Folge 10: Die Köchin und der Präsident
Shownotes
In dieser Episode tauchen wir tief ein in die französische Palastküche und erkunden, wie einfache Gerichte, große Traditionen und echte Leidenschaft auf die Macht treffen. Wir sprechen über "Die Köchin und der Präsident" – einen Film, der zeigt, wie Erinnerungen, Kochbücher und beste Produkte zwischen Protokoll, Medizin und Bürokratie bestehen müssen.
Gemeinsam analysieren wir, warum Genuss manchmal ein Akt des Widerstands ist, wie eine Privatköchin zur heimlichen Heldin wird und was passiert, wenn Trüffelbrot wichtiger ist als Politik. Wir diskutieren die Inszenierung von Einfachheit, den Kampf gegen die Entzauberung des Essens und ziehen Parallelen zu modernen Küchensystemen. Am Ende bleibt die Frage: Wo liegt die wahre Magie des Kochens?
Takeaways
- Die Bedeutung von traditioneller französischer Küche
- Die politische Kultur im Elysée-Palast und ihre Symbolik
- Die Rolle der Köchin Hortens und ihre Bedeutung für den Präsidenten
- Der Konflikt zwischen Bürokratie, Gesundheit und Genuss in der Küche
- Vergleich zwischen Großküche, Privatküche und Forschungsküchen
Die Köchin und der Präsident bei imdb Die Köchin und der Präsident bei wikipedia Die Köchin und der Präsident bei amzon
Élysée-Palast
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89lys%C3%A9e-Palast
François Mitterrand
https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Mitterrand
Danièle Delpeuch
https://fr.wikipedia.org/wiki/Dani%C3%A8le_Delpeuch
Périgord
https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A9rigord
Trüffel
https://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%BCffel
Cassoulet
https://de.wikipedia.org/wiki/Cassoulet
Édouard Nignon
https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89douard_Nignon
The Menu (Film)
https://de.wikipedia.org/wiki/TheMenu(2022)
Sideways (Film)
https://de.wikipedia.org/wiki/Sideways
Bottle Shock (Film)
https://de.wikipedia.org/wiki/Bottle_Shock
Mehr Infos zu Dr. Daniel Kofahl unter: https://www.apek-consult.de/team/dr-daniel-kofahl/ - Kontakt: Kofahl@apek-consult.de
Musik Intro/Outro von DianaProductionMusic über Pixabay
Transkript anzeigen
00:00:03: Film und
00:00:03: Fressen,
00:00:04: der
00:00:04: Podcast über Kino mit Geschmack.
00:00:08: Mit Kofal
00:00:10: und Quirin.
00:00:12: Was würdet
00:00:13: ihr
00:00:13: tun wenn der mächtigste Mann Frankreichs euch anruft?
00:00:17: Und sagt ich will dass Ihr für mich kocht und zwar so wie eure Großmutter gekocht hat?
00:00:25: ja herzlich willkommen bei film und fressen.
00:00:27: genau das passiert in unserem heutigen film die köchin und der Präsident.
00:00:33: Und natürlich mit dabei ist wie immer Ernährungssoziologe Dr.
00:00:38: Daniel Kofal, Meister der kulinarischen Diplomatie.
00:00:42: Hallo Daniel!
00:00:43: Bonjour lieber Johannes.
00:00:45: heute nicht nur Deutschlands wichtigster Genus-Experte sondern wohl auch unser Genusexperte für die manchmal gar nicht so einfache einfache Palastküche der fünften Republik Frankreichs.
00:00:54: nehme ich an
00:00:55: Ja Ich gehe im Elysee-Palast ein und aus.
00:00:59: Deswegen habe ich meinen Wohnsitz in Saarland verlagert, brauche ich nur einen Katzensprung mit dem TGW von der Brücken nach Paris um dort dann entsprechend wohl zu speisen so wie es ausschaut.
00:01:13: und da sind wir ja schon mittendrin in der Zusammenfassung was so in der Elysee Palast Küche passieren kann.
00:01:23: Es ist ja auch tatsächlich passiert, also so ist es nicht.
00:01:26: Es sind wahre Begebenheiten, sagen wir mal an denen der Film sich anlehnt.
00:01:32: aber da kommen wir ja auch noch dazu die Zusammenfassung.
00:01:35: wer den film noch nicht gesehen hat hat was verpasst.
00:01:38: Aber jetzt steigen wir mal rein, damit ihr wisst von was.
00:01:41: Wir dann auch fabulieren und sprechen werden in der französischen Komödie die Köchin und der Präsident aus dem Jahre zwanzig zwölf wird Die bodenständige Köchin Hortens Laborie völlig überraschend in den Elisepalast berufen.
00:01:56: Der präsidente republik hat genug von der steifend prätenziösen Sterneküche seiner zentral küche.
00:02:02: er sehen sich nach dem geschmack seiner kindheit nach der echten unverfälschten Küche Frankreichs.
00:02:08: Hortens, gespielt von der wunderbaren Kathrin Froth soll fortan als seine Privatköchin fungieren.
00:02:15: man könnte vielleicht auch sagen Leibköchen.
00:02:17: also wurde das ja früher betitelt.
00:02:19: doch was als kulinarisches Märchen beginnt wird schnell zum politischen Spießroutenlauf.
00:02:24: Horthens muss sich nicht nur gegen die Eifersucht und den Magismo der männlich dominierten Zentralküche behaupten sondern auch gegen strenge Diätpläne der Leiberzte Finanzprüfer.
00:02:38: Ein Film über die Macht des einfachen Essens, über Tradition gegen Moderne und über eine Frau, die sich weigert ihre Seele an die Bürokratie zu verkaufen.
00:02:49: so könnte man das mal im Schweinsgalopp zusammenfassen.
00:02:53: Was da so alles passiert?
00:02:54: Das besprechen wir ja noch ein bisschen detaillierter, du hast den Film ausgewählt, noch nicht gesehen!
00:03:00: Ich hab ihn ja wie letzte Folge erwähnt auch schonmal gesehen und habe ihn auch nochmal mit großer Freude angeschaut weil es immer herrlich einfach zu sehen ist was da so aufgetischt wird in welchen Kochbüchern die liebe Hortenste auch abtaucht um immer wieder etwas Neues, was Bodenständiges, was mit Geschichte zu credenz Und letzten Endes.
00:03:20: natürlich hat sie immer die besten Lieferanten und Lieferantinnen an der Hand.
00:03:26: Das gefällt mir natürlich sowieso.
00:03:29: Vielen Dank für die Zusammenfassung, Johannes!
00:03:31: Ich denke mir immer wieder ich könnte die Filme auch von dir als Hörspiel hören.
00:03:36: Du passt dich so gut zusammen und erzählst das mit so einer ruhigen schönen Stimme... ...das lässt einen richtig in diesen Filmen eintauchen.
00:03:44: Ja, ich habe den Film wie du gesagt hast jetzt zum ersten Mal gesehen.
00:03:47: Ich wollte ja ein Film gucken den ich eben noch nicht kenne.
