Folge 17: Kiss the cook - Chef

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir über den Film "Kiss the Cook (Chef)" und die Frage, was passiert, wenn ein Kritiker nicht nur das eigene Lebenswerk zerreißt, sondern dabei auch einen wunden Punkt trifft. Wir diskutieren, wie ein Koch seine Leidenschaft verliert, durch eine öffentliche Social-Media-Schlammschlacht alles aufs Spiel setzt und am Tiefpunkt gezwungen ist, ganz von vorne zu beginnen. Auf der Reise durch Amerikas Foodtruck-Welle entdecken wir kulinarische Vielfalt, Authentizität und die Bedeutung von Geschmack, Handwerk und Familie. Wir reflektieren, wie Kochen als männliche Beziehungsarbeit funktionieren kann und warum Essen immer auch Erinnerung ist. Am Ende bleibt die Frage: Kann ein einfaches Sandwich ein ganzes Leben verändern?

Takeaways

  • Die Entwicklung der Food-Truck-Bewegung und ihre Bedeutung für die kulinarische Vielfalt
  • Die Rolle sozialer Medien bei der Vermarktung und Kritik von Essen
  • Die Bedeutung von Handwerkskunst und Authentizität in der Gastronomie
  • Der Konflikt zwischen künstlerischer Leidenschaft und wirtschaftlichen Zwängen
  • Die Bedeutung von Tradition und Innovation im Kochen

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Jon Favreau

https://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Favreau

Roy Choi

https://de.wikipedia.org/wiki/Roy_Choi

Food Truck

https://de.wikipedia.org/wiki/Food_Truck

Dustin Hoffman

https://de.wikipedia.org/wiki/Dustin_Hoffman

Robert Downey Jr.

https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Downey_Jr.

Scarlett Johansson

https://de.wikipedia.org/wiki/Scarlett_Johansson

Cubano (Sandwich)

https://de.wikipedia.org/wiki/Cuban_Sandwich

Beignet

https://de.wikipedia.org/wiki/Beignet

Pasta aglio e olio

https://de.wikipedia.org/wiki/Spaghetti_aglio_e_olio

Social Media (Twitter/X)

https://de.wikipedia.org/wiki/X_(Plattform)

Big Night (Film)

https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Night

Sideways (Film)

https://de.wikipedia.org/wiki/Sideways

Boiling Point (Film)

https://de.wikipedia.org/wiki/Boiling_Point_(2021)

Mehr Infos zu Dr. Daniel Kofahl unter: https://www.apek-consult.de/team/dr-daniel-kofahl/ - Kontakt: Kofahl@apek-consult.de

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Musik Intro/Outro von Diana_Production_Music über Pixabay

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Johannes: Was, wenn der Kritiker, der dein Lebenswerk verreißt, eigentlich recht hat? Wenn er nur ausspricht, was du selbst schon lange spürst, dass deine Leidenschaft weg ist. Herzlich willkommen bei Filme und Fressen. Heute geht es einen Koch, der sein Feuer, seine Leidenschaft verloren hat. Und über die unbequeme Wahrheit die ihn zwingt ganz von vorne anzufangen. Wir sprechen über Kiss the cook aus dem Jahre 2014 und natürlich wie immer mit dabei an meiner Seite Ernährungsoziologe Dr. Daniel Kofal, unser Food Truck Philosoph. Hallo Daniel.

Daniel: Lieber Johannes, herzlich willkommen. Danke für die schöne Einführung. bist ja unser wichtigster Genuss-Experte im deutschsprachigen Raum. Ich bin also gespannt, was du zu unserem Film zu erzählen und vielleicht zu kritisieren hast.

Johannes: Ja, ein Rappel voller Foodtruck erwartet uns und wer diesen Film noch nicht kennt, der braucht natürlich wie immer die knackige Zusammenfassung. Worum geht's eigentlich bei Kiss the cook Es geht Karl Casper Das ist der Chef de cuisine im angesagten Restaurant Gauloises in Los Angeles. Ein Mann, der wirklich fürs Kochen lebt. Das Problem? Sein Boss Riva, gespielt von Dustin Hoffman, lässt ihn seit Jahren nur das immer gleiche, Menü kochen und wirkt jede Kreativität ab. Als ausgerechnet der berühmte Food-Kritiker und Blocker Ramsay Michael ihn daraufhin in Grund und Boden schreibt, platzt Karl der Kragen und er liefert sich mit dem Kritiker eine öffentliche Schlammschlacht auf Twitter, dessen Reichweite er komplett unterschätzt. Der Streit geht viral, kostet ihn den Job. und macht ihn zum Gespött der Stadt. Am Tiefpunkt folgt Karl seiner Ex-Frau Ines nach Miami. Dort hat er das Kochen auch für sich damals kennengelernt und hat dort das erste Mal auch gekocht. Jetzt ist es so, dass deren erster Ex-Mann Marvin, herrlich gespielt von so einem schmierigen Robert Downey Jr., überlässt ihm einen verrotteten Foodtruck. Und gemeinsam mit seinen treuen Sous-Chef Martin und seinem elfjährigen Sohn Percy, zu dem er ein reichlich unterkühltes Verhältnis hat, bringt Karl die rollende Küche El Jefe auf Vordermann. Die Spezialität, kubanische Cubano-Sandwiches, sind tatsächlich kubanisch, auch wenn der Name es tatsächlich schon sagt. Doppelt hält besser in diesem Fall. Dazu frittierte Jukka und Beignets. Und natürlich auch noch andere leckere Dinge, die sie dann immer mal wieder auf die Karte aufbauen. Auf dem Road-Trip von Miami quer durch die Südstaaten zurück nach LA geschieht das kleine Wunder. Sohn Percy vermarktet den Truck geschickt über Social Media, überall bilden sich Schlangen und Carl findet nicht nur seine Leidenschaft fürs Kochen wieder, sondern auch zurück zu seinem Sohn und seiner Familie. Ein Wohlfühlfilm, der glücklich und sehr, sehr hungrig macht.

Daniel: Johannes, vielen Dank für die schöne Zusammenfassung. Du hast uns diesen Film ausgesucht. Als Antwort auf die langsamen Filme, die wir zuletzt gesehen haben. Magst du einmal kurz sagen, was dich zu dieser Auswahl bewogen hat? Und ob es das erste Mal ist, du diesen Film gesehen hast? Oder ob früher schon mal angeschaut hast?

Johannes: Ich habe ihn tatsächlich schon mal irgendwann gesehen, aber das ist schon länger her. Ich weiß schon gar nicht mehr ganz genau wann das war. Es war nicht 2014, es war irgendwann danach. Also ich habe ihn nicht im Kino gesehen und im Endeffekt ist es ja jetzt auch nicht unbedingt ein ganz ganz schneller Film. Der Roadtrip bringt Bewegung rein. Es war etwas mehr Bewegung als die Jahreszeiten in unserem Gartenfilm vom letzten Mal. Aber letzten Endes ist es ein Film, wo es ums Essen geht, sowohl jetzt im Fine-Dining-Bereich, aber auch ganz klassisch einfach authentische Länderküche. Und da bietet natürlich Amerika ein buntes Potpourri. Das ist ja wirklich immer die verschiedenen Einflüsse, die dann sich hier auch zumindest mal kubanisch niederschlagen, aber dann wandert natürlich auch zum Beispiel so ein Beignet mit rein, was ja eher dann französisch ist, etc. Also von daher ist es wirklich sehr, sehr schön. Ich habe zudem auch einen Film gesucht. zu dem ich auch ein kleines Menü kochen kann. Das habe ich hier getan. Ich hatte eine Freundin zu Besuch, die den Film gerne auch sehen wollte und natürlich wie gesagt auch daraus was essen wollte und das haben wir dann auch gemacht. Also wir haben uns zuerst mal die Bäuche voll geschlagen und dann den Film geschaut und dann war ich auch überrascht, dass es gar nicht so schlecht aussah, was ich gemacht habe.

