Folge 02: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber
Shownotes
In dieser Folge nehmen wir Peter Greenaways "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" unter die Lupe – ein visuelles Gesamtkunstwerk, das die dunklen Seiten der Esskultur schonungslos offenlegt. Wir diskutieren, wie Macht, Genuss und Gewalt im opulenten Setting eines Londoner Edelrestaurants aufeinanderprallen und warum der Film mit seiner Mischung aus Ästhetik, Ekel und Erotik bis heute nichts von seiner Sprengkraft verloren hat.
Gemeinsam analysieren wir die Symbolik von Farben, Kostümen und Kulinarik, beleuchten die brillanten Darstellerleistungen und stellen uns der Frage, was gutes Essen eigentlich ausmacht – und was passiert, wenn Kultur und Triebhaftigkeit kollidieren. Ein Gespräch voller überraschender Einsichten und emotionaler Achterbahnfahrten – für alle, die Kino mit Geschmack lieben und keine Angst vor Tabubrüchen haben.
Takeaways
- Der Film ist ein provokantes Meisterwerk über Macht und Kontrolle.
- Essen wird als Kunstform und Widerstand dargestellt.
- Die Charaktere sind komplex und vielschichtig.
- Machtspiele im Restaurant sind zentral für die Handlung.
- Die Fragilität der Hochkultur wird thematisiert.
- Kannibalismus wird als moralische Frage aufgeworfen.
- Der Film bleibt in seiner Botschaft offen und ambivalent.
- Die Ästhetik des Films ist außergewöhnlich und durchdacht.
- Emotionale Achterbahnfahrten sind Teil des Filmerlebnisses.
- Der Film regt zur Reflexion über Esskultur an.
Der Koch, der Dieb, seine Ehefrau und ihr Geliebter bei imdb Der Koch, der Dieb, seine Ehefrau und ihr Geliebter bei wikipedia Der Koch, der Dieb, seine Ehefrau und ihr Geliebter als DVD/Blue Ray
Peter Greenaway
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Greenaway
Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber
Helen Mirren
https://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Mirren
Michael Gambon
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Gambon
Tim Roth
https://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Roth
Jean-Paul Gaultier
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Paul_Gaultier
Christoph Klotter
https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Klotter
Kulinarisches Kino (Sammelband)
https://www.springer.com/de/book/9783531193642
Taste the Waste
https://www.tastethewaste.com/
Esther Kern
Vincent Klink
https://de.wikipedia.org/wiki/Vincent_Klink
Slow Food Messe Stuttgart
https://www.messe-stuttgart.de/slowfood/
Mehr Infos zu Dr. Daniel Kofahl unter: https://www.apek-consult.de/team/dr-daniel-kofahl/ - Kontakt: Kofahl@apek-consult.de
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Johannes Quirin: Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen und definitiv nicht jugendfreie Folge von Film und Fressen. Denn heute nehmen wir uns Peter Greenways visuelles Meisterwerk, der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber vor. Ein Film, der tja nicht jedermann schmeckt es wahrscheinlich, der aber auf jeden Fall 1989 die Kinowelt schockierte. und bis heute sicherlich als einer der provokantesten Filme über Essen, Macht und Leidenschaft gilt. Ich hab's schon fast ein bisschen umrissen, was es alles geht, aber da kommen wir natürlich gleich noch zu. Jetzt zuerst mal wieder begrüße ich natürlich Dr. Daniel Kofahl Ernährungsoziologe und heute vielleicht auch ein Experte für die dunkle Seiten der Esskultur. Es war schließlich seine Filmwahl, die wir uns da wieder angeschaut haben. Hallo Daniel, bist du denn bereit für diesen intensiven Ritt?
Daniel: Lieber Johannes, ich begrüße dich, unseren Genuss-Experten aus dem Schwarzwald. Das ist auch eine ganz dunkle Gegend, aus der du gerade bist und wie gemacht für diese Besprechung. Du ankündigst, ich bin bereit, dir mich an diesen Film heranzuwagen. Ich freue mich, mich die verschiedenen Settings hindurch zu manövrieren.
Johannes Quirin: Durch manövrieren ist sicherlich Richtig beschrieben denn man muss da schon. Ja hart gesotten sein vielleicht wobei Damals war es schockierend ist es heute noch schockierend wenn man so einen film schaut darüber werden wir sicherlich auch diskutieren zuerst wie immer eine kleine zusammenfassung für alle die Die diesen film noch nie gesehen haben damit sie besser verstehen über was wir uns denn hier auch austauschen Es spielt im elegantesten Restaurants Restaurant Londons es ist das le Hollande Aber es ist kein normales Restaurant, denn ist es das reich des brutalen Gangsters Albert Speaker und der sich jeden Abend mit seiner entourage mitten Im Restaurant breit macht und zum dinner einfindet es hat so was schon so ein bisschen wie auch vom letzten Abend mal wie er dort mit seiner entourage drohend speaker ist ein Thüran der das Restaurant wie sein persönliches Königreich behandelt, die Gäste terrorisiert und seine eigene Frau Georgina wie Besitz behandelt. Georgina ist gefangen in dieser Hölle aus Luxus und Gewalt. Jeden Abend muss sie neben ihrem brutalen Ehemann sitzen und seine Tiraten über sich ergehen lassen. Aber dann entdeckt sie im Restaurant plötzlich Michael, einen stillen, belesenen Stammgast, der jeden Abend allein diniert und dabei liest. Zwischen den beiden entsteht eine leidenschaftliche Affäre. direkt unter speakers nase mit hilfe des französischen küchenchefs richard und das restaurant wird zum schauplatz Eines gefährlichen spiels georgina und michael treffen sich heimlich in verschiedenen räumen von der küche über die toiletten bis hin Zu anderen räumlichkeiten also es wird danach auch mal fast noch Zum stell dich einen kühlhaus aber dazu noch mehr außer natürlich im speisesaal wo speaker herrscht Der Koch wird zum Komplizen und verschafft hier verschiedene Zufluchtsorte. Aber natürlich fliegt irgendwann dieses Techtelmächtel auf. Speaker entdeckt die Affäre, reagiert mit unvorstellbarer Brutalität und lässt Michael auf grausamste Weise ermorden. Tja, was passiert da ganz am Ende? Das lassen wir vielleicht mal noch ein bisschen offen, denn da kommen wir auf jeden Fall hin. So mein lieber Daniel, jetzt steigen wir mal dort ein, wo der Film beginnt, nämlich vorm Restaurant.
Daniel: Vielen Dank für die gute Zusammenfassung, Lieber Ich habe den Film ausgesucht, weil es ein Klassiker des kulinarischen Kinos ist. Es geht auch ums Essen. Das hat eine große Rolle. Ich habe den Film, um damit anzufangen, 2012 das erste Mal gesehen. Als wir unseren Sammelband Kulinarstisches Kino damals rausgebracht haben, mir der Ernährungspsychologe Christoph Klotter empfohlen. Eine Koryphäe im Gebiet der Ernährungspsychologie. Eine schlau schillernde Persönlichkeit, weit über den normalen Tellerrand des so gängig ernährungspsychologischen Herab hinaus schaunt. Christoph ist leider inzwischen verstorben. und dass vielleicht auch sein ziniastisches Erbe hier weiter pflegen. Er hat nämlich diesen Film besprochen, und er hat mir den empfohlen, ihn anzuschauen. Ich kannte Greenway von einem anderen Film, ein Z und zwei Nullen. Auch ein ganz spannender Film, aber eine andere Geschichte. Ich war dann aber bei dem Koch, dem Dieb, seiner Freundin, Liebhaber. Der Titel ist ja schon unglaublich sperrig. Wie der Film vielleicht auch nachher. Auf jeden Fall angetan. Also ich war fasziniert. Auf welcher Art und Weise, das werden wir gleich besprechen. Vielleicht nur ganz kurz noch. Also Greenway hat ja einen ganz besonderen Stil. Also neben dieser Film erscheint, dass jeder den sieht, merken, dass das eine Art von Film ist, die man sonst nicht sieht von anderen Regisseuren oder in Kino. Das hat eine bestimmte Ästhetik. Und was natürlich auch irgendwie besonders ist. dass dieser Film ja eigentlich hochkarätig besetzt ist. Also wenn man sich mal anschaut, was da für Personen mitspielen, für Schauspieler und Schauspielerinnen mitspielen und was die es nachher dann auch so gebracht haben und wo die noch so auftauchen in der Filmgeschichte, dann ist man ja fast zu irritiert, dass die in so einem ja extrem auch noch aus der selbst einem Arthaus-Film aus der Reihe schlagenden Werk mitspielen. Also die Hauptperson da Georgina Helen Mürrer, also Oscar-prämierte Darstellerin, Charakterdarstellerin, ganz bekannt. Tim Ross spielt damit, aus diversen Tintanuntino-Filmen und darüber hinaus bekannt. Albert Spieker, gespielt von Michael Gambon, der uns ja vielleicht oder dem einen oder anderen so aus der Populärkultur so von Harry Potter als Dumbledore bekannt ist, Aber das sind gar nicht, also da kennen die wahrscheinlich die meisten so her. Aber das ist ein begnadeter Shakespeare-Schauspieler, ja. Und also diese ganzen Darsteller und Schauspieler, Schauspielerinnen und Schauspieler sind wirklich Auch auf ihrem Gebiet Koryphäen. man merkt diesen Film bei seiner Besonderheit eben doch an, der ist qualitativ gut gemacht. Und über den Inhalt würde ich gerne mit dir diskutieren. Aber vielleicht erst mal zu dir. Wie war denn dein erster Eindruck? Wie bist du denn überhaupt an diesen Film rangekommen? Wo konntest du die Eiltesgrenze, die der Film ja hat, glaube bis 16 oder 18 sogar, leicht überwinden?