00:03:50: Und ich wollte etwas schauen, was so ein bisschen Kontrapunkt zu unseren letzten Filmen ja doch immer sehr ins Exzessive und oft auch uns gewalttätige Abdrifteten zusetzen mal abgesehen von dem Großküchenfilm die Küche, denen wir gesehen haben und würde sagen das war auch ein Film, den ich wirklich auf der Liste abarbeiten musste.
00:04:11: zur Retrospektive aber kommen natürlich ganz am Ende jetzt nochmal dazu.
00:04:14: Ich hatte auch beim Zusehen des Films jetzt das Gefühl Das wäre etwas, auch so was die Speisen wir sehen und wie wir sie sehen.
00:04:22: Etwas, das dich als ausgewiesenen Genussmenschen mit der Kenntnis und vielleicht ein Fable für schöne Teller oder wohlschmeckende Teller ansprechen könnte.
00:04:31: Weil ich muss sagen, das kann ich jetzt vorwegwärts sagen bevor wir noch in die Handung reingehen, dass diesen Film auf jeden Fall ausgemacht hat oder mitgeprägt hat.
00:04:39: Das ist ja wirklich diese immer wiederkehrende Inzienesetzung von Lebensmitteln und von Speisenkreationen finde ich gut aus, es sieht wohl schmeckend aus.
00:04:50: Es sieht appetitlich aus!
00:04:51: Es sieht apetit anregend aus.
00:04:53: also das ist doch wirklich auch ein Augenschmaus den wir auf der Kultinaschenebene hier durch die Bilder präsentiert bekommen.
00:05:01: Vor
00:05:01: alle Fälle ja also Opulenz in der Großküche in Anführungszeichen aber auch Opulence in der kleinen Privatkücher und zwar dann ganz anders Opulents in der in der Großküsche.
00:05:15: Tatsächlich, da wird ja Sterneküche serviert.
00:05:18: Wird aber auch mit einer riesen Mannschaft gekocht und die Hortenz ist ja alleine hat noch einen Beikoch und glaubt noch eine Hilfe.
00:05:25: Und wenn es mal mehr wird kommen noch zwei werden noch zwei weitere abgeordnet und sie arbeitet eher in der Opulenz der der Speisen.
00:05:34: In dem Fall würde ich sagen dass das halt wirklich Gerichte sind Die viel Handwerksgeschick bedürfen ganz anders als was Minimalismus-Sterneküchen mäßig vielleicht aus der Palastküche sonst kommt.
00:05:47: Das ist halt bodenständig, was aber trotzdem viel Erfahrung braucht weil sie manche Gerichte mehrmals probiert bis tatsächlich das so auf den Punkt ist wie sie sich das vorstellt beziehungsweise wie es auch teilweise überliefert ist.
00:05:59: da ruft sie ja auch immer wieder Menschen an wo sie nachfrägt Ja wie wird denn das gemacht?
00:06:04: Wie muss ich das hier machen etc.
00:06:06: pp sie will eben tatsächlich diese Küche aus dem Perigot.
00:06:10: Dort stammt der Monsieur le Président im Film her, einfach tatsächlich auf den Tisch bringen.
00:06:16: und ich hatte ja eingangs gesagt es lehnt sich etwas an eine Ware oder an die wahre Geschichte.
00:06:22: An François Mitterrand hatte eine Privatköchin.
00:06:25: Françor Mitterran kam auch aus der Provinz und wollte genau eben diese Großmutterküche wieder entsprechend im Palast auf dem Tisch haben die Daniel Massé de Peuch, wenn es richtig ausgesprochen ist.
00:06:43: Er war von eighten achtzig bis neunzehntneinzig dort aktiv und wie gesagt natürlich auch keine Sterneköchin sondern ja sie hatte eine Drüffelform und kochte so wie ihre Mutter und die Großmutter es ihr beigebracht haben.
00:06:55: und das ist ja auch immer das Faszinierende.
00:06:57: und das is' auch das Faszinierende an dieser Geschichte.
00:07:00: Daniel der Präsident von Frankreich der hätte ja jeden drei Sternekocht der Welt abberufen können, wenn er das gewollt hätte und die wären bestimmt auch gekommen.
00:07:11: Und erholt sich aber eine Frau aus dem Perigot, die einfach irgendwie gut kochen kann – zumindest so hat es sich scheinbar ja rumgesprochen, ansonsten hätte das Telefon ja nicht bei ihr geklingelt.
00:07:26: Erholt sie tatsächlich eine Frau hervor, die selber davon überrascht ist dass sie da angestellt wird oder sie wird in den Film auch so eingeführt Szenerie in Paris geht um die Privatküche des Präsidenten, dass sie am Anfang gar nicht genau weiß für welchen Staatsbeamten sie da eigentlich herbeizutiert wird.
00:07:46: Sie wird ja quasi eingesammelt von dem... Haus von dem Hof, an dem sie lebt und wird dann da in die Stadt gebracht.
00:07:52: Dann wird auch gesagt, Sie soll da irgendwie zu einem Haus kommen, Haus über fünfundfünfzig?
00:07:57: Da weiß ich gar nicht was da ist.
00:07:58: und dann kommt das raus.
00:07:59: Aha!
00:07:59: Das ist der Elysée-Palast also der Residenz wo der Präsident von Frankreich lebt, seine Staatsgeschäfte abwickelt Also so das Zentrum der Macht in Frankreich Wo der Präsident ja nochmal ganz anders sind Deutschland wirklich mit einer großen Machtfülle ausgezeichnet ist zeigt sich auch in diesem Film immer wieder, dass hier natürlich in Frankreich nochmal so eine andere politische Kultur existiert und auch hier inszeniert wird.
00:08:28: Also würde ich auch noch mal sagen es lehnt sich an die Begebenheiten von Mitterrand und seiner Köchin und vieles wird so an der Realität heraus dargestellt.
00:08:40: aber wir haben das nicht mit einer Bio-Pick zu tun, sondern mit einer Dokumentation über die Ware politische Situation in Frankreich.
00:08:48: Also es ist schon idealisiert, ich würde sagen, es wird so dargestellt wie sich Franzosen, Frankreich gerne vielleicht die politischen Situation im Elyseepalast darstellt.
00:08:58: aber eben was schon stimmt ist... Es ist eine andere politische Kultur als in Deutschland.
00:09:04: Es ist dieser sehr mächtige Mann in einem Palast der da wohnt und da sieht man in Frankreich Eine Republik, es ist eine Demokratie keine Frage.
00:09:13: Aber so in der Kultur schwingt immer noch ein bisschen das monatische, das royale Unterschwellig mit.
00:09:19: Ja auch dieser Ausdruckpalast und eben auch diese ja doch sehr vielen höfischen Rituale also hier im dem Fall Etikette.
00:09:29: Es ist natürlich jetzt nicht mehr aristokratisch Etiketten sondern es ist denn großbürgerliche Etikettel Mit der wir immer wieder konfrontiert werden Und mit der auch die Köchin aus des immer wieder konfrontiert wird, ja also dass sie eben auch von Anfang an darauf hingewiesen wird nicht nur weil zum kochen geht.