Daniel: Sehr schön. Ich kann von mir sagen, dass ich den Film auch schon mal gesehen habe. Ich glaube sogar, ich habe ihn im Kino gesehen, als er rausgekommen ist. zwar deswegen, weil er ja wirklich ein damals zeitaktueller Film gewesen ist. Er ja als Food Truck-Film rausgekommen zu einer Zeit, wo diese Food Trucks ja eigentlich so als Innovation gehandelt wurden. Klar, wird auch immer wieder von Imbisswagen in der deutschen Übersetzung gesprochen. Aber es war ja irgendwie noch mal so eine neue Mode, dass man sagt, kommen diese Food Trucks, diese mobilen... Restaurants, die Straßen, auf die Plätze, auch zu Foodfestivals. Das eine Weiterentwicklung des bisherigen klassischen Imbisswagen. was ich sage mal, so Witwe-Bolte, die Hähnchen verkauft oder der Pommeswagen. Das natürlich auch eine spannende Frage, ob das tatsächlich irgendwie so eine neue Entwicklung ist oder ob das eigentlich nur was Bekanntes in neuem Design ist. genau, tauchte damals ja irgendwie so auf, diese Foodtruck-Bewegung, auch die Vielfalt nahm natürlich zu und es gab auch diese Festivals, die eben dann was ganz Neues waren, wo man auch da hingeht, sich einfach so durchzuschlemmen. weiß noch, dass von meinen Eltern und auch in dieser Generation, wo ich Kind war, oft, wenn es Kirmes war oder Jahrmärkte waren oder irgendwelche Mittelaltermärkte, dass dann noch so abfällig manchmal gesagt wurde, ja, das verkommt so ein bisschen zu so einem Fressfestival, da steht ein Fressstand neben dem anderen, es gibt gar nichts mehr so andere. Das Essen gehörte dazu, aber war noch nichts, dem man so einem eigenen Wert zugesprochen hat. Diese Food Trucks sind ja eigentlich das Material, aus dem diese Festivals bestehen. Wo man da tatsächlich nicht mehr hingeht, weil daneben ein Fahrgeschäft ist oder irgendjemand was Getöpfertes verkauft oder auf dem Weihnachtsmarkt irgendwelche selbstgehorstelten Sterne oder was man da hinstellt. Sondern man geht eben hin, das gute Essen zu probieren. Das wurde auch aufgewertet und dazu passte dieser Film. Ich weiß, dass ihn angesehen habe, weil ich mich mit dem Thema beschäftigte. Ich muss trotzdem sagen, ich habe dann, obwohl ich mir den Titel gemerkt habe und noch wusste, dass es einen Koch gab, mit dem Truck durch die Gingfuhr, nicht mehr oft dran gedacht und hatte die Handlung schon wieder vergessen. Ganz klar, ich sagen. Für mich war es auch ein neues Sehen. Ich war eigentlich ganz gespannt, als wir dann in diesen Film starten. war fast schon überrascht, dass er ja eigentlich im Restaurant beginnt. Wir sehen ja am Anfang erst mal, wie Karl Kaspar in der Küche steht und erst mal alleine für sich kocht. Nachher kommt noch ein Team dazu, aber wir beginnen eigentlich in der stationären Gastronomie. Das ist so der Ausgangspunkt und wo dann auch diese Foodtruck-Geschichte dann ja als Kontrastfolie bisschen zuentwickelt wird.

Johannes: Genau, ja. Also da haben wir vielleicht auch genau das, was ja lange die Gastronomie außerhalb der Restaurants auch Deutschland geprägt hat. Man hat halt Imbiss. Ein Imbiss ist halt was Stationäres. Der ist nicht beweglich gewesen. Das gab es in Deutschland lange Zeit nicht. Und wenn man nach Amerika geschaut hat, da war es durchaus schon üblich, dass es da zumindest mal bei Hotdogs oder vielleicht auch bei Tacos mobile Wägen gab. Sei es jetzt auch nur ein Fahrrad oder ein Wagen, den man geschoben hat oder ähnliches. Aber das war ja durchaus ... Jetzt nicht in diesem Ausmaß, da so ein Truck kommt, sondern einfach halt ein kleines Wägelchen, der sich bewegt hat, im Park vielleicht ein Hotdog verkauft hat oder eben was anderes. Und das gab es ja tatsächlich in Deutschland nicht. Und es ist so, wie du sagst, diese Welle schwappte plötzlich dann hier rüber und man hat dann Burger, hat Koreanisch, man hat Asiatisch, man hat Mexikanisch, man hat, man hat, man hat also plötzlich eine Vielzahl an verschiedenen Wägen gehabt, die es da gibt. Es gab auch mal kurzzeitig eine Serie dazu, so eine, ich würde jetzt mal sagen, Game Show für Köche, weiß gar nicht, ob Tim Meltzer da auch mitgespielt hat, als Moderator und Coach, der verschiedene Food Trucks da irgendwie durch Deutschland geschickt hat und dann haben die miteinander gekämpft, nachher irgendwie, sehr wahrscheinlich, den eigenen Food Truck gewinnen zu können oder so was. Also das war tatsächlich so dieser Höhepunkt. Und das ganz interessante ist ja, Der Schauspieler von Karl Kasper, das ist John Favreau, der ist Hauptdarsteller, war Regisseur, Drehbuchautor und auch Produzent. Und er hat tatsächlich für diese Rolle auch das Küchenhandwerk gelernt. Er war nämlich bei so einem Foodtruck-Pionier aus Amerika, Roy Joy, der da unterwegs war irgendwie immer. Und der hat ihn da richtig mal rangeholt, in einer Woche oder in zwei Wochen Kochschule, wo dann der Favreau-Messerführung entsprechend gelernt hat und so weiter und so fort also der joy also sein coach im endeffekt hat nachher gesagt also der hätte sich ganz super in diese küche eingefügt als ob er nie etwas anderes gemacht hat also deswegen sieht man auch tatsächlich hier keine handdubels oder ähnliches sondern das ist alles der kahl in anführungszeichen also der john der dort fleisch mariniert sandwich press schneidet hackt et cetera pp und das ist natürlich auch sehr interessant gerade wenn es auch in der Küche startet, wo er versucht, seine Leidenschaft, seine Kreativität, am Anfang wieder zu gewinnen. Man denkt ja, wow, was ist das für ein Koch, der sprüht ja voller Inspiration und will wieder ein ganz neues Menü hier auf den Tisch bringen, ohne zu wissen, dass er eben seit Jahren eigentlich immer das gleiche langweilige Menü kocht. Und hier wird er nochmal getriggert, plötzlich ein Kritiker kommt, der sehr viel bewegen kann und deswegen will er ihm ein ganz eigenständiges neues Menü kredenzen, was aber auch schon so ein bisschen diese kubanische Einschläge hat. Da spricht er ja hier vom Schwein und was weiß ich. Also da kommen schon diese ersten kleinen Hinweise in Richtung Kuba. Aber letzten Endes ja, so viel Kreativität, wie er haben. kann oder möchte, eben, ich hab's ja eingangs gesagt, nicht gewünscht von seinem Chef, gespielt von Dustin Hoffmann, der sagt, nee, die Leute kommen hierher und wollen nicht irgendwie was Neues essen, die wollen. Klassische französische Küche ist es im Endeffekt, was er da zaubert und kocht. Also sicherlich nicht schlecht, aber halt nichts Besonderes, wo man auch sagt, wow, da geh ich gerne hin, sondern es sind halt einfach Dinge, die er schon seit x Jahren auf den Teller zaubert und er würde gerne wieder mehr Kreativität an den Start bringen aber darf es einfach nicht und das ist so der Beginn des Films dass man sieht okay ist es ein Koch der sprüht der hat irgendwie das Feuer lodert noch irgendwo aber es wird ganz schnell gelöscht und ausgetreten ja

