Folge 04: Eine Komödie im Mai

Shownotes

In dieser Folge nehmen wir euch mit auf ein südfranzösisches Weingut, wo Erbstreitigkeiten, familiäre Eigenheiten und opulente Mahlzeiten aufeinandertreffen. Gemeinsam mit unserem Gast Prof. Dr. Lars Alberth (Leuphana Universität) tauchen wir tief in Luis Malles "Eine Komödie im Mai" ein und diskutieren, wie Essen, Genuss und familiäre Rituale ineinandergreifen. Wir spüren den feinen Unterschieden zwischen Tradition und Moderne nach, analysieren die Rollen von Genuss, Selbstkontrolle und sozialem Wandel – und bekommen dabei selbst Lust auf französische Küche. Zwischen trockenen Nudeln, Markknochen und revolutionären Tomaten zeigen wir, wie Essen die Gesellschaft widerspiegelt und Familien zusammenhält. Hört rein, wenn ihr wissen wollt, warum die besten Geschichten oft beim gemeinsamen Mahl entstehen!

Takeaways

  • Essen ist ein zentrales Element der familiären Vergesellschaftung.
  • Die Wertigkeit der Familienmitglieder wird durch Essen bestimmt.
  • Familienessen sind Anlässe für Kommunikation und Konflikte.
  • Die Rolle der Frauen in der Küche verändert sich mit der Zeit.
  • Essen spiegelt die sozialen Strukturen und Konflikte wider.
  • Tradition und Moderne stehen oft im Konflikt.
  • Essen kann sowohl Genuss als auch Pflicht sein.
  • Die politische Situation beeinflusst die familiären Beziehungen.
  • Die neue Generation bringt frischen Wind in die Familienstruktur.
  • Essen ist ein Ritual, das die Familie zusammenhält. Essen fördert die Gemeinschaft und das Miteinander.
  • Die Tomate symbolisiert Veränderung und Revolution.
  • Tradition und Veränderung stehen oft im Konflikt.
  • Die Angst vor der Revolution beeinflusst das Verhalten der Menschen.
  • Essen dient als Katalysator für soziale Interaktionen.
  • Die Darstellung von Essen im Film spiegelt gesellschaftliche Veränderungen wider.
  • Essen kann sowohl Genuss als auch eine Form des Widerstands sein.
  • Die Dynamik zwischen den Charakteren wird durch Essen verstärkt.
  • Essen ist ein Spiegel der Gesellschaft und ihrer Werte.
  • Die Transformation von Werten geschieht oft schleichend und unbemerkt.

Eine Komödie im Mai bei imdb Eine Komödie im Mai bei wikipedia Eine Komödie im Mai bei amzon

Louis Malle

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Malle

Michel Piccoli

https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Piccoli

Leuphana Universität Lüneburg

https://www.leuphana.de/

Kulinarisches Kino (Buch)

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2367-7/kulinarisches-kino/

Der große Fressen (La Grande Bouffe)

https://de.wikipedia.org/wiki/Dasgro%C3%9FeFressen

Sideways

https://de.wikipedia.org/wiki/Sideways

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La Soupe aux choux)

https://de.wikipedia.org/wiki/Louisundseineau%C3%9FerirdischenKohlk%C3%B6pfe

Delikatessen (Film)

https://de.wikipedia.org/wiki/Delicatessen_(Film)

Mehr Infos zu Dr. Daniel Kofahl unter: https://www.apek-consult.de/team/dr-daniel-kofahl/ - Kontakt: Kofahl@apek-consult.de

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Johannes Quirin: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Film und Fressen. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid. Heute haben wir einen Film im Gepäck, der nach Südfrankreich und nach Rotwein schmeckt. Eine Komödie im Mai von Louis Malle. Und natürlich darf einer an meiner Seite nicht fehlen. Das ist Dr. Daniel Kofal, unser Ernährungsoziologe. Und heute, wie ich finde, unser Meister der gepflegten Landpartie. Bonjour, Daniel.

Daniel: Lieber Johannes, vielen Dank für die freundliche Begrüßung und die schöne Anmoderation. Unser Genussexperte aus dem Schwarzwald und dem Saarland hat sicherlich auch einiges dazu zu steuern. aber ganz besonders, dass wir heute noch dritten im Bunde begrüßen dürfen. Dr. Lars Albert ist zu Gast bei uns. Hallo Lars. Warum darf ich den Herrn Professor hier duzen? ist eine Geschichte. Lars ist Professor für Theorien und Methode der Kindheitsforschung an der Leuphana-Universität. Er aber von Haus aus Soziologe.

Lars: Hallo.

Daniel: Ich kenne den Lasted schon über 20 Jahren habe uns im Grundstudium in Wuppertal kennengelernt. Wir waren noch weit etwas nördig unterwegs und wenn ich das so reflektiere, Geschichte so, dass wir immer viel miteinander Wir uns immer sehr uneinig darüber Das hat diese spannende Beziehung ausgemacht. Ich habe keinen Soziologen dazu geholt, weil dachte, Johannes ruttert mich immer unter. Ich muss mir Stärkung holen. Ich habe jemanden gebeten, dabei zu sein, der eine andere Perspektive in unsere Diskussion Aber auch, und das ist natürlich Frage, warum jetzt auch gerade zum Essen und Trinken. Du hast mit mir und Gerrit Fröhlich damals dein Sammelband Kolonaisches Kino herausgegeben. Das war auch nicht einfach so ein Projekt, man abarbeitet, sondern, das muss ich sagen, aus wuppertaler Zeiten auch schon her, und so habe ich dich immer weiter kennen gelernt, du hast ja damals schon in deiner Einzimmerwohnung, die wir Studenten hatten, an den zwei Herdplatten, wenn ich mich richtig erinnere, gekocht. so gut gekocht, dass als ich später weggezogen bin, zu zu Besuch kamen, dass ich den ganzen Tag nichts gegessen hatte, weil ich wusste, bei Lars werde ich... Du hast auf jeden eine Affidette zum Essen und zum Genuss und hast dann diesen Sammelband mit uns rausgegeben. Der Beitrag bezieht sich auf unseren Film, den wir heute besprechen. Der Beitrag heißt, eine Familie und ihre Körper, Essensbezogene Gebrauchsanweisung des Körpers in Louis-Mallais, eine Komödie im Mai. ⁓ die Komödie Mai geht es auch heute bei uns. Bevor uns Johannes gleich wieder eine seiner hervorragenden Einführungen in den Film gibt, wollte ich dich, Lars, auch am Anfang fragen, was so deine Geschichte mit dem Film ist. Bevor ich dir jetzt endgültig das Wort gebe, möchte ich da noch eine Sache zitieren, die deinem Beitrag gleich an der ersten… Auf der ersten Seite findet man als erste Fußnote, und da steht, als Fußnote noch zum Titel, du gemacht hast, dieser Beitrag ist Doris Bühler-Niederberger gewidmet. Sie hat mich zuallererst auf diesen Film, wie auch auf die Mahlzeit als soziologisches Phänomen, aufmerksam gemacht. Ihr verdanke ich auch, also es geht ja nicht dich, die Erkenntnis, dass die Mahlzeit eine Schlüsselszene familiärer Vergesellschaftung darstellt, die sich wesentlich im privaten Raum abspielt, aber zugleich auf den gesellschaftlichen Status der Familienmitglieder abzielt. Vielleicht magst du etwas dazu sagen und es beim Re-Watch erlebt.

Lars: Mhm. Mhm. Also ich bin von, also ganz herzlich Dank für die Einladung zunächst mal. Ich freue mich ganz herzlich da zu sein. Ich seit meinem Studium in Wuppertal mich durchaus sehr viel einerseits mit Familie, andererseits mit Kindheit auch beschäftigt und die private Leidenschaft fürs Kochen und Essen. Spielt tatsächlich auch, wie du gesagt hast, eine sehr wichtige Rolle. Und als ich den Film damals gesehen oder als wir überlegt haben, welche Filme können wir besprechen, da war dieser Film, glaub ich, für mich einfach auch so ein Punkt oder eine Erzählung, die sehr stark eben das hervorhebt, was du auch schon gesagt hast, nämlich dass Familie Zentral das Essen herum stattfindet. Und auch die Frage, wer, wie, was ist in der Familie eben auch sehr stark sich dahingehend unterscheidet nach Geschlecht und nach Alter. Also Frauen und Männer essen anders in den Familien. Und die Erwachsenen, die Kinder essen auch jeweils anders. Und wer sozusagen welches Essen bekommt, wer auch sozusagen dazu... verdammt ist, Essen zuzubereiten, wenn man so will, die Arbeit dazu machen muss. Das ist eben sehr klar getrennt nach Alter und Geschlecht. Und danach wird auch durchaus die Wertigkeit der Mitglieder der Familie auch bestimmt. Gleichzeitig ist Essen mittlerweile auch das gemeinsame Essen einer der zentralen Anlässe, in denen sich Familien sehen, vor allem dann, wenn die Kinder größer sind, aber auch schon in der Schulkindheit, es sind das die Situationen, wo man als Familie an den Tisch kommt, wo man miteinander spricht, wo man auch als Familie, als Gesamtjenseit sozusagen von Einzelbeziehungen zusammenkommt. Und das wird ganz häufig über Essen organisiert. Sei das das Familienessen am Abend oder zu Mittag oder sei das auf Familienfesten, auf Geburtstagsfeiern. wenn eben jemand stirbt. So. Und der Film, eine Komödie in Mai, finde ich, das fast als wunderbar, wie versucht wird oder wie diese Familie, die da sozusagen an dem Punkt ist, dass hier ein Stück weit auseinanderfällt. Vor allem auch versucht über gemeinsames Essen. sich selber darzustellen und zu schauen, ist eigentlich wer in dieser Familie und wer hat was zu sagen und wer investiert in diese Familie mit welchen Mitteln und wer darf aus dieser Familie auch möglicherweise ein Erbe ziehen. Also wie sozusagen Essen und Familie zusammengehören, finde ich, zeigt dieser Film ganz, ganz Vortrefflich.

