide finden ihre Identität im Kochen auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Julia Child ist natürlich zuerst mal eine Diplomatengattin, aber sie sticht ja schon aus dieser Rolle heraus. Der Frau, der klassischen Frau. Erstens, Mark Langer, sie ist eine Amerikanerin. Das ist dann für viele schon irgendwie bisschen anders als das, was man so in Europa kennt an Frauen und dem Frauenbild. Aber sie ist natürlich auch fast 1,90 groß und extrem laut. Das sieht man und das sieht man im ganzen Film, wenn sie dann da lacht und hoho, hihi. Also das, was man eigentlich so, ja. Klassisch irgendwie nicht mit einer frau die doch die vornehme zurückhaltung vielleicht auch in dieser zeit eher eher kennt Durchführt so und sie haut hier wirklich gerade auch noch mal in so eine kerbe rein Wo sie sagt da will ich stattfinden nämlich in einer männlich dominierten welt ja in der küche so und Da findet sie irgendwie ihr zu hause und warum weil sie gerne ist Ja, und gerne eben das, was sie da isst und genießt, auch kochen mag. Ja, also die erste Erinnerung, sie landen ja da mit ihrem Auto, dass da über den Teichgeschiff geschippert wird mit dem Schiff. Landen sie zuerst mal in einem Restaurant, wo es eine Seezunge nach Müllerinnenart, eine Solmignere gibt. Und das ist ja so eine Erweckung für sie, der erste Bissen. Boah, in Ruen war das in einem Restaurant. Der fisch perfekt worin gebraten in butter ja klar und es ist kein kompliziertes gericht eigentlich aber muss es trotzdem perfekt machen und das ist so ein moment wo sie für sich diese französische küche ist er wahrscheinlich auch entdeckt und sie ihrem mann sagt hier probier probier probier diesen fisch und das ist natürlich dann so stück für stück wo sie ihre rolle weil was können sie denn sonst machen geht es in so einen hutkurs der ausgeschrieben ist und sagt naja was kann ich sonst machen Als ihr Mann sie das auch fragt, naja, ich esse gerne. Also will sie einfach kochen lernen. Und dann sticht sie dort einfach tatsächlich in so eine, ja, in so eine Welt hinein, die gar nicht so weiblich ist. Also sie wird ja zuerst, wenn man diese Szene erinnert, in den Hausfrauen-Anfängerkurs gesteckt, wo es darum geht, wie koche ich Eier? Und dann sagt sie im Moment, nee, nee, nee, also Eier kochen. Das geht gerade noch so. Ich will gerne andere Dinge wissen. Und dann zahlt sie natürlich die Kohle. Weil, wie du sagst, sie ist vermögend, hat kein Problem, im Le Cordon Bleu, in dieser Kaderschmiede letzten Endes, die Kohle zu zahlen und zu sagen, ich nehme da teil an diesem Profikurs. Da wird sie natürlich gleich mal beäugt. Und natürlich, klar, kann sie nicht Zwiebeln schneiden, wie die alle hier zack, zack, zack, zack, zack. Aber was macht sie zu Hause? Sie ist ehrgeizig und arbeitet sich ran ja und brilliert und wird dann dort plötzlich auch akzeptiert weil man merkt okay sie hat was drauf sie ist immer ist sie ist eben nicht die klassische frau sondern sie will da einfach etwas lernen in dieser kochschule und wie du auch gesagt dass es darf auch jederzeit eben was schief gehen weil am anfang geht natürlich sowohl bei julia oder julia viel schief aber natürlich auch bei judy Und da gibt es immer Momente, die zeigen, dass man auch eben scheitern kann. Wenn ich da gerade auch an diese poschierten Eier denke, wer hat nicht schon mal poschierte Eier probiert? Und wie oft muss man poschierte Eier machen, bis letzten Endes mal tatsächlich eins funktioniert und auch klappt. Und dann, wenn das Ei perfekt ist, ist es Ein riesiger sieg wenn man dieses ei dann da auf seinem teller hat oder vielleicht salat oder auf die kartoffeln oder wo auch immer drauf legt und Man pickt an und das eigel zerläuft und man freut sich einfach riesig dass es geklappt hat obwohl es eigentlich ja so simpel ist Aber trotzdem extrem schwierig und daran sieht man finde ich dass man ja jeder kann es lernen wenn er ein bisschen dran interessiert ist und vielleicht dann auch einen diese Leidenschaft packt, die in beiden parallelen Universen oder Zeitsträngen, sag ich jetzt mal so, sind ja keine Universen, von der Art her schon, ja, aber von den Zeitsträngen her sieht man, dass beide die Leidenschaft einfach packt und sie da, ja, was erreichen wollen.
Daniel: Ja, auf jeden Fall. Da hast du viele Punkte angesprochen, die ich wichtig finde. Auch noch ganz kurz an einem ersten Punkt anklüpfend. Julia Child wird in den Filmen von Meryl Streep dargestellt. Und das ist wirklich eine Type, wie man sagen könnte, diese Person. Wie die da auftaucht durch ihre Größe, auch in Frankreich ist überragt. Sie war ja schon in Texas, wo sie herkommt, zu groß für alle. Schwester taucht ja später auch noch mal auf. ist ja noch größer als sie.
Johannes Quirin: Haha.
Daniel: Die Art und Weise, wie sie sich über Leute lustig macht mit ihrer Mimik, als Hüpfmann von Meryl Streep, dieser Oscar-prämierten Schauspielerin, ganz toll verkörpert. An der Stelle wird sie ganz kurzer unterstützt von ihrem Mann Paul. Da habe ich mich sehr gefreut, da Sekundo aus Pick Night wieder zu sehen, nämlich Denly Tucci, der den spielt.
Johannes Quirin: ...