Daniel: Dass diese Szenen da gewesen sind, wo gezeigt wurde, die Verarbeitung abläuft, das Handwerk, das ist mir auch aufgefallen, da musste ich auch sofort an dich denken und dachte, das ist bestimmt auch was, was dich anspricht und ich muss auch noch, mich hat das auch angesprochen, weil wirklich, also es gibt viele Arbeitsschritte, die gezeigt werden, auch mit Nahaufnahme und schön ästhetisch inszeniert, ausgeleuchtet. Ja genau, man bekommt auch Lust, dieses Handwerk auszuüben und es ist auch eine Anerkennung da, so gut wie das von der Hand läuft, ist also... Eine schauspielerische Leistung ist fast zu wenig gesagt. er gelernt hat, das etwas, er als Identität mit reinbringen konnte. Ich man die ganze Zeit in einen Kochprozess reingeholt. Wenn wir in der Küche sind, sehen wir Anfang den Konflikt mit dem Gastronomen. Das finde ich sozialogisch ganz interessant. Wir sehen zwei Welten, die in der Küche aufeinanderprallen. sehen auf der einen Seite den Koch, der was kochen will. Das wird auch thematisiert. mal ein Feuer gehabt, eine Leidenschaft. für das Thema, für die Handlungen, für das Phänomen. Und auf der anderen Seite sehen wir den Gastronomen, der an Umsatz interessiert ist, also an Zahlen. Also muss es irgendwie sich rentieren, muss eine Sicherheit da sein. Es ist eben dann keine Kunst, sondern es ist Betriebswirtschaftslehre in Reihenform. Von der Filmlogik, würde ich sagen, war ich da bisschen irritiert, weil dieser Gastronom, der aus meiner Perspektive im Laufe des Films und hier auch mehrfach eigentlich Entscheidungen trifft, die von wirtschaftlicher Ahnungslosigkeit oder fehlenden Gespür gezeichnet sind. Also dass er oft darauf besteht, dass eben dieses immer gleiche Menü gekocht wird und sich das ja nachher in der Kritik, in der vernichtenden Kritik, die kommt ja eigentlich nur negativ auf das Restaurant auswirken wird und er selbst dann daran festhält, fand ich kaum nachvollziehbar, muss ich ehrlich sagen. Und ich fand auch ein bisschen schwierig, diese, aus meiner Wahrnehmung, Karl ja eigentlich jahrelang irgendwie das Gleiche kocht und da irgendwie dieses Feuer, diese Glut, die er vielleicht noch hatte, eigentlich nicht so durchsch- Aber dann, weil dieser Restaurantkritiker dann irgendwie so angestachelt ist, dann irgendwie so voll aus der Bahn zu scheren, nochmal aufzudrehen. Aber kann ja sein, dachte ich mir vielleicht auch der Restaurantkritiker, der sich ankündigt, das ist eben dann auch so ein Ereignis, wo dann so eine wichtige Person kommt und von der will man sich ja vielleicht auch nochmal beweisen. Weil das finde ich das Zeichen dieser Filme ja auch von Anfang bis zum Ende, dass Es gibt nur den Koch, den Gastronom, sondern auch das Publikum in Form des Kritikers. Das ist ein ambivalentes Wechselspiel zwischen Künstler und seinen Kritikern. Carl möchte die Aufmerksamkeit haben, er möchte das Lob haben, aber er über ungerechte Kritik empört oder erboßt. Oder er fühlt sich zu Unrecht angemacht und kann nicht ohne den Kritiker leben. Er braucht diese Anerkennung. Der Kritiker braucht den Koch als Referenzpunkt, weil er selber kocht nicht, sondern muss was schreiben. Aber er will sich nicht anbiedern. Andererseits wirbt er sein Publikum damit, dass er dann mal zuspitzt und über die Stränge schlägt. Das zeigt dieser Film auch mal. Wenn wir am Anfang noch eine andere kulinarische Szene in den Blick nehmen wollen, die mir aufgefallen ist, dann ist das, dass Karl Kaspar einmal mit seinem Sohn einkaufen geht. Und da suchen sie dann Produkte aus. Und dann will der Sohn unbedingt Popcorn haben. Und dann sagt Karle, zu ihm, ja, guck doch mal hier, also wie kannst du jetzt Popcorn wollen? Das ist ja wie leere Kohlenhydrate mit Zucker oder Salz. Also ein standardisierter Bullshit, sag jetzt mal. Und hier hast du so eine tolle Frucht, was du damit alles schmecken kannst, was da für Aromen drin sind. Und ja, aber merkt man auch, also der Sohn ist von der Frucht erstmal nicht begeistert. für rein rationale Argumente ist das dann eben doch nicht empfänglich. Und auch nicht empfänglich für die Sinnlichkeit, da drin steckt. Sie essen dann am Ende beide. und das fand ich auch ganz schön, weil Karl Kaspers natürlich irgendwie Recht hat und er weiß auch worüber er spricht. Aber er schafft es in diesem Moment noch nicht seinem Sohn zu vermitteln, warum die Frucht das spannendere Produkt ist. Und im Laufe des Films werden wir sehen, dass ihm das besser gelingt, seine Kochpassion, also seinen Sohn, zu dem er in dieses distanzierte Verhältnis im Moment noch hat, weiterzugeben. Aber Sinnlichkeit, auch kulinarische Sinnlichkeit, das sehen wir in dieser Szene, lässt sich nicht allein durch ... Rationale Argumente vermitteln. kann nicht auch Kindern sagen, hier du sollst keine Schokolade essen, keine Süßigkeit, hier ist die Ernährungspyramide, das ist gesund, weil das irgendwie Kohlenhydrate sind, hier sind Vitamine drin, Spurenelemente. Bitte ist das und nicht das andere. Das funktioniert eben nicht, sondern Geschmack, das werden wir in diesem Film sehen, muss anders vermittelt werden.