Daniel: Vielen Dank Lars für deinen ersten Eindruck zu diesem Film. Ich habe ihn jetzt ausgesucht, er für mich tatsächlich ein Klassiker des Kulinarischen Kinos darstellt. Ich weiß, dass du mir ihn damals empfohlen hast. Er wurde über dich an mich herangetragen. Ich habe ihn damals gesehen und fand ihn sehr gut. Auch weil ich Michelle Piccoli eine tolle persönliche Persönlichkeit finde. Diesen Flair hat mir damals gut gefallen. Daran erinnere ich mich noch und ich fand auch viele humoristische Einlagen damals ganz lustig. Aber habt ihr ihn seit dem, also seit 2013 eigentlich nicht mehr gesehen. Obwohl ich weiß, dass er mir wirklich gut gefallen hat. Was ich bei anderen Filmen jetzt irgendwie nicht immer so hatte, dass die wir im Buch gesprochen haben. Jetzt sind wir natürlich bei unserem Podcast irgendwo an der Reihe, wo wir uns durch die Klassiker durcharbeiten und dann habe ich wieder rausgesucht. Und ich muss sagen, er hat mir jetzt auch beim Rewatch Ich habe mir mehr Perspektiven gezeigt, ich gerne mit euch diskutieren würde. Johannes, wie ist es dir ergangen mit diesem weiteren Film aus der französischen Provence?

Johannes Quirin: Ja, aus der französischen Provence. ist ja immer, du hast es schon eben angedeutet, wenn ein Filmvorschlag kommt, der schon vielleicht schon öfter dann soziologisch diskutiert worden ist von dir, dann bin ich natürlich immer etwas vorsichtig, was mich da erwarten wird. Aber in dem Fall ist es ja relativ nett, würde ich mal sagen, zu beginnen. Man wird einfach so ins in diese französische Familie da reingeworfen. Und ja, ich war ganz gespannt, auch ein paar leckere Gerichte mitzukriegen, die dann jetzt so in dieser trüben Winterzeit tatsächlich mich wieder auf Frankreich und auf diese französische Küche einstimmen. Vor allem, wenn ich ja dann in Saarland ziehe und noch näher an Frankreich wieder dran bin. Wobei hier im Schwarzwald, Klammer auf und Klammer zu, bin ich natürlich auch. relativ nahe frankreich so nimmt aber ja immerhin ist man dann ruckzuck in paris und von paris ist mir dann auch relativ schnell in der provence von daher habe ich mir habe ich mich sehr drauf gefreut ich liebe französische filme eine komödie im mai Vermutet man eigentlich auch immer irgendwie was witziges hat auch so schon einen gewissen witz aber es ist auch eher so eine Tragikkomödie in vielen Situationen, wie ich fand. Und ja, für alle die, würde ich jetzt mal sagen, die diesen Film eben noch nicht kennen, folgt die, ja, schon zitierte Zusammenfassung. Wir sind, wie wir ja schon gehört haben, auf einem idyllischen Weingut in Südfrankreich. Die Vögel zwitschern, der Wein ist gekühlt oder liegt auch noch im Keller. Das klingt doch fantastisch. Blöd ist nur daran, dass gerade die Matriarchin der Familie gestorben ist. Und in Paris die Studenten auf die Barrikaden gehen und wegen eines Generalstreiks nicht mal die Totengräber arbeiten. Ja, die Familie sitzt also fest, die natürlich zur Beerdigung gerufen wird und die da auf diesem Land gut zusammenkommen. Und was macht man da, wenn man so zusammensitzt und festsitzt? Lars hat es eben schon so bisschen angedeutet. Man tut, was Familien eben am besten können. Erstens ums Erbe zanken, zweitens alte Rechnungen begleichen und zwischendurch auch noch verdammt gut essen und trinken. Ja, und diese Handlung, wenn man diesen Film sieht, erstreckt sich über wenige Tage, die ja ganz unterschiedlich gestaltet sind, aber es wird immer gegessen. Und ganz wichtig ist auch, in diesen Tagen, in denen die zusammen sind, in diesen Tagen, in denen diese bunte Truppe tatsächlich, weil es sind alte bürgerliche, junge Idealisten, Und dann auch so paar pragmatische Genussmenschen, die einfach nur gerne genießen und essen und leben, aufeinanderprallen. Und da ist es auch so, während im Radio die Nachrichten von der Revolution laufen, was in Paris passiert, findet eben auf diesem Landgut eine ganz eigene, viel menschlichere Revolution statt. Wenn man das mal so zusammenfasst, es wird gestritten, geliebt, getrunken und am Ende dann sogar vor den vermeidlichen Kommunisten in den Wald geflüchtet. Natürlich ganz wichtig hier. mit ausreichend Proviant. Das zeichnet vielleicht auch so französische Familien aus, dass da immer genügend Proviant mit dabei ist. Also man könnte auch sagen, kurz zusammengefasst, hätte ich gar nicht so viel erzählen müssen, ist es eine Art Big Brother für die französische Bourgeoisie, nur eben mit besserem Essen und deutlich mehr Stil, bis zu einem gewissen Grad, würde ich sagen.

Daniel: Wir starten mit einer Szene, die ganz bodenständig wirkt. Wir Milo, den Protagonisten, er mit seinem Bienenstock zugange ist. Mit einem Hausdiener, der Laufe des Films kleine Arbeit vollbringen muss. Es wird auch noch Honig produziert und gleichzeitig in der Küche gekocht. Da konnte ich mich gar nicht mehr daran erinnern, dass da wieder geweint wird wegen Zwiebeln. muss ich direkt wieder an bitter süße Schokolade denken. Hier kocht die Mutter von Milo, einem Jahre gekommenen älteren Mann. Sie ist auch schon alt. Er zeigt dann zu seinem Arbeiter, dass nach Hause sonst schimpft sie wieder. Über das Essen wird schon gezeigt, wo die ersten Glocken hängen.

Lars: Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube, ist auch der Punkt. Also A haben wir es ja mit einer Familie zu tun, die so für unsere Gegenden nicht typisch sind. ne. Also wir haben es mit eigentlich zwei alleinstehenden Personen zu tun, mit einer Mutter und ihrem Sohn, die beide schon eben jenseits des eigentlich, er ist eigentlich auch schon fast Rentner, könnte man sagen, wenn man sich das so anschaut. Also irgendwie Ende 50, Anfang 60, Mitte 60. Seine eigenen Kinder sind aus dem Haus. Wir wissen nicht wirklich, was mit seiner Frau los ist. Die ist auch nicht in Bilde. Aber hat definitiv Kinder und Enkel bereits. Das ist sozusagen für uns eine relativ untypische Familiensituation. Das kennen wir vielleicht noch von kleinerziehenden Müttern mit älteren Söhnen, die dann auch ausziehen irgendwann. Aber von der Seite her eher untypisch. Auf der anderen Seite sieht man da auch schon sozusagen, wie sehr hier Essen verortet. Und die Frage, wer zum Schluss konsumieren darf und wer sozusagen die Arbeit leisten muss, damit das Essen auf den Tisch kommt, das ist ja eine, die in dem Film, finde ich, sehr stark verhandelt wird. dass sich dann eben, sie offensichtlich noch Dienstpersonal, Dienstboten, Dienstpersonal, eine... ⁓ Küchenhilfe und eben diesen Diener. Die werden eben eigentlich nie zum Essen dazu geladen, aber die sind natürlich immer beschäftigt, irgendwie Familie am Laufen zu halten, das Essen am Laufen zu halten. Also es heißt jetzt, dass der Diener sich den Bienenstuck kümmert oder dass dann später die Küchengehilfin sozusagen mitkocht und mit zubereitet die die Karotten putzt und so weiter.

Johannes Quirin: Ja, die erste, klar, ich hab tatsächlich gar nicht dran gedacht, aber Daniel, gut, dass du sagst, der hat bittersüße Schokolade, Zwiebeln und Wein und die Tränen, die dann alle dazu führen, dass es jedem schlecht wird. Aber hier ist ja tatsächlich das erste Gericht, was irgendwo auf dem Teller steht. Wenn man jetzt auch sagt eine zubereitung ist ja wahrscheinlich hat das tatsächlich noch diese matriarchen die mutter noch stärker gemacht als sogar diese haushälterin oder gehilfen weil was stand plötzlich auf dem tisch als die mutter tot war nur nudeln Sehr untypisch sogar dann für die provence und für frankreich zwar glaube ich penne wenn man das so erkennen konnte aber sie sahen sehr trocken aus keine sauce also ich habe nichts weit und breit erkennen können. Weder vielleicht ein schönes Wildschweingulasch, was man der Provence erwarten könnte oder ähnliches. Aber das hat mich dann doch gleich irgendwie trostlos. Nach dem Tod gab es als erstes mal ein trostloses Essen. Wenn wir da immer schauen, wie verhält sich da tatsächlich so. Und er konnte ja auch nichts essen. Also es war ja auch nicht schlimm, dass es trostlos war, aber er konnte ja auch nichts essen. Und das Spannende ist schon, wie sind diese Beziehungen? Weil dann kriegt man auch tatsächlich mit, er hat scheinbar irgendwie so eine Beziehung, so was Erotisches, würde ich jetzt einfach mal sagen. Sie ist vielleicht mit ihm ein bisschen verbandelt. Wenn es sechs geht, die Hausgehilfin, es kommt dann zum Tragen, weil sie sich dann küssen und sie sagt nein, mit einer Leiche, mit einer Toten hier im Haus, das bringt ja Unglück. Und ja, jedenfalls ist er dann auch im ersten Moment ja dann auch ganz alleine, bevor dann so nach und nach ja auch später Stück für Stück diese ganze Familie eintrudelt, die er dann zusammen ruft, dass die Oma oder die Mutter verstorben ist. Und ja, für mich war es so eindrücklich, weil vorher noch so Betriebsamkeit in der Küche war mit der Mutter, die dann gestorben ist. Schon auch ein bisschen tragisch komisch. die Treppe hoch und dann auf diese Couch, Puppen saßen und dann plötzlich umgegippt und tot. da ich schon irgendwo zuerst mal so einen Moment des Slapsticks vor Augen. Aber dann hat man dann noch gesehen dampfende Pfannen und Töpfe. Und eben dann fand ich so dieser abrupte Bruch, dass es da nichts Gescheites zu essen gab, ja, fand ich dann doch schon sehr, sehr interessant. Kages, trostloses Mal. dass er dann auch einfach diese Einsamkeit spiegelt, die plötzlich bei Milou herrscht, obwohl er ja nicht alleine ist. Er hat da scheinbar diese Beziehung zu dieser Haushälterin, aber trotzdem ist er dann allein.

