Folge 16: Portrait eines Gartens
Shownotes
In dieser Folge nehmen wir euch mit auf eine entschleunigte Reise durch die vier Jahreszeiten eines der ältesten Küchengärten der Niederlande. Gemeinsam entdecken wir, wie jahrhundertealtes Handwerk, Geduld und die Liebe zur Natur verschmelzen und warum der Weg zum perfekten Birnbaum manchmal wichtiger ist als die Ernte selbst.
Wir diskutieren, was Gärtnern mit Kulturtechniken, Lebensfreude und kulinarischem Genuss zu tun hat, und hinterfragen, ob der Mensch die Natur formt – oder doch umgekehrt. Lasst euch inspirieren von der Langsamkeit, den kleinen Erfolgen und den großen Fragen rund um Natur, Kultur und den Zauber eines Gartens, der mehr als nur Früchte trägt.
Takeaways
- Die Bedeutung des Schnitts im Gartenbau
- Traditionelle Gartenkunst und ihre Bedeutung heute
- Der Einfluss von Jahreszeiten auf die Gartenarbeit
- Die Verbindung von Natur und Kultur im Garten
- Langsamkeit als Prinzip in der Gartenkunst
- Das Erbe des Landadels in der Gartenkultur
- Effizienz versus Ästhetik im Gartenbau
- Die Bedeutung von Erfahrung und Praxiswissen
- Der Einfluss von Kulturtechniken auf die Qualität der Ernte
- Der Garten als Ort der Meditation und Kultur
Portrait eines Gartens bei imdb Portrait eines Gartens bei wikipedia Portrait eines Gartens als bei dailymotion
Portrait of a Garden
https://www.portraitofagarden.com/
Landgut Dordwijk
https://nl.wikipedia.org/wiki/Dordwijk
Rosie Stapel
https://www.imdb.com/name/nm0822852/
Slow Food
Kulinarische Berlinale
https://www.berlinale.de/de/archiv/sektionen/kulinarisches-kino.html
Spalierobst
https://de.wikipedia.org/wiki/Spalierobst
Ludwig XIV.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV.
Tampopo
https://de.wikipedia.org/wiki/Tampopo
KISS THE COOK (Chef)
https://www.filmstarts.de/kritiken/222926.html
Mehr Infos zu Dr. Daniel Kofahl unter: https://www.apek-consult.de/team/dr-daniel-kofahl/ - Kontakt: Kofahl@apek-consult.de
Musik Intro/Outro von Diana_Production_Music über Pixabay
Transkript anzeigen
00:00:03: Film und
00:00:03: Fressen,
00:00:04: der
00:00:04: Podcast über Kino mit Geschmack.
00:00:08: Mit Kofal
00:00:10: und Quirin.
00:00:11: Er von Ribek auf Ribek im Haveland ein
00:00:15: Birnbaum
00:00:16: in seinem Garten stand.
00:00:18: Von Tarnis alter Ribek pflanzte einst einen Birnenbaum dessen Früchte er noch von seinem Grab aus an die Kinder verschenkte Ein Baum als Vermechnis über den Tod hinaus.
00:00:31: Unser heutiger Film erzählt eine erstaunlich ähnliche Geschichte nur mit gleich zwei Birnbaum rein.
00:00:38: Einem fünfundachtzigjährigen Meister und fünfzehn Jahren Geduld!
00:00:42: Herzlich Willkommen bei Film und Fressen, heute sind wir bei Portrait of a Garden ganz entschleunigt unterwegs und schauen uns die vier Jahreszeiten eines Gartens im Zeitraf an.
00:00:55: Und natürlich wie immer mit dabei Der Herr der Jahreszeiten Ernährungssoziologe Dr.
00:01:02: Daniel Kofal, der uns sicherlich genau erklären kann wieso der Apfel nicht weit vom Birnenbaum fällt.
00:01:08: Hallo Daniel
00:01:10: Hallo, lieber Johannes.
00:01:11: Heute unser Haus-, Hof- und Podcastgärtner mit dem profilierten Daumen für die richtigen Genussschnitte im filmischen Pflanzenbeet nehme ich dann doch mal an!
00:01:20: Wir werden es sehen ob ich den Geschmack des Garten tatsächlich Herr werde.
00:01:25: Wir sind ja heute auch wieder zu zweit nach unseren Jubiläumsfolgen als kein Gast nur du und ich und eben ein ganzer Gemüsegarten.
00:01:34: Ich glaube das reicht auch um ins Schwitzen zu kommen.
00:01:38: Aber worum?
00:01:39: geht es denn eigentlich in diesem Film, der sehr wahrscheinlich genauso wie mir der Hörerschaft überhaupt gar nichts sagt?
00:01:46: Um ganz genau genommen.
00:01:48: Es geht fast um... Nichts, wenn man so nimmt.
00:01:51: Aber das ist voller Absicht!
00:01:52: Ja also da kann man auch ein bisschen diskutieren.
00:01:56: Die Regisseurin Rosie Staple hat ein Jahr lang über vier Jahreszeiten hinweg den ältesten und schönsten Küchengarten der Niederlande mit der Kamera begleitet.
00:02:07: Der Garten gehört zum Landgut Dorvik oder wie wird es richtig ausgesprungen, Dorvijk.
00:02:13: Dessen Ursprünge bis zu den Hundertundertreißig zurückreichen auf gut anderthalb Hektar das sind so knapp zwei Fußballfelder wachsen dort hunderte Gemüse Obst und Kräutersorten.
00:02:25: Und im Zentrum stehen zwei Männer in dieser Reportage in dieser Dokumentation, in diesem Film.
00:02:31: Einerseits Jan Freerichs der fünfundachtzigjährige Schnittmeister, einen Wandeln des Lexikon-des-Gartenwissens und dann Van Der Have, der jüngere Gutsbesitzer den man auch mit dem markanten Fedora-Hut sehr gut erkennen kann, der eben bei Jan in die Lehre gegangen ist.
00:02:50: Die beiden beschneiden Spalierbäume ziehen Birnen und Trauben debattieren über Bärlauch, Fenchel und Rüben und reden dabei natürlich was für Gärtner immens wichtig das Wetter?
00:03:04: Den Zustand der Welt Die Vergänglichkeit.
00:03:08: Ja, der roten Faden des Films ist ein Laubengang aus Birnbäumen an dem sie seit fünfzehn Jahren arbeiten und dieses Jahr könnten die beiden Baumreihen sich endlich über den Weg treffen und den Bogen schließen.
00:03:25: Und das ist der im wahrsten Sinne ganze Spannungbogen mit dem Erntefest.
00:03:31: dann endet also ein lieber Daniel was hat dich bewogen?
00:03:35: diese Dokumentation vorzuschlagen.
00:03:39: Also
00:03:39: was mich bewogen hat, diese Dokumitation vorzuschlagen war nicht weil ich dich nachdem du schon mehrmals gesagt hast dass du mit langatmigen langsam Filmen so hart hast dir nochmal einen drüber zu braten quasi oder dein Geduldsfahren zu strapazieren weil ich kannte den Film vorher auch nicht.
00:03:55: Ich hatte das Gefühl wir haben jetzt ein Jahr rum ganz erfolgreiches Jahr haben viele spannende Gespräche gehabt Hat auch schon mal Dokumentations dabei und ich wollte mal so'n bisschen aus der Thematik des Essens rausgehen.
00:04:08: Was wir bei Foodwaste auch schon mal hatten, dass wir so ein bisschen geschaut haben was passiert mit den Nachsitteln danach nachdem man sie mal auf den Teller gebracht hat oder ins Regal getestet ist.
00:04:20: Was ist eigentlich so eine Produktion noch vorgelagert, bevor es dann in den kulinarischen Prozess kam?
00:04:25: Und dann habe ich gedacht ja.
00:04:27: Ich verbringe gerade auch selber gerne viel Zeit im Garten und so einen Gartenfilm das mal zu thematisieren nochmal stärker.
00:04:34: Das finde ich gut und hab dann schnell recherchiert so im Internet wie man's macht und hat dann auf der Webseite der Berlinale der Kulinarischen Berlinale diesmal paar Jahre lang gab die jemand organisiert hat der Thomas Struck, inzwischen gibt es das nicht mehr im Rahmen der Bandale.
00:04:50: Da wurden immer so Filme gezeigt ausgewählt die sich mit Essen und Trinken auch beschäftigen.
00:04:53: und da wurde mir dieser Gartenfilm hier angezeigt und habe ich gedacht na gut den kenne ich nicht den würde ich gerne mal sehen.
00:05:00: das mit dir zu besprechen ist ja auch schön.