Johannes: Durchs Erleben, durchs Schmecken, das sieht man ja dann auch dann durchaus später. Es ist halt so ein zwiegespaltenes Verhältnis zwischen den beiden. Der Sohn will ja eigentlich gerne teilhaben, was der Vater da so macht. Und er nimmt ihn halt nur widerwillig jetzt halt mit, weil es nicht anders geht, auf den Markt. Aber er sagt immer, ist jetzt Job, nervt mich nicht. Und nimmt ihn gar nicht so mit an der Hand. Und ich könnte mir einfach auch sagen, okay, gut, was erzählst du mir jetzt hier über dieses Obst? Also das ist auch so ... Quasi so eine Antihaltung vielleicht auch zu spüren, sagen, also jetzt nur weil du meinst, dass das jetzt gesünder ist, dann nehme ich das nicht. Auch wenn es mich interessieren würde, vielleicht wie diese Frucht schmeckt, ich noch nie probiert habe. Aber das ist auch so ein bisschen so eine Antihaltung. Dann hat man vielleicht auch so den umgekehrten Schluss, wo er der Kritiker ist und sein Sohn ist quasi der Koch, der die Kritik abkriegt, ja, für das, was er tut. Und du hast ja auch so gesagt, hier Kritiker und Künstler. Hier finde ich in dem Film, dass das tatsächlich auch natürlich der böse Kritiker in Anführungszeichen ist, aber weniger der arme Künstler, der diese Kritik einsteckt. Weil, für meinen Geschmack, ich hab's eingangs ja auch gesagt, sagt er einfach das, was ja wirklich wahr ist. Der Kritiker schreibt ja so ungefähr so sinngemäß, Karl sei früher aufregend und mutig gewesen und koche heute nur noch müde, satt und auf Nummer sicher. Und das Bittere ist ja wirklich, er hat Recht. Und das weiß Karl eigentlich ja auch. Deswegen wollte er dieses Menü machen. Aber er hat die Leidenschaft oder... Das Engagement, sich da durchzusetzen, komplett verloren. Er knickt ja einfach ein, als sein Chef der River sagt, wir machen das so wie immer, fertig, Ende, Schluss, aus. Und dann kocht er ja immer wieder das gleiche brave Menü und selbst, wie du auch gesagt hast, als der Kritiker da ist, ihm das serviert, obwohl er weiß, das funktioniert nicht. Und er spürt, glaube ich, halt auch, dass er sich selbst verraten hat. Seine kreative Koch-Ehre. vielleicht und dann brennt es ihm halt durch. glaube, das war so halt der Tropfen, der das fasst oder in dem Fall den Kochtopf zum Überlaufen gebracht hat, dass er dann so stark reagiert, dass er sagt, hey, du kleines Würstchen, du hast ja gar keine Ahnung vom Kochen und weißt ja nicht mal, wie was zu schmecken hat und traust dich hier so eine Kritik, die mich persönlich trifft, weil ich weiß, dass es so ist. Er hat ja Recht, was er schreibt, aber Dem zeig ich jetzt was Sache ist. eigentlich nicht wütend auf den Kritiker, könnte man sagen. Er ist vielleicht auch wütend auf sich selbst und will es dann beweisen, dass er es doch noch kann, wo er dann nach Hause geht und alles kocht. Ich meine, das ist eigentlich schade. Er hat das komplette Menü dort gekocht, sieht alles super lecker aus, fehlt eigentlich ja nur noch, dass er es in die Kiste packt, ins Restaurant fährt und sagt, so, jetzt probier mal das, du kleiner Idiot. Aber nein, er geht hin und langt ihm verbal eine, dass sie sich nicht brügeln, da hat es einem irgendwie gefehlt und Das kostet ihn halt natürlich alles, seine Karriere und alles. Aber was so ein Tiefschlag war, war für ihn ja auch in Anfang dann tatsächlich so in den nächsten Schritten. Klar, hat sich mal irgendwie sortieren müssen. Aber dann war für ihn plötzlich klar, auch mithilfe seiner Frau, geh mal zurück zu deinen Wurzeln. Geh mal zurück dorthin, wo du angefangen hast, was dir Spaß gemacht hat, was dich so angetrieben hat. Und hat alles verloren, seinen Job, seinen Status, die Sicherheit und findet eben dann ... Dorthin zurück, wo er überhaupt Koch geworden ist. Und das ist natürlich auch extrem spannend, ja. Vielleicht hat ihn das schon beschäftigt. Er hat sich nur nicht getraut, tatsächlich diesen Schritt zu gehen und zu sagen, hey, Riva, du kannst mich mal, ich mach jetzt hier den Scheiß nicht mehr. Entweder wir machen jetzt das, was ich will, oder ich gehe. Und das macht er ja nicht. So, jetzt kommt eben diese Kritik. der Anstoß, der ihm schwarz auf weiß hinführt, das was ich hier mache, ich verbiege mich und ich machs trotzdem und ich verrate mich selbst und jetzt bin ich so empört darüber, dass er Recht hat, dass er es mir einfach vor die Augen und nicht nur mir, sondern auch allen anderen gezeigt hat, vor Augen geführt hat, was mit mir los ist, was ich für eine Wurst bin, dass ich nicht den Mut hab zu sagen, hey, wir machen jetzt hier meine Küche oder gar nicht und ich geh woanders hin. Und das war für ihn natürlich eigentlich auch so. der Stoß aus der Komfortzone raus. Weil wenn der Kritiker gesagt hätte, ja klassisch solide, dann wäre er immer noch in diesem Restaurant und würde dieses Menü immer noch kochen. Und das kann man sicher auch durchaus bei sich selbst beobachten. Aus der Komfortzone rauszugehen, sich bewusst zu verändern, ist ja extrem schwierig. Weil man sich natürlich gerne irgendwo einnistet und es sich gemütlich macht. Anstatt dass man dann vielleicht tatsächlich noch mal sagt, Moment, was mache ich gerade hier? Ist es das, was ich eigentlich machen will? Und nur weil ich jetzt Sicherheit habe, dies oder jenes, warum gehe ich jetzt nicht den Schritt und sage, stopp, das möchte ich nicht, sondern ich will gerne nochmal was anderes machen und ich möchte es gerne anders machen und sage adios. Und diesen Schritt geht er ja nicht, sondern er wird im Endeffekt dadurch gezwungen, Schritt zu gehen.

Daniel: Ja, genau. sehen hier eine Möglichkeit, umzugehen mit so einer Krisensituation. ist natürlich auch als Zeitanalyse spannend zu sehen, weil wir selbstverständlich sehen, dass Menschen sich in Abhängigkeitsverhältnissen befinden. Und als Koch ist es eben auch so, dass man oft in einem Angestelltenverhältnis ist. Man hat irgendwie einen Herren, Gastronomen, für den man arbeitet, weil man selber ist Koch. Es gibt Kochgastronomen, es gibt den Service. Wir sehen also auch diese organizationelle Arbeitsteilung immer. Und klar, da muss man sich natürlich irgendwie immer in diesem Arrangement einfügen und zurückstecken und Freiräume erkämpfen. Und das passt natürlich auch zu dem Zeitraum, in dem dieser Film entstanden ist. man könnte jetzt auch hypothetisch sagen, es besteht auch die Möglichkeit, dass man sagt, man will seinen Arbeitsplatz verändern, man will den Ort verändern, an dem man tätig ist, man will das Restaurant ändern, zettelt einen Aufstand an, man macht eine Gewerkschaft oder sowas. könnte alles andere Erzählungen sein. Aber wir haben eben in den 2010er Jahren auch ganz stark diese Idee, dass man sich selbstunternehmerisch tätig macht. Ich von mir selber sagen, ich bin auch davon angesteckt gewesen. Auch wir haben in 2010er Jahren unser Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur gegründet. Das war eben diese Stimmung damals, man sagen. Das unternehmerische Selbst war das Stichwort, das es der Soziologie dazu gibt. Und wir sehen natürlich auch eine Phase in den 2010er Jahren, wo auch die Gastronomie einen ganz starken Wandel durchlebt hat. Wo die auch eine Aufwertung erfahren hat. Das ist irgendwie auch interessant, wenn wir jetzt zehn Jahre später darauf zurückblicken. Also Moment ist ja die Stimmung so, Gastronomie ist eigentlich kurz vor einem Exitus. Wir sehen Was sind die Betriebe, aufgeben? sehen, dass Restaurants zum Teil leer bleiben, Leute sparen Geld, gehen nicht in die Gastronomie. Also stecken wirklich existenzielle Nöte auch dahinter. Deswegen ist die Debatte mit der Mehrwertsteuer auch für die Gastronomen eine wichtige Sache, die ja geflüpft wird. 2014 war der Tenor eigentlich Gastronomie. Das löst eigentlich fast die Musik ab als Kulturort. Also wir sahen ein Club sterben von Musikclubs und wir sahen ein Aufploppen. von kleinen Restaurants, von vielen Restaurants, von Food Trucks, die durch die Gegend fuhren und die Leute begeisterten, dahin lockten. Die Leute waren bereit, Geld in der Gastronomie auszugeben, das sie vorher für andere Dinge verpulvert haben. war ein ganz anderer Zeitflare gewesen. Das ist auch in diesem Film, in dieser Geschichte, ganz schön verpackt, dass sich dann Karl da aufmacht. Wir sehen auch, und das zeigen natürlich auch diese Bilder, schön dargestellt, dass wir zu Hause da kocht. Einmal ja schon mal für seine Dame da, gespielt von...

Johannes: Scarlett Johansson.

Daniel: Also der ganze Wohnraum verschmilzt mit der Küche eigentlich. natürlich wie wenn Scarlett Johansson in ihrem Kochen zuguckt und er sich Zeit lässt und das so zubereitet, das ist auch eine ästhetisierte Liebeserklärung an den Kochprozess. Und dann nachher eben noch mal, wie du beschrieben hattest, wie das Menü kocht, während im Restaurant ist immer gleiche. Serviert wird der Kritiker wieder verzweifelt. Wie kann das sein, dass es immer, wieder den gleichen Kucko Loris gibt? Das wird dich auch interessant dargestellt. Ja, aber er nimmt das dann ja aus Krise und dann kommt es zu diesem... Internet, klar. Das ist das nächste, wo dieser Film auch ein zeitdokumentarischer Spielfilm ist, dass die Social-Media-Diskussion über Essen und Trinken in diesen Jahren an Fahrt aufnimmt. Und auch der Kritiker als Foodblogger und dann mit Twitter hier sich in einem neuen Feld beweisen muss. Die Kommunikation zwischen Koch und Publikum, zwischen Restaurants und Gästen, das wird ja ganz ein anderes in dieser Zeit. Man muss irgendwie ganz neu lernen. miteinander ins Gespräch zu kommen. Und es tauchen natürlich auch neue Konfliktlinien auf.