Daniel: Auch hier tauchen bekannte Gesichter auf, die wir in unserem Podcast auch schon mal behandelt haben. dann eben dieses Durchsetzen, dieses Einbringen in der französischen Kochschulwelt, die auch schon ausdifferenziert ist. Wie du sagst, es gibt Anfängerkurse und dann gibt es die Fortgeschrittenen. Und genau wie das oft so ist, und in dieser Zeit von Julia Childt noch stärker, die Alltagsküche wird von Frauen bestritten, die Hochküche wird von Männern. Sie hat durch ihre soziale Stellung die Möglichkeit, viel Zeit zu investieren. Sie kann Zwiebelschneid üben. Das ist eine tolle Szene, wie Paul, ihr Mann, nach Hause kommt und einen Berg von Zwiebeln hat. Paul in die Küche und fragt, was er da Sie zeigt, wie er übt. Natürlich wird es besser, wenn sie so viele Zwiebeln hat. Er verlässt in die Küche und sagt, er hat keine Hunger. drin steckt, dann ist das wahrscheinlich erst abschreckend. Aber es eine tolle Szene, die aber auch noch was zeigt. Du sagst gerade, jeder kann kochen lernen, wenn man die Leidenschaft mitbringt, das Interesse mitbringt. Und das zeigt uns der Film auch. Man muss auch Disziplin mitbringen. Also es ist auch eine Selbstformung, die da stattfindet und man muss wirklich dran bleiben und man muss das üben. Zwiebeln schneiden auf hohem Niveau, schnell und akkurat. Das ist eben nichts, man... Ich habe das auch gelernt. Aber wenn man das schnell und gut machen will, muss man das immer wieder üben. Das ist auch gezeigt zu Sachen wie das große Finale, das Entbeinen des Huhns. muss man auch üben. noch ein Punkt mit den Eiern. Das ist eben auch was. Sie sagt, Eier kochen kann jeder. Aber das Ei ist ein interessantes Lebensmittel. Das zeigt, dass Lebensmittel eine bestimmte Bedeutung besitzen und in der Küche unterschiedliche Stellen einnehmen. Ein Ei kochen, das sagt sich so einfach. Vielleicht kriegt man es warm. Aber kann schiefgehen. Ein pochiertes Ei ist eine besondere Technik. Es gibt diese schöne Szene in dem Film, wo Julia schallt im Fernsehen. Das wird so nachgestellt. wendet und das sagte wir werfen das hoch und das muss man sich trauen das man wagen dann wirft sich hoch und dann fällt es zum teil daneben und die schaufel ist dann wieder rein in die Pfanne und sie sagt ja ja aber davon darf man sich entmutigen lassen ich habe jetzt recherchiert ich glaube in der realität ist ja das Omelette nicht missglückt sondern irgendwie was anderes mit Kartoffeln ist ja wohl tatsächlich mal runter gefallen und darauf spielt das an aber dem Film wird eben gezeigt also auch ein Ei zu bereiten und ein Ei on point zu bereiten das ist auch eine kunst ja es ist ein kleines lebensmittel vielleicht das Die Gerichte, die sich das Ei herstellen lassen, kann man mit Interesse und Übung zu etwas ganz tollem herstellen.
Johannes Quirin: Das ist in der Tat so, dass natürlich so leichte Lebensmittel wie so vermutlich so ein Ei auch jemand vor große Herausforderungen stellen kann. Wie du gesagt hast, hat, also das war ja so ein Beispiel in einer Fernsehshow, weil sie hat natürlich nachher das Kochen salonfähig gemacht. Sie war die erste Fernsehköchin in Amerika und da ist dann eben bei diesem Omelett was daneben gegangen. Aber sie hat es einfach auch gezeigt und das zeigt sie ja auch, während sie da überhaupt das Kochen erlernt in Frankreich. dass sie einfach authentisch bleibt. Sie macht Fehler, sie lacht laut, sie ist eben echt. Und das hat, glaube ich, auch nicht nur dort die Herzen geöffnet in Frankreich. Weil das war ja auch so ein Punkt, der da ganz zu Beginn, ja, die Franzosen sind ja oft irgendwie verschlossen und krisgrämig, so werden sie ja dann oft bezeichnet. Und ... Sie hat irgendwie da einen Zugang zu diesen Menschen. Und das zeigt sie natürlich auch dort in der Kochschule, aber auch später dann eben in ihrem Erfolg, in ihrem erfolgreichen Fernseh-Chance, weil es shows, weil sie eben authentisch bleibt und authentisch ist. Wo ich auch noch mal gerne anschließen möchte, weil du das auch gesagt hattest, ja, sie hat da einerseits Zugang gefunden in dieser Männerdomäne. wie ist das denn tatsächlich immer noch heute? Weil du ja meintest, ja, damals ist die Hochküche Männersache gewesen. Das ist ja immer noch so. Wenn wir jetzt einfach mal drauf schauen, wie viele Michelin-Sterne weltweit oder auch in Deutschland von Frauen geführt sind, da sind wir bei unter 5 Prozent. 17 Sterneköchinnen sind das, glaube ich, in Deutschland. Plus, minus. Ich habe jetzt nicht die aktuellen Zahlen irgendwie parat. Aber da merkt man, dass es immer noch schwierig ist, sich als Frau in der Küche durchzusetzen. Und das ist allgemein jetzt nicht nur in Sternerestaurants so, sondern allgemein in allen Restaurants. Ja, obwohl, wenn man dann mal schaut, es gibt ja wahrscheinlich schon sehr viele Köchinnen, aber die, die nachher oben an dieser Spitze stehen, das sind doch dann sehr stark Männerdomierte. Und da ist es natürlich auch schön, dass es jetzt seit vergangenem Jahr eine Initiative gibt mit Chefinnenwatch, die Frauen in der Gastronomie, nicht nur in der Küche, als Chefköchin, als Sterneköchin. sondern auch die Suh-Chefinnen, aber auch die Gastgeberinnen stärker in den Fokus rückt, einfacher auch zu sagen, hier, wir sind vielleicht nicht so laut, so laut wie Julia Child, aber wir sind auch ganz schön tough und zeigen, was wir können. Und das finde ich halt immer noch sehr, sehr wichtig. Es ist ja auch immer jedes Jahr in Stuttgart bei der Inder-Gastra die Nacht der Sterne. Und da stehen doch immer noch viel zu viele Männer auf der Bühne, weil Männer und Frauen kochen doch nochmal ganz anders und gehen da ran. Das kann man so oder so