00:09:42: Sie soll sich bitte an bestimmte Etiketten hier im Palast halten.
00:09:47: Also sie soll auf jeden Fall jeden grüßen oder sie soll bestimmte Eingänge in den Palast nehmen und da steht ihr das ein oder andere zur Verfügung aber sie darf wahrscheinlich nicht über den Hof laufen in der Mitte, sollen dann am Rand entlang gehen des Hofes.
00:09:58: Da gibt es verschiedene Eingänge da gibt es aber auch welche zum Beispiel für die Dienstbroten da wäre sie dann zb überqualifiziert.
00:10:04: also das ist nicht für Sie stadthaft.
00:10:06: ja in dem Sinne dass sie nicht zu den Dienstbrote sondern steht schon ein Nummer darüber aber sich natürlich auch nicht die politische Herrscherkaste die da eben eine Aufwartung bekommt und die großen Schritte beim Hof macht.
00:10:17: Also da sieht man schon hier ist ein enges Gefläch von bestimmten Regeln dass da herrscht und ja du hast es auch schon gesagt wir haben es mit verschiedenen Küchen hier zu tun in diesem Film.
00:10:28: Du hast die Großküche angesprochen, das ist dann die hat doch eine bestimmte
00:10:33: Zentralküche.
00:10:34: Die Zentral-Küche ist das genau.
00:10:37: Also sie läuft auch schon und das ist ja die Küche die die Massenversorgung auf höchstem Niveau durchführt.
00:10:42: Das ist jetzt irgendwie nicht wie die Küche, den D-Verfilm wir gesehen haben, wo für die Arbeiter gekocht wird sondern hier wird natürlich auch schon für die Gruppen der Beamten gekochen und mal für den Präsidenten.
00:10:51: aber es werden dreitausend Essen, wenn ich mich richtig erinnere pro Tag.
00:10:54: da produziert das also wirklich etwas, wo man eine große Organisation an einen Tag legen muss und da kommt sie ja zuerst rein dann wird zuerst so durchgegangen und da sind auch viele Leute beschäftigt.
00:11:02: dass is ne Küche mit großer Betriebssamkeit.
00:11:04: lauter Männer muss man auch sagen Hemdsärmelige Männer, sehr hemsärmliche Köche die da zu Tage kommen.
00:11:12: und dann gibt es ihre Privatküche.
00:11:14: Das ist die Küche wo explizit für den Präsidenten gekocht wird.
00:11:17: das ist dann Ihre Position.
00:11:19: Es ist also noch ein Tick näher an der Macht dran und noch einen Tick illiterer exklusiver und natürlich auch kleiner.
00:11:25: Sie hat auch ein kleineres Team.
00:11:26: sie hat eben nur einen Assistenzkoch und nachher zwei weitere die ihr so zuarbeiten Kellner.
00:11:33: gut zurecht, aber genau das ist ein viel viel kleineres Team.
00:11:37: und dann gibt es noch eine dritte Küche.
00:11:38: Das finde ich auch nicht uninteressant die so in der Nebenstory eine Rolle spielt nämlich sie arbeitet ja inzwischen Der Film spielt er sogar in ihre Vergangenheit rein.
00:11:48: Sie arbeitet in der Antarktis auf einer Forschstation Und hat da so ne Mannschafts-Küche die sie bekocht.
00:11:54: dass hat jetzt gar nichts mit der politischen Kaste Frankreich zu tun Sondern es ist noch eine Kaste von Wissenschaftlern Forschern und natürlich dann auch Angestellten Arbeiter, die da in einer Ausnahmesituation am Ende der Welt an einem Pol arbeiten.
00:12:12: Und wo sie dann auch kocht aber natürlich auf eine ganz andere Niveau.
00:12:15: diese drei Küchen stehen so immer im Kontrast miteinander.
00:12:18: ja und Dann soll sie Diese Küche für den Präsidenten Kochen der sich eine ganz besondere Küche wünscht nämlich eine Küche wie seine Großmutter Sie gekocht hat und ich muss ja sagen ist doch ne sehr feine Küche, die dann da als Großmutterküche auf den Tisch kommt.
00:12:36: Naja in Frankreich weiß man... zu essen, zu leben und zu kochen.
00:12:41: In meinen vielen Produkten haben wir schon in unterschiedlichen Gesprächen herausgearbeitet dass durchaus das ein oder andere was heute als Luxus gilt früher ganz normal für den normalsterblichen zugänglich war oder sogar als arme Leuteküche galt.
00:12:57: ja.
00:12:57: aber im Perigot hat man natürlich wahrscheinlich jeder hat irgendwo seinen Drüffelbäumchen oder sowas oder man hat halt irgendwo eine gestopfte, ganz oder ähnliches.
00:13:09: Komme ich gerade nochmal zurück zu diesen zwei Küchen.
00:13:13: Der Krieg, der Küchen könnte man ja durchaus sagen.
00:13:15: Du hast es ja richtig formuliert voller Männer ist diese Zentralküche die auch ganz klar klassisch organisiert ist was ja schon sehr militärisch ist.
00:13:24: jeder hat seinen Posten und Rechef und dann geht's ab und hier wird für Staatsbankette gekocht usw.
00:13:30: Die kochen natürlich perfekt technisch perfekt.
00:13:33: das sind wahrscheinlich auch die besten Köche die man sich da ausgesucht hat die dann diese Truppe da bildet.
00:13:39: Aber es ist halt irgendwie seelenlos, ja?
00:13:42: Und deswegen hat der Monsieur le Président da auch glaube ich Lust einfach auf mehr Bodenständiges.
00:13:51: Auf das was die Großmutter noch wusste, könnte man auch sagen oder was die Grossmutter eben auch noch kochte.
00:13:58: und diese Männer in der Zentralküche, die sabotieren ja Ordens wo's nur geht verstecken Zutaten blockieren die Bestellungen Es ist irgendwie so ein Boy Club, das kann man schon durchaus sagen.
00:14:10: Ja es ist halt immer noch so und das ist immer noch spannend.
00:14:14: In Deutschland genauso in den meisten Restaurants oder Sterne wenn wir jetzt mal in diesem Niveau unterwegses Sternerestaurant sind natürlich Küchenchefs männlich und nur ganz wenige weiblich.
00:14:27: und das obwohl haben wir ja auch schon öfter mal drüber gesprochen ob wohl Frauen zu Hause überwiegend ja kochen und dass es irgendwo So ein Widerspruch.
00:14:36: Die Frage ist denn, solche Spitzenküche muss die denn... Also gut der Film ist etwas älter.
00:14:41: da wurde diese Spitzen-Küche einfach auch natürlich so toxisch dargestellt.
00:14:45: das hat sich natürlich auch ein bisschen verändert.
00:14:47: wir haben im The Menu ja auch darüber gesprochen.
00:14:50: Ist das so oder ist es nicht?
00:14:52: Aber Ja!
00:14:52: Die ganzen Machos am Herd, die lachen sich so ein bisschen ins Fäustchen und denken was will die damit mit ihrem Zeug was sie da kocht Das kann ja nicht sein aber sie werden eines Besseren belehrt und das passt ihnen natürlich nicht.