Johannes Quirin: Die konnte ich natürlich leicht überwinden. werde ja dieses Jahr 50. Und von daher habe ich sie doch mehrfach überhüpft, könnte man sagen. Ich bin immer sehr gespannt, wenn du, Filme vorschlägst, die schon sperrige Namen haben. Das deutet immer auf eine gewisse künstlerische Intensität des Inhaltes auch hin. Und du hast ja jetzt schon gesagt, Peter Greenway, ich habe natürlich dann auch noch bisschen recherchiert. Das muss man ja dann auch tun, wenn es ein künstlerischer Film und weniger ein unterhaltsamer Film ist. wenn ja trotzdem die Handlung sehr unterhaltsam ist. Hab ich mal so gesehen, was er so macht. Er ist, wie du sagst, jemand, der das Kino als Gesamtkunstwerk aus Bild, Ton, Farbe und Bewegung sieht. Und man sieht auch das diesem Film an. Oder man hat es oder ich hab's. relativ schnell gespürt. Gut, dass ich auch bisschen vorher mich eingelesen habe. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass man hier auch, bevor man in Film, ähnlich wie man ins Theater geht, so eine kleine Einführung bekommt, dann fällt einem vieles direkter auf, als es vielleicht sonst ist, wenn man diesen Film dann tatsächlich betrachtet. Sei es jetzt, wie dort mit Farben gespielt wird, wie auch die Inszenierung. der Begleitung ist der Kostüme ist und das ist natürlich wie gesagt ein Gesamtkunstwerk. Es hat schon eher so ein bisschen was vom Theater von der Oper und das ist schon was ganz besonderes. Ich knüpfe auch direkt daran an. Ja Helen Mirren ist mir da natürlich direkt sowieso ins Auge gesprungen und ich habe gedacht wow viele schämen sich ja. in solchen expliziten Rollen gesehen worden zu sein. Wir kommen ja auch gleich dazu im Laufe der Zeit. Ich habe ja schon gesagt, es gab ja da ein Techtelmächtel und das fällt hier natürlich aber weder Softporno noch unter unterm Dirndl wird gejodelt, sondern es ist natürlich was Kunstvolles und was Künstlerisches. Deswegen denke ich hat das auch Ja diese ganze exzellenz an schauspielerinnen und schauspieler tatsächlich auch dazu gebracht dass sie dort mitgewirkt haben ich fand es interessant ja es ist ein leicht verwirrende film möchte ich einfach sagen man muss schon auch dran bleiben und genau verfolgen weil es schon auch manchmal auf kleinigkeiten ankommt die man durchaus dann auch wie will ich sagen übersehen überhören kann Und von daher ist es etwas, was man jetzt nicht einfach so nebenbei konsumiert. Wie vielleicht so den einen oder anderen Film, den wir jetzt auch schon in unserer Podcastreihe besprochen haben. Sondern ist es etwas, wo man dranbleiben muss. Und man muss sich auch drauf einlassen, finde ich. Es wäre schade, wenn man tatsächlich da zwischendrin aufgibt. Es war ein intensiver Film, ja. Und wie gesagt, sehr spannend, wie... Essen wie Lust, wie Macht dort dann auch einfach dargestellt worden ist in einem Restaurant. Wir sind ja eigentlich fast wieder hier in einem Kammerstück, ja, aber es spielt in unterschiedlichen Räumen, aber auch teilweise außerhalb in zwei Szenen, aber sonst spielt es tatsächlich nur in diesem sehr opulenten Restaurant. Doch der Start ist ja davor. Und vielleicht steigen wir da auch einfach mal ein. Denn dort merkt man schon, wer hier das Sagen hat in dieser ersten Szene. Nämlich Speaker und da geht es natürlich nicht direkt ums Essen, das folgt dann gleich, aber er zeigt ganz gleich, er zeigt direkt, wer hier die Hosen an hat. Und sagt auch übertragenen Sinne, was er davon hält, wenn irgendjemand schlechtes Essen kocht. Beziehungsweise etwas... nicht kocht was ihm so schmeckt und da musste natürlich da ein armer mensch tatsächlich unter diesem gangster boss leiden und dann der große einzug in seinen rest in seinen restaurant das fand ich auch sehr opulent gehalten ja also das hat schon tatsächlich so etwas von opern festspielen auch so der einzug durch die küche und so weiter und so fort Wo man dann natürlich einfach auch sieht, ja, hier geht es ⁓ Macht und Kontrolle. Und der Speaker nutzt einfach tatsächlich dieses Restaurant, ich hab's ja auch in der Zusammenfassung gesagt, als seine Bühne, als sein Raum, wo er angibt, den Ton angibt und sagt, wie es zu laufen hat.
Daniel: Es geht ganz viel Macht in diesem Film. Der Film beginnt mit einer Machtdemonstration von Speaker gegenüber einem seiner Untergebenen. er aus der Reihe geschlagen, der bestraft wird. Es schon spannend, dass vieles das Essen und Trinken Die Szene beginnt mit dem Endprodukt. Das Opfer von wird mit Hundekot eingeschmiert. Und lässt Spica die Hose runter und uriniert dann noch auf diesen Mann. Wir sehen erst mal, dass die Exkremente eine wichtige Rolle Spica redet sehr viel über Exkremente. Er ein Terrain, der jeden Fall so bewegt. Damit kennt er sich aus. Beim Essen redet er auch viel, aber er kennt sich später nicht so gut aus. Der ganze Prozess von hinten aufgezogen. Der Verdauungsprozess und der Ausscheidungsprozess. Den muss man als Zuschauer erstmal überwinden. Es keine schöne Szene, sondern insgesamt eine unangenehme Situation, mit der wir begrüßt werden. Neben der drastischen Auszeichnung, die auch noch dem Essen verbunden ist, gibt es eine erste Thematisierung von Genussempfinden und von richtigem Verhalten. Er drangsaliert die ganze Zeit, das macht die Charakter-Speaker aus, seine Mitmenschen. Er schimpft dann mit seiner Frau Georgina, die raucht. Ein Element, das bei Speaker immer wieder diesem Film zeigt, dass er etwas sagt, was an sich schon richtig ist. Er verweist darauf, dass das Rauchen den Geschmack beeinträchtigt, wenn man es nicht macht. Das sich richtige Weisheit. Aber zum einen die Art und Weise, wie er sie präsentiert. Das ist extrem unangenehm und unangebracht. er ist auch nicht in der Stellung, anderen Menschen belehrend zu begegnen. In Bezug darauf, wie man richtig genießt. Das ist ein großes Manko von dass er das nicht kann. Dann sind wir in der Küche drin. Kamera überwindet die einzelnen Räume ganz einfach. gleitet so dahin. Deswegen haben wir auch das Theatergefühl die ganze Zeit. Aber genau, zeigt sich das verbindende Element. Die Kamera überwindet grenzenproblemlos. Wir haben auch das Gefühl, sind in einem Film. Das Filmthema wird an sich auch auf Meterebene behandelt. Und diese Küche ist ein ganz krasser Ort. Das ist wirklich so eine Zauberküche, eine altimistische Küche, die wieder gearbeitet wird. Man hat das Gefühl, hier wird wirklich gekocht, hier Handarbeit gemacht, aber es wird auch auf so eine archaische Art Weise gekocht. Da sind natürlich manche Köche, ohne sehr muskulösste Dinge schneiden. sehen Feuer, wir sehen einen kleinen Jungen, da haben wir das Paretten-Hochkultur-Thema drin, der Teller wäscht und eine Arier singt. Also Lied in einer ganz tollen Tonlage, in einer sehr anspruchsvollen Tonlage zum Besten gibt. Er durchstreitet diesen Raum und nimmt ihn in den Besitz. Aber er gehört nicht dazu. Er ist der Gangster und sucht den Koch. Den werden wir auch kennen. Das ist Richard, der Antagonist von Speaker. Er ist die einzige Person in dem ganzen Film, der von Speaker unterdrückt wird. Aber auf den Speaker nicht verzichten kann, weil er ihn braucht. Weil er das kulturelle Kapital, das Richard als exponierter Haute-Cuisine-Koch mitbringt, benötigt, zur Schau zu stellen, dass er nicht über dieb oder Macht verfügt und über Geld, sondern eben noch mal Geschmack. Und das ist eben ganz wichtig zu zeigen, dass man wählt. Sonst ist man eben doch niemand. Wenn man zwar Geld oder Macht hat, aber keinen Geschmack, dann ist man irgendwie halt... Er versucht die Verwundung Venü-Stellung zu überwinden. Da gibt es die erste Konfrontation zwischen dem Koch und dem Dieb. Wir lernen die beiden Personen Und auch schon, wie sie so Macht ringen. Der Koch unterbreitet Speaker ein vergiftetes Angebot. Der Koch rupft gerade eine Ente. Fertig fürs Abendessen. sagt, dass die Ente für Speaker Wenn Speaker seinen Wunsch befehlt, dann würde er die Feta mitbraten und dann könnte er mitessen. Ich habe extra recherchiert, weil ich kein Rezept kannte, wo man Feta mitessen konnte. Das kommt einfach so spanisch vor. Das ist nichts, wo man Wert drauflegt. Es wird gezeigt, wir machen zwar was du willst, deine Geschmacklosigkeit regiert hier.