Daniel: Ich finde es schön, dass ihr das auch so gesehen habt. Ich habe mir gedacht, würde das nicht richtig erkennen, auf dem Teller liegt. war, wie du es gesagt hast, Johannes, unglaublich trostlos. Für mich war noch eine Szene, dass ja dann noch gesagt wird von der Diener... Sie müssen essen. Ihre Mutter würde das auch wollen. Im Jenseits heraus wirkt diese Frau in diese Szenerie rein. Sie ist zwar verstorben, aber sie wird bis zum Ende des Films einen Einfluss auf die Setting haben. Ganz so einfach ist es, das sehen wir ja auch nicht, dass einfach nur weil eine Person ablebt, dass sich alles verändert, sondern da bleiben ja Überbleibsel. Das Essen ist jeden Fall etwas ganz Materielles, das kann sie nicht auf dem Tisch zaubern, sie nicht da ist. Es gibt dann einfach nur eine trockene Nudeln mit einem Glas Wein dazu.

Johannes Quirin: Ja, ein Glas Wein auf dem Weingut. ist ja das Mindeste. Das sieht man ja auch deutlich später, dass da einiges in Fässern lagert. Wenn es da nicht mal Wein gegeben hätte, wäre es ja schon sehr, sehr tragisch. Ich fand natürlich klar, das spielt ja im Jahre, was haben wir, 68, wenn ich es jetzt gerade richtig im Kopf habe. Und da ist es ja noch trotzdem so ländlich. dass die Toten da aufgebahrt werden. Da wird sie ja auch aufgebahrt und jeder kommt. Die Familie kommt ja sowieso, aber in späteren Szenen kommen ja auch Menschen aus dem Ort oder aus einem nahegelegenen Ort und erweisen dann die letzte Ehre und so. Also auch das ist ja schon ein besonderes Szenario, das man ja heutzutage auch nicht mehr kennt, dass tatsächlich eine Leiche aufgebahrt wird und man dann dort entsprechend dann zusammenkommt. Und das ist ja dann, als erstes kommt ja die Tochter von Milou mit ihren drei Kindern und ihrem Mann. Doch der Mann, der braust wieder direkt weg. hat Besseres zu tun, der will da gar nicht stattfinden in dieser Familie. Und entfernt sich wieder. Und was macht die Tochter gleich? Ja, die guckt natürlich einerseits, was können wir hier jetzt zum Essen machen? Oder was gibt es zu essen? Die stürzt sich gleich da. in die Rolle ihrer Oma hinein und sorgt dafür, dass wieder gekocht wird oder dass irgendwie was gemacht wird. es geht auch schon in den ersten Ansätzen darum, wer kriegt etwas. Wie werden diese Fälle von diesem Bären, der jetzt aufgebahrt, das man so spricht, in der Bibliothek oder ich weiß gar nicht wo, liegt, dann verteilt werden diese Fälle. Und das fängt natürlich da schon so ein bisschen an. Weil sie denkt, okay, gut, ich erbe ja eigentlich nichts direkt, sondern über meinen Vater. Aber trotzdem muss ich ja gucken, dass ich auch meine Schäfchen ins Trockene bringe. Ja, und wie gesagt, sie stürzt sich da gleich in die Küche und ins Geschehen und versucht dann da wieder zu wirken, weil die Zeichen stehen natürlich auf viel Verwandtschaft, die da nach und nach dann eintrudelt.

Daniel: Aber sie wirkt auf jeden Fall auf eine ganz andere Art und Weise. Vielleicht kannst du Lars auch noch was dazu sagen. Es kommt ja da eine ganz andere Form der Rationalität oder anderen Kultur zurück ins Haus. da jemand aus dem Haus weggegangen in die Stadt und kommt jetzt wieder und sie kann sich zwar zwar einfügen, aber doch es ruckelt schon.

Lars: Es ruckelt, also das ist natürlich auch ein Teil dieser, glaube ich, zugrunde liegenden Geschichte ist sozusagen die Frage der Modernisierung dieser ländlichen Gegenden und der Familienverhältnisse. Also wir haben ein aufsteigendes, also ich würde mal sagen, also wie ich das lese, wäre das auch nicht traditionelles Bürgertum, sondern das ist verarmte Landerde, wenn man das sich vermutlich genauer anschaut. Und die Töchter und Söhne sind dann in die Stadt gegangen, ⁓ eine Ausbildung zu oder halt ein Studium zu machen und dann sozusagen erfolgreich zu sein. Und jetzt kommt sie wieder und sie muss sich sozusagen in diese Rollen ein Stück weit einfügen. Aber sie macht das eben nicht auf dieselbe, wie soll man sagen, bodenständige Art, wie das die Großmutter noch war, sozusagen, sondern sie ist dann eben auch, sie ist attrakt gekleidet, sie hat einen modischen Haarschnitt, sie trägt Schmuck. Sie legt das auch nicht ab, wenn sie in der Küche arbeitet. Also, ich, gibt es eine schöne Szene, wo man sozusagen das Dienstmädchen, die Küche dort sozusagen, mit ihr zusammen in der Küche gemeinsam das Essen vorbereitet und wie unterschiedlich sie sozusagen mit dem Material umgehen, wie sie sich unterschiedlich präsentieren. Da werden auch zwei Formen von Weiblichkeit, sozusagen ländliche, vormoderne Weiblichkeit ein Stück weit mit einer städtischen, urbanen Weiblichkeit kontrastiert auch auf eine gewisse Art und Weise. Und die Frage ist natürlich, welche Rollen sollen da jetzt eigentlich erfüllt werden und in welchen, zukünftig, zumal man ja so ein bisschen auch das Gefühl hat, diese Tochter muss jetzt auch ein Stück weit für ihren Vater sorgen. Also sozusagen die Mutter ihres Vaters ersetzen und das führt ja dann doch auch ein bisschen zu Reibereien oder Spannungen, sagen wir mal, in der Folge.

Daniel: Sie ist jemand, der eine Zweckrationalität mitbringt. Sie stark auf dem Besitz fokussiert. Sie bewertet schon alle Sachen durch. Was ist wie viel wert, wie teilt man das auf? Ich will nicht sagen, sie ist gierig, aber sie ist so, dass sie alles einordnet. Nicht mehr nach traditionellen Mustern, sondern sie ist die moderne Hausfrau. Und zwar schon mit der Perspektive ...

Johannes Quirin: Hm.

Daniel: In der Küche ist sie nicht mehr so richtig zu Hause. Sie hat auch nicht so ein Genussempfinden in Sie macht das, um die Kinder zu versorgen. Sie wirkt nicht so, als würde sie sich der Küche noch heimisch fühlen. Die Küche wird dann auch wieder auf eine kommunizatische Art und Weise Was ja auch hier vor allem heißt, es wird so eine Logik gezeigt, die aber sich selber unterläuft. Also dem die Zeugschmitte das Essen mit den Kindern gekocht und dann Sie pustet mit einer Spritze Insektenmittel über das Essen drüber. eine Jagd auf welche Fruchtfliegen vermutlich. Also ob das da kontaminiert ist, egal. Hauptsache es ist da eines ordentlich. Das ist ein ganz interessanter Schwellentypus von, wie das ist Weiblichkeit genannt, von Frau, der in der Küche nicht mehr zu Hause ist, aber noch da sein muss, aber schon darüber hinaus geht. so ein Bindeglied darstellt zwischen Alter Das traditionelle Veramtart und eine urbane Milieu, die das auch schon wieder an Dienstboten auslagern möchte. Sie muss dann noch mit dieser Dienstmarktzusammenarbeit das kommt natürlich auch zur Vergemeinschaftung zwischen den Frauen an manchen Stellen in dem Film. ganz schön, wenn da so intim über die Pille gesprochen wird. Dann ist das auch wieder ein schöner, intimer Raum, wo man Gespräche führen kann, wenn man was macht. Aber eigentlich ist sie nicht mehr. sondern sie ist jemand, der sagt, sie organisiert das, organisiert Türen von Haus aus.