00:15:07: Ja, und Hortenz wird da auch mit Namen bedacht die Düberie, dass die Metresse des Königs so wird sie dann verspottet wenn man über sie spricht weil man ja ein bisschen auch denkt naja die muss irgendwie eine Affäre mit dem Präsidenten haben.
00:15:24: jedenfalls sie kocht wie du gesagt hast Die Gerichte der Kindheit Ja, das was den Präsidenten an seine Kindheit erinnert und sie kocht.
00:15:34: Und sie sagt ja auch mal ich koche!
00:15:35: Ich dekoriere nicht weil die Zentralküche dekoriert Teller ja?
00:15:39: Und sie macht einfach dass was man halt gemacht hat es geht halt um Geschmack und das ist vielleicht auch so ein bisschen ein Kritik an der modernen Hot Cuisine.
00:15:49: ja also Sie sagt hier Das Aussehen ist nicht unbedingt immer wichtig Es kommt auf den Geschmacks an Weil es gibt durchaus Gerichte die sie da kocht Sonderlich schön aussehen.
00:16:00: Ja, es heißt jetzt das einfachste was mir so direkt auch in Erinnerung geblieben ist, das Trüffelbrot.
00:16:09: Das sieht natürlich nachher schon schön aus aber eigentlich hobelt es ja einfach nur auf ein schönes Stück Brot, dass noch mit Butter beschmiert ist, einfach Trüppelscheiben.
00:16:17: Aber es gibt ja auch einen Cassoulet oder sowas und das ist ja einfach ein dicker schwerer Bohnenfleisch eintopft, der nicht schön aussieht!
00:16:24: Aber andere Dinge werden auch schön dekoriert weil's ebenso gemacht worden ist.
00:16:30: Und ja, das ist extrem spannend.
00:16:33: Wie sie da einfach auch wieder das schafft was der Präsident sich da auch wünscht und er auch immer wieder begeistert ist selbst als dann mal bei einem Treffen die Familie zusammenkommt und er da sagt Ja also dass es genau so wie wir das immer gegessen haben und ja ich hab's gesagt also so Der Sie kocht essen aus seiner verlorenen Kindheit So könnten wir das auch vielleicht sehen
00:16:59: irritiert gewesen, als ich dem Präsidenten in einem Film kennengelernt habe und zwar aus verschiedenen Gründen.
00:17:04: Erst mal bin ich politisch irritiert gewesen weil dieser Präsident den wir erkennen lernen wirklich gar keine Machtgespräche führt oder eigentlich so ein verkabter Kulinariker ist, ein heimlicher Gastrosoph scheint irgendwie das zentrale Thema für ihn zu sein.
00:17:22: also er betont es auch im Gespräch mit Old Towns.
00:17:26: Wie wichtig ihm das ist und dass er das eigentlich am liebsten machen würde, bei Essen und Trinken oder Kochen sprechen?
00:17:32: Und dann habe ich mir so gedacht – Das kann ja auch noch sein!
00:17:35: Also wir alle sind vielleicht in dem Moment wo wir unsere Leidenschaft zum Beruf machen, zum Job machen also vielleicht Wissenschaft oder Unternehmertum.
00:17:46: In dem moment wird es eben zu einem Job etwas was dauernd präsent ist und der Präsent hat die Politik zu seinem Job gemacht.
00:17:50: und dann macht man ihm gerne seine Hobbies Lieber, aber die kann man halt nicht machen.
00:17:55: Gut dann möchte er lieber was essen sprechen Aber dann will er ja eine Küche haben wie seine Großmutter sie gekocht hat und er möchte eine küche ohne für Elefanz haben.
00:18:04: Und dann habe ich den eindruck gehabt also wenn er über seine großmutter spricht Dann ist das ja aus der zeit.
00:18:12: Das muss ja im neunzehnten Jahrhundert in der Mitte gewesen sein, denn er selber ist schon ein Großvater alter.
00:18:17: In diesem Film?
00:18:18: Es sind die Großmutter des Großvaters über die wir da sprechen, über deren Küche.
00:18:22: und dann zitiert er einen
00:18:24: Koch
00:18:25: bezüglich eines Kochbuchs das er so gerne gelesen hat als kleiner Junge und zwar Edward Nignon, Nick Nonn geschrieben Ich kannte den nicht.
00:18:34: ich habe dem mal gegoogelt weil er daher auch zitiert aus diesen Buchen sich daran erinnert raus, dass dieser Edward Nignon keineswegs so ein Landkoch gewesen ist der für Hausfrauen im Jahrhundert Bücher geschrieben hat.
00:18:51: Sondern das ist jemand gewesen, der hat für den russischen Zahn gekocht von den österreichischen Kaiser und er gilt als Visionär und als Gründervater der modernen Küche.
00:19:04: Und da war ich dann doch überrascht.
00:19:06: also dann ist da ja eben schon Fortschrittlicher Gedanke mit drin gewesen.
00:19:12: Und vor allen Dingen auch ein elitärer Gedank, also es geht hier schon um große Küche.
00:19:15: und wenn ich mir dann im Laufe des Films auch anschaue wie diese Großmutterküche, diese Küche ohne Fürlefans hergestellt wird Dann ist das doch eine extrem aufwendige Küche.
00:19:27: Also Es werden Zutaten aus allen möglichen Ecken des Marktes herausgesucht.
00:19:33: Sie werden von ausgewählten Händlern zusammengesucht, es muss sehr lange geplant werden.
00:19:39: Es gibt natürlich auch Gerichte an denen filigran gearbeitet wird.
00:19:44: Also aus meiner Perspektive sehr viel Zeit und Aufwand, sehr viel Produktqualität da drin.
00:19:49: Und das ist also dann doch keine einfache Landküche sondern eine Küche die man eben als Ja, als Erinnerungsküche in Szene.
00:19:57: Und es ist letztlich dann doch eine sehr großbürgerliche Küche also eine Art Erinnerungsküche.
00:20:02: Es ist eine Küche die Frankreich vielleicht als seine Küche gerne erinnern möchte und gern als sein Kultur, als ein Erbe pflegen möchte.
00:20:11: das ist auch alles mit Berechtigung ausgestattet.
00:20:13: aber letztendlich aus meiner Plastik war es dann doch keine Einfache Landküche.
00:20:18: Es hatte jetzt irgendwie nichts zu haben mitzutun, was wir bei den Kohlköpfen von Luz de Finay gesehen haben.
00:20:23: Es hat auch wenig damit zu tun, dass wir so bei diesem Film oder die jungen Leute mit der Käseverkostung gesehen haben über Frankreich.
00:20:30: Es ist eben ja eine vielleicht bodenständige, auch in dem Land verwurzelte Küche?
00:20:35: Auch keine mit übermäßigem Schnörkel aber es ist doch wo Einfachheit als kulturelle Hochleistung hergestellt werden muss.
00:20:44: Ja, aber das ist denke ich typisch für Frankreich.
00:20:48: ja Sie haben gute Produkte.