Johannes Quirin: He
Daniel: Aber so richtig ernst nehmen wir nicht als Besitzer dieses Restaurants, als Schutzpatron, als Mafiöser, der im Hintergrund steht.
Johannes Quirin: Ja, er ist halt geschmacklos. Ja, das zeigt er ja schon zu start als sein neuen Namen für das Restaurant mitbringt in einer opulenten Installation kaum wird die erleuchtet fällt der komplette Strom aus und Eigentlich kann dann gar nicht mehr gekocht werden das ist natürlich auch so etwas ja und Natürlich sucht da irgendjemand wieder als schuldigen weil er macht ja keine fehler das was du jetzt ebenso erwähnt hast Der rika als oder richard als koch im verhältnis zum speaker der dieb ist natürlich tatsächlich so dass er der koch der einzige ist der speaker die stürn bietet weil er wie du so schön erwähnt hast einfach auch weiß dass er nicht ersetzbar so direkt ersetzbar scheint auch wenn speaker im regelmäßig droht ja aber hier wendet er tatsächlich nicht irgendwie eine gewalt an die er sonst über den ganzen Film verteilt sehr häufig wirken lässt. Also von daher ist das schon sehr verwunderlich, dass Spieger dort nicht hart durchgreift, sondern tatsächlich immer klein beigebt. Zwar immer mit irgendwelchen Tiraden, aber er schnappt sich diesen Koch nicht, riecht ja nicht und schüttelt ihn mal durch, wie er das mit anderen tut, sondern er akzeptiert diese Widersprüche. Zum Beispiel auch Zu Beginn zwei Lieferwagen voll mit scheinbar besten Fleisch und Essen, Fisch und was weiß ich. Er beliefert jetzt hier den Koch auch mit den besten Produkten, doch der sagt, nee, kannst du wieder mitnehmen. Ihr kaufen, wir nutzen nur das, was wir einkaufen, weil dann wissen wir auch, dass es gute Qualität hat. Also auch da gibt er ihm quasi wieder eine mit und sagt, du hast ja gar keine Ahnung von irgendwas. Und in der Küche, da bestimme ich So ist ja auch die aussage die man da zwischen den zeilen deutlich lesen Er ist auch der ehrlichste der rika der dort im ganzen film vorankvorkommt weil letzten endes steht er da für dass er alle mit essen versorgt wünsche erfüllt spezialgänge auch schickt das kriegt man ja auch so separat stück für stück mit ⁓ Menschen vielleicht auch miteinander zu verbinden. Aber auf jeden Fall ist es wie gesagt trotzdem so klassische, klassisches französisches Restaurant des 19. Jahrhunderts, würde ich jetzt mal einfach sagen. Dort wo klassisch Macht, Geld, Kultur sich traf und das ist dort natürlich auch. Und es ist wirklich eine Großküche, die manchmal doch ans Mittelalter etwas Erinnert dieses ascheiche du hast es gesagt mit nackten oberkörper irgendwo geklopft wird oder ähnliches und trotzdem kommen da ja klassische gerichte von der austa über gebratene vögel Koko war und was weiß ich raus aus der küche Man muss auch wissen es war auch ein echter koch mit in der crew der diese haute cuisine zubereitet hat also von daher ist das natürlich dort auch sehr professionell angegangen worden. der einzigste ehrliche Charakter, weil er einfach, wie gesagt, nicht nur Speakers Bruttabilität widersteht und dem die Stirn bietet, sondern eben auch Stück für Stück Komplize wird für die Liebe und später auch die Rache. Es spiegelt sich dann auch so ein bisschen wieder das was du auch gesagt hast diesen Widerstand. Er hat das Kochen als Kunstform zum Widerstand quasi erhoben wie ich finde, weil er einfach tatsächlich Essen Handwerk Zutaten mit Respekt mit Respekt behandelt und in seiner Küche einfach wie ich auch schon gesagt habe der Herrscher ist und da auch nichts gelten lässt und auch immer wieder Widerspruch. gibt und seinen Schuh da durchzieht und er schafft immer wieder ein Stück Schönheit inmitten dieser ganzen Zerstörung, die da sowohl in Taten, Worten erfolgt. Und das finde ich sehr, sehr interessant dann auch zu sehen, wie Essen dann dort trotz allem inszeniert wurde.
Daniel: Ich sage Richard, vielleicht haben wir unterschiedliche Versionen gesehen, aber wir unsere Zuhörer nicht durcheinander gekommen. Wir meinen dann jeden Fall die gleiche Person, nämlich den Koch.
Johannes Quirin: Ja genau jetzt franzose also von daher der zwei london lebt ich sage ihm frage ich sage ihn französisch und du englisch aber
Daniel: Okay, Genau, hängen wir wahrscheinlich wieder Personen zusammen. Ich fand es auch für mich bemerkenswert, dass das der einzige ist, der nie durchgeschüttelt wird, dass Albert nicht körperlich attackiert. Er wird angeschrien, es wird seine Küche verwüstet, er kann Albert nicht körperlich einschränken. Da fehlt ihm doch auch die Macht, das ist auch wie Richard, die Grenzen gesetzt. Aber er ist dann doch so eine Institution, dass die kulturelle Macht doch so wichtig dass er nicht fürchten muss, attackiert zu werden oder immer wieder da rumherum kommt zumindest. Vielleicht hängt damit auch zusammen, dass der Dieb jemand ist, der isst. zwar, das muss man schon sagen, glaube schon, er hat ja schon erkannt, dass Essen, das Kulinarische, eine besondere Kulturform ist. Er ist auch hungrig und das ist auch ein konservativer Erste. Das nimmt der Dieb als Beleidigung an. Geschmäcker sind eben auch verschieden. Man muss sich nicht auf der experimentellen Art begeben. Er isst schon gerne und kann nicht die Person angreifen, die ihn nähert. Der Koch ist der, der ihn füttert. Der Speaker kann nicht kochen. Er kann nur fressen. Das kommt bei diesem Dieb auch die ganze Zeit heraus. Das war für mich auch bei meiner Auseinandersetzung damals, als ich mich mit Essen und Trinken beschäftigte. Das eine wichtige Sache, dass man zwischen Gourmet und Gourmand unterscheidet. Gourmand ist der Feinschmecker und Gourmand ist der Fresser. Speaker ist auf jeden Fall kein Gourmand. Er ist ein wirklich überspitzt gezeichneter Fresser. Der irgendwie gierig ist, haben zu wollen. Man kann sich gut vorstellen, dass er sich so Sachen reinstopft. Dabei vielleicht bei diesem Reinstopfen auch Moment des Genusses empfindet. Aber die filigrane Unterscheidenheit, auch gerade dieser französischen Küche, die du schon beschrieben hast, das ist eigentlich der falsche Ort für ihn, ⁓ Genuss zu erleben. Ich habe auch nie das Gefühl, dass er das genießt. Er steht permanent unter Anspannung, unter Stress, sich beweisen zu müssen oder die anderen niedermachen zu müssen, seine Stellung zu behaupten. Er hat zwar erkannt, da steckt eine gesellschaftliche kulturelle Anerkennung drin in dieser Küchenpraxis. Für ihn ist das eine totale Überforderung. Das entspricht wirklich nicht seinem Gaumen. mit dem Essen, mit dem geht er ja auch sehr unfleglich ⁓ bis dahin, dass er ja einmal als Georgina so eine besondere Speise bekommt, von Richard aus der Küche serviert und dabei aber noch gerade sich auf die Toilette herumtreibt. Er dann über diese Speise da scherzhaft, also blöder, kindlich... infantile Witze, indem er Sachen drüber kippt, verschiedene Soßen und das Essen kaputt macht. Er schafft das nicht anzuerkennen. für dich, der hat ein fundiertes nachweisbar Gourmet-Wissen zu essen und Wie würdest du diese Speisen, die du da Wenn ich gerade ein Speicher anwesend wäre, dort schon gegessen.