00:05:01: also hab ich ihn ausgewählt und bin jetzt genauso da reingestolpert und dadurch entschleunigt worden wie wahrscheinlich du auch weil Man kann das schon nachvollziehen, wenn du sagst es passiert nicht am laufenden Band eine Knaller-Szenar der anderen sondern wir gehen tatsächlich ja sehr gemütlich und bedächtig durch die einzelnen Nicht nur Jahreszeiten, sondern durch die einzelnen Monate des Jahres.
00:05:24: Der Film ist ja aufgebaut im Januar und da haben wir keinen großen Knaller-Einstieg.
00:05:29: Wir haben erst mal zwei ältere Männer in der Großenruhe eine blätterlose Pflanze an einer Backsteinwand beschneiden.
00:05:39: Man weiß nicht genau was sie schnibbeln, sondern sie machen das einfach.
00:05:42: Wir sehen zwei älteren Herren noch mal ticker als wir sogar, wie beide, die da tätig sind.
00:05:48: So öffnet sich das.
00:05:49: Würdest du auch so sehen?
00:05:51: Ist selbstverständlich.
00:05:52: Also es ist ja sehr gemächtlich und klar, wenn's um die Jahreszeiten geht dann haben wir natürlich erstmal mit Januar, Februar.
00:06:01: Dinge ich selbst kenne aus dem Weinberg hab im Weinberg der Stadt Stuttgart ehrenamtlich mitgearbeitet.
00:06:07: da ist das natürlich eher etwas beschaulich.
00:06:09: man schneidet man sorgt dafür dass Hoffentlich gute Jahr vorbereitet wird, indem man dann eben auch nochmal die Pflanze schneidet, B schneidet und guckt das die Triebe.
00:06:24: zukünftig gescheit dann auch entsprechend treiben können.
00:06:28: Natürlich auch gibt es viele vorbereite Tätigkeiten, bevor das Ganze dann irgendwo wieder im Freiland landet.
00:06:35: und wie gesagt ich habe es ja eingangs gesagt dass ist der älteste und schönste Küchengarten der Niederlande.
00:06:43: Das ist schon etwas was sehenswert ist und ganz wichtig.
00:06:48: Dünger und Chemie sind auf Dorvik komplett verboten.
00:06:52: also Alles läuft über, überliefert das Wissen.
00:06:54: Und da kommt eben dieser ältere von den beiden Älteren Jan Freerichs, eighty-fünf Jahre alt Dieser Schnittmeister der eben alles weiß.
00:07:04: Ich meine es ist ein wandelndes Lexikon und er arbeitet trotz seines Alters noch jeden Tag und das macht er eben auch ja von Januar bis Dezember.
00:07:13: Gutes Gärtnern hört nicht mit fünfundsechzig auf ist so sein Credo denn können isst an das Alter gebunden.
00:07:22: Und letzten Endes, wie gesagt er ist so die lebende Bibliothek eines Handwerks und in dem Fall eines Gärtners.
00:07:30: Er isso die Hauptfigur und ich sag's immer der Jüngere von beiden, der eben diesen Hut aufhat, der Fedora-Hut aufhat.
00:07:39: Der ist etwas jünger!
00:07:41: Er hat all das, was er kann eben von Jan gelernt und will auch damit verhindern dass es verloren geht.
00:07:49: Und deswegen ist er natürlich da auch mit dabei und er merkt sich dann die Fachbegriffe während Jan da schneidet und... Das ist natürlich auch wichtig!
00:07:57: Ich glaube, dass so ein Fachwissen also.
00:08:01: Ich bin ländlich im Saarland aufgewachsen, ich bin zwar in Saarbrücken geboren.
00:08:05: Bin aber mit zwei tatsächlich in die Gliesgau gezogen mittlerweile Biosphäre-Regionen.
00:08:11: Also natürlich auch was das schon schützenswert ist und da gibt es auch meistens noch in allen Ortschaften einen Obst- und Gartenbauverein.
00:08:20: Und dort lernt man natürlich auch, das Schneiden von Obstbäumen und das Aussortieren welcher triebt ist jetzt wild und bringt eigentlich dieser Pflanze nichts mehr!
00:08:31: Das erinnert mich genau an diese Szene die du da auch beschrieben hast.
00:08:35: Das ist eben altes Wissen.
00:08:36: wer es nicht weiß dessen Baum wuchert und bringt natürlich im Herbst oder im Sommer je nachdem was daran wachsen wird weniger Früchte, weil er die Energie in Triebe steckt.
00:08:49: Die nicht notwendig sind und deswegen ist das natürlich schon sowas.
00:08:52: der Anfang des Jahres beginnt eigentlich auch damit mit dem was so ein Mensch anfängt.
00:08:58: oftmals wir haben ja uns auch zum zum jahreswechsel in einer folge damit beschäftigt silvester und neu anfangen und so weiter und sofort und letzten endes es ist ein neuer fang.
00:09:08: also muss ich dafür sorgen dass altes geht.
00:09:11: menschen laufen gerne im januar ins fitness studio um ein paar überfällige Kalorien und Kilos abzutrainieren.
00:09:18: Und eben der Schnittmeister Jan und Dan, die stehen in ihrem Garten und sorgen dafür dass mit einem schönen Schnitt zukünftig wieder was Gutes wächst!
00:09:29: Ja, ganz genau.
00:09:30: Ich sehe auch diesen Satz stark am Anfang des Filmes, das gesagt wird der erste Schnitt.
00:09:35: Das ist sogar das Öffne des neuen Gartenjahres.
00:09:37: also man beginnt mit dieser Tätigkeit ja auch wenn er sonst noch nicht zu sehen ist es muss einfach jetzt begonnen werden und es beginnt so mit diesem zurecht schneiden dessen was da vielleicht schon ein bisschen anfängt aus gewünschten Form herauszukommen.
00:09:50: Und dann haben wir diesen Schnittmeister da und das erinnert ja auch ein bisschen an Tampopo, den Suppenmeister, also jemand der so in einer Tätigkeit sehr profiliert ist, sehr professionell ist, sich komplett damit auskennt.
00:10:01: Das zeigt hier eben... der Schnittmeister auch.
00:10:03: Also er kann das wirklich durch jahrzehntelange Erfahrung perfekt, ja dein Spezial wirst du und du hast jetzt ein paar mal gesagt, er ist so das Wandel in den Lexikon?
00:10:10: Ja, das stimmt einerseits.
00:10:12: also er weiß eben sehr viel und er kann dazu auch was sagen.
00:10:15: aber ich finde fast noch wichtiger ist dass es hier gar nicht so rum geht was er sagt sondern das ist ja auch darum geht ihm, dass er etwas tut.
00:10:22: ja als er sind in eighty-fünf Jahre alt und hat sich nur wie wichtige Bücher geschrieben.
00:10:26: wahrscheinlich hatte er gar keine wichtigen Bücher geschrieben ja sondern und er steht auch nicht daneben utuziert.
00:10:30: nur sollen wir sehen hier eben jemand tatsächlich noch die ganze Zeit mitarbeit.
00:10:34: Dann sagt er auch, da sind diese Passion, diese Leidenschaft dafür, die muss man eben haben und wenn mal zu so einem Meister wird ist ja wie ein Zennmeister hier wieder.
00:10:42: Also wirklich jemand der in dieser Tätigkeit perfekt süße und auch in seinem Körper eingeschrieben hat und das sehen wir bei diesem Schneideprozess ja auch es geht ganz viel darum dass geguckt wird es wird gefühlt es wird gegriffen dann wird geschnitten.
00:10:59: Das immer wieder, also auch immer wieder ist hinfühlen.
00:11:02: Hingucken eben auch diese Langsamkeit die wir jetzt am Anfang schon so ein bisschen sarkastisch hier eingeführt haben das ist bei dieser Tätigkeit eben ganz wichtig.
00:11:11: der nimmt sich eben die Zeit sich damit zu beschäftigen wie es sein Leben sind diesen Schnitt zur Perfektion zu bringen.
00:11:17: und auch der andere der Jüngere oder dann nachher sehen wir noch weitere jüngere Gärtner die müssen dabei sein weil er bestimmte Sachen dass glaube ich eben auch vielleicht gar nicht verbalisieren kann sondern man muss eben um zu erlernen und auf ein bestimmtes Level zu bringen, muss man dabei sein sehen wie ihr das macht versuchen das zu fühlen sich da reinzusetzen.
00:11:37: Und dann selber auch immer wieder fühlen was machen.
00:11:39: und dann vielleicht auch mal wenn man das gibt es ja in dem Film auch dass mal jemand irgendwie einen falschen Schnittmacht oder etwas macht was nicht so gut ist und dann sofort interveniert wird stopp hier das nicht oder Das war jetzt nicht so Gut Dann Ist Es Auch Kein Drama Also Wird Dann Wie keine Krise Daraus Aber Es Ist Ein Etwas Somit Direkt.