00:20:50: sie stehen auch zudem was das Terroir hergibt wenn man diesen Begriff bemühen möchte quasi Terrorküche.
00:20:57: wir arbeiten mit den besten Zutaten aus der Heimat aus der Region und kreieren hier ein klassisches Gericht dass man vielleicht dann irgendwo im seventeinachzehn Jahrhundert gegessen hat und versuchen das dann auch noch weiterzuentwickeln in bestimmte Richtungen, machen es vielleicht ein bisschen moderner.
00:21:20: Aber trotzdem sehr klassisch und das sieht man ja auch dabei.
00:21:26: Es schmeckt ihm alles wunderbar, aber so sein erster oder der Hochgenuss den man ihm ansieht ist halt tatsächlich in der Situation wo sie alleine in der Küche sitzen und ja dieses erwähnte Trüffelbrot.
00:21:41: essen.
00:21:41: Der erste Trüffel der Saison ist immer was ganz Besonderes, das kann man sehr wahrscheinlich wie gesagt auch nur nachvollziehen wenn man im Perigot groß geworden ist und die Großmutter sehr wahrscheinlich irgendwo ein kleines Drüffelpäumchen hatte ja und da auch immer irgendwo einen Drüfferknöllchen unter der Erde wuchs.
00:21:59: also von daher hat ihn das am meisten abgeholt weil das war so ein ganz besondere Moment und das war ja eigentlich gute Zutaten aber Einfachheit!
00:22:10: Ja jetzt will mir sagen Drüffel dekadent, aber setzen wir uns einfach in die Region.
00:22:15: Da ist der Drüffer Nicht im Überfluss vorhanden, aber wie gesagt sicherlich hat da jeder die Möglichkeit irgendwo privat auch an einen Trüffel ranzukommen und dass er ihn einkaufen muss.
00:22:26: Jetzt würde ich das Trüffebrot in Perigor mit dem Schnittlauchbrot den Deutschland gleichsetzen wollen.
00:22:33: Schnittlauf wächst dann bei auch bei jedem Garten.
00:22:35: Dann hat man ein gutes Sauerteigbrot eine richtige geschlagene Butter und dann einfach etwas Salz oder eben Schnittlauch drauf und schon ist das etwas, was total befriedigend sein kann.
00:22:48: Und in dem Fall ist es eben dieses Trüffelbrot, was ihn da so abholt.
00:22:52: Alles andere begeistert ihn natürlich auch und alle anderen sind auch glücklich und beseelt.
00:22:57: Das sieht man ja auch während des Films.
00:22:59: Sie wird ihr dann auch angesprochen oder geht dann auch auf Menschen zu die sich bedanken herrlich, was sie da wieder gekocht haben usw.
00:23:06: Also sie wird ja durch das Kochen eine angesehene Person im Eliseperlast und das eben ja auch nicht immer gern gesehen, weil da gibt es natürlich ich habe es ja eingangs auch gesagt dieses politische Paket.
00:23:22: Gibt's viele Fettnäpfchen passend ja auch zur Küche wo man reintreten kann, wo man ausrutschen kann?
00:23:28: Und dann ist es nicht gerne gesehen wenn plötzlich Am Hofe, wie du das auch eben so schön beschrieben hast am Hofe.
00:23:35: Irgendwie ein Günstling plötzlich nach oben empor steigt in der Gunst des Königs und in der gunst des Präsidenten und dann andere die vorher eben diese Rolle gespielt haben plötzlich die zweite Geige spielen müssen.
00:23:49: da sieht man in der Küche das sieht man aber auch beim würde sagen, das ist der Chef des Elisepalastes.
00:23:56: Vielleicht könnten wir das gleichsetzen mit dem Chef des Protokolls oder der Chef der Staatskanzlei wenn man in unseren Landesregierungen denkt und der findet es natürlich auch nicht so toll dass plötzlich der Präsident an ihm vorbei, Dinge bespricht und klärt.
00:24:11: Und er weiß gar nicht was Sache ist vor allem wie du ja auch gesagt hast aus allen Teilen des Perigots oder aus allen Teilen des Landes werden spezielle Zutaten geliefert die Hortenster organisiert weil sie da auch ein super Netzwerk hat und ja das versteht ihr gar nicht.
00:24:29: Wie kann der jetzt hier zustimmen?
00:24:30: Das muss doch... einfach über den Zentraleinkauf geregelt werden.
00:24:34: Das führt ihr nachher, als dieser Chef da ausgetauscht wird auch zu Unstimmigkeiten, Preis und Qualität.
00:24:41: Und der Fennig-Fuchser, der dann da das Zepter schwingt ist glaube ich, dass sind so die einzigsten politischen Schwingungen, die man mitbekommt.
00:24:51: Ich glaube es gab dort irgendwo während des Films eine politische Verschiebung.
00:24:58: Das heißt also, dass plötzlich andere Partei hatte als die Abgeordneten oder auch vielleicht manche Bedienstete, die dann ausgetauscht wurden.
00:25:08: So kam es auch glaube ich zu diesem Wechsel und das führt natürlich dazu dass man da vielleicht nochmal klarer hinschaut.
00:25:14: was macht denn hier diese Privatköchin des Präsidenten uiuiui?
00:25:20: Zugfahrten ja das geht halt nur so dass der da frisch einsammelt sich in den Zug setzt und dann die Pilze nach Paris fährt und ähnliches.
00:25:29: aber das ist natürlich ja Qualität hat ihren Preis und sie kocht eben.
00:25:33: Das ist eine Produktküche, man könnte das auch sagen dass was viele andere Restaurants ja auch mittlerweile machen.
00:25:39: Eine regionale Produktköche macht sie eben im Elisepalast mit all dem was dazugehört und wie gesagt das stößt natürlich dem ein oder anderen da auch etwas bitte auf.
00:25:49: Du hast jetzt schon ein paar mal auf diese Truffelszene angespielt.
00:25:52: deswegen steige ich jetzt noch einmal ein weil ich diese Szene auch wirklich schön finde.
00:25:56: Ich fand es ja auch bezeichnend auch weil sie eine Symbolik hatte Wo Politik und Küche sich gegenseitig zum Vorschein bringen.
00:26:04: Und zwar ist das eine Szene, wo der Präsident des Nachts in die Küche hinabsteigt.
00:26:09: Also er verlässt sozusagen seinen herausgehobenen Posten und geht so über die Niederungen hinein der werktätigen Klasse.
00:26:16: Und gleichzeitig geht es um Trüffel.
00:26:18: also ich musste... ohne den französischen Präsident beleidigen zu wollen.
00:26:21: Geradezu an ein Trüffelschwein denken, dass ihm die Trüffe aus der Erde rausholt, ja sie von unten hervorbringt und dann die da genüsslich verzehrt.
00:26:28: mit ihr zusammen ist übrigens ein ziemlich paradoxes Essen aus meiner Perspektive dieses Trüpfel-Verzehr also klar.
00:26:35: es mag sein das es früher irgendwie Trüppel nicht nur als reiche Leute essen gegeben hat sondern dass das irgendwie was Alltäglicheres gewesen war.