Johannes Quirin: Ja, ich hätte das schon gegessen. Wobei es mir manchmal doch so bisschen opulent und klassisch-französisch war. Das war so diese Haute Cuisine, wir müssen einfach mal sehen, 1989. Das ist so, würde ich jetzt einfach mal sagen, so diese ... Phase der Haute Cuisine. Besondere Teller, zwar immer noch klassisch, aber vielleicht wird es auch schon ein bisschen übersichtlicher. Nichtsdestotrotz klassisch-französisch, was man so als klassisch-französische Bezeichnen würde. hätte schon gegessen dort. Nicht unbedingt, wenn er anwesend gewesen wäre, weil das hat man auch schnell gemerkt. Also es wunderte mich sowieso, dass da regelmäßig so viel Betrieb war, weil eigentlich hätte dann natürlich auch immer weniger an Gästen da sein müssen, weil wenn da so jemand sich daneben benimmt, was er regelmäßig getan hat, das ist natürlich irgendwie seltsam. Ja, ich knüpfe einfach auch an das an, was du gerade erzählt hast. Er ist jemand, der dazugehören will und versucht natürlich in irgendeiner Art und Weise über das, was einfach auch vieles in der Gesellschaft ausmacht, benehmen, wie esse ich etwas. Er referiert auch ständig mit seinen Vasallen, würde ich jetzt einfach mal sagen, mit seinen Gangstern, mit seinen Handlangern, drüber, wie man denn jetzt hier tatsächlich bestimmte Dinge isst und was man isst und wie man es isst. und ist immer empört, wenn jemand sich total daneben benimmt. Er versucht das zu überspielen, er ist aber trotzdem einfach nur ein neureicher Gangster ohne Kultur. Und wenn Georginia da ist, versucht er erst recht, dieses Intellektuelle zu spielen, aber das geht auch regelmäßig halt schief. Und dieses Infantile, was du beschrieben hast, das kommt immer wieder durch. Und eigentlich ist er das. Er will ... gar nichts besonderes essen sondern er will einfach satt werden fressen und sich das kaufen können was er jetzt halt kaufen sich kaufen kann mit diesem geld das er auf illegaler weise verdient und da ist es halt einfach man gewill auch dazu gehören und in dem besten lokal der stadt zu speisen und nicht nur das sondern es ist ja eigentlich sein restaurant und dort gibt er den ton an auch außerhalb des essens nicht wie man ist sondern zum beispiel auch später mit mich dass man nicht liest während man in einem restaurant ist höchstens die speisekarte also er macht hier die gesetze und hat die ansagen wie man hier zu essen hat wie man sich hier zu benehmen hat und er darf natürlich jederzeit sich anders benehmen weil er eben speaker ist ja und der der punkt ist ja auch so wie das essen dann dort in zene gesetzt wird nicht nur wie opulentes serviert wird also es wird natürlich immer sehr überzeugend das erinnert mich immer so fast wie immer an die zähne im traumschiff wenn das dessert buffet serviert wird ähnlich schreiten dort dann eben auch die keller in das restaurant und servieren dann die gänge aber vor allem wie es dann auch gegessen wird und speaker ist halt jemand der frisst eigentlich du hast es gesagt Er ist wie ein Tier, gierig, laut, rücksichtslos, obwohl er immer wieder was ganz anderes propagiert, aber er hält sich selbst gar nicht so richtig dran. Und er verschwendet auch die Nahrung als Zeichen seines Reichtums. Sei es jetzt, indem er dann da etwas ungenießbar macht und es nicht mehr gegessen werden kann. Oder auch, dass er die ganze Küche vernichtet und Teller... auch bei Gästen auf dem Tisch einfach runter wirft. Also er ist da halt wirklich wie ein Tier unterwegs, das trotz allem Geld und das was er sich kaufen kann eben keine Kultur kaufen kann, keinen Anstand kaufen kann, kein Benehmen kaufen kann. Und das was man dann halt auch so sieht und hört, Knacken von Kronochen, es wird geschmatzt beim Kauen. man hat hier einfach und es brutzelt auch zum Beispiel in der
Daniel: Ja.
Johannes Quirin: in der Pfanne. Also man hat hier wirklich einfach ein komplettes Erlebnis, sowohl von Sinnlichkeit, aber auch von Ekel, wenn man diese Tischmanieren oder teilweise das Essen aussieht, wie damit umgegangen wird.
Daniel: Ich muss einmal einhaken, dass der soziologische Blick oder die Perspektive, die mich da reingerätschen lässt und vielleicht auch zum Anwalt des Teufels so ein bisschen wird. Wenn du sagst, er hat keine Kultur, er hat eine Kultur, das würde ich ihm schon sagen. Aber er ist auch, natürlich, das ist klar zu sagen, er ist eine ganz furchtbare Person. Man kann nichts an ihm finden, was man irgendwie sympathisch findet. Da könnte ich ihn anschließen. Das eine ganz schlimme, destruktive Figur. Aber er ist auch ein Opfer der Umstände. Er ist total fehl am Platz. Man weiß nicht, was ihn da hingetrieben hat. Welche Kränkung dieser Jugend, auf welche Abwege er gekommen ist. Dass er dieser Gangster werden musste, der sich in diesem kulturellen Umfeld von... ...sogenannte Hochküche und Großbürgertum. Da bewegt er sich einfach nicht. Er hat eine andere Kultur, er mitbringt. habe das Gefühl, auch als Frau, dass er sich eine Frau genommen hat, die ihn in Eicher Maas regelt. Sie ist natürlich auch das totale Opfer von ihm. Aber gleichzeitig korrigiert sie ganz oft das, was man falsch macht. Sie delegiert alles Tierische an ihn. Dann sitzt er in diesem Restaurant und weiß nichts damit anzufangen. Er kann auch ganz viele Regeln sagen, das hast du auch gesagt. Er weiß dann auch, man soll nicht rauchen, das reorientiert Geschmackssinn. Oder man soll nicht lesen beim Essen, das sagt er auch. Es sind natürlich auch so Nebensächlichkeiten, wenn man merkt, er kann ja selber gar nichts mit der Situation anfangen. Er reproduziert irgendwelche Binsenweisheiten oder Weisheiten. Aber er kann überhaupt nicht selber die Situation annehmen, sich darin zurechtfinden. Er kann selber nichts machen. Er raucht zwar nicht und liest nicht, weil er am Rauchen so am vorbei kommt und lesen tut er halt nicht. sein ganzes Verhalten geht weg von wir schaffen hier eine genussvolle Situation. ist nur destruktiv. Aber seine Mutter sitzt ja auch mit am Tisch. Grace heißt das ja. Die dann so einmal sagt, er ihr Lambrusko bestellen könnte. Am liebsten in diesen Bastkörben. Das findet sie so schön. Das würde zu Hause gerne zeigen. ja, genau das stellt mir so vor, dass er... Auch mit seiner Leidenschaft, wie er über Ausstrahlungssprzesse spricht, hat er ja auch Er würde eigentlich gut, wenn er nicht auf dieser schiefen Bahn wäre, zu Louis und seinen Freunden zu den Kohlköpfen passen. In so ein bäuerliches, grundständiges Milieu, wo er mit Kohlsuppe oder Würste Das ist seine Kultur. Aber da ist er nicht. Ausgrund von biografischen Verwicklungen und gesellschaftlichen Umständen, wo er an Macht kommt und das Ziel scheint, dass mit der Hochkultur verknüpft ist. Er in diesem Restaurant und tyranisiert die Welt. Das ist eine sehr schnelle Situation für alle. Das ist eine selbstverstärkende Situation in diesem Film. Niemand seine Ratschläge. Er fühlt sich nicht ernst genommen. Es kommt auch diesen lustigen Situationen. Wenn jemand den Ratschlag befolgt, knabbert er Georgina ganz elegant. Dann sagt er seinem Vasallen, wie du es so schön gesagt hast, Man soll sich an Georgina orientieren und er nimmt die Grüßspargel, schießt mit der Faust und knackt den so ab. So ist man es eben auch nicht. Da sieht man direkt, der kann es nicht und hat auch nicht verstanden, worauf es ankommt. Das ist einfach ein Clash auf Kalschas und der ist total unangenehm, den wir da sehen. Und damit tyrannisiert er und zerlegt die Situation und auch der Geschmack genau. Man merkt, es gäbe hier Geschmackspotenzial, aber wie du gesagt hast, es kippt so... Wenn das Wasser in den Mund zusammenläuft, vergeht einem der Appetit relativ schnell wieder, weil wieder etwas total Ekliges passiert.