sehen. Ich bin da schon überzeugt davon, dass es doch nochmal was ganz anderes ist, wenn Frauen Chefinnen sind und da ein Team führen und da kommt was ganz anderes raus. Und sie war ja im Endeffekt, wenn man das so sieht, Eine pionierin echte pionierin weil sie einfach gesagt hat hier ich will in eine männerdomäne eintreten Sie wird ja belächelt unterschätzt aber letzten endes Zeigt sie dass sie da ihren niemals schön sagt mann kann ja und das haben wir natürlich stück für stück auch andere gezeigt ja ganz wichtiger französischer koch Preis der Bocuse d'Or nach Paul Bocuse, der wurde 1987 ins Leben gerufen. Immerhin, nur zwei Jahre hat es gedauert. Dann hat mit Lea Linzler aus Luxemburg, auch hier ganz nah natürlich am Saarland. Und ich hatte auch die Freude mit ihr letztes Jahr noch zu kochen. Und ja. Sie hat als einzigste Frau bisher tatsächlich diesen Preis gewonnen. Und da merkt man, es tut schon auch noch Not, dass es immer wieder so Pionierinnen wie Julia Child oder die Julie gibt, die dann tatsächlich einfach ihre Frau da stehen und zeigen, was man kann. ich mein, bei Julia war es natürlich einerseits die Langweile, in Anführungszeichen, und dann der Ehrgeiz, Antrieb, dass sie da was kochen lernte. Und bei Julie war es ja eigentlich komplett anders gelagert. Sie war irgendwo am Boden ihres Lebens angekommen und hat sich natürlich die Frage gestellt, die man sich oftmals dann so vor runden Geburtstagen stellt, wohin geht es mit mir? Also Selbstfindungen im Endeffekt und dann gerade auch noch so in den digitalen Zeitalter. Der 11. September in New York, in Amerika, ist gerade vorbei und sie arbeitet dort in so einem Callcenter. Es wiederholt sich vieles und alle scheinen erfolgreich, nur sie nicht. Und sie fühlt sich so als Versagerin und überlegt eben, was sie da machen kann. Und dann entdeckt sie ja für sich eben das Kochen, wie ich eingangs ja auch in der Zusammenfassung erzählt habe, ein Projekt. und versucht dann einfach dann tatsächlich diese ganzen Gerichte von Julia Child nachzukochen. Also sie ist ja schon ambitioniert sowieso als Köchin, das sieht man ja auch in den vorherigen Einstellungen, man probiert die Dinge aus und ihr Freund, der liebt alles was da gekocht wird und dann stellt sie sich eben diesem Projekt Julia Child und geht da dann voll drin auf. Und letzten Endes sehen wir dort auch noch, und das vielleicht dann abschließend dazu von meiner Seite, dass sie dann plötzlich bloggt. Und das ist ja so ein bisschen diese Geburt des Foodblogs oder des Allgemeinenblogges. Man schreibt dann über Dinge und hier ist das ja im Endeffekt so ein bisschen die Anfänge, die man da so sieht. Man bloggt und schreibt und postet Dinge. heutzutage ja weniger in blogs sondern eher dann auf social media also auch da gab es dann so eine weiterentwicklung wenn man das so sieht ⁓ aufmerksamkeit und anerkennung zu kriegen und dass sie sich am anfang ja überhaupt gar nicht sicher ob das überhaupt jemand liest
Daniel: Die Mediengeschichte spielt eine ganz wichtige Rolle. Vielleicht noch ganz kurz zu dieser Geschlechterpionierfrage. Die Geschichten von Julia und Julie haben eine große Attraktivität, weil sie sich nicht durch eine Quote begeben haben, sondern sie haben die Auseinandersetzung im Wettbewerb gesucht. Es gibt Strukturen, die nicht den goldenen Weg aber sie scheuen den Konflikt nicht. Julia nicht mit den französischen Köchen. Und auch nicht mit ihrer weiblichen Schulleiterin, die auch versucht eine bestimmte Rolle reinzubringen. Es ist gar nicht nur ein Konflikt wie Mann gegen Frau, sondern ist ein Konflikt Person gegen Struktur. Und Julie sucht ja den Wettbewerb sozusagen in der großen Welt des World Wide Web. Also sie setzt da einen Block auf. am Anfang hat sie, wie das uns allen so geht, die wir im Social Web unterwegs sind. genauso du wie ich. Du warst ja vielleicht auch bei der Bloggers-Statsphäre dabei. Ich weiß noch, dass ich auch seinerzeit einen Theorie-Blog hatte, 2004 oder so was. Das war wirklich ganz aufregend. Man konnte ja alles ins Internet schreiben, was man wollte. Genau, es war eine interessante Zeit. Und sie hat dann aber erstmal keine Follower. Also, wer liest das denn überhaupt? kommt ja ihre Mutter ruft ja immer noch an, auch eine skurrile Person aus dem Back. Die hat immer etwas zu mäkeln an ihrer Tochter. Eine interessante Frauengeschichte. Sie sagt, warum machst du das überhaupt? Konzentriere dich auf ein paar Sachen. Du hast damit angefangen, aber du darfst damit aufhören. Es ist eine Weltweihsituation, sich im Internet zu profilieren. Das erzählt der Film auch, diese Mediengeschichte. kulinarisches Wissen, kulinarische Kompetenz an andere Interessierte vermitteln. Und Julia Child macht das über Kochbücher und über das Fernsehen, also das sind diese beiden Medien, die da ganz zentral sind. Und Julie macht das über diesen Blog, also über das Internet und dann nachher auch über große Tageszeitungen natürlich. Die Muster natürlich auch ⁓ anerkannt zu werden, auch in die Das ist natürlich nicht das Primäre, wie das bei Julia Child in diesem Zeitfenster auch der Fall war, sondern bei ist es Profilierung im Internet und dann das Flankieren der anderen Medien, ihre Positionen da stark zu machen. das finde ich auch einen interessanten Punkt, auch wenn wir nochmal zurückgehen auf die Julia Geschichte, in diesem Film, das finde ich auch... super schöne Details noch mehrere andere Kochbücher gezeigt werden, mit denen Julia Child konkurriert. Die Irma Romauer hat das Buch Joy for Cooking geschrieben.
Johannes Quirin: Ja, der Name fällt mir jetzt gerade auch nicht ein, aber er klingt sehr deutsch. Ja.