00:11:54: So Korrigiert wird an der Handlung und das finde ich das zeigt Dieser Film auch die ganze Zeit und auch schon gleich am Anfang.
00:11:59: Das ist eben um dieses fast schon Verschmelzen oder eben so eine Symbiose entstehen lassen zwischen Pflanze, von der man später im Film was will nämlich ne Frucht und dem Gärtner, der sich darum kümmern muss damit das eben auch gut funktioniert weil...das hast du ja eben auch so schön gesagt Die Pflanzer alleine würde eben auch Über Tische und Bänke durch die Decke wuchern, auswuchern.
00:12:23: Sie bringt viel Blattwerk hervor, sie bringt Früchte davor in Masse da sind aber qualitativ nicht so gut.
00:12:29: Und um das irgendwie zu regeln, da hilft ihr dann sozusagen der Gärtner, um einen bestimmten Effekt zu erzielen?
00:12:34: Da
00:12:34: stimme ich dir völlig zu!
00:12:35: Es ist kein theoretisches Wissen sondern es ist ein Praxiswissen.
00:12:40: Handwerk hatte ja schon erwähnt und das ist genau glaube ich auch der Unterschied zwischen einem Handwerk.
00:12:46: man muss es einfach sehen Und man muss es nachmachen, nachahmen.
00:12:50: Es ist Erfahrung die weitergegeben wird im Tun und nicht in der Theorie.
00:12:56: Wenn ich jetzt, was weiß ich, Jura BWL oder irgendwas anderes studiere dann ist das natürlich auch begründet auf Dingen, die Gesetze oder Ähnliches hervorgeben.
00:13:08: aber letzten Endes kann ich das auswendig lernen Ich kann's aber nicht in die Praxis umsetzen.
00:13:15: gerne auch Kurz, jetzt wirklich ganz kurzer Exkurs Medizinstudium.
00:13:20: Ich war auch mal mit einer Medizinstudierenden liiert und ich erinnere mich noch an die Klausurphasen.
00:13:27: das war einfach ein stupides Auswendiglernen von vielen Dingen was aber nachher ja Arzt im Praktikum etc.
00:13:35: erstmal tatsächlich in der Praxis dann angewandt werden muss was man an Wissen angesammelt hat Und das ist hier natürlich viel, viel praxisorientierter.
00:13:45: Man sieht man kriegt mit welcher Trieb praktisch in dem Fall dann falsch ist, der ausgemerzt werden muss.
00:13:54: Der abgeschnitten werden
00:13:55: muss.".
00:13:55: Wenn ich vor so einem Baum stehe denke ich okay was schneide ich jetzt ab?
00:13:59: Also es fängt ja schon an wenn man Tomaten zieht und eigentlich dann ausgeizen soll.
00:14:04: Welcher Trieb geizt sich denn jetzt aus?
00:14:06: Was ist jetzt der Richtige und was is jetzt der Falsche?
00:14:08: Wenn's mir jemand zeigt verständlich erklärt, zeigt in der Praxis Dann kann man das natürlich adaptieren und dann weiß man ok So ist es!
00:14:17: So verhält es sich.
00:14:18: Und das Interessante finde ich ja, dass Freirex auch irgendwo erwähnt, dass es früher mal so ein Lehrstuhl dafür gab.
00:14:24: Aber die Universität, das komplett abgeschafft hat also handwerkliche Ernährung und Anbauwissen verliert irgendwo an Wertigkeit weil es wird halt vieles industriell da ist egal der wird gedüngt Da wird dafür gesorgt, dass halt viel kommt.
00:14:42: Egal wie das ist und hier geht es ja wirklich auch wenn wir's eben schon etwas überzeichnet haben.
00:14:48: Es geht einfach um diese radikale Langsamkeit und das ist ja ein Luxus, dass sich eben so einen Landgut tatsächlich leisten kann.
00:14:57: Ist es vielleicht auch eine Haltung?
00:14:58: Ja muss ich sagen okay wir denken nicht mehr in Sekunden wie wir das heutzutage machen sondern wir fangen wieder an im Jahren oder in Zyklen zu denken um dann tatsächlich So wie du's auch beschrieben hast das Jahr durchzugehen und vorzubereiten bis hin zum Ernten.
00:15:16: und das sind ja eigentlich Phasen die die Menschheit durchaus Jahrtausende lang begleitet haben.
00:15:24: Man hat ja nicht auf die nächste Sekunde geachtet, sondern man wusste das was ich sehe, dass werde ich dann auch ernten im Idealfall und das zieht sich natürlich über ein ganzes Jahr in unterschiedlichen Zyklen.
00:15:40: Und das ist ja das Spannende!
00:15:41: Dass es dort eben wie du sagst auch eher die Wissensvermittlung extrem dazu gehört, dass du das beherrschst.
00:15:49: Dass du meiste.
00:15:50: wann ist jetzt die Zeit was ich wann tun muss damit ich optimal vorbereitet bin, dass ich dann irgendwann in diesem Jahr eine Ernte einfahren kann.
00:16:07: Ganz wichtig und zentral behandelt.
00:16:08: Und sie zeigt auch natürlich einen Unterschied zu dem, wie man heutzutage in der Masse sonst wirtschaftet also nicht nur in der Landwirtschaft aber da natürlich auch in der Lebensproduktion nämlich dass man dann versucht Zeit so weit wie möglich als Faktor zu vereinheitlichen ja und versuch zu allmöglichen Zeitpunkten immer die gleichen Dinge machen zu können, dass man nicht so abhängig ist von Jahreszeiten.
00:16:29: Dass Dinge wieder sehr schnell nachwachsen oder sehr schnell gezüchtet werden als wenn man bei Tierhaltung oder was ist und dass man eben versucht mal für die gleiche Resultate zu erzielen.
00:16:38: Und hier zeigt dieser Film – das macht ja auch ganz gut – wenn man mit dem biologischen System Versuch zu kooperieren dann gibt es zu bestimmten Zeitpunkten, zu bestimmte Jahreszeichen.
00:16:50: Saisonal ist ja der Begriff, den man vielleicht jetzt schon öfter benutzt auch im Alltagsvokabular.
00:16:55: Da macht man bestimmte Tätigkeiten.
00:16:57: also dieser Film baut das auch so auf.
00:16:59: am Anfang wir sehen zwar die Männer kurz an dieser Mauer das da steigt aber es wird am Anfang doch sehr viel im Gewächshaus gemacht und dass zieht sich dann noch in Februar hin.
00:17:06: auch da wird drin etwas machen.
00:17:07: was werden schon andere Dinge dann dringend getan?
00:17:09: dann wird zum Beispiel das Beet erst mal im Gewechshaus wird zurechtgemacht da werden auch die ersten Samen eingesetzt und dann geht's im März langsam nach draußen.
00:17:17: Auch da wird ein bisschen schon gegraben dann irgendwie die ersten Erdwelle gemacht und da werden dann wie Pflanzzwiebeln reingesetzt.
00:17:24: Und so zieht sich das über die ganze Zeit hin immer mit den Spannungsbogen natürlich, wie du gesagt hast.
00:17:29: also wird dieses Birnenspalier zusammenwachsen?
00:17:32: Das ist auch nicht super was du gesagt hattest genau oder wird er sehr in Zyklen gedacht dass er da arbeitet man seit zwanzig Jahren draufhin, dass sie sich irgendwie der Mitte treffen diese Birrenzweige es klappt an dem Film tatsächlich am Ende nichts richtig.
00:17:43: ja und da merkt man wieder so wenn man so arbeitet wie die das in diesem Garten machen dann muss man damit rechnen, dass dieser Partner dieses Biologisches System mit dem man da zusammenarbeitet natürlich sich auch nicht... Wer weiß, wie der Druck setzen lässt.
00:17:56: Da kann man nicht sagen jetzt kippen wir noch mal ein bisschen Dünger drin oder wir ziehen daran ja oder wir dehnen das und dann wird das dieses Jahr oben.
00:18:03: Man muss damit rechnen okay es wird halt leider diesjahr wieder nicht so.
00:18:05: Es kann auch sein dass andere die Zeit wegläuft sehr.
00:18:07: Man ist eben im Mitteltachziger Jahre kokitiert doch einmal damit es kann ja jeden Moment für ihn aus sein.
00:18:11: Das ist ein guter Zeitpunkt im Grunde auch dahin zu scheiden in dem Alter also man weiß auch gar nicht ob man damit fertig wird und das natürlich was ganz anderes als mit dem Zeitdruck den wir sonst heutzutage arbeiten.
00:18:22: aber genau werden diese diese Technik vermittelt.
00:18:25: Wir sehen eben auch diese Vermittlungsprozesse, die über Sprache ganz viel ablaufen.
00:18:29: Es gibt eine Form der Arbeitsteilung, die er stark findet also... Der Film ist für mich schon so eine Art Slow-Food-Film.