Johannes Quirin: Ich finde, wenn man das jetzt einfach mal auch nochmal abseits von der Situation und von dem, passiert, betrachtet, ist ja diese Haute Cuisine oder die Sterne Gastronomie sowieso immer etwas, auch in der heutigen Zeit, was so nicht im Verborgen ist, aber das ist so was Mystisches und viele Menschen, wir hatten es ja auch schon mal in einer anderen Folge darüber, traut sich gar nicht, dorthin zu gehen. Weil sie denken, ⁓ wie benehm ich mich da? Wie muss ich mich anziehen? Muss ich da schick hingehen? Kann ich da in Jeans hingehen? Wie bestell ich da? Und so weiter und so fort. Das hat so ein Mystikum für viele, dass sie das gar nicht gerne tun und gar nicht gerne machen. Da mal tatsächlich, selbst wenn sie es könnten, in ein Sternenlokal zu gehen, weil sie Angst davor haben, vielleicht irgendwo anzuecken. Und mittlerweile ... haben ja viele Gastronomen in dieser gehobenen in dem fein dining bereich im sterne bereich ist auch versucht etwas legere etwas lockerer zu handhaben dass man sich da einfach wohl fühlt und nicht denkt ⁓ ich muss jetzt hier ganz leise flüstern oder ähnliches sondern dass man einfach sich ganz normal dort benehmen kann und auch gerne mal ich weiß es zum beispiel dort wo wir uns das erste mal ja getroffen haben bei vincent kling in der Da ist es sogar erwünscht, dass man durchaus auch mal beim Mitesser probiert, was er auf dem Teller hat. Und auch da ist es ja durchaus, macht man das oder macht man das nicht. Aber das hat er sogar so kommuniziert. da sehe ich tatsächlich auch das, es ist irgendwie so ein Klassenmarker, wie man sich zu benehmen hat in so einem Restaurant. Er zeigt, er geht dorthin, egal ob er sich benehmen kann oder nicht. Und er versucht sich halt, aus welchen Gründen auch immer, Kultur zu kaufen, dadurch, dass er so isst, wie er dort essen könnte. Und er will einfach dazugehören. Aber warum? Er schließt sich einem irgendwie tatsächlich nicht, weil er so wie in derwisch dadurch alles durchgeht und alles zerstört, was irgendwie sein könnte. Ich er könnte ja wunderbar mit seiner Tschetschina dort essen gehen und sicherlich auch eine gute Zeit verleben. Aber irgendetwas macht ihn total unglücklich und er ist einfach kein glücklicher Mensch, obwohl er im Überfluss leben kann, obwohl er sich alles kaufen kann, sogar Liebe, eine hübsche Frau kaufen kann. Aber da merkt man einfach, ja, das ist halt aus irgendeinem Grund zusammengewürfelt worden, warum sie, vielleicht hatte sie auch keine Wahl, ja. Er konnte nicht nein sagen, als er sie zu seiner Partnerin erwählt hat. Es gab ja auch, nachher hat man ja gemerkt, kommt so das erste Menschliche, ganz am Ende auch so ein bisschen, als dann erzählt wird, ja, sie hat mich schon verlassen und sie erzählt es aus ihrer Perspektive und er holt sie wieder zurück und da sind wir uns so nahe auf dem Schiff, aber sobald wir dann mal wieder den erdboden unter den füßen haben jetzt wieder alles bei ist es wieder alles beim alten also da kommt schon mal auch so manchmal die menschlichkeit durch aber er ist da in seiner situation gefangen und das spitzt sich natürlich von situationen davon minute zu minute zu weil er auch spürt dass irgendetwas er sieht zwar nicht er kriegt zwar nicht mit aber er spürt dass da irgendwas nicht stimmt mit george schiena und das entwickelt sich ja so stück für stück Als sie Michael dort das erste Mal dann sieht, der auch kultiviert ist, alleine zwar, aber kultiviert, dabei liest und schmökert, und dann plötzlich da sich so ein Band, das natürlich auch vom Koch gesponnen wird, weil beide diese Sondergerichte bekommen, entwickelt und man da so Stück für Stück sich näherkommt. in anderen Räumlichkeiten als dem Speisesaal, eben nicht im Restaurant, sondern eben das erste Mal auf der Toilette, dann später in der Vorratskammer, in der Küche und und und. Und es sich von Tag zu Tag, das muss man ja auch sagen, es kommen immer wieder neue Tage und man trifft sich dann und man kommt immer näher. Man hat dann auch Sex in der Speisekammer, der Toilette hat's zeitlich nicht geklappt, weil dann Speaker einfach kam, weil er da schon irgendwie dachte, hm, da ist irgendwas Seltsames am Laufen. Da konnte man noch alles irgendwie unterm Deckmantel lassen, aber nach und nach spitzt sich das Ganze dann auch zu. Und das nimmt mit dem ganzen Nebengeschichten natürlich da auch großen Raum ein, einfach zu sehen, okay, ich kann jetzt zwar alles kaufen. Ich kann zwar hier ein Restaurant besitzen, ich kann zwar, ich kann alles essen, aber trotzdem gibt es immer noch Menschen, die was anderes wollen, uns auch einfach machen. Und ich kann da tatsächlich erst mal als gar nichts machen, weil ich es gar nicht mitkriege. Und wer denkt auch, dass die sich trauen, vor meiner Nase sowas zu machen? Also das ist ja für ihn schon mal sehr wahrscheinlich ganz ungläubig und unglaubwürdig, wenn er sowas hört. Das macht auch keiner. Die alle haben Angst vor mir. Das wird sich keiner trauen. Und dann passiert es ja trotzdem, dass er da quasi wie so ein Ochse am Ring durch die Manege geführt wird. Und das ist natürlich ganz peinlich für ihn.
Daniel: Auf jeden Fall. Der Sechshinter Speisekammer hat mich übrigens an La Cocina erinnert. Da gab es ja auch Sechshinter Speisekammer. Da gab es diesen Quickie und da wurde ja noch etwa unfleglich auf die Speisen ejakuliert. Das fand ja hier nicht beiget. Auch hier, die hochkulturellen Personen haben in diesen Speisekammern etwas gesitzt, sich verhalten. Aber natürlich auch ganz tolle Szenen, wie du auch Anfang schon gesagt hast, auch ziemlich explodierte Szenen. Also gerade wenn man daran denkt, so hell im Mirren, da, ja, Splittern, Fasernackt, ja, aber gut, alles mit Würde gefilmt, würde ich sagen, ja, und also kein bisschen irgendwie obszön, sondern, also sehr ästhetisch dargestellt in dieser Theater, in diesen Theater-Speisekammern. Aber gut, das wäre auch die Vorräte und da... Da sucht man sich wieder was raus für das nächste Gericht. Da sind die Ressourcen gespeichert, versammelt, damit es weitergeht. Sie gehen auch in die Speisekammer und suchen vielleicht wieder ihre Lebensressourcen in ihrer Liebe. Auch das von den Vorräten wird sich was geholt, damit über die nächsten Tage, über die nächsten Stunden zu kommen. Wenn sie dann wieder mit Alba zu Hause malträtiert wird und danach natürlich mit Schlagmalen. am nächsten Tag wiederkehrt oder anderweitig misshandelt wird. er natürlich dann, für ihn ist eigentlich deutlich klar, bis sie dann flüchten, das ist eigentlich eine unglückliche Liebe. er ist da mit ihrem Mann konfrontiert, den er da einmal als Kuriosität beschreibt und das ist er auch. Und er könnte dem aber auch so erstmal nicht entgegensetzen, weil er es natürlich kultiviert und aus meiner Perspektive natürlich ja selber sehr bibliophiles, sympathischer Leser, der nachher noch Es ist auch ein Aspekt dieses Films, dass er thematisiert, wie fragil diese Form der Inszenierung von Hochkultur ist. Eine Form der Kultur, die das mächtige Milieu der Gesellschaft pflegt. Wo man den Geschmack über lange Zeit entwickeln muss. Das zeigt sich bei Speaker, er kann ihn nicht kaufen. Er kann sich zwar das Essen kaufen, aber kann den Geschmack nicht kaufen. Den muss man über lange Zeit, über Training und Geduldig entwickeln. Das kann man machen, indem man in der Erziehung anfängt bei Kindern und Jugendlichen. Oder wenn man später Zeiträume hat, denen man das machen kann, sich damit essen und trinken auseinanderzusetzen. Und nicht irgendwie seinem Arbeitsprozess nachgehen zu müssen, bis der einen auslaugt. Und das ist eben auch was mit sich, Diese klasse, machtvolle Milieu schließt gegen andere ab. Aber es ist auch eine Inszenierung, ein Ort, wo jederzeit klar wird, dass das Archais des Menschen auch überpinselt Man zieht sich ein kleines Kleid an, man kauft sich ein anzugesäßtes Essen Aber kann jederzeit kommen, dass das Archais das Gewaltvolle einbricht und ein-tyrannisiert. Oder Ende gibt es doch... Das ist eine Show, in der Form der Hochkultur gemacht wird. In der zeigt Greedaway, dass das eine hauchdünne Schicht ist, über dem Tierischen lebt. Der Mensch versucht die ganze Zeit, durch Kultur und so etwas auch in anderen Bereichen... Das Tierische zu verdrängen, das schafft der Mensch nicht dauerhaft. Es gibt immer wieder Zusammenbrüche unserer Show, der Kultur, die wir abziehen. Und hier bricht zum einen die Kultur zusammen. Auch im Restaurant, das muss dann irgendwann schließen. Und natürlich auch beim Dieb sieht man es auch. Auf einer Person zugeschnitten. versucht jemand, das Tierische aus sich rauszudrängen und scheitert die ganze Zeit dabei. Ich glaube, ist etwas, was dieser Film Das Essen und Trinken ist das man verfeinern kann, was eine Kulturpraxis sein kann, aber dass die immer nur eine dünne Decke ist, dem tierisch archaischen, dem zu Grunde liegt. Unserem Stoffwechsel und den Machtkämpfen, die im Menschen身nicht auch drin sind, die man nicht so einfach rauskriegen kann und die sich dann in Kriegen oder eben kleiner Gewalt auf Interaktionsebene zeigt.