Daniel: Das ist der Vorläufer, wo man auch schon versucht, den Amerikanerinnen eine bestimmte Form der Kochkenntnisse zu vermitteln. Das ist französisches Kochbuch, ein Klassiker, der es aber nur auf Französisch gibt. der eine Lexikon der Hochküche darstellt, überhaupt nicht in die Breite kommuniziert. Und einmal wird noch ein anderes Buch als Persiflage dargestellt. Das ist auch so ein Kochbuch für die moderne Hausfrau. wird gezeigt, dass das Frauen lesen Mit Fertiggerichten und so, das soll schnell und fix gehen. Und das wird in dem Film zwar... abwertend thematisiert. Das Buch gibt es wohl nicht, ich habe das recherchiert. Aber es gibt natürlich Bücher, die das anspielt. Aber es ist eigentlich auch eine interessante Küche, auch da wird gezeigt, Amerikanerinnen, sich unter einem Alltagsschreis befinden. Für die werden auch nochmal Kochtechniken runtergebrochen und dann kann man auch schon mal auf Convenience-Produkte zurückgreifen. Aber Julia Child positioniert sich innerhalb dieses Feldes von Kochbüchern mit einem ganz besonderen Werk. Nämlich in dieser französischen Küche, wo man klein anfängt, aber sich dann hocharbeitet. Also wirklich hierarchisch die Kochwelt erschließt, mehr Kompetenzen entwickelt und dann sozusagen zu dieser Aude Cuisine, aber natürlich für den Haushalt, hingelangt. Und das finde ich schön dargestellt, dass man sich unter verschiedenen Küchenstilen auch einen raussuchen kann, wo man in seinem Haushalt anschließen kann, wo man vielleicht darauf hinarbeiten möchte. Darauf verzichte ich, das schaffe ich vielleicht zeitlich nicht. Sie bringt ein bestimmtes Werk raus und schlägt eine Schneise in das Feld der Kochkultur.
Johannes Quirin: Ja, diese Schneise in die Kochkultur und auch der Zugang zur französischen Küche, die ja jahrelang als die Hochküche prägend war. Ich würde sagen, sie ist immer noch prägend, aber nicht mehr so prägend, wie das ja vor Jahrzehnten, Jahrhunderten eben der Fall war. Ja, ich meine, wir haben ja natürlich jede Menge französische Köche. die die Küche und auch das komplexe Küchensystem mit der Brigade und so weiter sehr stark geprägt haben. Und Julia Child sucht sicher nicht irgendeine Kochschule aus in Paris, sondern eben die ganz bekannte Kochschule Cornon Bleu. Das klingt, da komme ich auch gleich vielleicht mal nochmal dazu, klingt so wie dieses Fleischgericht. hat aber gar nichts damit zu tun. Aber Le Cordon Bleu wurde ja 1895 in Paris gegründet und ist eben eine absolute Kaderschmiede der französischen Küche. Wer da drin ist, der kann es schon zu irgendwas bringen. Und wenn man da mal so reinschaut, wer hat denn neben Julia Child, die ja dann sehr stark auch für ihr Diplom gekämpft hat, das Ganze absolviert. Gibt da so viele Namen, aber ein Name ist auch sehr sehr bekannt jota otto lengi und der hat eben le cordon bleu auch absolviert und dann sieht man schon was diese starr diese schule für eine strahlkraft auch noch eben heute hat ja und du hast ja auch gesagt sie hat eben die französische küche auf eine ganz besondere art und weise zugänglich gemacht einerseits mit ihrem standardwerk dass es auch auf deutsch gibt die französische küche nicht nur in amerika zugänglich gemacht sondern auch weltweit ja aber vor allem zuerst mal in amerika und da hat sie einfach ja das kochen auf eine andere art und weise revolutioniert weil sie neben dem kochbuch eben auch ein weiteres das tv genutzt hat und das aber auf ihre art und weise du hast ja so schön beschrieben, auch Fehler zugelassen hat. Und sie hat im Endeffekt den Menschen die Angst vorm Kochen genommen. Deswegen sagte ich auch eingangs, eigentlich kann ja jeder Kochen lernen. Der Zugang macht es eben auch oft aus. Klar, der Zugang, wie wachse ich auf? Da haben wir uns ja auch schon öfter drüber unterhalten in Folgen, wie wachse ich auf? Wie kriege ich Kulinarik auch vorgelebt? Aber sie zeigt auch, wenn du keine Ahnung vom Kochen hast, Es du brauchst keine angst zu haben es geht was schief aber das macht nichts beim nächsten markt eben nicht schief und in dieser koch show hat sie im endeffekt natürlich auch für alle moderne fernsehköche ob's jamie oliver tim melzer und wie sie alle heißen tatsächlich auch so ein bisschen den weg geimpft und die französische küche sicherlich auch in richtung amerika noch weiter geöffnet ja und für viele ist ja die französische küche die Küche schlecht hin. Ja vor allem wir haben es ja eingangs auch gesagt so sehr butterlastig und das sind ja auch solche Sprüche die dort immer wieder fallen und man kann nie zu viel Butter haben. Das sagt Juli aber das könnte auch gut von Julia entsprechend kommen. Ja Butter ist halt ein wesentlicher Bestandteil dieser Küche auch wenn später die Hot Cuisine leichter wird. Ja Nichtsdestotrotz in dieser Hochküche spielt Butter eine tragende Rolle oder ist vielleicht auch der Kid, der das eine oder andere Gericht zusammenhält.
Daniel: Ja Das das stärkste Symbol für einen Film. Das steht für Antiaschese, die Kalorienmoral, gegen diese puritanische Selbstkontrolle, die wir immer öfter erleben. Und es gibt ja in dem Film auch eine ganz furchtbare gastronomische Szene, nämlich wo sich Julie mit einem Club von Frau... Sie nennt die Setting auch in diesem schicken Restaurant Salatparade. Das ist auch wirklich genau das Gegenteil von Butter. Das ein freudloses Essen, wo man nicht mal diese Stangenkekse essen darf, weil das wahrscheinlich überflüssige Kalorien sind. Das wird aus der Hand genommen von der Kollegin. Die ganze Zeit geht es die sich selbst kontrollierenden, und das hat nichts mit Selbstdisziplin zu tun, sondern es hat wirklich was mit übersteigeter Selbstkontrolle zu tun bei diesen da zusammensitzenden Karrierefrauen, dass sie ... Sie arbeiten dauernd an ihren Projekten, sie hängen dauernd am Handy bei diesem Essen und müssen alles unter Kontrolle haben. Es gibt keinen lustvollen Moment dabei. Das Essen sich auf diese ausgewogene Salat-Diät. Butter steht dagegen an. Butter bietet da Trost. Das ist ein Schmiermittel des guten Essens und der sozialen Beziehung. ist interessant, weil der Film auch an manchen Stellen thematisiert, dass nicht ins Fitnessstudio sondern sich kocht. nicht mehr das optimalste Muskelkörperfettverhältnis hat, wo jeder ein Muskel hervorrückt und vielleicht ein bisschen weicher geworden ist, aber keineswegs nicht fett geworden. Aber natürlich klar, wenn man so viel Butter isst und weniger Salat, so ergeht es uns allen in der Regel, dann wird man ein bisschen weicher von der Körperkonstitution. genau, Butter steht für dieses Wohlprodukt. gegen Gesundheitswahn, für ein genussvolles Essen und genussvolle Sozialität.