00:18:36: wenn man so was leisten kann, ja auch als einzelne Person.
00:18:40: Also der jüngere Herr hat muss natürlich das Vermögen mitbringen, dieses Gut da zu besitzen oder zu bewirtschaften und auch nicht mit einem ökonomischen Druck zustehen.
00:18:47: Auch dass wird einmal ja thematisiert, dass sie auf freien Markt für gärtnärische Produkte nicht so viel erhalten, sodass man da so schwer damit überleben kann.
00:18:56: Aber man muss sich also als Gesellschaft das leisten können aber vielleicht auch leisten wollen, dass man ein Arrangement hat wo es nicht darum geht besonders effizient zu arbeiten in Bezug auf Masse auf Substanzwirtschaft, auch Landwirtschaft und Substanz-Wirtschaft ist es ja nicht.
00:19:10: Sondern dass man sagt, man hat hier eine vielfältige Produktion also wenn man möchte mehr Vielfalt von verschiedenen Pflanzen bewahren kultivieren und sich damit auseinandersetzen wie man die miteinander in so einem Ökosystem zur Perfektion bringt oder zum Ertrag hin führt.
00:19:27: Also das sind zwei Dinge, die du da auch erwähnt hast, die man hier in diesem Garten Wunderbar sehen kann.
00:19:33: ich habe schon zweimal glaube ich gesagt es ist ja einer der schönsten oder vielleicht sogar der schönste garten als ein muster gar.
00:19:39: er zeigt natürlich einfach sehr viel an Geschichte, was so nach Simpler Gärtnerei vielleicht aussieht.
00:19:47: Was im Gewächshaus beginnt, was aber nachher eben passiert in der Vielfalt auch vielleicht in den seltenen Sorten die dort angebaut werden, die man vielleicht gar nicht mehr kennt.
00:19:57: Es steckt aber auch überall jahrhundertealte Skulpturwissen mit drin Und das ist ja dieses Spalier.
00:20:05: Du hattest es ja auch gesagt, da stehen sie da und schnippeln irgendwo rum an so einer Mauer an ein Spalir.
00:20:10: und da muss man ja auch einfach wissen, so dieses Thema Spaliers geht bis an den Hof, an den französischen Hof von Ludwig XIV in Verset zurück.
00:20:22: Also das ist genau das, dass man sagt okay... zieht die Bäume an einem Gitter entlang, damit sie unan einer Mauer mehr Wärme bekommen und besser tragen.
00:20:34: Der hat das perfektioniert – und letztendlich ist ja dort eben wie gesagt Jahrhunderte altes Kulturwissen auch zu sehen!
00:20:42: Es ist so ein Nutzgarten, ein toller Garten der auch was abwirft, aber auch natürlich ein Schaugarten.
00:20:50: Wo man einfach sieht wie wurde Jahrhunderte lang gegärtnert?
00:20:55: Dass eben das alte Wissen von Generation zu Generation übertragen worden ist dass man sagt hier wir haben auch außerhalb der Saison sogar die besten Früchte weil wir es richtig machen!
00:21:06: Weil die Wärme in der Mauer gespeichert wird und somit trotzdem noch dieser Maulbärbaum oder was auch immer dann entsprechend Frükte trägt.
00:21:16: das andere, was du ja auch gesagt hast.
00:21:18: Es ist ein Kunstwerk also es ist ja auch irgendwie etwas, was natürlich von Menschenhand geschaffen wird genau geplant wird wie was wo dann auch angepflanzt wird damit letzten Endes das ganze richtig toll aussieht.
00:21:33: da kann man natürlich auch sagen Was ist jetzt eigentlich der Sinn des Gärtnanz?
00:21:37: Du hast eben auch erwähnt deswegen geht gleich die Frage auch an dich, dass du öfter im Garten stehst.
00:21:42: Ist es jetzt die Ernte und das Essen oder der Weg dorthin?
00:21:46: Das tun selbst!
00:21:48: Was ist eigentlich das Sinn des Gärtnerns?
00:21:51: Ja, das sind natürlich wichtige Fragen, die man sich selber immer wieder stellt.
00:21:54: Da muss man auf unterschiedliche Motivationen sehen.
00:21:58: also... Wenn ich das persönlich mache, ist es für mich Arbeitsausgleich.
00:22:01: Es ist für eine Freizeitbeschäftigung hochgradig ineffektiv.
00:22:05: Ich habe letztens ein schönes Meme im Internet gesehen, wo ich mir stand, warum soll ich für Tomaten einen Supermarkt kaufen?
00:22:12: Ja wenn ich sie auch für sechsund Euro im Garten selber anbauen kann!
00:22:16: Das hat die Ineffizienz.
00:22:17: ja muss man sagen, wenn ich als Laia als Amateur dahingehe... und da so viel Arbeitszeit rein stecke, also Stunde darin setzen um dann irgendwie sechs, sieben Tomatenpflanzen hochzuziehen.
00:22:29: Wo ich mich natürlich über Monate hinweg, ja?
00:22:31: Da geben wir auch noch welche ein selbstverständlich.
00:22:33: Dann muss sich Wasser hinbringen, dass ich nicht punktgenau ausgießen kann weil ich einen kleinen Garten habe.
00:22:38: Da wird natürlich Wasser verschwendet wahrscheinlich.
00:22:40: Ich verschwende auch Fläche vermutlich Ja!
00:22:42: Also das ist alles nichts womit man sagen kann.
00:22:45: Ich ernähre mich hier von selbst.
00:22:46: Ich freue mich natürlich selber über die tollen Früchte, die da dran kommen der subjektiven Wahrnehmung von mir und meinen Kindern.
00:22:53: Ist das so, dass es auch besonders toll schmeckt?
00:22:55: Mag ja auch sein!
00:22:56: Wir lassen das nicht kritisch andersweilig verkosten aber... in wenigen Tagen auf.
00:23:02: oder die Kartoffeln.
00:23:03: Die hat man vielleicht noch ein paar Murte länger, aber auch davon könnten wir nicht überleben von dem was wir da erwirtschaften.
00:23:08: Also das ist zum einen natürlich etwas... Das macht die Faszination auch aus dieses Films für jemand der eben ja den nicht als Leerfilm guckt weil er selber Gärtner ist sondern wenn man sich dafür fasziniert es ist ja ein alternatives Modell zu dieser hektischen durchratzündeten Gesellschaftsform wie wir sonst im Übermaß oder Hegemonial vorherrschen vorfinden.
00:23:29: Sondern man Nimmt sich eben tatsächlich im Zeit, um etwas hervorzubringen und das auch selber zu entwickeln.
00:23:35: Wir haben auch tatsächlich was wo man sehen kann.
00:23:37: dass was man tut hat auch einen direkten Einfluss darauf was rauskommt.
00:23:40: Das kann man nicht komplett kontrollieren.
00:23:42: ja weil die Natur, das biologische System natürlich seine eigene Logik hat.
00:23:46: Selbst bei diesen hochprofessionellen Meistern da in diesem Garten geht ihnen das ein oder andere ja auch mal ein sind sie auch mit Schädlingen konfrontiert und mit irgendeinem Belag der irgendwie kommt oder irgendwas klappt eben nicht.
00:23:56: dann müssen wir es als wegwerfen.
00:23:57: das wird doch mal echt eine Krise thematisiert.
00:23:59: also dass Gärtner so als Laie heutzutage ist denke ich sehr gegenentwurf.
00:24:05: aber täglich auch ne Auseinandersetzung mit Lebensmitteln selber.
00:24:07: Ich denke schon es führt dazu mehr damit auseinandersetzt, was man da auf dem Tisch hat und was man verzehrt.
00:24:13: Hat man ein bisschen mehr Wissen?
00:24:14: Die frage ich natürlich auch.
00:24:15: also was bringt uns das?
00:24:17: ja aber man hatte wie doch den Eindruck man beschäftigt sich mit dem was man ist, der Satz kommt im Film ja auch drin vor Und es ist natürlich und das hast du sehr schön gesagt Es ist eine Form der Kulturtechnik Ist etwas wie lesen Wie musizieren wie malen.
00:24:31: so kann man auch von der Agri-Kultura von der Agrarkultur sprechen.
00:24:34: Es ist etwas wo wir über Jahrhunderte jahrtausende lang als Menschheit wissen herausgebildet haben und das wird weitergegeben, dass sie nicht als theoretisches wissen oder auch was man irgendwie praktisch so umsetzen kann.
00:24:47: Und es ist in unserer Kultur bislang so, dass wir sagen, wir wertschätzen solche Kulturtechniken.
00:24:54: ja also wir schätzen die weil sie historisch entwickelt sind, weil sie zu der bestimmten Formen der Perfektion gebracht worden sind die wir noch als solche wahrnehmen.