Johannes Quirin: Ja, es ist sowieso die frage was unterscheidet denn mit den menschen vom tier klar wenn man jetzt mal so guckt überall gibt es irgendwie rangordnung in der tierwelt gibt es die auch beim Sie auch bei uns in diesem film auf jeden fall er sagt ganz klar ganz klar als silberrücken Was zu passieren hat es gibt dann immer mal so paar die da in irgendeiner art und weise versuchen Gegen ihn dazu oponieren sei es jetzt der koch risha Richard und natürlich auch seine Frau die durch dieses Techtelmächtel durch diese Affäre die sie davor den augen speakers hat auch rebelliert auf ihre art und weise du hattest eben ja neben daneben auch noch die kostüme angesprochen die ja immer wieder sehr Opulent übertrieben sind bei allen die da irgendwie mitspielen außer vielleicht beim Koch bei Richard der ist sehr funktional immer gekleidet ganz klar Arbeitskleidung sehr sauber Vielleicht so als kleine seit Informationen Jean-Paul Gaultier hat hier die Kostüme zum Film entwickelt und das heißt nicht nur entworfen sondern tatsächlich dann auch umgesetzt und das interessante und da kommen wir vielleicht auch noch zu einem Punkt der wie so vieles in diesem Film sehr stark mit der Symbolik zu tun hat, weil es ein Gesamtkunstwerk ist. Die Kostüme wechseln die Farbe, je nachdem, in welchem Raum sich die Charaktere befinden. Und das ist ja das Spannende, denn wem es schon aufgefallen ist, wenn er den Film geschaut hat, wie gesagt, mir hat es geholfen, dass ich das vorher gelesen habe. Klar hat man das irgendwie schon so wahrgenommen, aber nachdem ich es gelesen habe, war es für mich klar, dass jeder Raum in dem gespielt wird eine farbe hat also das ist auch so etwas cream hat das als im endeffekt visuelle sprache als gesamtkunstwerk gesehen und da haben wir blau der außenbereich wo dort gespielt wird so kälte isolation die harte realität könnte man sagen dann die küche ist in einem grünen ton gehalten von leben wachstum als symbolik hoffnung vielleicht auch ja wenn man das Liebespaar dort sieht. Und der Speisesaal, Rot, Leidenschaft, Gewalt, Blut, das, was eben dort einfach auch passiert. Und es ist das Zentrum der Macht und des Konflikts, ganz klar. Die Toiletten, interessanterweise, du hast es ja eben auch gesagt, obwohl alles im Endeffekt das Ende in der Toilette findet, ist es ganz weiß dort. Reinheit sterilität wenn man das so nimmt die dort spielen und alle tragen auch dort weiß in diesem raum wenn man das so sieht ist es ja schon irgendwie absurd ja weil Ja andererseits kann man auch sagen ja hier geht es sauber zu Aber das ist schon eher ungewöhnlich für toiletten hat eher was von so einer klinischen kälte die dort herrscht Aber andererseits ist man da einfach auch ja nackt wenn man so nimmt ja rein weiß also von daher sehr spannend was sich dort auch dann Greenway ausgedacht hat. Und dann gibt es ja noch den Ort diese Bücherei, wo alles braun-orange ist. So eine Wärme, weil dort fliehen sie ja hin, die beiden, und erleben dort eine Zeit der Geborgenheit, der Intimität. Und natürlich ist das Ganze mit diesen Büchern auch was, wo hier Wissen steht und Intellekt steht. Aber das ist natürlich sehr, interessant, dass dass sich das tatsächlich da so durchzieht und dann auch in Kombination mit diesen Kostümen, die halt auch Stück für Stück immer ein bisschen was mehr aussagen. Und wenn man Georgina sieht, wie sie am Anfang gekleidet ist und wie sie am Ende gekleidet ist, sieht man auch, finde ich, dass sie sich entwickelt, dass die Person, die Persönlichkeit entwickelt, dass sie sich mehr traut, dass sie nicht nur, dass er halbnackt unterwegs ist. Ja, am Anfang war es ja Als es dann auf auf viel oder fast auf viel wieso hast du keinen bh an wieso hast du kein höchstchen an du schlampe du Was was fällt dir nicht ein jetzt musst du erst mal hier noch mal von mir gezügelt werden du so aber sie entwickelt sich Stück für Stück und strampelt sich da auch frei von dem zugeknüpften schüchternen ewe weib was trotzdem irgendwie dem Gatten Paroli bietet, bis es halt wieder vertrescht wird. Aber man sieht, dass sie sich da halt auch entwickelt. modischer unterwegs ist, bis halt zum Finale, wo sie logischerweise die Farbe der Rache schwarz trägt. Und das finde ich eben auch sehr interessant, abseits von dem, was da auf den Tellern und in der Küche passiert, dass es tatsächlich da so ein Gesamtkunstwerk gibt bis hin zur Farbstimmung und der Klamotte und Ja, man merkt dann halt tatsächlich in vielen Situationen Geht es ja auch Nacktheit und so weiter und sofort dass das das ja wirklich punktuell immer wieder betrachtet wird was da jetzt gerade wie wichtig ist Wo drauf er da auch der Greenway? sorgsam geachtet hat.
Daniel: Er komponiert den ganzen Film durch und das sieht man auch. Es gibt nichts, was im Zufall überlassen ist. Jedes Detail ist abgestimmt und ergibt ein Gesamtkunstwerk. Er hat noch einen anderen Film gemacht über Rembrandt, wo man auch sagen muss, ein Maler, der auch bis ins Detail seine Bilder stilsicher arrangiert hat. Das schlägt sich bei Greenway in den Filmen auch immer wieder. diese Stilelemente auch offensiv eingesetzt werden. Also dass man eben die Räumlichkeiten, die Farbe, eine spezifische Farbe haben, dass Personen durch diese Räume durchgehen und ihre Farben verändern. Also dass man eben auch das Gefühl hat, man ist in diesem filmischen Setting oder man ist auf jeden Fall in einer anderen Welt. Man hat nicht das Gefühl, es wird hier die Realität imitiert, sondern es wird eben ein Film über Phänomene gemacht, die wir auch in der Realität finden. Aber wir bleiben eben tatsächlich im Medium Film. Es ist wirklich ein... Er nimmt auf nichts Rücksicht. Auf keine Grenzsituation wird er Rücksicht nehmen, wenn er nur diesen Mann in die Finger kriegt. Dann kommen wir zur schlimmen Entwicklung. Das Speaker verfüttert alles Mögliche. Er versucht auch alles in Essen umzuwandeln. Am Anfang Exkremente, dann Knöpfe bei dem Jungen, den er da leider quält. Dann verwandelt er bei Michael die Buchseiten in Essen. Daran erstickt Michael. Sie sind alle tot. Dann will Georgina Rache nehmen. Jetzt kommt sie zu Richard und sagt, ob sie nicht Michael kochen könnte. Richard denkt, sie will Michael essen. Das kann man nicht machen. Das ist die absolute Entmenschlichung von dem Speaker, weil wir als Menschen, so wie wir uns seit der Aufklärung verstehen, sagen, ein Mensch ist den anderen nicht. Das ist etwas, was einem so nahe ist, da hält man Distanz zu. Sie will ihn aber dann... Sie zwingen ihn zum Cannibalismus.