Johannes Quirin: Ja, bis zu einem gewissen Grad. Klar, sie ist in der Rolle, ja wahrscheinlich aufgewachsen. Keine Ahnung, wie, wir wissen auch nicht, was mit der Ehefrau passiert ist von Milou. Wenn er noch dort lebt, ist also auch die Tochter dort groß geworden. Ist sie also in diesem ländlichen Idyll bis zu einem gewissen Grad aufgewachsen, hätte ja eigentlich auch den örtlichen Notar und Anwalt heiraten sollen, wie man ja auch später Merkt aber sie ist da ausgebrochen aber sie ist trotzdem noch verhaftet in diesen alten strukturen wie ich wie ich so Teilweise finde auch wenn sie nach außen hin eben schon diese modernität mitbringt ja und ob sie glücklich ist in ihrer ehe schickert sie trönen drei kinder Bilderbuch sehr wahrscheinlich alles wunderbar aber ist sie da glücklich das weiß ich nicht und ich habe so den eindruck auch wenn ja wenn man anfänglich denkt Sie ist da so ein Fremdkörper in dieser Küche, finde ich. Geht sie da schon nachher sehr routiniert und gut mit Und das, auf den Tisch kommt, hat sie ja größtenteils klar mit Unterstützung der Gehilfin, der Haushaltshilfe gemacht. Aber es ist ja auch kein leichtes Essen, sage ich jetzt mal so, was da als nächstes auf den Tisch kommt, wenn die ganze Familie Stück für Stück da angereist ist, das erste. große Mittagessen. sind ja schon auch so mehrere Dinge, die jetzt auch nicht unbedingt alltäglich sind, die es dann da so gibt. Dieses Fleisch und die Marktknochen, die Marktknochen, die da serviert werden. auch der Tisch ist ja sehr schön und entsprechend passend der Szenerie irgendwie auch gedeckt. Es ist ja ein Silberbesteck, über das natürlich da auch diskutiert wird und gestritten wird. Und sie findet sich da schon in irgendeiner Rolle ab. Wäre aber gerne noch in einer anderen Rolle, weil letzten Endes weiß sie ja ganz genau, eigentlich steht ihr gar nichts zu, was jetzt so diese typischen Dinge sind, die dann für Frauen in der Erbfolge damals ja angestanden sind wie Schmuck. Und deswegen ist sie auch unterwegs, als noch sonst keiner im Haus ist. Ihre Cousine, die taucht dann irgendwann ja auf, die mit ihrer lesbischen Partnerin dann da entsprechend ankommt. Und da hat sie vorher schon entsprechend sich in der Schmuckschatulle der Großmutter bedient. Und ja, ist einerseits, ist sie da so verhaftet in diesen alten Dingen, aber auch in der Modernität, aber kann auch bestimmte Dinge einfach nicht lassen. Ich würde vielleicht sagen, sie ist so, wenn man jetzt eine Langspielplatte, eine CD als Übergangsmedium zum MP3 nehmen würde, hätte ich gesagt, sie ist die CD. Also hin zur Revolution. Aber wenn man dann auch den Gesprächen folgt, was sie dann so erzählt, da ist sie ja eigentlich immer noch, obwohl sie diese Modernität gewissermaßen ausstrahlt. ist sie trotzdem noch innen sehr altertümlich, was so manche Dinge angeht. Und deswegen ist es für sie auch, man sieht das ja auch im Verlauf des Filmes, macht sie ja auch eine Wandlung durch, wie ich finde. Und vielleicht ist das tatsächlich auch der Anfang mit diesem doch sehr wuchtigen und schweren Gericht, das da serviert wird. als alle dann am Tisch zusammenkommen.

Daniel: Sie ist eine von verschiedenen Frauentypen, die man auch beim Essen identifizieren kann. Sie die Person, vier Zitze Selbstkontrolle. Sie isst ja nur bisschen Kekse. Sie nascht dann ein bisschen, während ihr ehemaliger Liebhaber in die Küche kommt. Der sagt dann gleich, dass er nicht den Appetit wenn er eine große Modulstote ist. Und sagt sie, dass sie gar nichts obwohl sie auch wirklich nichts gegessen hat. Sie schafft es aber tatsächlich. Du hast recht, Johannes, sich Opulente Male zu generieren. Da stand auch ordentlich was auf dem Tisch. Da lief einem dann schon das Wasser im Mund zusammen. Das ich auch interessant. Wenn man alleine ist, gibt es nur Nudeln mit Wein. Sobald man da zusammenkommt, gibt es ein opulentes Essen, an dem auch alle teilnehmen. Du musst es auch so sehen, Lars.

Lars: Ja, also es ist ja dann auch je komplexer das Sozialgefüge ist, das dann da aufgefahren wird, also sozusagen je mehr Menschen da auftauchen und auch dann, sie später rausziehen und das große Picknick veranstalten, das Essen hat ja auch eine symbolische Funktion. Also das ist ja nicht einfach nur Nahrungsmittel zur Aufrechterhaltung sozusagen der biologischen Arbeitskraft oder so, körperlichen Arbeitskraft oder... dass der Organismus halt läuft, Sondern es zeigt ja auch an, dass man, wer ist, dass das Essen hier auch für andere gemacht ist. Und damit auch sozusagen ein Geschenk ist, ein Angebot ist etwas, das sozusagen der Familie gegeben wird hier. Das wird natürlich auch, das lässt sich schlecht kommunizieren, wenn das nur reißbrei oder trockenen Hühnen sind. Also da ist dann auch sozusagen der Gabentausch. der da mit läuft, wäre einfach unvollständig.

Johannes Quirin: Das vor allem ja auch in der schwierigen Situation. Generalstreik, man kriegt nichts quasi. Da wird ja auch noch darüber diskutiert, was hast du denn da für komische Karotten besorgt? Und dann hört man ja, was weiß ich, wie viel Zentner Kartoffeln sich irgendjemand im Dorf eingekellert hat zur Sicherheit. da merkt man schon, dass auch selbst auf dem Land plötzlich ... Wobei das ja so weit weg ist, wenn man mal sieht, Paris ist so weit weg. Und dann plötzlich auf dem Land auch schon diese Ängste entstehen. Gottes Willen, was kommt da auf uns zu? Diese ganze Veränderung. ich finde, natürlich kann man auch sagen, so ein Kontrast von, wie du es gesagt hast, Daniel, einsame Nudeln auf dem Teller. So das Minimum an Trost, könnte man ja auch sagen. Ich pick da so ein bisschen. Und dann eben dieses extrem schwere, deftige Essen, das da kommt. ⁓

Lars: Mhm.

Johannes Quirin: Und das Zusammenkommen, wie du es auch, Lars, beschrieben hast, der Familie und natürlich auch, man spürt ja, dass da was drüber schwebt über diesem Ganzen. Es wird zwar fröhlich diskutiert. Der Bruder, Korrespondent der Le Monde in London erzählt natürlich hier was. Es ist natürlich auch bisschen gezwungen. Es geht da Politik, die alte Schule, Endeffekt der Gualismus. ist da in der Diskussion und da spricht man so. Aber man spürt, dass eigentlich, und das kommt ja dann auch am Ende des Malts, Essens schon raus, es geht darum, letzten Endes, wer kriegt was von diesem Erbe ab. Und da wird ja schon diskutiert, wie teilen wir uns das auf und wie gehen wir da vor und und und. Und es ist halt, wie ich finde, merkt man dann auch, das Essen ist ja dann auch plötzlich irgendwie vorbei. Also man kann auch sagen, okay, wenn ... keine gute Atmosphäre am Tisch herrscht, dann schmeckt auch einfach das Top-Essen, was da auf dem Tisch ist, nicht. Und das ist im Endeffekt schon irgendwie sehr, schade, weil es ist irrsinnig viel aufgefahren worden. Es ist stilvoll gedeckt. Man hat alles schön rausgeputzt und dann ist der Familienstreit da. Und das Essen ist eigentlich zur Nebensache geworden, was so als verbindendes Ritual Du hast es ja auch so beschrieben, dass einfach da was Tolles ist in der Gemeinschaft.

Lars: Was es auch rettet allerdings, die Leute würden nicht zusammen kommen oder sie würden sehr schnell wieder auch gehen, wenn es dann kein Essen gäbe in so einer Situation. Also es hat eben genau diese vergemeinschaftene Funktion kann man hier sagen. Es bringt die Familie zusammen, es hält sie zusammen. Es ist vielleicht auch eine Art von so soll sagen, Schadensersatz. all den, wenn wir schon irgendwie hier sozusagen unschöne Sachen verhandeln müssen und über so banale Sachen wie Geld und wer erbt was und so weiter, wenn das zum Schluss natürlich auch irgendwie eine Rolle spielt, dann, das ist natürlich schwierig für Familien, obwohl sie ja ökonomische Einheiten sind, sich auf Ökonomische Einheiten selber zu reduzieren im Selbstverständnis ist schier unmöglich und deswegen machen wir auch diese ganze Gefühls- und Essens- und Ritualklamotte, die da ja mitläuft. Die kaschiert ja auch ein bisschen die ökonomischen Zusammenhänge und die Abhängigkeiten und die Leistungen, die wir voneinander sozusagen in Familien empfangen.

Daniel: Für mich war das Essen, auch gerade das erste gemeinsame Mittagessen, aus genusssoziologischer Perspektive, wie wir hier Podcast betreiben, eigentlich sehr ernüchternd, fast schon in Täuschung. Ich dachte, das ist so ein tolles Essen, mir lief wirklich an vielen Punkten das Wasser im Mund zusammen und sie haben das Essen eigentlich überhaupt nicht gewürdigt, sondern es war halt so das Ritual, das man so pflegen muss. Für mich war es vielleicht auch etwas, wo ich sage, es ändert mich an, es kommt aus der Vergangenheit, wo diese Landadel natürlich zu bestimmte Esskultur und Kochkunst entwickelt hat. jetzt hier in sehr rational bürgerlichen Situation, wo es ⁓ Verteidigungsfragen geht, da wird das nicht mehr gewertigiert. ist die Basis, da ist. Vielleicht hilft es noch, dass es nicht komplett eskaliert, weil alle gesättigt sind und bisschen Genuss haben, aber es spielt keine richtige Rolle. So wird es nicht erhalten werden. Verteilungskampf kann man sich nicht auf die Genüsse einlassen, wenn sie lange tradiert worden sind. Das würde sich so nicht dauerhaft fortpflanzen. Interessant ist, dass dann noch eine dritte Frau auftaucht, nämlich die Frau von dem Le Mans Reporter. Das ist die moderne, urbane Frau. Sie hat keinen Rationalitätsdruck unter der krassen Selbstkontrolle, sondern genießt. Die ältere Tochter ein wie man Martini 3 mixt. Weißt du, wie man das macht? Nein, weißt du nicht? Ich zeig dir das mal. interessant. Das finde ich auch ein interessantes Ritual, um zu zeigen, diese Tochter steht schon in der Schwelle zum Erwachsenen werden. Wenn das zwei jüngere Kinder sind, würde sie das nicht zeigen. Aber die hier ist schon, das wird auch mit Zug auf ihr aussehen, manchmal so thematisiert, die ist gerade an der Schwelle, jetzt ist sie Frau zu werden. Das Mixen eines alkoholischen Getränks ist so ein erster Schritt in die Richtung. Das zeigt eben diese... Und sie ist ja auch aus Lust. Da sagt Milo, dass eine Frau, die isst, etwas Schönes Sie kann sich auf diesen Genuss einlassen. Sie ist zwar völlig unproduktiv, aber sie kann so konsumieren. Sie kann das genießen, was an Ressourcen da ist, ohne sie zu reproduzieren.