00:25:03: Das haben wir in der Musik, also ich meine warum spielen wir noch bestimmte klassische Stücke?
00:25:08: Warum hören wir die immer wieder?
00:25:08: Warum gehen wir ins Konzert und hören uns Beethoven Bach und Mozart an?
00:25:13: ja?
00:25:13: Wir können natürlich sagen das kann man ja der Computer auch einem vorspielen.
00:25:17: oder warum setzen wir noch Musiker hin?
00:25:18: Das kann doch irgendwie eine Maschine auch machen!
00:25:20: Oder warum gucken wir uns Gemälde an oder Lernen malen obwohl die KI irgendwie auch ganz toll malen kannst?
00:25:24: Sondern wenn wir sagen da steckt ne bestimmte Leistung dahin und auch ne bestimmten Form aus der Leistung von was raus zu gewinnen.
00:25:31: Die Ästhetik, die damit verknüpft ist jetzt auch angesprochen.
00:25:34: Der hübsche Garten.
00:25:35: Klar man kann nochmal sagen über Geschmack lässt sie streiten als individuell und der klassische Garten oder die klassischen Musik.
00:25:41: das gefällt mir alles nicht.
00:25:42: ja man selber vielleicht auch mal eine so rebellische Phase gehabt wo man es alles ablehnt.
00:25:45: aber da steckt eben doch ne Forme der ästhetisch drin wo man erkennen muss die geht mit viel Arbeit und auch mit einer bestimmten Überzeugungskraft einher Und ich denke dass steckt auch beim kleinen Gärtnern immer noch mit drin, diese genauso wie bei Gebietdichte auswendig lernen was einem dann sein Leben begleitet und eine Generation verbindet.
00:26:05: Es ist etwas zu einer bestimmten Leistung vollbracht worden von anderen und man selber kann so ein bisschen daran partizipieren oder das auch weiter geben, weiterentwickeln und man lernt auch was über das Leben dabei.
00:26:15: ja also eben dieses biologische System mit dem man sich hier arrangiert, mit dem er uns einen Tanz aufsführt Man kann ihm etwas abringen, etwas abgewinnen.
00:26:25: Gleichzeitig muss man sich auch darauf einlassen, dass es seinen eigenen Willen hat.
00:26:29: Das ist seine eigene Logik verfolgt die man nicht hundertprozentig kontrollieren kann.
00:26:32: und eine ganz wichtige Unterscheidung für unsere Art der Kultur nämlich die zwischen Natur und Kultur Die sehen wir das sie nicht so eindeutig ist wie die manchmal gerne hätten.
00:26:42: ja da ist die natur hier ist die kultur.
00:26:44: Sondern wir sehen Natur und Kultur das oszilliert so hin und her.
00:26:48: Ja also Natur bedingt die kulturellen Praktiken.
00:26:51: Die kulturelle Praktik gehen in die Natur rein, ohne dass sie sich das irgendwie auflösen könnte oder dass es komplett getrennt ist.
00:26:58: Sondern das bringt kulturelles Naturprodukte hervor und das kann man zum Ende zu kommen dieses Exkurses aber in der Gartenarbeit sehr schön praktisch erleben und am Ende vielleicht ja sogar genussvoll schmecken wenn man ein schönes Produkt auf den Teller bekommt.
00:27:17: Das
00:27:17: sind ja wichtige Dinge, die du da miteinander in diesen tollen Wortspielen sag ich jetzt so verwoben hast.
00:27:27: Denn ja wo ist jetzt Kultur und wo ist Natur?
00:27:31: Und wo versucht der Mensch der Natur etwas abzugewinnen was nicht natürlich ist um... In dem Fall, ich habe es ja eben gesagt.
00:27:41: Dann lässt man diesen Baum anders kultivieren indem man ihn an ein Spalier bindet damit die Ernte größer ausfällt oder dass man eben länger etwas davon hat.
00:27:53: also das ist natürlich wieder die Natur und die Kultur oder die Natur.
00:27:57: Und der Mensch möchte ich sagen da kommt er mensch mit seinem Effizienz streben dann auch wieder zur geltung Der dann der natur die ja schon sehr vieles freiwillig abwirft.
00:28:09: Aber einmal so und einmal so, je nachdem wie die Natur mitspielt und wie die Wetterlage ist, ja?
00:28:16: Wie das Jahr vielleicht auch ist gibt es viele Äpfel, gibt es wenig Äpfeln, gibt's wenige Wein, gibts viel Wein.
00:28:22: also das ist ja immer auch genau dieser diesen Spagat den man da geht.
00:28:26: aber der Mensch versucht es in seinem Effizienz treiben dann zu optimieren.
00:28:30: Das fängt mit Kulturtechniken, wie ich es eben gesagt habe dem Spalier angeht.
00:28:35: Dann natürlich auch weiter dass ich traditionelle Samensorten oder Früchte Gemüsesorten Kreuze damit sie optimiert werden, damit sie mehr und prächtigere und größere Frükte bringen geht dann auch weiter das sich mit künstlichem Dünger arbeite und so weiter und sofort.
00:28:56: Das haben wir ja hier zumindest was den Düngern geht nicht.
00:29:01: Aber man arbeitet trotzdem mit Techniken, die der Mensch der Natur abgerungen hat.
00:29:08: Damit die Ernte der Erdrag größer wird oder nicht größer vielleicht dann ... Die Birne saftiger sage ich jetzt einfach mal so als sie in der Natur wäre und das ist natürlich auch so ein schmaler Grad den du gerade so schön beschrieben hast mit dem hin und her.
00:29:28: Das was is denn jetzt tatsächlich?
00:29:31: das, was man dann tut.
00:29:32: Will man denn mehr die Kultur?
00:29:34: Diese Kultur der Natur?
00:29:36: oder will man tatsächlich die Natur, die einfach bringt, dass sie...was sie bringt oder was sie eben nicht bringt?
00:29:43: Wir haben es ja jetzt auch gehabt!
00:29:45: Ich spreche auch sehr viel mit Menschen, die mit der Natur arbeiten, sei's jetzt Winzer, sei es jetzt Winzerninnen- oder Obstbauer oder ähnliches.
00:29:55: Die sind natürlich einfach sie arbeiten und leben mit der Natur und in der Natur.
00:30:01: Und wenn dann plötzlich mal ein Hagelschauer kommt, quasi die ganze Arbeit so nicht gemacht ist das so?
00:30:07: Dann müssen Sie überlegen was sie denn tun!
00:30:10: Da spürt man einfach den Natur wie du es auch gesagt hast Nur bis zu einem gewissen Grad, dann tatsächlich vielleicht wie so eine komponierte Symphonie von Beethoven.
00:30:22: Und dann gibt es irgendwo ein Miston der dann tatsächlich ja zack daraus sticht und der entscheidet dann über Misserfolge oder nicht?
00:30:33: Misserfolg!
00:30:34: Da frage ich mich ist es manchmal einfacher oder besser zu sagen Wenn ich Gärtnere, dann überlasse ich das in der Tour und fange mich an hier noch zu knipsen und zu geizen damit die Ernte opulenter wird.
00:30:47: Sondern ich guck einfach was passiert.
00:30:50: klar braucht gewisse Grundlagen.
00:30:52: du hast es gesagt Wasser muss zur rechten Stunde am rechten Ort sein sonst habe ich ein Problem.
00:30:58: aber lasse Ich mich da nicht zu sehr wiederum von dieser Effizienz treiben, anstatt zu sagen ok ich gucke halt was dabei rauskommt.
00:31:08: Klar man versucht immer nachdem dann irgendwann früher hat man das angebaut um sich selbst zu ernähren und dann hat man gemerkt okay wenn ich das effizienter betreibe dann kann ich es verkaufen an andere die eben nicht die Möglichkeiten haben das zu betreiben.
00:31:24: also Da ging natürlich gleich wieder das wirtschaftliche Denken los, was hier ganz abseits ist.
00:31:29: Weil hier ist es wirklich eher Kultur.
00:31:31: ich will etwas Schönes schaffen Ich will was haben Was toll ist, was toll aussieht.
00:31:36: da steht jetzt sagen immer so die Ernte auch im zweiten Rang.
00:31:39: Ja aber da geht's um die Schönheit und um die Kunst Und die Langsamkeit über das ganze Jahr hinweg.
00:31:45: was muss ich tun damit der Garten erblüht Damit der garten Früchte trägt?
00:31:49: Das ist hier nochmal ganz anders.
00:31:51: Mich erinnert das immer daran, egal wo der Mensch lebt.
00:31:55: Er versucht trotzdem es scheinbar ist in seinem Gehen im Blut drin, er versucht zumindestens irgendwie Kräuter anzubauen.