Johannes: Ja, wir hatten es ja auch schon öfter in anderen Filmen, wie Social Media Fluch und Segen oder wie auch immer. Also in dem Fall ist es ja Fluch und Segen gleichzeitig. Zuerst mal wird er halt komplett ruiniert von Twitter, also X, wie es ja jetzt heute heißt. Kein Mensch wusste damals, was man damit erreichen kann, wenn man es irgendwie einsetzt und Menschen irgendwie lesen. Also er hat ja sich da einen Account gemacht und plötzlich hatte er dann nachher 20.000 Follower ganz schnell und... hat sich da ja einen Schlagabtausch mit dem Kritiker geliefert und letzten Endes hat ja nachher Percy das genutzt und auch noch andere Plattformen, es mittlerweile auch schon längst nicht mehr gibt teilweise, genutzt, den Foodtruck zu dokumentieren und natürlich auch dafür zu sorgen, dass immer, wenn sie ankommen im nächsten Ort, schon eine Schlange bereitsteht und nur darauf wartet, dass dieser Foodtruck geöffnet wird. Und es ist tatsächlich so, dass Dieses Twitter, dieses Social Media, ist ja etwas, das ist dort natürlich auch mit den ganzen Kritikerplattformen, also hier wird ja auch gesagt, er hat seinen Blog für, was weiß ich, für einen Millionenbetrag an irgendeinem Medienunternehmen verkauft, dieser Kritiker. Und das ist natürlich auch so. Also man hat ja plötzlich dann angefangen, Dinge zu bewerten, sei es bei Google oder bei TripAdvisor und wie sie alle heißen, hat Sterne vergeben, wie wir ja auch Sterne für diese Filme hier vergeben. Aber letzten Endes, was zu bewerten, auch ja ein Teil des Ganzen zu werden und ein Stück seiner Meinung dann dazu veröffentlichen. Und das ist natürlich wie immer auch so diese Frage, wie machtvoll darf man da auch tatsächlich sein? Weil mittlerweile können auch Fake Bewertungen durchaus ja ganz schön ins Kontor schlagen und entscheiden auch über geht jemand dorthin oder geht plötzlich keiner mehr dorthin. Und das sieht man hier durchaus, das waren so die Anfangszeiten, würde ich einfach mal so sagen, dass da auch eine gewisse Macht plötzlich da ist. Und sowohl positiv wie als auch negativ, ja. Und dann gilt es dann halt einfach, meine, diese Szene im Restaurant, wo er ihm da diesen Kritiker die Leviten liest, ja auch gefilmt und wurde auch geteilt und er war plötzlich ein bekannter Mensch. hat diese Bekanntheit gar nicht so wahrgenommen. Erst wurde es ihm richtig klar, als er dann auf diesem Roadtrip war. Und auf diesem Roadtrip entsteht ja eigentlich auch genau das, was du so gesagt hast, diese Leidenschaft, diese Kochen als Sprache oder auch als Liebessprache in den unterschiedlichen Facetten. Ja, die klassische Szene mit Molly, Pasta aiolioi, Peperrucini, die ja schon fast irgendwie, das ist ja wirklich ganz sinnlich gefilmt. Ihr ja denken, was wollen Sie, da war es ja, wir haben ja gesagt, wir machen das nicht mehr. Und dann sieht man Sie da so sinnlich auf dem Bett liegen und er steht da an seinem Herd und kocht einfach mal ganz schön. So ein ganz einfaches, ganz, ganz einfaches Gericht. ist ja wirklich fast das einfachste Gericht der Welt, würde ich einfach sagen. Aber das wird mit Hingabe, mit Leidenschaft plötzlich auch gemacht. Und es ist dann in dem Fall verführerischer als jedes Fine-Dining-Sterne-Menü. Sie will das ja, sie weiß, okay, ihr macht mir hier jetzt Pasta aljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljoljol Baguetti oder Pasta selbst und so weiter und so fort. das ist natürlich genau schon mal so die eine Szene und dann diese Leidenschaft mit Percy, schon immer, also dem Sohn, der schon immer eigentlich gerne näher am Vater dran sein wollte, der verstehen wollte, was sein Vater das so treibt, was kocht und dann in diesem engen Foodtruck wird er jetzt erstmal so ein bisschen getrillt beim Umbau, wo er ihm sagt, mach dies, mach das und äh Quasi so bisschen diesen Küchentrill kommt da kurz raus und dann finden sie ja trotzdem auch nochmal zusammen, obwohl sie sich so wirklich so entzweien und finden dann erst richtig zusammen. Und dann gibt es noch einmal diese Szene, so eine Schlüsselszene. Ich glaube auch ab dem Zeitpunkt versteht Percy, was da sein Vater treibt und macht, als Percy so ein leicht angebranntes Sandwich verkaufen will, wo er sagt, na das können wir ruhig noch machen, das kann man ja verkaufen. Und dann sagt er, Karl, stopp, komm mal mit. Das geht nicht. So was verkaufen wir nicht, weil was wir hier machen, was wir hier tun, das ist mit Herzblut, das machen wir, weil wir es gerne machen, mit Leidenschaft. Und wenn wir es so nicht machen, dann lassen wir das. Und das ist dann tatsächlich so diese eigentliche Lehre, dass man zeigt, hey, ich mache das mit Leidenschaft. Ich möchte Menschen glücklich machen mit dem, was ich ihnen serviere. Und dann bringe ich ihnen nicht einfach irgendwie ein leicht angebranntes Sandwich. Das ist nicht das, perfekt ist, sondern ich will mit meinem Sandwich die Menschen glücklich machen. Und es waren ja auch lauter glückliche Gesichter. ist okay. Aber letzten Endes hat er so, Percy, auch gezeigt, hey, mein Freund, du musst da mit Leidenschaft ran, wenn du das hier machst. Und er hat, glaube ich, zu dem Zeitpunkt auch noch mal so richtig seine Leidenschaft entwickelt und entdeckt, weil das war ja diese Szene auch. Dann kam ja Martin, der Spanisch spricht und dann die ganzen Arbeiter geholfen haben diesen Foodtruck einzurichten und als Dankeschön haben sie ja dann in Endeffekt diese ersten Cubano-Sandwiches gemacht. Und da hat man dann plötzlich auch diese Leidenschaft gespürt und dann hat auch, glaube ich, Karl nochmal gesehen, für was er da kämpft oder für was er kocht und seine Regeln, die in der Küche gelten, gelten einfach auch in diesem Foodtruck, weil er schickt da nicht irgendeinen Scheiß raus, sondern er schickt das perfekte cubano sandwich raus auch wenn es einfach ist ja oder genauso wie er diese pasta aglio olio peppuccini gemacht hat die sind so einfach aber er macht die mit einer leidenschaft mit einer perfektion mit einer hingabe und so geht er natürlich da auch zukünftig im food truck einfach zugange ja auf