Lars: Mhm.

Johannes Quirin: Ich denke, es auch wichtig ist, es Menschen gibt, essen, es gekocht hat.

Daniel: So ging es mit Valerian bei Lars. Der kam auch so vorbei

Lars: Hahaha!

Daniel: und hat gegessen.

Johannes Quirin: Ja, also das ist ja wirklich so eine Lebefrau. Da merkt man ja auch irgendwo, der ist ja sehr intellektuell hier, der Journalist. Aber sie, wie sie jetzt da zusammengefunden haben, auf welcher Ebene ist mir manchmal da auch so schleierhaft, weil jeder so bisschen seinen eigenen Weg hergeht. Vielleicht ist das auch schon die moderne Art einer Ehe und Beziehung. Also das kann ja auch sehr gut sein. Sie genießt und der Milou hat ja auch einen Auge auf sie geworfen, direkt von Anfang an. Das hat man ja schon gemerkt. Es ist aber auch das, was du gesagt hast, Daniel, diese Sinnlichkeit beim Essen. Mir persönlich geht es auch so, muss ich ehrlich sagen, ich finde es auch gut, wenn meine Partnerin isst und nicht irgendwie lustlos ... in einem Salat stochert. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich könnte mit so einer Person nicht zusammen sein, weil ich jemand bin, der leidenschaftlich gerne kocht, aber auch isst und genießt. Und klar, wenn fasten, dann fasten, und wenn feiern, dann feiern. Das spricht ja nichts dagegen. Aber der Punkt ist halt, wenn jemand keine Leidenschaft oder keinen Genuss, keinen Spaß am Essen mit sich bringt, Das ist für mich schon irgendwo so ein Karo-Kriterium, weil es für mich doch was Wichtiges ist. Und sei es auch nur das gute, selbstgebackene oder nicht mal selbstgebackene, sondern ein schönes Sauerteigbrot, frisch aufgeschnitten, gute Butter drauf, ein bisschen Schnittlauch und da herrlich reinbeißen. So was liebe ich. Und wenn dann jemand, Gottes Willen, kein dies, kein das, dann wird es schon schwierig. Für mich persönlich. Und da merkt man halt hier bei diesem Lebemann, bei Milou, ich wollte schon immer Filou sagen, hat auch so ein bisschen was von einem Filou, der liebe Milou. Der liebe Milou merkt man halt, dass er so ein Lebemann ist und einfach das Leben genießt, der da irgendwie auf diesem Weingut gefangen ist, aber trotzdem die Zeit einfach genießt mit all dem, was die Natur so hergibt. Das sieht man ja dann auch. in der Vorbereitung quasi aufs nächste Essen, dass er einfach so Naturbursche ist und da so halb nackt in einen Weier oder in Fluss reingeht. Ich habe zuerst gedacht, was will er denn da, was macht er denn da? Und als er dann mit Gräbsen an seinen Fingern rauskam, weil sie menschliches Fleisch lieben, dann habe ich gedacht, aha, sehr interessant. Also er opfert sich auf, damit er da hier Gräbser aus dem Teich gefischt hat. Und da merkt man halt, er weiß schon, was gut ist, was lecker ist und was einfach auch für Leib und Seele gut ist. Er hat ja nur am Anfang eigentlich diese traurige Sekunde oder Minute oder vielleicht Nacht, ja. Aber sonst ist er immer ein sehr lebensfroher, lebensbejahender Mensch, trotz all dem, was da irgendwie ihm rum passiert. Er kriegt ja auch mit, dass dann die Erbstreitigkeiten anfangen und das Seine Tochter ist schon bisschen vorher unterwegs und sammelt das eine oder andere ein. Aber er hat da eine Positivität und lebt einfach. Er bekleckert sich als Einziger am Tisch beim Essen. Das sind alles solche Dinge, die ihn einfach so zeichnen. Für ihn ist ja wichtig, das hört man ja auch aus. Er will ja dort bleiben, es soll nicht verkauft werden, weil das sein Reich ist, sein Lebensmittelpunkt, sein Leben.

Lars: Ahem.

Johannes Quirin: wo er tatsächlich diese Selbstversorgung, diese Unabhängigkeit von anderen tatsächlich da einfach angehen kann.

Lars: Ich denke auch, dass das der Punkt ist. Ich glaube nicht, dass er Gefangener dieses Hauses ist. Sondern er ist das Haus, ist der Boden, er ist dieses Territorium. Er verkörpert das. Und das ist ja auch der Grundkonflikt, dass er hier bleiben möchte und die Familie schaut, können wir das überhaupt finanzieren? Wer sorgt sich denn dich? Und so weiter, wenn Mutter nicht mehr da ist. Und er aber eigentlich sozusagen dieses Stück Land verkörpert. Letztlich ist er diese Krepse. Er ist dieser Fluss, der Bienenstock und der Kirschbaum und so weiter, an dem die Kirsche gepflegt werden. Der ist so untrennbar mit diesem Land verbunden oder mit diesem Haus verbunden. Und das macht ihn, glaube ich, eben... Und das ist so die Kontrastfolie, vor dem diese anderen Figuren auch erzählt werden. Ja, die sind alle Genuss. Der Großteil ist zumindest genussfähig. Aber sie haben alle irgendwie ein anderes Verhältnis zu diesem Haus. haben anderes zum Essen und anderes Verhältnis zu dem, was das Essen mit der Familie macht. Das heißt nicht, dass die sozusagen davon abgekoppelt sind, aber sie stehen in einer Spannung dazu.

Daniel: Er ist ja der Lebensproduktion mit eingebunden. Er kann diese Krebs fangen und regt sich am Ende des Films ganz furchtbar auf, als er der Fluss vergiftet wird von einem der Industriellen und das ganze Ökosystem tot ist. Auf der anderen Seite sehe ich ihn aber auch als jemand, natürlich... Er eigentlich schon ein Form der Fillo, der gemütliche Beharrende Er ist sehr strukturkonservativ, weil er nicht rauskommt und sich das vorstellen kann. einen Wein- und Spaziergang durch die Landschaft und hält auf die Freiheit des Arbeiters eine Lobrede. Während sie so lange gehen, schüppt der wirkliche Arbeiter das Grab für die Oma aus. Das eine tolle Erzählfigur, denn langfristig wird das Grab schon geschaufelt. Das muss er nicht machen, das erledigt jemand anderes für ihn. Dieser Film diese Ordnung, die sich überlebt. weil diejenigen, die am Ende dieser Familie sitzen, nicht in der Lage sind, zu erhalten. Den Lebensstil, den sie pflegen, können sie von Bienen Flusskrebsen nicht halten. Das ein anderes Level von Naturburschenhaftigkeit, die man da ins Auge fassen müsste.

Lars: Er ist ja doch auch Herrschaft.

Daniel: Ja, genau.

Lars: Also würde ich jetzt sozusagen sagen, er verkörpert Herrschaft an dem Moment. Ja, ja.

Daniel: Das sieht man auch im Essen. Wer sitzt mit am Tisch? Die beiden Dienstboten sitzen ja nicht mit am Tisch. Die Dienstmarkter, die geliebte Angestellte, darf ja dann die Schurze erst ablegen und mit Partizipierenden Essgemeinschaften als ein Klasse erbt ein Viertel des Vermögens. Sie ist zwar nicht Familie, aber sie ist jetzt Teil der bürgerlichen Gesellschaft. Das ist auch noch mal ein Unterschied. Aber da kommt sie so dazu.

Johannes Quirin: Ja, dazu stoßen ist vielleicht auch ein gutes Stichwort. Es kommt ja auch noch mal ein weiterer Protagonist dazu, der Sohn des Journalisten. Kommt ja doch noch aus Paris, der da studiert, mit einem Tomaten-Lasterfahrer. Weil das ist ja auch ganz spannend, die Tomaten aus Spanien, der Großmarkt in Paris dazu. Also was macht er? Er fährt halt mit seinen Tomaten weiter und nimmt diesen Sohn mit, der ja schon auch ...

Daniel: Das stimmt jetzt.