00:32:02: und da geht's ja auch nicht um die Effizienz wenn man so ein Töpfchen im Supermarkt gekauft hat und dass dann noch hegt und pflegt damit es nochmal nachspießt und wächst sondern da gehts ja auch darum ich hab dann frische Kräute zumindest frische kräuter wenn ich die Möglichkeiten nicht habe im ganzen Garten zu haben.
00:32:19: Und da geht es ja auch eher darum, ich erfreue mich daran dass sich wenigstens ein grünes eigenes Basilikumplättchen auf meine Tomate mozarella legen kann.
00:32:27: Ja
00:32:28: also ich glaube das gute Gefühl etwas selbst geschaffen zu haben und das dann benutzen zu können ist etwas was dem Menschen schon viel Positives Selbstbewusstsein geben kann.
00:32:36: Was ich hier noch auch sehe in den Filmen.
00:32:39: Und das erinnert mich dann ganz stark an diesen Film, die Komödie am Mai, den wir auch gesehen haben.
00:32:43: Es ist ja so eine Art, dass es auch gesagt ist mit dem Hinweis auf Ludwig XIV und dass hier so ein Landadel ist, den werden wir sehen.
00:32:51: Das steht in der Tradition des Landes.
00:32:53: In diesem Film werden auch immer wieder hochkulturelle Symboliken eingeblendet.
00:32:57: Wir sehen zum Beispiel einmal so eine Statue, das ist einer, die so eine antike Symbolik zumindest mitbringt.
00:33:02: Es wären Bilder gezeigt, die nicht zwingt aus der Antike sind aber auch europäische Hochkultur zeigen oder darauf verweisen.
00:33:10: Also man sieht sich auch selber in dieser Tradition, was die Effizienz anbelangt?
00:33:14: Es ist ja keine so richtige ökonomische Effizience, die im Tier gepflegt wird bei der Gartenarbeit.
00:33:19: Es wird nicht auf möglichst wenig Mittel einsatz beim möglichst hohem Output ausgelegt sondern es geht irgendwie zum einen darum ein möglichst hochwertiges Produkt zu erzielen.
00:33:32: also Bei dem Wein sehe ich das ganz stark so, wenn sie da jede dieser Trauben zweige anschauen und dann immer die kleinsten Trauben daraus knipsen.
00:33:41: Damit dann auch wirklich nur die großen noch mal zur richtigen prachtvollen Entfaltung kommen.
00:33:46: Zum einen ist es eine sehr zeitaufwendige, eine sehr pinnible Tätigkeit um dann Aber letztlich natürlich ein ganz spezielles Produkt zu bekommen.
00:33:55: Davon bekommt man nicht viel, aber man kommt ein tolles.
00:33:57: Das erinnert mich auch daran dass ich habe einmal einen Seminar gehabt eine Wein-Exkursion nach Rheinhessen mit einem Kollegen zusammen und da haben wir unterschiedliche Winzartypen besucht Und da hatten wir zum einen eben auch solche sehr handwerklich arbeitenden Winzer die auch kleine Wingerte keine Weinfelder hatten wo sie sich jede dieser Reben angeschaut haben daraus geknipst haben oder sehr wenige Flaschen Wein produziert haben.
00:34:20: Für mich war es damals so, als ich das verkostet habe.
00:34:23: Ich hatte das Gefühl ohne sich das jetzt richtig beschreiben könnte... ...das ist wirklich ein besonders schmackhafter Wein!
00:34:28: Wir haben ja in so einem Podcast die oft schon mal gespannt was ist Qualität gerade bei Wein?
00:34:31: Ist das auch schwierig zu
00:34:32: bestimmen?!
00:34:32: Aber ob bisschen du aus guter Wein war, ich kann das nicht sagen aber ich glaube es war ein besonderes besonderer Wein schon.
00:34:37: Aber man musste sich eben diese Zeit dafür nehmen.
00:34:39: Es ist natürlich auch einen hochpreisiger Weihgewicht.
00:34:40: Also auf gar keinen Fall was man immer so anbieten könnte und was man sich auch gar nicht so immer leisten kann bis ich gar nicht jeder leisten kann.
00:34:45: Und dann hatten wir Weingüterbesuch die für den ich sag mal, Massenmarkt produziert haben.
00:34:50: Was sich der Junkelsalä in den Abschied hier so rein pfeift, denn da mit der Bahn unterwegs ist und wo ich dann immer die Flucht ergreife wenn ich sie sehe.
00:34:57: aber jeder soll seinen Spaß haben ja?
00:34:58: Aber da wär's fast würde ich sagen Perlen von... Das ist das falsche Ausdruck jetzt hier, den ich benutzen würde.
00:35:04: Da wäre es Verschwendung gewesen diesen tollen Wein, also einen Wein zu benutzen wie er vielleicht hier auch produzieren würde Wenn die sich doch sowieso nur die Kante geben wollen.
00:35:12: Ja und dann irgendwie noch Mallorca, die da singt Und so ein Wein wurde ihm produziert, da werden die Trauben hängen gelassen groß und kleine, dann kommt da irgendwann so eine große Maschine an.
00:35:21: Die saugt die irgendwie ran.
00:35:23: durch so ein Filter quasi werden alle Trauben rausgesaugt aus der Pflanze und dann verarbeitet so.
00:35:27: Und dann gibt das Wein den man trinken kann.
00:35:30: aber es ist natürlich kein so besonderer Wein.
00:35:32: ja weil keine Selektivität vorher nicht stattgefunden hat.
00:35:35: Das ist für mich ein Sinnbild von moderner Effizienz für so ne Massengesellschaft.
00:35:41: In diesem Garten haben wir eben markthin abziehende Effizienz, sondern Effizient sind die auf die Qualität allein hinsichtlich.
00:35:50: Und dann haben wir diesen Torbogen und das ist ja irgendwie auch... Ist das effizient?
00:35:55: Wahrscheinlich nicht, weil so viel Zeit da reingesteckt wird um eben diese besondere Form hin zu bekommen, diese ästhetische Form aber auch dass es eben wie du gesagt hast Kunst.
00:36:03: Da geht es darum eine Kulturpraktik zu vollziehen wo man viel Arbeit reinsteckt und genau gucken muss und dann schaut das es richtig erzogen wird hier eigentlich das Gewächs Und dann richtig gebunden wird und nicht irgendwelche Wassertriebe entwickelt, die irgendwo anders hinsprießen.
00:36:19: Es findet schon viel Arbeit statt.
00:36:20: Es wird auch zielgerichtet durchgeführt aber eben nicht auf den Output in Bezug auf Income-Output das Material bezogen sondern in Bezugs eine ästhetische Leistung, die durch den Eindruck diejenigen überzeugt, die dafür empfänglich sind.
00:36:38: Während andere da durchgehen Ach, wie langweilig.
00:36:41: Hier explodiert ja gar nichts.
00:36:43: Entweder in dem Film noch im Garten irgendwie... Nichts geht voran!
00:36:47: Ich möchte etwas Spannendes sehen und nicht unter so einem Spalier stehen.
00:36:52: Birnenspalier, der seit dreißig Jahren nix geworden ist.
00:36:55: Da geht es sich voran.
00:36:56: Also merkt man, das ist eine besondere Form der Kultur die hier auch gepflegt wird mit anderen Kulturen, existieren, auch in einem Wettbewerb steht.
00:37:06: Und da hattest du eben auch schon gesagt an der Universität findet man das vielleicht dann gar nicht mehr.
00:37:10: diese Formen der Gartenbau-Kunst weil sie sich schon ob man es gut finde und nicht überlebt hat in so einer Zeit geist kann natürlich wieder entdeckt werden.
00:37:17: ja das gibt ja bestimmte Bestrebungen wie Slow Food oder was die das auch wollen wo ein das auch überzeugt.
00:37:22: aber es muss tatsächlich dann irgendwie dann auch begründet werden.
00:37:24: ja es muss dann genügend Menschen geben die sagen Sie sind bereit dafür an anderer Stelle auch Entbehrung hinzunehmen.
00:37:31: ja sei Bezug auf finanzielle Art, dass man da was reinschustert.
00:37:35: Sei es das man sagt man kann sich alles leisten oder sei ist das man eben auf Aufregung verzichtet und sich so ein Film anschaut oder einen Gang durch den Garten macht wo man langsam durchflaniert und andächtig schaut und genießt von einem Kick zum Nixen gejagt.
00:37:50: Ja, das
00:37:50: erinnert mich halt immer auch so ein bisschen an Landesgarten oder Bundesgartenschauen wo eben genau das dann so gezeigt wird was möglich ist wenn denn alles so funktioniert wie es funktionieren soll.
00:38:02: und wie du jetzt ja auch gesagt hast anhand des Bogens ja man guckt und schließt sich in der Bogen dieses Jahr das ist so quasi diese Frage schlecht hin und man braucht halt einfach Zeit.