00:26:41: aber heutzutage ist der Trüffer natürlich ein besonderes Produkt gebracht werden muss.
00:26:46: Das gesucht werden muss das eben auch in bestimmten Bachungen von draußen und gleichzeitig ist er mit ihr zusammen, dass es also eine sehr schöne Szene Verlast gibt und das ist mir auch aufgefallen und ich habe das für mich so nach verschiedenen Systemlogiken versucht zu sortieren.
00:27:01: Also man sieht irgendwie die Küche von Hortes.
00:27:05: Die kocht wirklich für den Geschmack ja?
00:27:07: Also da geht es um ein schönes wohlschmeckendes Appetitliches Essen, um Genuss geht es im Grunde.
00:27:15: Zählt immer so die Frage ist das genussvoll oder nicht?
00:27:18: Auch wenn sie darauf warten in der Küche wie hat der Präsident auf das Essen reagiert dass man ihm reserviert hat?
00:27:24: dann wird eben drauf gewartet und gehofft dass er eben Genuss gezeigt hat dass das gegessen hat mit Freude gegessen.
00:27:30: und dann gibt es die Bürokratie zum Beispiel nach Verwaltungsregeln beobachtet wird das Essen.
00:27:39: Für die ist es gar nicht so wichtig, ob das irgendwie besonders gut schmeckt oder ob das genussvoll ist sondern sie wollen wissen passt das zum Protokoll?
00:27:45: Ist das bezahlbar?
00:27:47: Ist ein Essen das hierhin passt?
00:27:49: dann gibt es einen weiteren ganz wichtigen Mitspieler ein weiteres System dass sich da sozusagen an den Tisch begibt.
00:27:57: Das ist ja dann die Medizin.
00:27:59: auf einmal spielt die Gesundheit des Präsidenten eine Rolle Und dann wird sie da zum Gespräch zitiert und dann heißt es, Sie darf das nicht mehr kochen oder dieses nicht mehr Kochen.
00:28:07: Sie soll bitte keine Soße benutzen.
00:28:08: Sie sagt dann noch, ja aber diese Soße ist gar nicht ungesund, die ist gar nie so fettig.
00:28:11: Ja, ja, aber sie soll trotzdem bitte eine Soße benutzten.
00:28:13: Der Präsident wird da auf Diät gesetzt.
00:28:14: Die Medizin interessiert sich weder für das Protokoll.
00:28:17: Sie interessiert dich nicht für den Geschmack.
00:28:19: Sie Interessiert sich dafür ob das eben gesund ist.
00:28:22: drei verschiedene Systeme schauen sich einen Teller an.
00:28:25: uns sehen ganz unterschiedliche Sachen darin.
00:28:27: die einen sehen Genuss oder nicht genuss, die einsehen Gesundheit oder Krankheit.
00:28:32: Die anderen sehen Erfüllung des Protokolls oder Protokolverletzungen und das kommt diesen Film eben auch sehr schön raus.
00:28:39: Und ich finde, dass ist fast die schönste Geschichte in diesem Film, dass Ortess eigentlich gegen diese anderen beiden Systemlogiken ankämpft.
00:28:52: Wir stehen ja hier so bisschen auf der Seite der Kulinaristik.
00:28:54: wir sympathisieren denke ich, mit Ortes.
00:28:57: Dass sie sich da irgendwie beweist und immer mal wieder durchsetzt... Es gibt ja auch die schöne Szene!
00:29:02: Da will der Präsident, da waren die Mediziner schon längst da, er will dann ausdaren essen und dann bereitet sie ihm die zu und dann sagt sie aber Ja, aber da muss hier noch irgendwie was dazu.
00:29:12: Das ist jetzt nicht besonders gesund Aber das isst man damit, man kann ausdernig ohne das Essen Und da unterläuft sie eigentlich die Vorgaben, die sie wieder hat.
00:29:20: und solche Dinge tauchen wir wieder auf.
00:29:22: Ich finde diese Auseinandersetzung mit der Biokratie Und mit dem medizinischen Regime, die ist eigentlich noch wichtiger für Ottess und die Kulinaristik als die Konkurrenz mit der Großküche.
00:29:35: Stimmt?
00:29:36: Es gibt diese Konkurrents... Die Großkühle fühlt sich natürlich angegriffen von der Privat-Küche von Ottess, weil Ottess einen noch näheren Zugang zu Präsidenten hat!
00:29:44: Sie ist wirklich diejenige, die ja den Körper des Präsidenten füttert, die ihn ja mit Freude, mit Genuss versorgt, die dadurch ein sehr intimes Verhältnis zum Präsidenten auch eine besondere Machtstellung, die sie da einnimmt.
00:29:58: Auch in dem ganzen Palastgefügel eine sehr besondere Einstellung.
00:30:01: und da würde sich die anderen finde ich auch mit einer gewissen Berechtigung zurückgesetzt.
00:30:06: Es ist nicht ihre Funktion das zu machen es ist ihre Position.
00:30:09: aber klar man kriegt so vor den Nasegehalten Man steht eben nicht so nah am Präsidenten.
00:30:14: Und dann kommt es zu diesen Reibereien.
00:30:15: Ich fand aber zum Beispiel auch den Chef der Zentralküche und auch sein Team Nicht ausschließlich als unangenehme negative Zeitgenossen dargestellt.
00:30:25: Das sind eben auch Menschen und wir haben das in diesem Podcast immer wieder thematisiert, auch im letzten Film ist es ein Menü so was das für eine stressige Situation ist.
00:30:32: die sollen ja drei tausend Essen am Tag produzieren also wenn man solche Ästen in dieser Masse produzieren soll also relativ hohes Niveau und Massenessen noch noch.
00:30:40: So dass ist eben an sich schon eine toxische Situation.
00:30:44: Also aus meiner Perspektive eine normale Reaktion darauf auch in einer bestimmten Art und Weise man ja eben toxisch darauf zu reagieren oder sich da einzurichten.
00:30:54: Da können Feinheiten, Gefühle keine Rolle spielen.
00:30:58: Also wer glaubt?
00:30:58: Man kann in so einer Großküche auf dem Niveau die gleichen Zärtlichkeiten und vorsichtigen Umgangsformen erwarten wie eine kleinen privaten Tratorier der lebt in der idealisierten Welt.
00:31:09: also das ist aus meiner Sicht kaum oder gar nicht zu realisieren.
00:31:13: Und es gibt natürlich diese Konkurrenz aber Es isst eben eine, die dem System entspricht und sie selber ... Niemand, der jedes Wort auf die Waagschale liegt.
00:31:23: Also sie hat ja selber auch so Emotionen... Das fand ich auch total sympathisch!
00:31:27: Sie kann auch selber laut werden, sie kann auch aggressiv werden.
00:31:30: Eiber staucht sich auch den Chef der Zentralküche ungerechtfertigt ohne nachzufragen zusammen.
00:31:35: Alle wundern sich was ist denn die gefahren in diese Furie?
00:31:37: Da kommt jetzt diese Frau rein und schreit da rum oder schimpft da wie so ein wild gewordener Vogel.