Johannes Quirin: revolutionär ist im Endeffekt. Da prallen nämlich dann auch plötzlich die Generationen so aufeinander und Diskussionen werden doch auch etwas politischer und auch etwas schärfer, unabhängig davon, dass man sich ja da schon auch so geeinigt hat, wie was aufgeteilt wird, weil dann auch verlesen worden ist, wer was erbt und so weiter und so fort. Aber man spürt, dass da plötzlich halt auch eine Veränderung eintritt. in der Gruppe, seit er dann da ist. Die Diskussionen sind jetzt nicht mehr so von gestern, sondern sie gehen eher in Richtung des Morgens. Was ist mit der Revolution? Was wird sich verändern? Was wird das auch für uns bedeuten und für jeden Einzelnen? Ich denke, da macht sich jeder so seine Gedanken. Klar, verhaftet bleibt da jeder so in seinen Punkten. Und da fällt mir auch immer noch mal so ein, Milou, der will einfach scheinbar so, dass alles da bleibt. Deswegen sagt er ja auch zu seiner Tochter, Denkt bitte dran, Essig, Krebse. Denkt an den Essig, der da rein gehört. Der will einfach alles so haben und so lassen, wie es halt ist. Weil er so gewohnt ist, weil er es liebt, weil er es mag. Weil er vielleicht auch gar nicht anders kann und möchte. Da spürt man halt einfach, dass sich da so Stück für Stück auch irgendwie was verändert. Diese Krebse werden ja mit den Fingern gegessen. Es wird ja auch dann plötzlich ganz anders gegessen. Als man das vorher noch so steif mit Messer und Gabel klar, da wurde vielleicht auch schon mal der Markknochen ein bisschen ausgeschlürft, aber eher ausgekratzt. Und hier wird wirklich deftig, heftig, zack, zack, zack, die Gräbser auseinandergerissen und mit den Fingern einfach dann auch gegessen. Und da spürt man auch, dass da so, ja, sich irgendwo was verschiebt. Weil vielleicht auch der eine oder andere denkt, poh Keine Ahnung, wie es weitergeht, was jetzt hier passiert. Die Revolution, hat auch keiner dran gedacht und und. Und plötzlich war sie da. Und was wird mit uns passieren? Also was machen wir? Wir genießen irgendwie das Leben mit so einem schönen Essen aus der Vergangenheit, wenn man das so nimmt, weil es ja nach dem Rezept der Mutter, der Großmutter gemacht worden ist. Und dann in der Gemeinschaft, trotz dass man da verschiedene Positionen hat. ist man aber gemeinschaftlich hier zack, zack, zack die die Gräbse, während man fleißig diskutiert. Also das ist auch ein Unterschied zu dem ersten Essen, wo diskutiert wird, wo man dann aber das Essen einfach stehen lässt, weil einfach da so irgendwo was drüber schwebt. Aber vielleicht hat es auch damit zu tun, dass jetzt schon klarer ist, wie die Verhältnisse nachher beim Erbe sind. Wer weiß.

Daniel: Das ist auf jeden Fall etwas archaisches. Das Essen wird den Fingern mehr geschmatzet. Man kann es mit den Händen aufbrechen und rausholen. Es ist auch nicht so großes Distinktions-Unterscheidungspotenzial. dass das nicht allzu sehr meine persönliche Distinktion gegenüber dem Arbeiten nennt. Und gleichzeitig bringt er diese besondere Produkte mit, nämlich Tomaten. Was ich auch in diesem Film toll eingebettet finde, dass er einen riesigen Vorrat hat. Und die Tomaten sind auch exemplarisch dafür, rotes Produkt. Zum einen als Zeichen für die Revolution.

Daniel: Es ist eben das Produkt, das dazu passt. Und dann sind Tomaten ja auch, sie sind ja dann auch nicht nur im Bezug auf ihren Gemeingut. Was für dieses Milieu noch wichtiger ist, dass sie jetzt in Richtung freier Liebe gehen. Dass sie endlich ihre Sexualität aufbrechen können. Das klappt ja nicht so richtig. Sie kommen ja höchstens in einen Ansatz, dass es in Richtung Swingerclub geht und keinesfalls in Richtung neues, progressives Verständnis von Liebesbeziehungen, von Romantik oder sowas. Aber dann sind es ja Tomaten, auch als Paradiesäpfel oder als Liebesäpfel, wie sie heißen. Dass dieser Tracker sich relativ schnell einfügt und den Kommunismus mitlebt und die dann alle verschenkt. Die Tomaten werden rausgegeben und er sagt, nimm die, nimm die und tauscht ein bisschen ein. Aber er wirklich jemand, der sowas zu erteilen hat und das auch wirklich sehr großherzig macht. Obwohl er nicht so verkopft ist wie der Student aus der Stadt, ist er jemand, der sich auf dieses Experiment relativ schnell einlässt und das ganz besondere Leben zum Beispiel mit Tomaten. Das fügt sich als Symbolprodukt in die kulinarische Szene gut ein.

Johannes Quirin: Auf alle Fälle diese Tomatenzähne mit dem Verteilen, aber auch, dass dann plötzlich halt mit dieser ganzen Fülle irgendwas in der Küche gezaubert wird. Sei es gefüllte Tomaten oder sei es irgendwelche Kischs, die dann belegt werden mit Tomaten. Also da passiert ja auch plötzlich was. Und es ist tatsächlich auch so diese zunehmende Erotik, die da so eine Steigerung langsam in so eine Steigerung kommt, so muss ich sagen. Sobald er den Raum betritt an diesem Abend mit dem Lkw, wo er dann schon sagt, eine hübsche Dame, noch eine zweite schöne Dame, eine dritte, da fühle ich mich wunderbar. Das wird ja auch Stück für Stück in diesen nächsten Tagen weitergeführt, wo man dann eben, wie du es gerade gesagt hast, kommunenmäßig, Swinger-Club-mäßig, so leichte Tendenzen spürbar sind, die da im Raum. vibrieren, aber es doch nicht zu 100 Prozent irgendwie dazu kommt. Wobei, ja klar, Pärchen wechselt dich. Die Freundin, also diese lesbische Beziehung, driftet ja auseinander und sie schließt sich ja da auch dann dem Sohn, dem Studenten, also der Sohn des Journalisten, dem Studenten an und sie bandeln da an und plötzlich ist dann eben die Cousine da wieder alleine. Und was sich auch verändert, ist eben das Essen. Man macht hier so plötzlich richtig Ländliches. Traditionelles, würde ich vielleicht auch sagen, was für die Provence so traditionell ist. Es wird geknetet, wird da diese Kischt gemacht, gesagt Tomaten gefüllt und überbacken und und und. Und man schafft alles raus, draußen ein Picknick zu machen, wo dann auch die Haushälterin, die ja dann mittlerweile zum Clan gehört, wenn man das so nimmt, dann auch ja mit dabei ist. Und man da hier einfach draußen das Leben, die Landpartie, die gepflegte Landpartie, einfach genießt und zeigt, was man da hat. Wie man es auch früher gemacht hat. Man ist ja dann auch rausgegangen. Die vornehmenden Herren sind ja auch rausgegangen, haben eine Picknickdecke aufgeschlagen und haben dort dann mit einem Schirmchen oder so gesessen. Hier ist es etwas ländlicher, man sitzt unterm Baum. Nichtsdestotrotz muss ja dann auch immer noch mal Wein ran geschafft werden und, und, und oder ... eben auch dieser Spaziergang über die Länder rein, wo dann fabuliert wird, wie schön eigentlich diese Revolution ist, dass jeder gleich wird und so weiter und so fort, so ungefähr. Aber man merkt halt, es liegt schon wieder was mehr in der Luft. Es wird geflirtet. Es könnte fast Frühling sein, so wie manche sich da benehmen. Und dieses bürgerliche, dieses aristokratische, dieser Landadel, Das lockert sich immer mehr. Milou ist ja sowieso schon etwas locker von Anfang an, obwohl er irgendwie da so dieses verarmte Landadel mit sich zieht und wahrscheinlich auch so bisschen danach riecht. Aber das Ganze lockert sich und verändert sich halt auch, weil die vermeidliche Revolution ja auch immer ein Stückchen weiter näher rückt.

Daniel: Es ist eine langsame Transformation von alten Werten. Sie haben das Gefühl, die Welt verändert sich, obwohl sie davon nichts mitbekommen. Alles was sie mitbekommen ist die Radioansagen. Einmal ziehen da so paar Gymnasiasten durch die Gegend. Die der örtliche Pfarrer angestiftet, das Gymnasium in Gegewara zu Das ist keine richtige Revolution, das sind Buben, eine Fahnen schwenken. Ansonsten ist das für die nur ein Radio-Setting. Und dass die Totengräber nicht arbeiten. Der Staat, der angeblich wird auch dem ganzen Film witzig durch Totengräber. Sobald aktiv werden, beerdigen sie nur die Revolution, sondern auch die Großmutter. Das ist eine Ausbruchform von Essen, mit den Liebesspielen. Das eine bürgerliche Form des Ausbruchs in der Natur. Aber die Natur ist eigentlich da Kulisse. Man ist nicht wirklich im Struggle mit der Natur. Sondern man setzt sich da auf einer schönen Decke hin und hat alles dabei im Körbchen und viele Speisen, die man angepflanzt hat. Und das ist natürlich schön. Gerade Mai, wer kennt das nicht? Das ist unser bürgerliches Lebensgefühl. Aber das ist eben keine Revolution, muss man auch ganz klar sagen. Sobald es dann regnet, kann man wieder reingehen. Oder man kann sich da noch was holen, wenn man nicht mehr genug hat. Und so ist es mit den Liebesspielen. Das ist das, die klassische katholische Ehe fürs Leben, die auch schon durch Liebschaften unterlaufen wird. Die hat sich heute erledigt und es gibt Lebensabschnittspartnerschaften. Oder gibt diese Ausbrüche in bestimmten Oasen, wo man das machen kann, aber dann geht man wieder nach Hause und ist dann trotzdem wieder einer Einkommens-Haushaltsgemeinschaft. Das sind die Ausbrüche, hier gezeigt werden. Man kann das Essen auch lockerer weg von dieser herkömmlichen Steifen-Tischgemeinschaft. Aber es ist ein Spiel, ein Austesten des Genussspektrums. Und da bietet sich dieser Zeitraum mal an, ohne das auf Dauer stellen zu können.

Lars: Ich möchte mich jetzt nicht mit Daniel streiten, aber statistisch bleiben die... Also ich denke schon, man muss den Film... Also der Film ist ja 1990, Ende der 80er entstanden, 1990 veröffentlicht worden, der sozusagen auf die 68er zurückblickt. Und das sozusagen auch mit einem Blick macht, der jetzt sozusagen die...

Daniel: Du wolltest nicht immer mit mir streiten.