Johannes Quirin: Ja genau die zwei liebenden werden natürlich erwischt wie es halt leider Gottes nicht Happy End sondern ein sehr wildes Ende gibt und wie du es gesagt hast er wird zwar quasi zwangsernährt bis er an diesen Büchern erstickt er soll diese Bücher fressen die er da vorher auch anderweitig verschlungen hat quasi und er wird dann wie gesagt zu Tode gefüttert mit Buchseiten Das ist natürlich auch kein schöner Tod. muss man natürlich auch so sehen. Georgina findet natürlich dann Michael dort und beschließt dann halt nach kurzer Trauerphase, jetzt nimmt sie so richtig Rache und es ist so wie du gesagt hast, sie kommt dazu Richard und der denkt, was will sie von mir? Es ist nun mal tatsächlich so, fast jeder Kultur ist Kannibalismus einfach ein kulturelles Tabu. Ja, es ist ein absolutes Nahrungstabu. Man ist keinen Menschen. Es gibt natürlich vielleicht noch ein paar kannibalistische Stämme, die es da irgendwo auf der Welt gibt. Früher hat man ja durchaus auch gedacht, wenn ich, sei es jetzt das Hirn irgendwie was von meinem, Herz von meinem getöteten Gegner esse, dann geht die Kraft über in mich. Das ist ja hier jetzt ganz anders gesetzt, sondern sie schnappt ihn sich und nagelt ihn tatsächlich fest, was das Großmolz-Speaker da von sich gegeben hat. Und dann wird er plötzlich ganz klein mit Hut, wenn man es so nimmt und sagt, das kannst du noch nicht machen und so weiter und so fort, versucht sich da auch zu wehren. Aber die ganze Küchenmannschaft ist auch dort vor Ort und unterstützt hier Georgina, dass da, ja aus die Vasallen von Speaker nicht mehr eingreifen können. Und auch der Einzug des Toten, gegrillten Michaels hat etwas so von einer Bestattung von einem Pharao oder von irgendwie was Königliches. Da wird jemand zu Grab getragen. Das ist natürlich ein bisschen anders. Man erschrickt auch vielleicht so als erstes, also es ist authentisch, es könnte tatsächlich ein gegrillter Mensch sein, wie ich finde. Also es ist wirklich sehr gut auch umgesetzt. Wobei ich kurzzeitig gedacht habe, wie hat er den zubereitet? Sah mir nach Fritteuse aus, aber so eine große Fritteuse habe ich vorher nicht gesehen. Jedenfalls sitzt Speaker da dann an diesem Tischlein und muss dann trotzdem ein Stück essen und wird dann aber auch ganz schnell erlöst. Denn die Georgina hat sich der Knarre, der Pistole ermächtigt, die er da noch hatte. Aber das hat ihm, wie gesagt, alles nichts gebracht. Und ja, kaum hat er diesen Bissen in den Mund geschoben, dann wird er auch von ihr erschossen. Und das ist im Endeffekt dann auch so der Schlussakkord dieses sehr speziellen Films mit unterschiedlichen Genussmomenten. muss ich dann auch so sagen ja jedenfalls schon sehr sehr verwirrend wie ich am eingang gesagt habe aber trotzdem etwas wo man da schon immer auch wieder dran bleibt und einfach auch durch diese visuelle opulenz möchte ich einfach mal sagen und auch vielleicht durch dieses inszenierte, Theaterinszenierte, Operetteninszenierte einfach auch dranbleiben.
Daniel: Auf jeden Fall. Man bleibt dran, noch mal auf Christoph Klotter zurückzukommen. Er hatte damals seinem Buchbeitrag dafür plädiert, irgendeine einfache logische Analyse an diesen Filmen ranzulegen. sagen, der Film will das und das sagen. Das ist die Quintessenz. Am Ende geht es darum, dass man seine Frau nicht schlägt. Der Film entzieht sich tatsächlich einer kompletten... ein einseitigen, eindimensionalen Logik, ja, Interpretation. Sondern er bleibt eben offen, er spricht eben vieles an. Auch diese letzte Sache, diese letzte Szene mit dem Karnivalismus, da hängen ja auch, also, können wir jetzt nicht alles aufdröseln, aber da hängen eben Fragen dran, die man länger drüber nachdenken Ja, also zum einen, wie kommt es, dass ein Speaker, also jemand, der eigentlich doch so archaisch sich gibt, dann solche Schwierigkeiten hat von diesem Toten, was zu essen. Er fängt dann wirklich an zu zittern und zu schwitzen und zu wimmern und möchte das nicht machen, muss mit vorgehaltener Pistole dazu gezwungen werden. Ich fand das auch eine eklige Situation. Auch wenn ich weiß, dass man das noch zubereitet, ist das eine beklemmende Sache, wenn man so denkt, man muss von so Menschen was essen. Wie kommt das? Man kann aus der Forschung auch sagen, es gab früher öfters Cannibalismus in dem Sinne, Menschen andere Personen gegessen haben, weil man gar nicht davon ausging, dass sie einem so nah waren. Man ging davon aus, es alles Barbaren oder irgendwelche Stämme Wenn da Fremde hinkamen, die gehörten einfach nicht dazu. Man hat also doch was anderes gegessen, was Fremdes gegessen. Aber wir würden ja heutzutage sagen, im Nachfolg der Aufklärung mit Menschenrechten, selbst Personen vom anderen Ende der Welt, die wir gar nicht kennen, denen unterstellen wir trotzdem, das sind Menschen, die sind wie wir und die sind uns so nah. dass sie die gleichen Rechte haben wie wir, Menschenrechte. Und dass man die eben nicht essen würde. Und das macht das Essen auch an sich aus. Dass wir ja nichts zu uns nehmen, was uns zu nah erscheint. Also wir essen keine anderen Menschen, wir essen unsere Haustiere nicht, selbst wenn wir irgendwie anderweitig Fleisch essen, ja. Da machen wir eine Grenze. Also man will nicht aus dem eigenen das eigene werden, sondern man will eigentlich was Fremdes in das eigene, in den eigenen Körper umwandeln. Also das ist irgendwie eine ganz interessante Paradoxie, die beim Essen drinsteckt. nicht verzehrt, was einem zu nah ist, sondern eher was weiter weg ist oder was eine gewisse Distanz einnimmt. die andere Frage, die in Kannibalismus-Szene noch mit drinsteckt, das wäre keine Kulinaris, sondern auch eine ethische Frage, eine Moralfrage, Georgina zwingt eben Albert dazu, zum Kannibalen zu werden. Und das ist eigentlich ein krasser Akt auch. Also das ist nicht nur eine Bestrafung von jemandem, der einem was angetan hat, sondern wir würden so mit unserem Rechtsverständnis, das wir so haben in Zentraleuropa, also im Vorherrschen, eigentlich sagen, das warten wir nicht vor einem Gericht. Eine gerechte Strafe ist nicht, dass man sagt, Sie haben Ihre Frau geschlagen, jetzt müssen Sie deren Liebhaber, Sie haben ihren Umgang, jetzt müssen Sie ihn aufessen. Also das erschiene uns doch auch als barbarische Strafe. darf dies, da ist die Frage, darf dies Unrecht, das Georgina erfahren hat, sie eigentlich selber zu einer so rachsüchtigen aggressiven Personen machen. Natürlich sympathisieren mit der Bestrafung von Speaker, ich alle, weil das diese unangenehme Person ist, aber rechtfertigt das diese Drastik der Strafe, des Zwangs zum Karnivalismus. Und sich mal zum Karnivalismus zu zwingen ist echt eine heftige Sache, wie ich eben auch mit diesen Sachen davor ausgeführt habe. Also das Ende bleibt moralisch offen, ambivalent und gibt Ich würde jetzt gleich zu meinem Fazit kommen. den verstandenen Christoph Klotter zu ehren, möchte ich einen Satz aus seinem Aufsatz zitieren, den er zu diesem Film geschrieben hat. Er schrieb da, Dieser Film diese starke philosophische Frage und Hypothese an Essen und Trinken, am kulinarischen. Das ist etwas, was wir Tag für Tag praktizieren und was hier auf so eine schöne Art Weise gezeigt wird und gleichzeitig auch zerrissen wird. Das ist aus meiner Perspektive ein Film, den man gesehen haben sollte. Es 4 von 4 Gängen. Auch von der Ästhetik ist es ein besonderer Film. So einen Film sieht man sonst nie wieder. Das wir nicht nochmal sehen beim Kulinarischen Kino. Es stecken