Johannes Quirin: Das Genussvolle, kommt auf alle Fälle nicht zu kurz in diesem Film, weil man wirklich viele Klassiker der französischen Küche, die sich natürlich dann aber auch durchgesetzt hat, einfach aussieht. Boeuf bourguignon ist das Gericht schlechthin, das öfter ja da auch genannt und wird und vorkommt. Klar gibt es da auch paar andere Dinge. Die französische Küche beschäftigt sich natürlich mit sehr vielfältigen Dingen. Aber was ich auch merke, also Klar ist es Leidenschaft, es ist aber auch eine gewisse Verbissenheit, ja, sowohl bei Julia als auch bei Julie zu merken. Julia geht da, glaube ich, sogar noch oder geht auf jeden Fall damit besser mit dieser Verbissenheit und mit dem, was sie da bewegen will, was sie da schaffen möchte. Julie kann da nicht immer so, wie ich finde, mit klarkommen, sowohl jetzt mit dem Essen, weil sie das ja auch so betont, wie du es auch gerade Richtig gesagt hast sie legt zu und so weiter und so fort ob das jetzt so ist oder nicht das muss jeder für sich selbst bewerten aber Sie geht mit diesen situationen oftmals ganz anders als julia damit umgeht sie ist irgendwie eine gestandene frau die Einfach weiß dass sie anders ist und so geht sie durch die welt und julie Struggles immer wieder egal Bevor sie anfängt zu kochen, während sie kocht und auch dann, letzten Endes, das ist ja auch so ein bisschen der große Punkt, nachdem sie eine gewisse Berühmtheit erlangt hat mit ihrem Blog, mit dem, sie da tut. Zeitungen haben über sie berichtet, viele Verlage wollen mit ihrem Buch machen. Dann kriegt sie plötzlich einen Anruf von einem Reporter, der mit Julia Trite zum 90. Geburtstag ein Interview gemacht hat. und über sie spricht und da kriegt sie plötzlich ganz brutal mit, dass Julia Child ihr Projekt gar nicht so mag. Ja, und das ist für sie plötzlich alles andere als verständlich, weil sie ja denkt, Julia Child schaut ihr über die Schulter imaginär und beobacht sie dabei und sie redet, so wie sie erzählt, mit Julia und sie kocht ja eigentlich nur für Julia. Und das gibt so ein richtiger Leberhaken der sie dann Niederstreckt möchte ich fast sagen wo sie sagt was ist jetzt los Ich verstehe das nicht ist es zwar auch eine wichtige lektion glaube ich für sie Aber sie ist ja wirklich verbissen und hadert mit sich selbst wenn wenn was schief geht b wenn sie plötzlich Ja, dann nicht mehr so richtig ran klotzen kann und ihrer zeitplan eben gefährdet ist da tauscht plötzlich oder verändert sich plötzlich diese Leidenschaft hin zu so einer Beflissenheit, zu so einer Pflicht. Und da geht eben auch diese Leichtigkeit verloren. Und das merkt man da auch. Und als sie die wieder gewinnt, wird's wieder einfach lockerer und Dinge passieren eben, die sie sicher auch wünscht, dass sie da plötzlich eben einen Autorenvertrag bekommen. Sie hat schon mal versucht zu schreiben und da hat sie jetzt scheinbar ja ihre Bestimmung gefunden. Zwar jetzt einfach erst mal nach zu kochen und nicht selbst zu kochen, aber sie geht da voll drin auf bis hin eben zur Selbstaufgabe möchte ich sagen. Und bevor sie das oder als sie das dann merkt, dann verändert sich das. Das Ganze finde ich auch nochmal. Und es kommt dann auch nochmal so ein bisschen mehr Leidenschaft. hinzu und das ist finde ich beschäftigt mich ja schon sehr lange mit genuss und mit menschen die mit genuss zu tun haben und da merkt man eben wie ich finde wenn deine leidenschaft vorhanden ist und die muss vorhanden sein dass jeder dafür brennt was er damit den lebensmitteln macht egal ob koch oder produzent und wenn diese leidenschaft erlischt Dann wird es tatsächlich schwierig, sowohl in der Küche, aber auch natürlich in der Produktion, weil dann verändert sich nicht nur was mit dem Menschen, sondern auch eben mit dem, was da aus der Küche auf dem Teller landet oder im Regal, wenn es sich Produkt handelt. Und das spürt man hier teilweise eben auch, wo so dieser Peak da ist. Und dann, finde ich, geht es nochmal irgendwo in eine andere Richtung.