00:38:14: Ich habe es eben auch gesagt Luxus ist ja in dem Fall wirklich diese Langsamkeit, da kann's ja gar nicht um Effizienz gehen sondern es geht um Schönheit Es geht um Kunstwerk an sich als Gesamtkunstwerk zu sehen.
00:38:27: Es gilt auch vielleicht einfach sich bestätigt zu fühlen.
00:38:31: Ja ich habe der Natur was abgetrotzt.
00:38:33: dass sie die Natur besiegt könnte man ja auch sagen das sie so wächst wie ich sie entsprechend geformt habe.
00:38:42: Das ist ja auch immer so in dem Menschen drin, nicht nur jetzt was Bäume pflanzen angeht sondern auch etwas kurz Tiere angeht und versucht dann irgendwie das Optimum zu züchten.
00:38:56: Und das ist natürlich hier auch und sagt okay wenn ich einen Schritt zurück gehe ein bisschen mehr in Richtung unseres Zen-Meisters aus Amerika da hätte eigentlich noch gefehlt dass er anfängt einen Bonnseid zu beschneiden oder sowas.
00:39:10: Das hat mir da tatsächlich in diesem Film gefehlt, das wäre hier eigentlich genau das passende.
00:39:16: ja die Langsamkeit und ich habe einen Baum der eigentlich riesengroß ist dazu gebracht dass er winzig klein ist und ich ihn mit einer kleinen winzigen Schere bearbeiten kann.
00:39:27: Und das ist halt wirklich diese Kunst einerseits zwischen Natur.
00:39:31: Ich lebe also das ist für mich auch der Zwiespalt ich lebe Mit der Natur aber ich zwinge der Natur auch meinen Willen auf und sorgt dafür, dass sie hoffentlich dann so zusammenwächst wie ich es mir einfach auch vorstelle.
00:39:47: Und das ist für mich schon ein Kunstwerk.
00:39:50: Es ist jetzt nicht irgendwie so gärtnere ich richtig, wie man das sieht sondern klar sieht mal auch wo drauf man Wert legen sollte.
00:39:58: aber es hat sehr viel einfach mit dem optisch Schönen zu tun.
00:40:02: Jetzt nicht einmal so mit dem was ertragreich schneidet sich vielleicht irgendwo, sondern wie stelle ich mir die optimale Rebe vor?
00:40:11: Da sind nur saftige dicke Trauben dran.
00:40:14: oder wie sehe ich jetzt so einen Birnenbaum-Spalier.
00:40:16: Ach das wäre doch schön wenn man da drunter durchgehen kann und wenn alles so miteinander verwoben ist!
00:40:22: Und das sind so Gartenbilder, die man halt vielleicht vor Augen hat.
00:40:27: Ich meine auch dass es ja auch darum ging ein bisschen vergleich zu diesen flämischen Gemälden zu sehen.
00:40:34: Das sind ja Stillleben.
00:40:35: Und das ist ja auch eigentlich, was da geschaffen wird, ist nachher auch ein Stillleben – obwohl es ja lebt!
00:40:42: Obwohl's in diesem Jahr wenn man das verfolgt von ohne Blätter mit Trieben, mit Blättern und Früchten dann verlieren sie wieder ihre Blätter.
00:40:51: also man hat ja eigentlich ein volles Leben und es ist aber trotzdem irgendwie so... Ein Stillleben dass nach Jahreszeiten immer wieder neu gemalt wird.
00:41:02: Ja, ich finde das ist ein guter Vergleich mit dem Stillleben.
00:41:04: Genau wo man sich auch darauf einlassen muss aber vielleicht auch in den Details die dann gezeigt werden doch ziemlich viel findet.
00:41:11: Ich finde auch dass wir können gleich noch zum Fazit kommen Aber das wäre mein letzter Punkt noch.
00:41:15: Das finde ich das macht diesen Film ja auch aus Dass zwischendurch immer wieder diese Details der Natur bezeichnet und da fand Aus genuss, in soziologischer Sicht das ganz ansprechend.
00:41:26: Also dass die einzelnen Produkte, die einzelne Lebensmittel der Brot hervorbringt.
00:41:31: So gezeigt worden immer wieder meine Zähne gesetzt wurden.
00:41:34: am Ende fand ich auch das Essen was da gezeicht wurde eigentlich sehr schön in Szene gesetzt.
00:41:38: also auch der Film finde ich, hat das nochmal so aufgegriffen.
00:41:41: Also die Ästhetik des Gartens hatte er eigentlich ganz gut reingebracht und immer wieder einzelne Dinge, die da in ihrer Vielfalt drin vorkommen mit den filmischen Mitteln ganz gut gezeigt.
00:41:51: Ja, ich möchte vielleicht gerade noch kurz ergänzen.
00:41:53: Du hast ja den Höhepunkt der für mich schon sehr wichtig ist auch gerade erwähnt.
00:41:57: Und dann würde ich auch direkt dann ins Fazit übergleiten Die Ernte- und das Erntebankett oder Erntedank würde ich ja auch sagen Das ist ja letzten Endes der eigentliche Höhelpunkt eines jeden ernte Jahres, eines jeden Gartenjahres und das ist natürlich auch das wo drauf ich mich gefreut habe weil in Küchengarten oder im Garten der Früchte trägt.
00:42:18: Ist.
00:42:18: natürlich hat einfach auch für mich so seinen Sinn.
00:42:21: am Ende wird geerntet und am ende wird gegessen was man geerntete und dass es hier auch ja der dramaturgische Höhepunkt Es ist die Belohnung da wird eingeladen dann sitzt Ja.
00:42:32: schade, dass natürlich jetzt der Birnenbaum-Tunnel doch noch nicht so fertig ist.
00:42:36: Weil eigentlich würde man dann so schön unter diesem perfekten Birnbaumtunnel sitzen und das hat aber leider nicht geklappt und zudem regnet es auch noch.
00:42:45: also werden einfach nur noch Plastikfolien die er überhaupt nichts mit Natur zu tun haben über diese ganze romantische Tafel gehängt als Regenschutz.
00:42:53: Und das ist ja auch wiederum irgendwie so ein Kontrast hunderthalter Handwerk perfekter Garten Folie, die gegen den Regen schützt.
00:43:04: Genau da sage ich auch wie du gesagt hast es ist ein schöner Höhepunkt.
00:43:08: das ist wunderbar dass ebenes dort auch endet und wir dann nicht nachher noch sehen wie es laubgefegt wird.
00:43:15: ja und da bin ich jetzt auch so ein bisschen schon in meinem Fazit zu Portrait of a Garden und muss ehrlich sein Es fällt mir bei so einem schönen Film der mit Liebe gemacht ist gar keine Frage schon auch schwer ihn irgendwie zu dissen.
00:43:31: Und wir müssen da auch fair bleiben oder ich muss da fairbleiben.
00:43:33: Es ist eine Dokumentation und es bewusst auch eine künstlerische Dokumentations.
00:43:38: Der Film, der sagt ganz klar... ...es ist nicht irgendwie Nutzfläche sondern das was dort hauptsächlich passiert,... ...ist schon ein Stück Meditation.
00:43:48: Es geht um Vergänglichkeit und menschliche Mühen und über das ganze schöne Ja dass eben da verpackt wird in fast hundert.
00:43:56: Minuten und ich muss auch sagen in diesen hundert Minuten kann man auch schon mal wegnicken.
00:44:03: So, soweit dazu!
00:44:06: Jetzt sind wir aber bei Film und Fressen und aus meiner Sicht... Ich bin ja Genussmensch und so titulierst du mich ja auch immer lieber Daniel hat dieser Film halt schon.
00:44:15: zwar dieses Dinner am Ende gezeigt, aber man sieht so wenig von dem was dort zubereitet wird.
00:44:21: Man sieht zwar hektische Köche und dann plötzlich wieder serviert wird.
00:44:24: klar das Wetter war scheiße muss man ja einfach so auch sagen und es hat sich nicht zum Film geeignet, aber ist es ja eigentlich fast noch schlimmer so wenig vom der Ernte zu sehen?
00:44:35: Und das ist ja schon auch das was irgendwie der Höhepunkt ich habe es ja gerade gesagt das ganze Jahres der ganzen Mühen auf das es zuläuft, einfach tatsächlich auch ist.
00:44:44: Das ist die Belohnung für diese ganze Arbeit, für diese Geduld, die sie da haben und dass findet in diesem Film halt nur sehr knapp statt.
00:44:53: man sieht so einen eingerichteten Gang ein kurzes Dinner unter diesen Birnenpaumtunnel, das ist alles schön.
00:44:58: Die Regenfolie ich habe es ja eben auch gesagt das wird dann noch irgendwie so weggewischt die kriegt man gar nicht so richtig mit.