00:31:43: Ja weil ihr Assistenzkoch sich nicht getraut hat die anderen anzusprechen und dann Unwahrheit sagt.
00:31:49: also Das sind halt diese Rangeleien.
00:31:51: Aber das ist eigentlich nicht die große Konkurrenz für Autisten, sondern die große Conkurrenze ist Bürokratie oder Medizin und sie selber steht auch unter permanenten Druck kochen zu müssen!
00:32:01: Das ist ja dann... Auch wenn man den Film so weiter schaut zum Ende hin ein Thema dass Sie natürlich mit Leidenschaft kocht.
00:32:08: Sie kocht auch sehr gut, sie kocht auf sehr hohem Niveau Mit großer theoretischer Reflexion.
00:32:14: aber für sie wird eben auch diese Leidschaft zum Beruf zur Pflicht und dann auch zum Stress.
00:32:20: Also sie muss dann in einer der letzten Kochszenen im Elisepalast, in kürzester Zeit da irgendwie dreißig Spezialessen produzieren, obwohl sie körperlich und psychisch völlig erschöpft ist und eigentlich nur schlafen will.
00:32:31: Da wird sie zu Hause rausgeklingelt und die Säune zerauftreten.
00:32:34: Und da sieht man eben doch wieder... ...und da fand ich dann auch das ich den Film unbewusst durch mein Unkenntnis ganz passend zu dem Menü ausgewählt habe.
00:32:42: Man sieht eben auch hier wieder Küchenarbeit ist zwar Leidenschaft und man kann auf sehr hohem Niveau das betreiben.
00:32:50: Und sogar vielleicht so eine Art von Küchengenie sein, sie ist vielleicht mehr Genie als der Chef des Zentralküche.
00:32:56: aber irgendwann gerät man dann doch in so ne Maschinerie rein und landet für einen selber sehr brenzligen Situation wo man Entscheidungen über seinen Leben und seine Karriere und seine Küchenpraxis treffen muss.
00:33:10: Das hier wird aufgerieben in den verschiedenen... Situationen, sei es jetzt mit dem sparsamen Finanzprüfer oder Chef.
00:33:21: Mit den Ärzten aber auch natürlich mit der Zentralküche.
00:33:25: und natürlich kann man sich auch die Frage stellen verliert das Leben seinen Sinn wenn man dem französischen Präsidenten den Käse verbietet?
00:33:36: Das ist ja schon irgendwie so.
00:33:38: wirklich die Frage nach dem Sinn des Lebens, denke ich.
00:33:41: Mein Käsegang in Frankreich einfach immer noch dazugehört bevor es dann zum Dessert geht und der Käse soll er überhaupt gar nicht mehr essen.
00:33:48: Ja diese Situation also im Zusammenbruch oder den Zusammenbruchs nahe ist da ist der Chef der Zentralküche abgeordnet mit dem Präsidenten zu verreißen und da muss sie sich halt um diese Dinge kümmern ohne dieses große Team was sonst eigentlich halt die Zentralköche macht.
00:34:04: Da ist auch so ein bisschen die Frage, ist sie da vielleicht in irgendwelchen politischen Mühlen geraten und man macht ihr das Leben somatik wie möglich dass sie geht.
00:34:14: Und das ist ja letzten Endes dann auch tatsächlich Ihr Schritt zu sagen, ihr könnt mich mal ich höre hier auf und gehe dann eben du hast es ja auch schon erwähnt in die Antarktis in diese dritte Küche.
00:34:27: Ja und das ist tatsächlich der Schließsicht der Kreis zur wahren Begebenheit Die echte Köchin, die ich eingangs erwähnt habe.
00:34:35: Diese Danielle geht tatsächlich auch auf diese französische Forschungsstation und kocht dort für dreißig Forscher- und Techniker ohne großartig frische Produkte, ohne Luxus eben nur das was es dort gibt.
00:34:49: Klar hier im Film kommt schon noch mal etwas Gutes einge Flogen eingefahren, aber sie hat dort halt im Endeffekt tatsächlich ohne frische Zutaten bei minus dreißig Grad gekocht und das sieht man ja da auch.
00:35:03: Sie bekommt da auch plötzlich irgendwo nochmal die Lust Die Leidenschaft, die ihr da verloren gegangen ist in den letzten Zügen ihres Engagements im Elysee-Palast.
00:35:14: Sie kocht einfach wieder für Menschen, die dankbar sind dass sie da kocht was sie da auch kocht, weil es sich natürlich Mühe gibt und weil sie so ein wärmenes Gericht sowohl was die Temperatur angeht aber was auch den Geschmack angeht.
00:35:29: Und das bringt sie dort auf den Tisch oder auf die Tische und auch ein bisschen Benimmschule dass dort alles so bisschen geregelt dazu geht man räumt ab und man sagt danke ist ja wahrscheinlich haben wir das vorher nicht unbedingt gemacht oder wie auch immer.
00:35:44: jedenfalls er bringt Sie da auch ja ein bisschen etwas mit außerhalb des Essens.
00:35:51: und ja, sie entwickelt sich dort wieder zurück zu jemanden der glücklich ist.
00:35:56: Der plötzlich auch wieder die Ideen hat, die sie eigentlich verfolgt wo sie sagt Ja!
00:36:02: Sie wünscht sich eigentlich nichts Sehnlicheres als glaubt dann ist es in Neuseeland eine Trüffelplantage dort irgendwie hinzubauen Und das Geld was ihr jetzt durch diesen Job in der Antarktes verdient Das reicht ihr dann auch wunderbar um dass umzusetzen.
00:36:20: Aber wie gesagt, da wird sie wieder Mensch würde ich einfach so sagen auch wenn es die härteste Schule ist ja wahrscheinlich dort zu kochen mit dem was man nur hat und letzten Endes Menschen damit dann auch ein Stück glücklicher macht.
00:36:35: aber das ist auch vielleicht im tiefsten Sinn und die tiefste Wahrheit der Kulinarchik-Menschen mit denen was man da auch wenn's so einfach eine Suppe ist oder was glücklich macht glückliche Menschen zaubert durch das, was gekocht wird.
00:36:48: Auf jeden Fall!
00:36:49: Da würde ich dir voll zustimmen und das war auch meine Interpretation, dass sie da am Ende dadurch, dass die da in diese Antarktis-Küche geht wie der Mensch wird Und dann zwar weiterhin auf einem guten soliten Niveau kocht.
00:37:00: aber eben auch eins, dass Sie nicht verbrennt.
00:37:03: Ich fand es super, dass ihr jetzt gesagt habt, sie bringt auch so ein bisschen Manieren bei.
00:37:05: Ja genau, sie führt so'n bisschen Protokoll ein Aber nichts.
00:37:10: sehr, dass es so starb wird Übergreifend, ich will nicht übergriffig sagen.
00:37:14: Ich sag extraübergreift wie ihr die Seeper lasst und am Ende gibt es so eine schöne Szene auf unserer Mannschaftsküche beim Mannschaftsessen wo sie ihre Abschiedsrede hält und dann hat sich die Torch noch auf den Tisch gestellt und sie sagt das so.