Daniel: Ja, da hast du ganz recht, dass diese beiden Figuren mit dem Stress und natürlich auch mit den exzessiven Folgen ihrer Leidenschaft unterschiedlich umgehen. Und da würde ich tatsächlich sagen, das macht den Film auch spannend und ihn auch zu etwas Besonderes. Ich meine, es ist schon ein Hollywood-Film und das komme ich gleich noch drauf, aber so ein Fazit, so ein schöner Film mit Happy End und so was. Aber ich finde ihn einfach auch tatsächlich gut erzählt. Es ist nicht so eine platte Geschichte. Das ist sicherlich nicht der spitze Film, aber es ist keine platte Geschichte. Er funktioniert auch so ein bisschen als Zeit- und Gesellschaftsdiagnose. Und da man auch wie Frauen in der Welt stehen. Der Film ist ja von einer Regisseurin gedreht worden, würde ich auch sagen, da steckt ein weiblicher Blick auf Frauengeschichten drin. Die Schauspielerinnen hauptsächlich geprägt. Die zetralen Rollen einspielen. Da kann man schon von ausgehen, dass Frauen hier über Frauen kann das jetzt natürlich beobachten von außen. Der Film zeigt eben auch, und das habe ich eben an... Ich Beispielen auch schon versucht, ein bisschen zu anzudeuten. Nämlich einmal mit der Mutter, mit ihrer Tochter. Und dann auch mit der Schulleiterin von Gordon Bleu gegenüber Julia Schalt. Also Frauen sind auch nicht immer nur Schwestern zueinander. Und irgendwie... Wenn sie das... Best Friends, ja. Best Friends Forever. Sondern da steckt natürlich auch ein Wettbewerbsgedanke mit drin. Ja, und natürlich kann es da auch zu Sabotagen kommen oder zu Streitereien. Julia Child lebt in einer Zeit, der ihre Rolle als Frau viel fester durchstrukturiert ist, was ihr bestimmte Möglichkeiten in ihrer Ausgestaltung Sie zieht mit ihrem Mann durch die Welt, und als sich jemand anders scheidet, ist das ein Skandal. Sie ist aber auch Pionier, die sich ihrem Feld der Frauenküche, die auch schon immer von Frauen geschrieben wurde, vorkämpft. Aber mit einer bestimmten Gelassenheit. Sie ewig Zeit, würde ich fast sagen, aus meiner Perspektive heute, ihr Kochbuch zu schreiben. Das ist eine entschleunigte Form des Buchschreibens. Madonna, das möchte ich auch noch mal erleben. Dass ich so viel Zeit habe, meinen Text fertigzustellen. Und auch natürlich mit der Sicherheit, ihr Mann sorgt ja für das Einkommen. auch, das ist nur ein nebensatz hier, beide profitieren davon, dass die Männer haben, tatsächlich ihren Weg und ihren Struggle ganz doll unterstützen und ihre Besonderheiten, die sie beide mitbringen als Frauen, nicht nur tolerieren, sondern supporten und lieben. Und Julie lebt in einer Zeit, in der Gegenwart, in der sie schon mit ganz vielen anderen erfolgreichen Frauen in Konkurrenz steht. Die haben es was geschafft und sie hat es ja auch schon im Grunde zu was geschafft. Sie hatten akademischen Abschluss, hatten einen Job im... Sie der bürgerlichen Mitte, in einer staatlichen Organisation. Sie nicht so, dass sie da irgendwie ausgegrenzt ist. Sie kann sich auch das Essen leisten, dieser Salatklicke da rauszugehen. Alles kein Problem. Aber sie will noch mehr erreichen. Und sie hat dafür viel viel weniger Zeit. Sie hat ein Jahr sich vorgenommen. In dem muss es klappen. sagt ja am Anfang, gibt es sogar diese Zeitdebatte, wo sie gegen ihren Freund sagt, ein Jahr, das reicht doch gar nicht, ich brauch mehr Zeit, aber dann ist es schon klar, also, äh, unterstellt, wenn du dir mehr als ein Jahr Zeit nimmst, dann versandet das schon, äh, im Nirwana, dieses Projekt. Du hast nur ein Jahr Zeit, dich damit zu profilieren, ja. Ähm, und sie muss das dann irgendwie packen. Und das ist natürlich eine ganz andere Stresssituation, in der sie sich da beweisen muss. Und, ähm, ich, was ich auch schon interessant finde, wenn sie, wenn es darum geht, sich zu beweisen, und da kann man auch die... den Vergleich machen zur letzten Woche, wo es ja darum ging, dass Kanibalisten Menschen töten müssen. Und war unsere Frage, die wir debattiert haben, wie einfach ist das wohl, jemanden zu zerlegen, zu töten, zu zerlegen? Ist das so eine einfache Sache, so ein Metzgerhandwerk? Und da waren wir uns ja einig, das geht schon nicht so einfach. Aber hier sehen wir den Film auch. Auch bei Tieren ist das gar nicht so einfach. und nicht mal bei hochentwickelten, sie muss ja nicht mal ein Schwein schlachten oder ein Rind, sondern Julie muss Hummer in Topf werfen, lebende Hummer. Und das ist auch schon so eine Grenzerfahrung, ja, für Menschen, zu denen ich mich auch dazu zählen würde, die eben im Alltag nicht schlachten und kein Tieren den Hals umdrehen, ja, auch wenn sie Fleisch essen, so einen lebenden Hummer oder gar nicht mehrere in kochendes Wasser zu werfen, das ist eine... eine ethische Frage und das erfordert, wenn man das machen will und sie wollen den Hummer essen, weil sie wissen Hummer schmeckt und sie essen ja sonst auch Fleisch, dann muss man sich dazu überwinden, dieses Tier, das einen anguckt, dieses kochende Wasser zu bringen. Und das wird das Tier nicht honorieren. Es ist ein Leidensprozess und es ist ein Tötungsprozess. Sie reagiert darauf, ich, sehr menschlich, indem sie sich das durchzieht, aber dann regt der Hummer sich nochmal, wirft den Deck runter und dann... Springt sie da weg, ja und ja, struggled mit dieser Situation. Während Julia Child mit einer etwas größeren Gelassenheit, jetzt weiß ich mir genau was sie da erlegt, vielleicht hast du es noch vor Augen, aber sie war auch ein Hummer, okay. Aber für sie ist das so, sie lernt ihre Tapferkeit kennen, sie war davon genauso überrascht wie die Männer. Wie sie das so raussagt, da merkt man gleich, diese tierethische Diskussion steckt da gar nicht so da drin, da steckt eine Ekel dort,
Johannes Quirin: war auch ein Huber.
Daniel: Also können Frauen schlachten, aber ob der Homer jetzt so besonderes Lebewesen ist, ist da glaube ich nicht die Frage. Es geht einfach darum, traut man sich das zu, Schnitt da anzusetzen. ja, das fand ich eben auch gut, dass dieser Film diese Frage thematisiert hat, aus meiner Perspektive auf realistische Art und Weise und was ich auch schön fand, dass ich ihn da gleich mit dem letzten Film, mit unserer Diskussion da in Beziehung setzen konnte.