Daniel: Auf Fall. macht das mit einer Leidenschaft und mit Hingabe. Er macht das. Das finde ich ganz wichtig, das zu sagen. Das ist Film, der ganz viel das Tun auch zeigt. Das ist auch mit Zugriff auf das Essen interessant, weil er für drei Publikumsarten kocht. Er kocht für das breite Publikum, inklusive den Kritiker der Öffentlichkeit. Dann kocht er einmal für die Frau. Das ist die sinnliche Verführung des Kochens. Dann kocht er aber ganz viel mit seinem Sohn und für seinen So zusammen. Das ist eine Stärke des Films, dass er zeigt, dass Kochen als Form der männlichen Beziehungsarbeit funktioniert. Es ist eine Möglichkeit, Zugang zu seinem Kind herzustellen. Es könnte auch eine Tochter sein. Hauptsächlich macht er etwas mit ihm. Das ist eine klassische männliche Form der Sozialisation. Nicht nur, Gespräche laufen, sondern man macht etwas. Man zeigt etwas, man tut etwas zusammen. Der Sohn, das Kind fordert das ja auch immer wieder ein. Manchmal haben wir auch Dinge unternommen, aber wir eigentlich nichts zusammen gemacht. Man hat zusammen in der Achterbahn gesessen, da hatte jeder für sich Spaß, aber man macht eigentlich nichts zusammen und ist beim Kochen, da tut man das. Natürlich lernt der Sohn auch, dass Küchenarbeit nicht nur ein Spaß ist, ist eben Arbeit. also Kochen ist, wenn man es professionell macht, nicht nur irgendwie rühre ich mal Pudding zusammen, ja, und dann stecke ich das in die Spülmaschine, sondern das beginnt erst mal mit dieser F***. verdammte Food Truck auf Vorleim angebracht werden muss, ... inklusive der ekligen Sachen, die auch passieren, wenn man beim Essen was stehlen lässt. Die Butterbrotdosen, die Eltern sauber machen, ... müssen das eine, aber wenn da jemand im Food Truck ... im Kühlschrank vergammeln lässt, ... ist das noch mal eine andere Stufe. Und da protestiert er ja auch zeitweise einmal, ... obwohl ich bis dahin dachte, boah, der Junge erträgt ziemlich viel, was er da sauber macht. Obwohl meine Kinder auch schon, ich, ... sehr engagiert sind. Also der schrubbt relativ durchhaltend harte Sachen. Ja, aber er lernt das erst mal, ja. Und dann beginnt aber auch ... so die Arbeit an die sinnlichen Momente. ... Die auch anstrengend sind. Da kann man immer noch fragen, ob das so realistisch ist, dass der Sohn da tagelang in einem Foodtruck mitarbeitet, da schweißgeziemlich ist. Also würde ich auch sagen, da kommt ein Kind auch seine Grenzen irgendwann. Das fällt auch der richtige Satz. Also auch wenn man sich so selbstständig macht in so einem Foodtruck und da als Kleinunternehmer auf eigene Rechnung tätig ist, da wird gesagt, du musst arbeiten wie ein Roboter. Weil das Sandwich muss auf dem immer gleichen Niveau rauskommen. Und das ist eben dann auch nicht jedes Sandwich, das ist nicht irgendwie ein kreativer Prozess mit Ich lebe mich mal aus, sondern irgendwann muss das einfach sitzen. Jeder Handgriff und dann müssen da diese Schlangen von Menschen, die da stehen und eins haben wollen, bedient werden. Das finde ich auch einen zentralen Satz. Du musst arbeiten wie ein Roboter. Das ist schon irgendwie was, was man machen muss. Aber er kocht mit seinem Sozomen. tut das zusammen und da bringt er ihm auch Dinge bei. Indem er das einfach zeigt, indem er das ihm sinnlich vermittelt, da sind wir weit weg von diesem Monolog am Anfang über das Obst, sondern wir sind beim konkreten Tun. Und es wird dann auch verknüpft mit bestimmten Initiationsritualen. wenn zum Beispiel der Sohn sein Messer bekommt. Das ist ein scharfes Messer. Mit kann man sich umbringen. Mindestens den Finger abschneiden. Geh vorsichtig damit Wenn du es pflegst, dann wirst du lange Freude damit haben. Das ist nicht das Messer der Küche, sondern das ist dein Messer. Das schenke ich dir jetzt. Wenn man so eingeweiht wird da rein. Das ist auch eine sehr schöne Szene, über Material funktioniert, das selber eine Funktion hat. Das ist nicht nur schön, oder prestige und wertvoll. Mit dem kann man etwas herstellen. Mit dem kann er etwas machen. Mit dem kann er zeigen, Ich bin hier auf Weg, ein Koch zu werden. wie mein Vater auch. Koch ist und der ist wirklich ein Koch. Der macht das eben, wie du so schön beschrieben hast, das auch mit Leidenschaft. Und dann kommt natürlich noch diese ganze schöne Koch, Köche, Gastronomie, Habitus-Szenerie dazu. Die man einfach auch immer wieder findet bei Leuten, die handwerklich ganz stark arbeiten. Oder es wird ja auch am Anfang, trinkt die Mannschaft, die Küchenbrigade trinkt Schnäpse, während sie auf die Kritik wartet. kenne ich auch so, wenn ich solche Leute beobachtet habe. Es wird auch getrunken. Hier sitzen dann die drei Foodstrucker irgendwann auch zusammen. Der darf da sein erstes Schluck so eine Art Bier trinken, wenn ich das richtig verstanden habe. Schmeckt ihm dann zum Glück erst mal nicht, aber gut, da wird er initiiert. Nachher gibt es noch ganz andere witzige Szene. Das war mir fremd. Da wird Speisestärke. Mit Speisestärke werden Eier zubereitet. Ganz besonders Eier. Habe ich selbst noch nicht probiert. Nachdem man den Film gesehen hat, überlege ich, ob man das ausprobieren sollte. gut, das ist auch so ein Initiationsritual unter Jungs, unter Männern. Aber genau, das gehört auch zu einer Reise dazu und das macht auch den Charme-Films aus.

Johannes: Ja, durchaus war das etwas ungewöhnlich. Also ich habe lieber die Gerichte nachgekocht und ausprobiert als Speisestärke in meinen Schritt zu streuen. Aber gut, ich bin ja auch nicht quer von Miami nach LA unterwegs. Das ist vielleicht auch einfach der Punkt. Und das finde ich auch tatsächlich, auch wenn es natürlich im Zeitraffer geschieht, aber Das nimmt einen so mit auf diesem Roadtrip von Miami nach LA, wo man einmal quer durch Amerikas Einwänderküchen auch fährt. Das ist ja so Essen als Landkarte, man da erst sagen. Man hat halt hier diese Cubanos, diese kubanischen Schweinefleisch-Sandwiches, die da so schön goldbraun gepresst werden in Grills und dann in New Orleans diese Beignets, wie ich ja gesagt habe, das frittierte französische Schmalzgebäck in Texas, dann ganz klassisch Barbecue, dieses Stundenlang geräucherte brisket das dann da verwertet wird und genutzt wird also man sieht einfach tatsächlich was das für so ein melting pot auch was für ein schmelztiegel amerika einfach ist auch die pasta die man da am anfang jetzt nicht im food truck sieht sondern eben in seiner kleinen wohnküche das ist alles was so diese amerikanische küche ausmacht bis dann amerika vielleicht auch eine eigene identität geschaffen hat aber letzten endes sind das ja alles gerichte die von anderen Kulturen, von anderen Menschen mit reingetragen, mit reingebracht worden sind, die sich dann mal hier, mal da weiterentwickelt haben. Also ich meine, dieses Cubano, das wird ja, wie gesagt, mit Schweinefleisch, das ist ein Schweinebraten, der mit einer Mojo aus Knoblauch, Orange, Limette mariniert wird, dann wird er schön gebrutzelt und gebraten im Backofen, dann kann man den schön aufschneiden dann gibt es noch schinken dazu dann kommt schweizer käse interessanterweise mit drauf senf gewürzgurken und dann eben das ganze schön in diese presse rein und viel butter ja also dieses brötchen oder dieses brot wird immer schön gebuttert damit es schön knusprig gegrillt werden kann und das sieht man ja hier wirklich so schön stück für stück auch dann wie diese Benyés frittiert werden im Café Le Monde. Ich selbst war auch schon in New Orleans genau dort und hab auch dieses Schmalzgebäck gegessen und es hat echt sehr gut geschmeckt. Und das sieht man einfach, wie diese Kulturen hier Amerika kulinarisch beeinflusst haben und was dann daraus auch entsteht. Und diese Kubaner, ich hatte ja Eben auch gesagt diese kubanischen arbeiter die waren ja alle ganz ganz glücklich und froh und es muss scheinbar auch so ein stück heimat für sie gewesen sein weil das ist ja das warum warum gibt es denn auch dann diese gerichte in amerika oder egal wo wo einwanderer sind weil das einfach für sie aus so ein stück heimat dann ist das ist die die einfachste möglichkeit ein stück heimat dort in der fremde zu haben ich koch mir ein gericht dass ich von zu hause kenne und diese szenarien haben wir ja schon mehrmals auch in Filmen gehabt, es darum geht, auch ein Stück Heimat irgendwie auf dem Teller zu haben oder zu versuchen, dieses Stück Heimat auf dem Teller zu haben. Big Night war ja zum Beispiel so das beste Beispiel, die wirklich so gekocht haben, wie sie dort in der Heimat kochen. Gut, die Amerikaner wollten eben das einamerikanisierte italienische Essen und nicht irgendwie hier die große Küche, die echte Küche, die authentische Küche. Beim mexikanischen oder so ist es naja ist es auch ähnlich ja da gibt's ja eigentlich auch nicht so dies echte mexikanische sondern es gibt ja text max und dann als diese food truck bewegung auf kam dann war es eher tatsächlich ein schritt zurück hin also so mein gefühl hin zu dem was authentisch echte mexikanische küche ist was echte koreanische küche ist man hat dann im food truck plötzlich einen echten taco gekriegt so wie er auch in Mexiko zubereitet werden würde. Vielleicht natürlich nicht ganz so scharf, aber trotzdem sehr authentisch. Authentischer als das, was man sonst halt eher aus so Fastfood-Läden oder so was kannte. Und diese Food-Trucks haben sich ja, und das sieht man ja hier in dem Film auch, dahin entwickelt, dass man plötzlich Fastfood qualitativ hochwertig, natürlich auch hochpreisig, angeboten hat. Man hat plötzlich nur die besten Zutaten genommen und hat alles klein klein selbst gemacht ja gut die brötchen haben sie jetzt nicht selbst gebacken aber das hätte eigentlich noch gefehlt weil das durchaus auch genau dann in dieser philosophie dieser food trucks war das waren ja oftmals auch junge köche die wirklich auch aus der hohen gehobenen gastronomie kamen die keinen bock mehr darauf hatten sich zu schuften und vielleicht einfach mal noch mal ihre kreativität auszulassen an etwas ganz einfachen und sie sagen ich mache das beste cubano ich mache Das beste Sandwich xy ja also das war ja genau eigentlich diese Mission die diese Foodtracks am Anfang hatten. Mittlerweile würde ich sagen ist es auch wieder eher dahins verkommen dass es fast food ist aber am Anfang fand ich es es war wirklich interessant was da die einzelnen Crews dieser Foodtruck versucht haben aus einem Gericht raus zu holen und wie viel Energie und Kraft sie da reingesteckt haben und da war ich auch durchaus bereit mehr zu zahlen als vielleicht. so ein Hotdog oder eben so ein Banh Mi, vietnamesisches Sandwich überhaupt scheinbar wert waren, weil wirklich viel Handarbeit, viel Zeit dort rein investiert worden sind. Und heute, wie gesagt, ist meine Meinung, mein Gefühl, dass das eher wieder hin zu diesem Fastfood ist. Jeder macht dann irgendwie und denkt, ja, dann verlange ich auch hier den hohen Preis, aber es ist nicht mehr das, was es ganz zu Beginn war. Und hier sieht man es eigentlich ganz schön, dass die da wirklich volle Kraft reinlegen. sich überlegen, wie machen wir das besser? Wie machen wir das perfekt?