00:45:03: und deswegen Ich weiß, dass mich jetzt Gärtner – die Gärtne unter den Signasten sehr wahrscheinlich steinigen werden.
00:45:10: Der Film bekommt von mir nur einen einzigen Gang.
00:45:14: Einen!
00:45:14: Ich hätte es lieber als wunderschönen Bildband auf einem Coffitable gehabt und durchgeblättert, als er sich mit das jetzt angeschaut hat.
00:45:21: Trotz der beiden großartigen Männer, die da wirklich mein Respekt toller Arbeit leisten.
00:45:28: Das habe ich jetzt fast schon erwartet, weil dieser Film da wirklich eine extreme Langsamkeit dran ist.
00:45:33: Ich muss selber auch sagen... ...ich fand es auch anstrengend in seiner Langsamheit zu gucken!
00:45:38: Es wird gezeigt und es wird auch übersetzt für den Zuschauer das Zeitlassen hier eine ganz wichtige Variable ist.
00:45:46: Und ich bin retrospectiv sehr froh dass ich ihn sich ausgewählt habe, dass ich ihm gesehen habe auch dass ich den Druck hatte mit dir mir anzuschauen, also durchzuhalten.
00:45:55: Weil ja genau schon finde das da sehr viel drinsteckt.
00:45:58: aber ich merke eben selber bei mir auch und das zeigt natürlich auf meine Amivalenz.
00:46:02: Ja arbeiten hier im Verwertungszusammenhang auf der einen Seite und mein bisschen Garten aber auf die anderen Seite.
00:46:07: Ich bin natürlich auch voll so sozialisiert, dass irgendwas passieren eigentlich oder man muss irgendwas tun oder was?
00:46:14: Und das sehe ich auch bei mir selber im Garten jetzt Das gehört auch dazu, dass man über Wochenlang manchmal gar nicht so viel macht.
00:46:20: Ja, das gibt ja im Film auch diese Szene.
00:46:22: Man guckt dann und jetzt wird mal nichts getan.
00:46:24: Da muss man auch mal lassen.
00:46:25: Und da darf man nur gießen!
00:46:27: Dann warten auf die Ernte, die einen belohnt... ...da bin ich schon fast wieder irgendwie so angespannt.
00:46:32: Und genau, es fällt mir auch bei so einem Film hier total schwer mich auf diese Erzählstruktur einzulassen.
00:46:38: So toll ich Ihnen wirklich was die Aussage anbelangt finde, so fasziniert ich die Bilder auch fand.
00:46:45: Ich finde diese Männergeschichte, die zwei älteren Männer habe ich sowieso anscheinend ein Fable für.
00:46:49: Mehr als viel gut Komödien fällt mir jetzt im Laufe unserer Podcast-Sendung rein.
00:46:54: Das gefällt mir auch sehr gut!
00:46:55: Auch dass dies Wissen über Generation so weitergegeben wird – alles ganz toll irgendwie.
00:47:00: Hat mich auch Lust gemacht, dich noch stärker mit dem Garten zu beschäftigen?
00:47:03: Trotzdem ist es eine so aus der Norm gefallene... Filmische Umsetzung.
00:47:08: Ich habe ihn gerne einmal gesehen, also ich hab jetzt nicht das Gefühl, ich muss jetzt nochmal um den Gucken ja?
00:47:12: Also ich habe ihn jetzt gesehen!
00:47:14: Ich würde ihn sicherlich wenn man irgendwie doch mal mit anderen Leuten zusammen die auch darüber sprechen wollen, würde ich mir sicher angucken.
00:47:19: Ist es nicht so dass das Gefühl ist, boah ich darf das auf gar keinen Fall sehen.
00:47:22: aber also es treibt ein nichts so drängend dahin.
00:47:25: der steht jetzt noch mal auf der Re-Watch Liste.
00:47:27: Tja, das ist irgendwie eine sehr paradoxe Situation.
00:47:30: Das zeigt die Amivalenz vielleicht auch zwischen Wunsch und Wirklichkeit des spätmodernen Menschen, die sich in meiner Person widerspiegeln.
00:47:36: Was das Essen anbelangt stimmt, da hast du völlig recht.
00:47:38: Die Erntik wurde nur knapp gezeigt.
00:47:40: Es wurde manchmal gezeigt, dass es so den Handel transportiert wurde.
00:47:42: Es wurden auch Kisten gezeigt wo Äpfel drin lagen Und dann gab es dieses tatsächlich sehr knappe Essen.
00:47:48: Dann gab es diese Plastikfolie, das mir auch aufgefallen neben anderen Dingen.
00:47:51: Da würde ich eben sagen... sich ja kritisch nähern könnte, was wir nur so halbgar gemacht haben.
00:47:58: Also er romantisiert selbstverständlich durch seine Protagonisten die da in diesem Feld arbeiten, diesen Garten arbeiten diese handwerkliche Gärtner-Tätigkeit.
00:48:06: auch.
00:48:06: da gibt es auch diese klassische Industriekritik, die drin vorkommt, die wirklich wieder sehr simpel vorgebracht wird und ich muss das natürlich klarmachen.
00:48:15: also sie haben eben diese Zeit die haben die Vermögen das dazu machen.
00:48:18: tragen sie natürlich die trage brillen, die muss irgendein optiker gemacht haben.
00:48:22: der junge gemütz besichtert immer eine saubere jeans an.
00:48:24: Die muss ja auch jemand gewaschen haben oder muss eine waschmaschine gemacht haben.
00:48:28: Sie haben zwar eine leichte aus holz aber die anderen sind alle aus leichtem metall.
00:48:31: Ja die kann also sehr alte her auch gut hin und her tragen.
00:48:33: sie fahren im auto mit navi ja das muss auch jemand gebaut haben das wächst eben doch nicht auf bäumen.
00:48:38: Also irgendwo müssen im hintergrund vielen menschen anders vorarbeiten als in so einem garten um Dinge zu produzieren Und dann nehmen sie von woanders her zu bekommen.
00:48:47: Aber geschenkt, das will.
00:48:48: der Film ist thematisierend.
00:48:49: Das tut auch nicht und jeder filmt seinen Rahmen.
00:48:52: Ich hätte dem Film auch tatsächlich... ich gebe ihm eins, fünf bis zwei Gänge.
00:48:56: aber wirklich also weil ich die Aussage schätze hoffe es ist bei meinem Fazit rausgekommen was das für ein Film ist.
00:49:01: Ja genau wir haben jetzt mal was vorher geguckt Was vorgelagert ist zur Landwirtschaft.
00:49:05: Wir haben wieder etwas Langsames geguckt!
00:49:06: Ich bin natürlich jetzt ganz gespannt was du fürs nächste Mal aus dem Gemüsebild zauberst.
00:49:12: Ja ich glaube wir müssen wieder Tempo aufnehmen In der nächsten Folge.
00:49:18: Aber das wird jetzt schon topolenter, lauter würde ich sagen und es wird deutlich mehr gegessen und auch getrunken.
00:49:27: Es ist aber auch so ein Culture Clash zwischen Fine Dining und Food Truck.
00:49:32: Vielleicht hast du jetzt schon eine Ahnung wo's hingehen könnte.
00:49:36: Wenn nicht dann weißt Du's Jetzt.
00:49:38: Wir Schauen uns KISS THE COOK an Und werden dann auch erleben wie ein Cheese Sandwich komplettes Leben verändern kann.
00:49:46: Sehr
00:49:46: schön, den Film habe ich vor vielen Jahren mal gesehen und kann mich kaum noch daran erinnern.
00:49:49: Ich bin froh nochmal im Re-Watch zu sehen.
00:49:51: Bin gespannt was wir nochmal zu diskutieren haben!
00:49:53: Ja herzlichen Dank auf jeden Fall Daniel für diesen Film.
00:49:56: Wie gesagt er bereichert einen trotzdem auch wenn vielleicht die Kritik etwas härter ausfällt.
00:50:01: Ich hatte aber auch zwischendrin ein paar ruhige Minuten den nicht durchschnaufen oder vielleicht auch etwas lauter atmen konnte.
00:50:14: Ja, und damit sind wir eigentlich auch schon wieder am Ende.
00:50:17: Danke fürs Reinhören!
00:50:18: Wir hoffen die Folge hat euch auch wieder gefallen.
00:50:21: lasst uns gerne einen Kommentar da ein Like oder empfehlt uns weiter wenn es euch gefallen hat und denkt immer daran manchmal sind die besten Geschichten die beim gemeinsamen Essen entstehen bis zum nächsten Mal bei Film und Fressen.
00:50:42: Ihr habt diese Folge gefallen, dann teile sie gerne mit anderen und abonniere uns falls noch nicht geschehen.
00:50:48: Wir freuen uns über Bewertungen die helfen uns weiter!
00:50:53: Und dann bis zur nächsten Folge auf Wiederhören.
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