Johannes Quirin: Ja, da hat man ja, wie du sagtest, genau auch darüber gesprochen. Wenn ich was essen möchte, muss ich es eigentlich natürlich auch erlegen, so wie es halt früher war und oder schlachten. Was sie hier tatsächlich nicht so kann und sie dann ins kochend heiße Wasser gibt, was man übrigens heutzutage eben nicht mehr macht. Das war ja ganz lange der Fall, dass tatsächlich diese Hummer in dieses kochende Wasser getaucht werden, was natürlich ziemlich qualvoll ist. Deswegen eigentlich das, was Julia Child vormacht und auch in ihrem Kochbuch beschreibt, harte Stichschnitt direkt in den Kopf. Das ist eigentlich die Tötungsmethode für einen Hummer, die die einzigste Tötungsvariante, da in irgendeiner Art Weise, wenn man einen Hummer töten möchte, tatsächlich dann auch zählt. man so nebenbei. Die Rolle der Männer, du hast sie ja angesprochen und das ist finde ich auch ganz wichtig. sind ja nicht nur irgendwie Begleiterscheinung. Klar spielen sie jetzt zwar nicht die Hauptrollen in diesem Film, aber sie sind einfach tatsächlich mehr als schmückendes Beiwerk in ihren Rollen und sie unterstützen ihre Frauen auf ihre ganz unterschiedliche Art und Weise. So in jeweils auf diese Art und Weise eben der bekannte Felsen der Brandung. Ja klar. Erstens. Sie essen alles was auf den Tisch kommt. Aber ganz ganz wichtig. Sie sie trösten auch bei Misserfolgen. Sie feiern die Triumphel die da auch vorhanden sind. Und dann ist es natürlich so Paul also der Mann von Julia der bewundert und liebt vergöttert Julia einfach. Egal ob sie anders ist sie war ja schon immer anders und als sie sich da irgendwo in china in asien kennengelernt und gesehen haben da war ja plötzlich hat er ja so schön beschrieben an valentinstag Da war ganz einfach ganz klar sie ist die frau fertig und das kommt ja tatsächlich diese bewunderung für sie aber auch für ihre leidenschaft das ist für julia letzten endes ja auch so der der treibstoff der motor für ihren erfolg für das was sie da da macht, weil sie einfach weiß, hey, ich habe hier volle Rückendeckung. Bei Eric, dem Partner, dem Mann von Julie, ist es ein bisschen anders. Er muss halt sehr viele Launen ertragen. Und das mit so einer Engelsgeduld. Es gibt natürlich auch mal so diese Moment, wo das Ganze kippt, wo man sich dann auch tatsächlich sagen muss oder fragen muss, wie viel Leidenschaft für so ein Thema, das, was ich eben meinte. Trägt denn so eine Partnerschaft hält eine Partnerschaft aus bis wann geht das überhaupt? und Er ist trotzdem irgendwie an ihrer seite obwohl er eben so viel runter schlucken muss also sowohl essen das natürlich gefeiert wird aber halt auch diese Launen die dort entstehen und dieser selbst zweifeln und trotzdem ist an ihrer seite und stärkt sie und Ja beide haben da in ihren Partnern so eine perfekte Symbiose gefunden. Einerseits essen sie das, was die Frau hier kocht, mit Leidenschaft kocht. Aber andererseits sind sie eben auch da, wenn es irgendwelche Themen, Probleme und Herausforderungen gibt, die da gelöst werden müssen. Und das finde ich halt auch so schön, dass man da auch sieht, das Ganze spielt sich jetzt nicht nur irgendwie am Herd ab. sondern auch diese Beziehungen köcheln vor sich hin und haben da so ihre Nuancen, gewisse Würze, würde ich vielleicht auch mal sagen.
Daniel: Sie haben ihre Würze und ihre Fadenseiten. Das Kochen wird ja dann eben auch nicht nur zur genussvollen Leidenschaft, sondern haben wir ja auch schon besprochen, das wird ja zum Arbeitsprojekt, zum Identitätsprojekt, auch zur beruflichen Bestimmung. Man möchte auch Geld damit verdienen, womit man die Anerkennung dafür bekommt, wenn man es als Arbeit definiert. dass die Beziehung mit Julie, die leidet ja, wie du gesagt hast, ganz groß darunter. Da steckt dann nicht nur die Würze drin, sondern die Beziehung trennt sich einmal, löst sich einmal auf. Und das wird durch eine ganz schöne, feine Szene noch mal unterstrichen, wo dann der Partner von Julie das Essen einmal salzt, das sie gekocht hat. Und wo irgendwie dann klar wird, ihm ist das jetzt zu fad, ja? Und er ruft sie auch einmal an und sagt irgendwie, hier, Hilfe in meiner Beziehung, gibt es so viel Essen und so wenig Sex. Und er wird ja auch beim Hunger essen, oder er wird so bisschen aus der Küche rausgedrängt, ja, sie muss da kochen und kann jetzt irgendwie nicht rumfummeln und knuschen. Und ja, für ihn das, er steckt da ganz schön zurück und er wünscht sich dann irgendwann schon, also wenn das eine Beziehung sein soll, dann braucht diese Beziehung auch Beziehungsarbeit und nicht nur... Es ist keine reine Feeding Beziehung. Die Beziehung macht dann mehr aus. Am Ende finden sie dann wieder zusammen. Aber genau, da steckt Würze drin. Aber Essen kann auch Fahrt sein. Man kann das über solche Symboliken zum Ausdruck bringen. durch solche filigranen Szenen.
Johannes Quirin: Ja, wie sieht denn dein Fazit aus, mein lieber Daniel?
Daniel: Ich bin ganz zufrieden mit meiner Wahl. Juli & Julia ist kein radikaler Film und kein formales Wagnis. Wir haben es hier nicht mit dem großen Fressen oder mit Peter Greenaway zu tun. Das ist ein klassischer Film, glatt. Manchmal er sentimentaler als nötig. An manchen Punkten schrammt er schon zum Hollywood-Kitsch, das sei mir aber viel verziehen, weil es ansonsten eine gute Geschichte ist. muss auch sagen, ich finde den Julia-Teil deutlich stärker und präsenter als diesen Juli-Strank. ⁓ Ich finde, ein gut gemachtes Stück Erzählkino über Kochen, über Medien und auch über Selbstformung. Und ich finde, er zeigt, wie aus privaten Tätigkeiten wie dem Kochen eine kulturelle Figur wird. Als Soziologe muss ich sagen, auch wenn es ein Hollywood-Film ist und auch wenn es ein schöner Harmoniefilm ist, In diesem Film ist Küche nicht nur eine Kulisse, sondern auch Institution. Es gibt ein kulturelles Programm, die französische Hochküche als Regelwerk. Es gibt auch Personal, und zwar nicht Dienstpersonal, wie es im Film auch wieder abzielt. nicht ein Kochbuch für Leute mit Personal, sondern für Leute, die selber kochen müssen. Aber gibt trotzdem Personal in dieser Kücheninstitution, nämlich gibt Julie und Paul, es gibt... Es gibt auch die Betonung der