Daniel: Ja, würde auf jeden Fall sagen, es eine Zeit war mit diesen Food Trucks, man eine Aufmerksamkeit dafür hatte, diese Form von Vielfalt auf den Markt zu bringen und auch sehr experimentierfreudig war. Und natürlich bieten auch diese kleinen Portionen es an, dass man sich eben mal so durchprobiert. Man hat eben nicht gleich ein ganzes Menü, das man teuer bestellt, auch wenn es hier hochpreisige waren, sondern man hat eben eine kleine Portion. Da kann man eben das Risiko eingehen, auch mal was zu probieren, was man eben nicht so konkret kennt. Bei der Authentizitätsfrage wäre ich als so zoologisch skeptisch. Ich denke, wir sehen hier schon jemand, aber wir sehen, das macht... auch den Film aus. sehen einen weißen Amerikaner, der sich im Gericht der Exil-Kubaner aneignet. Und das irgendwie in seinem Foodtruck verkauft, obwohl natürlich mit Martin da jemand dabei hat, hier gespielt, zumindest aus der kubanischen Community kommt. es ist eben auch schon was, also wird so was adaptiert. Aber es wird eben danach gesucht und es wird eben gezeigt, dass man diese Vielfalt in den Markt einbeißen kann. Und ich würde auch sagen, der Unterschied zu Big 9 ist auf jeden Fall, dass wir hier auch schon gelernt haben, dass das Essen, das ist eben doch diese Internet, Social Media Phase, dass man gelernt hat, Essen muss nicht nur schmecken und gut gemacht sein, es muss auch kommunizierbar sein. Daran hapert es nämlich bei den beiden aus Big Night auch, dass sie eigentlich nicht so richtig kommunizieren können, was sie da machen. Vielleicht haben sie nicht mal genug Italiener, die das authentisch erinnern können, was sie da essen oder sich das nicht bezahlen wollen. Während wir hier Leute haben, die das eben auch die Erinnerung bezahlen. Das wird in einem Film auch immer wieder thematisiert. An anderer Stelle geht es auch darum, dass man etwas isst, so eine Wurst. Und dann ist das eben die Wurst, mit der man sich an seine erste Wurst erinnert, die man gegessen hat. Dieser Erinnerungsgedanke wird aufgegriffen und auf eine richtige Art Weise immer wieder ins Zentrum gestellt. Bei den Gerichten geht auch Erinnerung auf der einen Seite, es geht Abwechslung, es geht darum, dass sich etwas mit Respekt kulturell aneignet, ohne es ins Fastfood, ins Junkfood zu verwursten. Ich würde auch sagen, im Moment leben wir in einer Phase, diese große Experimentierfreudigkeit wieder breiter abnimmt. Aus meiner Sicht ist mit der Gastronomie in einer Krise. Man hat mehr so viel außer Haus ausprobiert. Man einen starken Bezug dazu entwickelt. Nicht nur, regional sondern auch, was eingängig Was bekannt ist und was Abstand nimmt. Dieser Film zeigt das sehr gut. Damit Leute begeistert werden können. Wir haben in dem Film noch mal so und dann sagen die anderen beiden, ja ja. Das sieht aus aus dem Laden. Bist du adaptiert? Du bist aber nicht sein Sohn. Das ist kein Feinwürzen-Laden. Da steckt viel mehr Zeit und Handwerkskunst drin. Liebe zum Detail und Schmorgrad. Dann wird Percy auf eine spielerische Art Weise davon ferngehalten. Wenn die beiden das probieren, loben und das hat Geschmack, wird gesagt, du bist aus dem Laden, geh in den Laden. Das ist das Gleiche für dich. Das Publikum und als Zuschauer dass das gleiche Name sein Aber das, was auf dem Teller ist auf keinen Fall dasselbe. Das ein Unterschied, weil das mit einer anderen Handwerkskunst zubereitet wird. Hier lernen wir als Publikum immer wieder was über Essen, Geschmack und Kochprozesse.