Lars: Modernisierung der Familie oder Individualisierung der Familie und so weiter natürlich auch thematisiert. Und auch sozusagen die Durchmischung der Klassen. Also wenn man sich das jetzt anschaut, ungefähr zum selben Zeitpunkt haben wir in Deutschland Diskussionen darum, sozusagen wir jenseitsverstanden Klasse leben, dass wir also unsere eigenen Wege gehen müssen, dass wir uns unsere eigenen Wege und Entscheidungen begründen müssen, sehr stark und dass wir uns sozusagen, wenn wir uns auf traditionelle Familienmuster oder auf traditionelle Rituale berufen, dass wir das dann auch begründen müssen und dass das nicht mehr selbstverständlich ist, so dass es zum selben Zeitpunkt ungefähr was in der Soziologie passiert in Deutschland. Und ich glaube, der Film macht so eine ganz ähnliche Wolte und sagt, die alten Herrschaftssysteme funktionieren nicht mehr. Es kommt sozusagen zu so einer Öffnung hin zu neuen Versuchen. Wir wissen ja, was auf die 68er folgt, also wie die 70er Jahre sind, was da sozusagen auch an an Liberalisierung im Großen und Ganzen ja dann auch noch folgen wird. Das ist ja jetzt noch nicht da so. Aber so ein Gespür, das landet so langsam auf dem Land und das sozusagen der Staat oder das sozusagen die Revolution und so weiter, ob die jetzt kommt oder nicht kommt, ist die eine Frage, dass das aber sozusagen sich unterschiedlich für verschiedene Bevölkerungsgruppen darstellt, ist, glaube ich, auch noch mal so ein Punkt. Also, die findet nicht gleichzeitig überall statt. Und es ist sozusagen für bestimmte Gruppen relevanter als für andere. Und wenn sie dann an andere Gruppen herankommt, die damit eigentlich wenig zu tun haben, dann kann man sich das irgendwie so auch vorstellen, dass dann die Herrschaft sagt, das Arbeiterleben ist doch eigentlich ganz schön. Und dann diese etwas romantisierenden Verklärungen dann eben auch stattfinden und das dann eben auch in einer solchen Art und Weise inszeniert wird. Also ich muss mich gar nicht, also ich weiß gar nicht, wo jetzt dieser Streitpunkt war. Ich glaube, der Punkt ist, Der Punkt ist, Meines achten zu ruft der film genau diesen umschlagspunkt zu zeigen wo plötzlich sachen möglich werden die leute aber sozusagen noch gebunden sind und jetzt sozusagen angesichts wie sie agieren im angesichts einer drohenden Entstrukturierung destrukturierung neuordnung von gesellschaft die sich ja dann doch irgendwie hat lange hat auf sich warten lassen und vermutlich immer noch nicht eingetreten ist und sich ja sozusagen auf verschiedenen Ebenen unterschiedlich schnell vollzogen hat. Denn die Familienstrukturen sind größtenteils immer noch konservativ, wenn man sich das im Großen und Ganzen anschaut. Die Kinder, 85 Prozent der Kinder wachsen ungefähr mit beiden leiblichen Eltern auf. Die lassen sich dann später trennen, ja, entscheiden, das ist auch klar. Aber im ganz Großen und Ganzen ist die deutsche Gesellschaft zum Beispiel ja immer noch sehr, sehr strukturkonservativ. was diesen Bereich betrifft.

Daniel: Für mich ist die Fortsetzung von Das große Fressen nicht nur durch die Figur von Michel Piccoli Das der sich mit dem zu Tode pupsen Es spielt in einer ähnlichen Zeit. Der Film ist 1990 gedreht.