viele Fragen drin. Das ist gut gespielt von Aulen, Schauspielern. Essen und Trinken spielt eine wichtige Rolle. Also 4 von 4 Gängen. Du am Anfang, als ich letzte Sache thematisieren will, gefragt, würde dieser Film heutzutage noch schockieren? Und ich würde sagen, ja, wieder. Ich habe den Film früher mal in den Seminaren gezeigt oder besprochen. In dem 2010er, 2011er. 2010, 2011, 2012, da war das alles kein Problem. Und dann fing das an, einmal bei Studierenden wieder zum Problem zu werden. Nicht bei allen, das war immer eine rege Diskussion. Aber einige haben sich total getriggert gefühlt. Von den Sex-Szenen, von den Grenzüberschreitungen. Sex in der Speisekammer, nackte Personen, was hat das zu suchen? Die Gewalt, die drin eine Rolle spielt. Also, ich denke schon, der Film ist etwas, an einen rangeht. Und da muss man Erwachsenen mit umgehen können. Er zeigt, dass schöne Welt des Kulinarischen nicht nur Eitel Sonnenschein sondern dass viele schwierige Fragen des Lebens mit verknüpft sind. Ich habe mich gefreut, mit zu besprechen. Aber wer sich anschauen will, der sollte sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt gefasst machen. Johannes Quirin (1:04:42) Ja so ist es die emotionale achterbahnfahrt vielleicht das was du jetzt gerade beschrieben hast vielleicht zieht noch mal mehr prüderie ins land dass man angst hat vor nackten körpern oder vielleicht sogar vor kannibalismus wobei wie gesagt ich habe sie auch gesagt das ist ja sehr ästhetisch dargestellt künstlerisch das ist ein künstlerisches Gesamtkunstwerk und unter diesem aspekt sollte man sich den film vielleicht auch einfach oder sollte man den film auch betrachten und Ich wiederhole auch das noch was ich eben auch gesagt habe ich glaube so eine einführung schadet bei diesem film durchaus nicht ich sehe es wirklich wie ein theaterkunststück oder theaterabend Auf den bei dem man vorbereitet wird und Vielleicht auch das ein oder andere erklärt bekommt damit man auch drauf achten kann von daher Das, was du gesagt hast, kann ich nur unterstreichen. Opulente, tolle Schauspieler, Gesamtinszenierung, technische Perfektion, man einfach aussagen, Kostüme, Kamera, Musik. Also, das ist schon alles auch etwas, für den Zeitpunkt, wo er gedreht worden ist, auch nicht unbedingt immer ganz üblich war. Das muss man einfach auch sehen. Also von daher finde ich das schon sehr brillant, wie das umgesetzt worden ist. Ich bin ja immer so jemand, dann auch das Essen wertschätzt. Das wurde ja hier sogar auch von, ich hab's ja gesagt, ich hab jetzt auch noch mal versucht, rauszufinden, wer es war, von einem italienischen Koch, Loccarelli, glaube ich, wenn ich's jetzt, ich hab's jetzt doch nicht mehr hier, gekocht wurde. Also das deutet ja auch darauf hin, man hat hier tatsächlich einfach viel Wert auf die Inszenierung gelegt. Die Handlung wird da vielleicht manchmal so ein bisschen zur Nebensache. Auch wie gesagt, wenn die schauspielische Leistung top ist. Und es ist halt wirklich verstörend an manchen Situationen. Und man denkt dann halt, was will die Kunst mir jetzt oder der Künstler mir damit sagen. Ich bin jetzt kein Kunst-Banause. Ich bin aber auch nicht unbedingt jemand, der Kunst immer verstehen muss oder will, aber ... Jeder kann ja mit Kunst irgendwie unterschiedlich etwas anfangen. Und das ist hier sicherlich bei diesem Film auch. Es ist ein künstlerisches kulinarisches Kino. die drei Ks, könnte man da sagen. Dir sind es vier Gänge wert. Du hast auch vielleicht schon eine längere Beziehung zu diesem Film aufgebaut. Und somit natürlich da auch einen gewissen kulturellen Vorsprung. Von daher, für mich ist es so etwas, wo ich sage, ja, kann man sich anschauen. Muss man vielleicht nicht unbedingt anschauen. Ich find's schade, wenn man's nicht tut, das muss ich tatsächlich sagen. Aber ich hätte ihn mir nie angeschaut, wenn du ihn nicht empfohlen hättest. Ganz einfach, weil das doch etwas ist, was nicht unbedingt direkt auf der Liste der Filme steht, die man da sich anschaut. Ist vielleicht auch ein bisschen in Vergessenheit geraten obwohl er finde ich aktueller immer noch ist also so macht Spiele wie benehmen sich manche Menschen vor allem Männer Mittlerweile auch wieder in dieser Welt das finde ich kann man hier auch wunderbar sehen Und deswegen sage ich keine vier gänge keine drei gänge sondern 2,5 gänge gebe ich dem ganzen weil wie gesagt man kann ihn sich anschauen sollte ihn sich vielleicht auch anschauen aber muss ich darauf gefasst machen dass es nicht unbedingt etwas ist was einen nicht verstört zurück lässt Daniel (1:08:45) Also sehr schön, wie er mal diplomatisch umschrieben. Johannes Quirin (1:08:50) Ja und Daniel (1:08:53) Die nächsten Filme suchst du ja wieder aus und du hattest im Vorfeld eine Überraschung mit dabei. Johannes Quirin (1:09:01) Ja, eine Überraschung und einen Film ausgesucht, genau. Vielleicht, hier wurde sehr opulent mit dem Essen umgegangen, es wurde auch einiges an Essen verschwendet, auch wenn man jetzt da dran denkt, dass der Karnibalismus ja nicht salonfähig ist. Trotzdem wurde jetzt ein schön arrangierter menschlicher Braten dort nur mit einem kleinen Stück gewertschätzt und sicherlich hat der Koch da sehr viel Zeit reingegeben und somit wurde natürlich Auch wenn man es nicht esst, ist ein Essen verschwendet. Wie gesagt, auch noch einiges andere wurde in diesem Film als Essen verschwendet. Und deswegen dachte ich, wir beschäftigen uns tatsächlich mit Essensverschwendung. Taste the Waste ist ein Dokumentarfilm. Wir hatten ja schon einen Dokumentarfilm dieses Jahr. Aber dieses Mal ist es ein etwas anderer Film, der sich tatsächlich mit der Essensverschwendung... beschäftigt intensiv beschäftigt und da dachte ich wir nehmen uns da tatsächlich auch jemanden dazu die sich damit noch besser auskennt mit diesem thema wie man diesem thema essensverschwendung nicht wie wir beide wir würden es einfach aufessen ja damit nichts verschwendet wird sondern ich habe da an jemand gedacht die du auch kennst sie auch mit dabei war als wir uns kennengelernt haben sie war eigentlich ja auch die Initiaturin, dass wir uns da damals bei Vincent Kling im Rahmen der Slow Food Messe in Stuttgart getroffen haben. Esther Kern, eine geschätzte Autorin, Köchin und letzten Endes Spezialistin, wenn es darum geht, Essen nicht zu verschwenden. Leaf to Root ist ihr erstes Buch gewesen, das sich damit beschäftigt, wie man tatsächlich Gemüse komplett verwerten kann. Dinge, die man normalerweise wegwirft, auch entsprechend umsetzt. Und sie hat sich da auseinandergesetzt. Und deswegen denke ich, macht es auch Sinn, mal noch jemanden hinzuzuholen. Nicht nur, dass wir zwei über diese Themen fabulieren, sondern auch jemanden, der sich damit auskennt. Und dann einfach unsere Runde auch nochmal inhaltlich sicherlich. auf ein ganz anderes Niveau bringen wird wenn es hier Essensverschwendung geht. Daniel (1:11:26) Das ist eine tolle Ausmalung. Es ist eine profilierte Person, die scharmant im Umgang Sie klug und gewitzig. Sie eine sympathische Person. Ich freue mich wirklich darauf, dass sie ausgesucht hast und dass mit ihr zusammen reden. Das wird ein schöner Filmabend. Johannes Quirin (1:11:46) Ja, das denke ich auch und da freue ich mich genauso drauf und ja, da bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, das was ich immer sage, denkt dran, manchmal sind die besten Geschichten die, die beim gemeinsamen Essen entstehen.
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