Johannes: Ja, da sind wir ja auch schon so bisschen im Fazit drin. Daniel, würde ich doch einfach schon mal damit beginnen und anschließen, wie ich jetzt so diesen Film auch gesehen habe. Also wie gesagt, ist es für mich ein schöner, richtiger, guter Film, der auch Spaß macht, weil man einfach sieht, wie gekocht wird, wie produziert wird. Weil man hat natürlich hier keine Hochglanzillusion, sondern es wird halt wirklich gekocht durch ... den Hauptdarsteller oder durch die Hauptdarsteller und das machts finde ich auch aus und es zeigt halt auch wie er der Karl wieder zurück findet zu sich selbst indem er einfach ehrlich einfach kocht und darüber wieder zu sich kommt kein SchiSchi sondern einfach so ein Cubano Sandwich und das ist finde ich das auch was das so ausmacht dass man sagt okay was ist jetzt hier der Kern überhaupt für mich ist es das der große Teller, mit zig Komponenten angerichtet werden muss, ist es, dass der Kritiker sagt, hu hu, du bist ja klasse. Oder ist es, ich mache ein einfaches Fastfood, aber richtig gut, und die Menschen sind begeistert. Und ich sehe das, er ist ja dann auch am Gast näher dran, als er vorher in seiner Küche ist. Und das bringt einfach wieder diese Leidenschaft zu ihm. Und man merkt auch, dass er wieder sprüht, dass er lebt. Und das finde ich so schön dargestellt in diesem Film. Dass dann gerade hin zum, ja, im letzten Drittel, würde ich jetzt mal so sagen, oder vielleicht sogar schon so ab der Hälfte, etwas zu glatt läuft und alles funktioniert. Und das ist natürlich ein bisschen kitschig oder vielleicht, im Bild zu bleiben, genauso schmalzig wie das Benieu New Orleans. Weil es geht eigentlich ja nix mehr schief. Alles fügt sich, alle versöhnen sich und sogar am Ende ... kommt noch der Kritiker, der alles gut findet und man macht gemeinsam ein Restaurant auf, es gibt dann noch mal die Heirat der beiden und da hätte ich mir schon noch so ein bisschen mehr Salz in der Suppe vielleicht oder auch Widerstand gewünscht, dass das nicht alles so glatt und so rund einfach dann tatsächlich funktioniert hat, wie es das war. Also das ist dann natürlich wieder so ein Feelgood Road Movie, amerikanische Art mit Happy End, also diese Hochzeit am Ende hätte es für mich jetzt nicht unbedingt gebraucht. ein schöner, runder Film zu werden. Nichtsdestotrotz hat mich dieser Film satt, glücklich, mal vorher gegessen muss ich sagen, sonst hätte ich es wahrscheinlich hungrig bekommen. Und trotzdem auch noch mal bisschen Appetit zurückgelassen, weil ich habe natürlich das Cubano auch noch zwei Tage danach gemacht, weil ich natürlich die Zutaten hatte. Das war eins der Gerichte, einmal die Passagioio Peperuccino, dann natürlich das Kubano, das hier im Mittelpunkt des Films steht, und dann einfach noch Graham & Berrys, das ganz einfache und simpate Dessert, das auch im Film einmal auftaucht, das aber nicht verkostet wird, sondern das er ja da in seiner Küche macht, es eigentlich dem Kritiker zu servieren. Also wie gesagt, es ist ein Film, der Appetit macht, wenn man ihn schaut, deswegen vorher was essen oder sich mit Nüsschen oder sonst was bewaffnen, damit man satt durch diesen Film durchgehen kann für mich. ganz klar dreieinhalb von vier Gängen. Und man kann auch sagen, so ein Film, das zeigt einfach, manchmal verändert ein einfaches Sandwich ein ganzes Leben.

Daniel: Sehr schön zusammengefasst und beschrieben. okay. Ich beginne mein Fazit damit, ich erst mal mit dem Kritikpunkt anfange. Es ist ja wieder eine viel gut Kommöde. Damit hadere ich ja immer etwas. Und aus meiner Perspektive, also diese ganze Beziehungsklamotte da mit seiner Ex-Frau, hätte man rausstreichen können. Da habe ich immer aufgestöhnt und mit den Augen gerollt. Na gut, aber darauf will ich gar nicht rumhacken. Geschenkt, das kommt irgendwie darin vor. Wahrscheinlich braucht man das in Hollywood, den Film Kassenschlagerisches zu vermarkten. Oder warum auch immer. ist da drin. Was mir an dem Film gut gefallen hat, das ist auf jeden Fall ... Aus soziologischer Perspektive. einen, dass er als Zeitdokument sehr gut funktioniert, zu der Food-Truck-Ära. Dann ist es das Internet-Phänomen, dieses Social-Media-Phänomen, als das aufkommt, sehr gut aufgreift. Auch auf, Twitter damals war. so, wie Twitter sich verändert hat, Medien es gibt, kann man daraus einen Vergleich gut ableiten. Dass er zeigt, Essen muss kommunizierbar sein. Und wie eine bestimmte Garde von Köchen vielleicht erst mal mit dem Phänomen überfordert war. Das Thema sieht der Film sehr gut. Und dann das Dritte, was mir auch sehr gut gefallen hat. Ich habe auch gesagt, dass der Film zeigt, wie Kochen zusammenkochen. Eigentlich als männliche Care-Arbeit, als männliche Erziehungsarbeit, als männliche Form mit seinen Kindern in Kontakt zu kommen, toll funktioniert. Und dass das eben auch eine durchaus, ja in diesem Fall wird das gezeigt, eine maskuline Tätigkeit sein kann. Das bringt der Film alles gut hervor. Ich finde, er hat auch etliche lustige Stellen. Also er ist auch keineswegs so pädagogisierend, wie wir das bei anderen Filmen haben. Er hat auch seinen Humor, der ihm nicht dauernd eine soziale Botschaft vermitteln will. Dann gehe ich von der sozio-logischen Ebene weg, sondern als Zuschauer und als Genuss begeistern. Die Szenen, wie gekocht wird, wie das Essen gezeigt wird, wie das zubereitet wird, wie bei Geschmack gesprochen wird, die machen einfach Appetit. Sie machen Appetit auf gutes Essen und sie machen auch Lust zu kochen. Das vermitteln sie eben auch. Das ist eben doch in dem Sinne ein kulinarpädagogischer Film, das man neu beibringt oder zeigt. Wenn man sich mit Essen und Trinken beschäftigt, mit Koch beschäftigt, man kann ein besseres Essen hinbekommen und tue es doch einmal und probiere dich aus, nimm es in Angriff und du wirst dabei ein erfüllendes Erlebnis haben. All das führt dazu, dass ich den Film durchaus auch selbst wenn er viel gut Komödie ist, als sehenswert empfinde und ich würde ihn so auf ungefähr eine Stufe mit Sideways stellen. Zeitways fände ich noch Tick besser, weil da diese Zerrissenheit noch mit drin ist. Die Frauenrollen in Zeitways fanden ich einfach angenehmer als diese Hochglanz-Frauenrollen wieder hier. Aber Zeitways habe ich damals zwei Sterne gegeben und zwei Gänge gegeben. Und ich würde diesem Film auch so die zwei Gänge geben. Für mich ist das so eine Liga. Ich habe mich gefreut, den Film zu sehen. Würde bestimmt irgendwann auch noch mal sehen. Und ich habe auf jeden Fall anschließend Lust bekommen zu kochen. Ich bedanke mich, dass du ihn in unsere Auswahl aufgenommen hast.

Johannes: Gerne doch, mein Lieber. Jetzt ist es ja so, dass du wieder dran bist und sicherlich auch schon was ausgesucht hast. Bin gespannt, was wir als nächstes für einen Film aus dem Ofen holen dürfen.

Daniel: Ich habe mich jetzt auch dazu durchgehoben, mal einen Film zu nehmen, ein gewisses Tempo haben soll. Zumindest wurde mir das versprochen, von dem was ich so recherchiert habe. Und zwar würde ich gerne auch einen modernen Film sehen, auch einen, ich noch nicht selber gesehen habe. Auf Deutsch heißt der Yes Chef, auf Englisch heißt der Boiling Point. von 2021 und den würde ich gerne mit dir besprechen das nächste Mal.

Johannes: Sagt mir jetzt so vom Titel her glaube ich nichts. Muss ich nachher mal gleich schauen, was es geht. Es klingt auf jeden Fall nach großer Küche und Kommando und irgendwas mit großer Garde in der Küche, der Event-Chef ist und Boiling Point, dass es heiß hergeht. Also ich bin gespannt, was es da gibt, was zum Überkochen neigt vielleicht auch. Auf alles andere

Daniel: Ja, auf jeden Falle.

Johannes: freue ich mich schon mal drauf und wir sind dann auch schon wieder Am ende für heute danke fürs rein hören wir hoffen die folge hat euch gefallen und auch geschmeckt hat vielleicht auch ein bisschen appetit angeregt wie bei daniel dass man sich dann gleich in die küche stellt und Etwas kocht vielleicht auch etwas aus diesem film aber auf alle fälle lasst es uns wissen ob euch diese folge gefallen hat lasst uns gerne einen kommentar da ein like oder empfehlt uns auch weiter an menschen die diese folge unbedingt hören sollten und denkt immer daran manchmal sind die besten geschichten die die beim gemeinsamen Essen entstehen. zum nächsten Mal bei Film und Fressen.

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