Lars: Mhm. Daniel (1:00:06) Da ist eine Idee drin, wie die bürgerliche Ordnung zusammenbrechen könnte durch das wirklich revolutionäre Essen. Das den Genuss so stark in den Vordergrund stellt, dass man daran zugrunde geht. Da lehnen sich diese vier auf und sterben in ihrem Vorhaben, den Genuss wirklich zu praktizieren, freie Liebe zu praktizieren. tun sie eben, das große Fressen. Dann geht aber diese Welt unter. Die vier sterben. Dann muss es im Schluss sein. Dann weiß man nicht, wie es weitergehen würde. ⁓ Die Comilien Mai ist im Grunde genommen ein Blick auf diese Zeit zurück, dass es diese Feeling, die Diskussionen und den Vibe Sicherlich ist da etwas angestoßen worden, aber hat eben Revolution gegeben. Es hat eine Transformation gegeben. Die Sätze in verschiedenen Milieus unterschiedlich durch. Das nur symbolisch. Reinhold Grebe, dieser Musiker, singt da manchmal ganz schön darüber. Er sagt, wir sind doch ganz anders als unsere Eltern, die hätten doch rohen Fisch in Algen niemals gegessen. Da sieht man, wie sich die Welt verändert hat. Natürlich, das stimmt, es verändert sich ja was. ist ein Wandel drin. Beziehungsmuster haben sich verändert. Das Katholische ist erodiert. Keine Frage, aber es ist dann doch letztlich so, dass viele Dinge... Das ist nicht nur ein Wummbiss, sondern auch eine Überzeugungskraft. Das ist eine Beobachtung, wie Wandel vollzieht, was möglich ist, aber sich dann auch nicht durchsetzt. Das wird ja ganz oft in den Essenspunkten durchthematisiert. Auch natürlich wie das Bürgertum in die Krise kommt, in die Verzweiflung gerät. Nur weil sie dann abends eine Nacht draußen verbringen da fällt ja Strom aus. Da kommen zwei Leute, die Panik und Unruh stiften, die ja Verschwörungstheorien verbreiten. Dann rennen alle los. Auch da haben sie am Anfang ganz viel zu essen dabei. Die Lammkeule, die dort eingepackt hat, die aber nur für sieben bis acht Leute reicht. Für mehr reicht die eben nicht, sagt dann diese industriellen Frau. Sie ist da skeptisch, dass überhaupt geteilt wird. Da kommen schon die ersten Reaktionäre, die Konterrevolutionäre richtig rein. Dann hauen sie mal vor Angst ab, vor so Weitarbeitern und lassen alles essen liegen. Eine Nacht, mehrere Stunden, wo sie nichts zu essen haben und da sprechen sie schon mal Karnivalismus, der jetzt vielleicht ausbrechen könnte. Die bürgerliche Ordnung bricht zusammen, die Welt geht unter, die Versorgungsstrukturen funktionieren irgendwie, also in Berlin waren sie jetzt ein paar Tage nicht am Laufen, aber da funktionieren sie ein paar Stunden nicht und schon ist das Drama groß und man sehnt sich die Normalität zurück, verteufelt die Revolutionäre und ist dann super dankbar, morgens dann doch wieder das Dienstpersonal auftaucht und einen Korb mit Leckereien dabei hat. Und mit den ersten Happen landet man auch wieder in Normalität. Der Alltag geht seinen großen Gang. Man hat jetzt mal diese Phase durchlebt. das würde ganz andere Typen erfordern, wie wir sie als große Fressen kennen. Aber hier in diesem Film jetzt tatsächlich doch nicht kennenlernen werden. Johannes Quirin (1:03:41) Ja, es ist ja, nochmal gerade da zurückzukommen. Ja, klar, verändern sich viele Dinge. Aber es ist ja auch schön, wenn bestehende oder wenn bestimmte Dinge einfach als konstante bestehen bleiben. Es gibt ja auch eine gewisse Sicherheit. Ja, wenn sich zu viel verändert, dann muss man sich auch so auf so vieles Neues einstellen und man muss Anpassungsfähigkeit zeigen. Ja, das sieht man hier vielleicht auch manche. können das besser als andere und andere wiederum verzweifeln da fast dabei. Also man sieht ja schon, dass da so Ansätze da sind, aber eben diese komplette Befreiung von all den Konventionen, die da jeder Einzelne unterlegen ist in seiner Art und Weise, in seiner Person, in seinem Menschsein, das schafft er nie. Schafft er nur ganz kurz. Das heißt, mit der Liebe lei auf dem Heuboden. wo man nicht weiß wie weit ist das gegangen bis hin eben dazu dass der joint kreist und dann auf der picnic decke und dann merkt man halt einfach auch ja irgendwo bröckelt das alles und man wird irgendwie gleicher auch das ist ja auch so ein bisschen zumindestens zu spüren klar nur die nur die oberen Flüchten in diese Höhle. Aber auch da wird man ja irgendwie auf eine Ebene gleichgestellt. das Essen bringt irgendwie immer alle zusammen, egal auf der Picknickdecke oder eben in der Flucht. Man hat dann trotzdem, ganz wichtig, Wein und Lebensmittel mit dabei. wie du sagst, diese Nacht, zährt an allen. Und man hat dann so ... Schwierigkeiten, überlebt man das überhaupt oder wo geht es hin. Auch wenn man feststellt, war nur Waldarbeit, ach egal, das ist trotzdem gefährlich. Es wird einfach irgendwie geflüchtet. Angst vor Veränderung vielleicht auch. Man zieht sich da in diese Höhle zurück, lässt sogar das Wesentliche, das Wichtigste, tolle Essen und Picknick vor Angst da liegen. Am nächsten Morgen hat man auch so bisschen den Kater danach. Nach diesen ganzen Tagen. Weil dann folgt ja halt auch die Beerdigung. Lars (1:06:11) es ist natürlich auch ein Spiel mit der Idee des Kommunismus als Schreckgespenst, also ein Gespenst geht um in Europa, das sozusagen von der Ferne her immer droht oder sozusagen die Bürgerschaft oder die Herrschaften in Angst und Schrecken versetzt, wenn sie denn tatsächlich da ist und so weiter. Also auch das ist nochmal so ein Spiel mit dem, mit der mit der Heimsuchung durch eine drohende Neuordnung. Genau, was vielleicht noch. Daniel (1:06:39) Ja, es gibt auch viele Szenen, die man so besprechen könnte oder wo man sagen könnte, die machen diesen Film den Charme auch aus. Also auch wo so Kleinigkeiten vielleicht auch eine Rolle spielen. Es gibt, wenn die abends noch bevor sie da aufbrechen müssen in die Nacht, weil sie Angst bekommen, da machen sie ja noch mal so eine Polonaise durch das Haus und trinken dabei Champagner und rasten so richtig aus. Das fand ich auch... So schön, weil auch auf Kindheit das so schön dargestellt wird. Dann tauchen die Erwachsenen unten auf, oben an der Treppe die Kinder auf und die ganz Kleinen und schauen sich das an und denken, was machen die Eltern da. Das ist so eine Verkehrung der Welt in diesem Moment. Dass sonst immer die Eltern sagen, ihr sollt ruhig sein in der Nacht und euch benehmen. Und hier machen es dann auf einmal die Eltern umgedreht. Das ist auch eine realistische Sache. Wie oft sagen Eltern das jetzt zu ihren Kindern und sagen, Wenn deren Freunde da sind, sollen sie nicht so einen Radau machen. Wenn ihre eigenen Freunde da sind, machen Eltern selber Radau. Dieser Film zeigt das ganz schön, wie diese Lockerheit, aber gleichzeitig, mit Champagner gekrönt wird, den dann alle miteinander trinken. Das zeigt, so lebendig in diesem Film immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Aber auch den Humor des Films finde ich einfach an so vielen Punkten on point. Der Film transportiert diese Atmosphäre aus meiner Perspektive gut. So ein bisschen wären wir schon beim Fazit. Johannes Quirin (1:08:15) Mhm. Daniel (1:08:15) Lars, was würdest nach dem Re-Watch sagen, du so viele Gänge vergeben würdest? Wir vergeben immer vier Gänge, wie viele Gänge würdest du diesen Film geben? Lars (1:08:32) Also ich denke schon genau an dem Punkt, dass er eine Erzählung anbietet dafür, wie sozusagen Traditionen und Moderne an einem gewissen Zeitpunkt zusammenkommen und da Möglichkeiten rollen entstehen, die aber dann doch nicht richtig genutzt werden, auf Köln, das ist so der eine Punkt, wie sehr eben Essen Auf der anderen Seite spielt hier eine Rolle, in der Inszenierung dieser Gemeinschaften, der Familie, aber auch sozusagen der Gemeinschaft mit den Mitflüchtenden, also dieser großindustriellen Familie, die da noch dazukommt. Es ist auch ein, finde ich... Ich gerade mit Blick darauf, wie das Verhältnis zur Natur versucht wird zu fassen über das Essen und über die Nahrungsproduktion und Nahrungszubereitung und den Konsum, finde ich auch noch mal einen sehr schönen Film. Und als Gänge habe ich jetzt verstanden... sozusagen wie umfangreich das mal ist oder wie oponent das mal ist ich würde ihm vermutlich Drei Gänge und einer muss Bosch geben. Daniel (1:10:01) Das ist sehr großes Mal. Johannes, konnte dich der Film diesmal auch ein wenig mitnehmen? Ist dein Genussempfinden befriedigt worden? Johannes Quirin (1:10:18) Grundsätzlich auf alle Fälle. Der Tisch war ja immer reichlich gedeckt. mein Fazit zu Komödie im Mai. Der Film ist für mich wie ein Familientreffen, auf das man anfänglich eigentlich gar keine Lust hat. Weil am Anfang ist ja die Stimmung sehr eisig, jeder ist gierig und egoistisch. fragt sich eigentlich, warum tu ich mir das an? Und das kennt man ja auch. Gerade so, wenn man jetzt an Silvester und Weihnachten denkt, da kommt man ja auch zwangsläufig oftmals mit Menschen zusammen, mit denen man vielleicht nicht unbedingt immer gerne an einem Tisch setzt. Aber man merkt, und das ist auch die Realität, was passiert, wenn man plötzlich ein paar Gläser Wein und gutes Essen vor sich hat, dann taut so nach und nach diese Stimmung auf. Und die Masken fallen, plötzlich lacht man auch über die gleichen blöden Witze. Und das ist irgendwie auch schonungslos ehrlich, was dort in diesem Film dann passiert. Und ja, das Essen, ich blicke immer gerne aufs Essen in unseren Filmen, weil es mich auch interessiert. Und das ist hier wirklich schon so ein Kern. Es ist nicht nur Deko, sondern es charakterisiert da auch sehr viel. Man sieht eben, wie Melou ist. Der ist genussvoll, oftmals auch gierig. Und man weiß sofort, das ist halt so ein Lebenskünstler. Das Essen ist aber auch in diesem gesamten Film irgendwie so ein Katalysator. der Handlung, Langweile und Streit führen. Erst dann zum sinnlichen Krebs essen und danach dann eben bei der Tomatenschwemme gibt es dann so ein befreiendes Picknick, das dann so nach und nach irgendwie alle zusammenbringt. Und es ist dann auch so ein bisschen ein Spiegel der Gesellschaft, wie wir ja auch schon gehört haben. Ja, vom steifen bürgerlichen Tafeln mit Markknochen bis hin eben zu so einem anarchischen Picknick. wo jeder einfach nimmt und greift und ist und man sitzt da auf Augenhöhe miteinander und es gibt keinen, der einen bedient. Und da ist es auch schon, wer braucht das schon eine heile Welt, wenn er anstatt dessen eben so eine wunderbare chaotische Lebensfreude haben kann auf einer Piktiktecke. Und das ist das, was mich da sehr begeistert hat und deswegen komme ich hier von Auf vier gänge wenn man von diesen vier aus geht also ein volles menü ja Und wenn ich noch ein bisschen wenn noch ein bisschen mehr passiert wäre mit dem essen hätte ich vielleicht sogar noch irgendwie nachher ein digestiv obendrauf gegeben Daniel (1:12:50) Ich bin ja von den Socken, dass du einen Film von mir vier Gänge gibst. Da muss ich erstmal selber Schnaps nehmen, jetzt in mein eigenes Fazit zu kommen. kann ich ja jetzt gar nicht mehr toppen. Ich wollte jetzt so viele Sachen sagen, die ich an dem Film doch noch gut fand, nachdem du ihn kritisiert hast. hast du gar nicht so kritisiert. Also für mich ist es auch nach dem Re-Watch ein wirklich guter Film. Ich war überrascht, wie stark das Esther Präsent ist. Ich würde auch für mich jetzt nochmal sagen, Johannes Quirin (1:12:55) Ja! Haha. Daniel (1:13:17) hier Essen in verschiedenen Szenerien so schön gezeigt wird. Dann wird welche Funktionen das Essen einnimmt. Das Essen an einem Tisch, beim Picknick, das Essen draußen auf der Flucht. Auch die Szenerie mit dem Weinkeller, wo sie reingehen, hat stark erinnert an Sideways und Louis und die Kohlköpfe. Die Art der Fässer und wie sie den Wein trinken, das ist nah dran an Louis und die Kohlköpfe, aber es doch ein Tick schicker. Man kann Dinge, die wir in dem Film sehen, auch einordnen, wie wir es schon Filmen besprochen haben. ⁓ Die Vielfalt an Klassen, wie sie mit Essen umgehen, wie sie verschwenden, wie sie es horten, wie sie das Essen zubereiten, die Kleidung, sie dabei tragen. Die beiden Frauen tragen die Schürzen in der Küche. Welche Formen Schürzen sie tragen und wann sie die Schürze abnehmen können. sind so Kleinigkeiten, die im Essen eine Rolle spielen und die eine Auszeichnung geben über die Person und einen Einblick in das Milieu. Das ist guter der das Genuss empfindet. Ich hasse die Jugend, ich finde überhaupt nichts dran. guter Film, bei man viel bei Essen und Trinken lernen kann. Das Gespräch mit euch hat mir viele Aspekte eröffnet. Ich ihm jetzt vier Gänge nachdem ihm auch vier gegeben hast. Ich wollte ihm drei geben und ich glaube ich bleibe auch bei drei. Das war eine Stufe die wir so hatten. Eine hohe Wertung haben wir schon lange nicht mehr gegeben. Also muss man gesehen haben, man mehrfach sehen, kann man sich amüsieren. Macht einen Appetit finde ich und gleichzeitig ist es eine aufschlussreiche. Johannes Quirin (1:14:56) Hahaha Daniel (1:15:13) ⁓ Ich bedanke mich auf jeden Fall noch bei Lars, dass er uns heute mit seinen Perspektiven bereichert hat und mit seinem Input. Und dann bleibt eigentlich nur noch ein wichtiger Punkt, nämlich was besprechen wir das nächste Mal. Diesmal ist Johannes dran einen Film auszusuchen. Lars (1:15:24) Danke euch. Gerne. Johannes Quirin (1:15:31) Hm. Ja, das nächste Mal wird es wieder etwas anders. ist ja meistens so. Aber ich greife jetzt nicht in irgendwie was modernes, wie ich es ja auch schon mal gerne tue, sondern es ist auch ein echter Klassiker des schwarzen Humors. Ich habe es schon angedeutet. Ein bisschen angedeutet, aber ich glaube, Daniel, ich weiß nicht, ob du schon drauf gekommen bist. Ich sage mal schon mal, es ist gut, dass wir das nächste Mal keinen Gast. Dabei haben denn es würde irgendwie ein bisschen geschmacklos daherkommen wir sind zu zweit denn wir werden über den klassiker Delikatessen sprechen ein postapokalyptische Welt ein seltsames miethaus und ein metzger der seine ganz eigenen Zutaten hat und deswegen wäre es wahrscheinlich doch ein bisschen geschmacklos wenn wir uns auch einen gast einladen Daniel (1:16:28) Das ist sehr spannend und schön, dass an dem Punkt, wo es zur Krise kommt, der Nahrungsversorgung und ganz neue Speisen serviert werden. Ich bin gespannt, wie wir diesen Film besprechen werden. Johannes Quirin (1:16:37) In den Kino. Ja, und da bleibt eigentlich immer nur noch mal das, was ich immer am Ende sage. Denkt daran, manchmal sind die besten Geschichten die, die beim gemeinsamen Essen entstehen. Bis zum nächsten Mal bei Film und Fressen.

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