Materialienapparate, die Messer, die Töpfe, die Arbeitsflächen, die passende Arbeitsfläche, wie die Frauen mit den Messern schwingen und schleifen. Es gibt auch Normierungen, wie Rezeptfolgen, Garzeiten, Schneidetechniken, die man lernen muss. Es gibt soziale Funktionen in dieser Kücheninstitution. geht Bildung, soziale Ordnung, ⁓ Ehearbeit, kulturelle Legitimität. Insgesamt muss ich sagen, ich bin selber fast überrascht, wie gut ich den Film fand. Ich wundere mich ein bisschen, dass ich so lange nicht gesehen habe und zwar in guter, aber in sehr vage Erinnerung behalten habe. Und ich kann mir jetzt vorstellen, ich gucke ihn mir nochmal an. Jetzt nicht direkt morgen, aber bald wieder. Insofern würde ich den Film tatsächlich drei von vier Gängen geben. So, jetzt habe ich eine Lobrede gehalten auf diesen Film. Ich hoffe, er hat auch deinen Geschmack getroffen, war nicht zu fad und hatte genug Butter drin, dass er dir gewundet hat. Johannes Quirin (1:00:06) Hahaha! genug butter genau genau nein ich muss da gleich noch mal anknüpfen an das was du gesagt hast die beiden erzählt strenge und wie da die wertigkeit im endeffekt wenn man das so betonen oder wenn man so besprechen will oder betiteln möchte tatsächlich ist ja gebe ich dir völlig recht der strang von julia kommt irgendwie lockerer Lebenshoher dynamischer vor oder mir vor als das dann tatsächlich bei Julie ist jetzt kann es so für mich einfach so in in der Retro Perspektive sein dass ich sage okay Julia ist wirklich so eine Pionierfrau die da in eine Domäne eintritt, die zu ihrer Zeit einfach nicht offen war. Und bei Julie, was ist das jetzt? Gut, sie fängt an zu blocken. Aber im Endeffekt ist es jetzt nicht irgendwie so was Besonderes. Deswegen ist es halt eher so ein alltäglicher Erzählstrang, der tatsächlich so passieren könnte. Wo man sagt, ja, und was machst du? Ja, ich bin Content Creator. Ja, also Von daher ist es eigentlich fast nichts so verwunderliches. Und das ist eben in diesem Strang von Julia Zeit, auch der Zeit geschuldet, wie du es gesagt hast, doch noch mal ganz anders. Und der Zugang einfach, weil sie sich ja selbst, also sie bringt sich ja selbst bei, auch wenn sie in der Kochschule ist. Und die andere kocht es einfach nach. ist so. Ja, man könnte es eigentlich selbst erleben, was Julie macht. und. Es gibt übrigens ja auch das vielleicht auch noch gerade kurz dazu es gibt ja auch ein podcast der Kochbuch podcast der sich damit beschäftigt Dinge aus Kochbüchern nach zu kochen oder fast das ganze Kochbuch nach zu kochen. Also ähnlich wie Julie das eben mit Julia Childs Kochbuch macht. So aber für mich ist es trotzdem auch wenn die Stränge ein bisschen unterschiedlich ankommen ein sehr schöner Film. Es ist wie, wenn ich jetzt im Film bleiben möchte, das perfekte Boeuf Bourguignon an einem kalten Wintertag. Es wärmt die Seele, es macht satt und hinterlässt ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit. Ja, weil man so die Lebensfreude spürt. Und der Film, du hast es auch gesagt, der feiert das Kochen in unterschiedlichen Formen, aber letzten Endes nicht als elitäre Kunst, sondern als etwas, was jeder kann, was jeder lernen kann, wenn man eben Leidenschaft und das gewisse Stückchen Butter mitbringt, es dann tatsächlich zu einem gelungenen Gericht werden zu lassen. Und das zeigt es einfach auch, dass wenn man beide Leben so betrachtet, beide Stränge auch betrachtet, was die wichtigsten Zutaten im Leben sind, die so in so einem Rezept stehen sollten. Einerseits Mut. Geduld und ja guten appetit wenn man so viel kocht also von daher ein film der mich zurück lässt aber auch hungrig und Quasi sehr hungrig sehr hungrig nach bergburg jahr nach französischen klassikern deshalb bekommt er auch von mir verdiente drei von vier gängen mein lieber Daniel (1:04:03) Das freut mich, dass wir uns diesmal so einig sind bei diesem Film. Daran muss ich auch noch anschließen, da hast recht. Der Film macht wirklich Appetit und lässt einen hungrig zurück. Ich bekam beim Filmgucken sowohl Appetit auf das gute französische Essen als auch die Lust zum Kochen wieder. Gut, war eine total schöne Besprechung eines schönen Films, den wir beide sehr genossen haben. Johannes Quirin (1:04:06) Hahaha! Daniel (1:04:31) Zum Abschluss unsere spannende Frage, was werden wir das nächste Mal besprechen? Johannes Quirin (1:04:39) Ja, nach so einer herzerwärmenden, sehr buddrigen Folge gibt's jetzt wieder was anderes. Nachdem ich dich das letzte Mal mit einem Filmklassiker überrascht hab, den du mir in der Wahl nicht so zugeordnet hättest, schlage ich jetzt mal wieder was komplett anderes vor und... Der Film der stellt die Frage was denken eigentlich unsere Lebensmittel über uns? Der Film wird dir sehr wahrscheinlich nicht sagen ich habe ihn auch nicht gesehen aber ich bin noch mal so ich durchforsche sowohl unsere Liste unsere sagen umwohmene Liste die wir schon oft genannt haben die Durchforscht ich aber ich durchforsche dann auch immer noch das Netz was es sonst noch gibt und da bin ich auf einen Film gestoßen Du liebst Animationsfilme. Deswegen dachte ich, ich muss auch noch mal einen Animationsfilm aus dem Hut zaubern. es ist einer, wie gesagt, ich kenne ihn nicht. Du kennst ihn auch nicht. Er heißt Sausage Party. Es geht ⁓ die Wurst. Und das ist ein etwas, ja, ich möchte sagen spannender Film. Und wie gesagt, Lebensmittel zeigen, was sie denn tatsächlich über uns denken. Daniel (1:05:36) Gott! Das ist eine wirklich besondere Wahl, ich habe keine Ahnung was das sein soll. Ich hoffe es ist wenn es Animationsfilme sein wird es nicht so zwielichtig sein. Alles klar, ich bin gespannt. Wir werden sehen was auf der Bildschirm zeigt und was wir dazu zu sprechen haben. Ich freue mich schon drauf. Johannes Quirin (1:06:02) Hahaha! Ja, es wird vielleicht ein bisschen ein Kulturschock für dich werden, aber trotzdem herzlichen Dank auch nochmal an dich für die Filmauswahl von heute. Und mir bleibt am Ende immer nur eins zu sagen, denkt immer daran, manchmal sind die besten Geschichten die, die beim gemeinsamen Essen entstehen. Bis zum nächsten Mal bei Film und Fressen.
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