00:37:28: was sie erzählen möchte spricht sich nochmal so aus und dann kommt aber auch der Punkt jetzt sollen sie aber auch essen die anderen.
00:37:35: Sie hört jetzt auf mit ihrer Rede weil sie sieht schon dass der ein oder andere bereits nascht.
00:37:41: Und das fand ich irgendwie eine schöne Symbolik, also klar die meisten wissen man soll warten bis der andere ausgesprochen hat aber das Essen sieht hier für manche so verlockend aus dass er schon mal nascht und dann wird ja zwar auch angeguckt aber alle lachen so miteinander und der schämt sich ein bisschen aber auch nicht so sehr dass er jetzt aus der Mannschaftsküche explodiert wird rausgeschmissen oder sich selber zurückziehen würde sondern ist einfach wieder essen als gemeinsames Mal.
00:38:08: was wir zum Beispiel bei dem menu nicht erleben durften.
00:38:11: Das ist dazu wiederkommt, sondern hier haben wir eine Küche die nicht eskaliert am Ende, sondern wir haben eine
00:38:19: wo
00:38:19: man auf gutem soliden Niveau kocht mit einem Protokoll das den anderen nicht verschreckt, sondern somit einbindet auch weil manieren manchmal dazu dient dass man eben nicht allzu sehr gestört wird mit der Natürlichkeit des Anderen, das ging über aber auch nicht so, dass man ja völlig seit Menschsein im Protokall verliert fand ich also wie du das erst mal beschrieben hast Genau so.
00:38:40: Eine Sache noch, was ich an dem Film auch sehr schön fand war ja... das hast du auch am Anfang schon mal gesagt, dass er bei Kochbücher immer wieder gesprochen wird.
00:38:47: also Kochbühcher spielen eine wichtige Rolle in den Filmen jetzt nicht irgendwie zentral aber immer wieder wird auf Literatur zurückgegriffen.
00:38:56: Am Anfang sieht es ja auch Das zeichnet sich, muss auch von denen der Zentralküche im Gegensatz aus.
00:39:02: Sie ist jemand, der beim ersten gemeinsam essen mit den anderen, gleich so darauf verweist dass sie irgendwie hier oder da in irgendeinem Journal gestanden hat und dann sagt das haben sich bestimmt gelesen.
00:39:13: Sagt liefer der Zentralküche und das zeigt auch nochmal diese Arbeit zu einer Zentrarküche.
00:39:17: Wir haben natürlich nicht gelesen, so wir arbeiten rund um die Uhr.
00:39:20: Ihr habt keine Zeit zum Lesen also sowas.
00:39:22: So ein Luxus das ist Luxus.
00:39:23: dass sagen Sie Das fand ich super weil das ist auch etwas was ich meine Student in der Uni immer wieder sage Die sollen die Zeit beim Studium nutzen um zu lesen.
00:39:30: So viel Zeit zum lesen hat man nie wieder.
00:39:32: Lesen können isst einen Luxus und nachher muss noch ein Arbeiten da kommt man nicht mehr dazu schon gar nicht irgendwie frei zu lesern.
00:39:38: Und dann wird es am ersten mal thematisiert Präsident das Kochbuch, dass er so gern gelesen hat und nachher hat sie auch noch mal ein altes Kochbuch in der Hand und sucht dann Rezept raus.
00:39:47: Und dann kommt ja aber irgendwie raus, das Rezept ist falsch da drin.
00:39:51: Find ich auch super Punkte, dass man thematisiert wird, dass diese Rezepte nur weil sie aufgeschrieben sind natürlich nicht von Gott wie die zehn Gebote niedergeschrieben worden sind sondern Die können ja auch mal falsch aufgeschrieben sein, vielleicht sind sie sogar absichtlich nicht perfekt aufgeschrien weil der Koch seinen Geheimnis hüten will.
00:40:08: Das war eine Anleitung.
00:40:10: aber nur der wirklich eingeweihte weiß das zu modifizieren oder zu perfektionieren und dann müssen Sie ja richtig Engagie aufwenden um das perfekte Essen daraus zu filtern.
00:40:20: also hat mich immer wieder gefreut an diesem Film dass auch nochmal ein Kochbuch geguckt wird weil ich selber auch gerne ab und einmal in den Kochbuch reinschauen auch gerne in solche Grundkochbücher aus den Achtzigerjahren, die heute gar nicht mehr kaufen werden, weil alles so was im Internet steht.
00:40:33: Aber manchmal findet man da schöne Anregungen drin.
00:40:36: also auch ich als Amateur und ich habe mir bei dem Film vorgestellt sogar die Spitzen-Gastronomen finden da manchmal noch eine Inspiration.
00:40:44: Findest du auch manchmal Inspirationen?
00:40:46: Noch ein Kochbüchern?
00:40:47: Ja ja selbstverständlich!
00:40:48: Also besondere Kochböcher kaufe ich mir auch.
00:40:51: klar sucht man auch viel oder kann natürlich auch mittlerweile mit KI Rezepte kochen Mit dem Thermomix mit Cookie-Doo.
00:40:59: Aber letzten Endes sind Kochbücher, wenn sie besonders sind schon was Schönes auch durchzuplättern ja weil es ja meistens auch etwas Opulentes hat Wenn man da so einen schönen arrangierten Teller sieht und von daher tauch ich da auch gerne mal in Kochbühcher ab.
00:41:16: Ja wir waren jetzt doch schon ein bisschen beim Fazit ziehen Da würde ich einfach mal mit meinem Fazit starten und du kannst dich ja dann auch nochmal einklinken.
00:41:26: Ich versuche es ja immer so ein bisschen dann auch länderspezifisch vielleicht zusammenzufassen, in dem Fall vergleiche ich jetzt mal die Köchin und der Präsident mit einem sich in der Reife befindenden Camembert.
00:41:41: Der braucht erst mal so ein bisschen, bis er seinen vollen Geschmack entfaltet.
00:41:45: Wie ich finde!
00:41:46: Aber dann macht es einfach auch Spaß ihn anzuschauen.
00:41:50: Das heißt am Anfang fand ich ihn schon so ein bischen ja erzähl und noch nicht so reif.
00:41:56: gut Ich mag den Camembert auch wenn er etwas wegläuft von daher da war das auch ein bisschen vielleicht dann bei mir.
00:42:04: aber genauso sah ich denen weil er irgendwie Teilweise erst mal leise startet, aber dann auch immer so diese Kritik unterschwellig transportiert.
00:42:15: Sowohl wenn man so verkopft an Dinge rangeht sei es jetzt in dieser Zentralküche, sei es aber auch im Bereich Qualität und Sparsamkeit, manche Dinge kosten einfach.
00:42:27: Und gute Zutaten von Produzenten die fair bezahlt werden für das was sie da liefern Das ist finde ich immer ein großes Thema.
00:42:35: Das war ein Thema der Filme sind schon paar Jahre alt und es ist immer noch ein Thema dass einfach gute zutaten Geld kosten so dass auch sich nachher auf den Geschmack auswirkt.
00:42:45: Und das sieht man hier natürlich wunderbar.
00:42:47: und diese Köchin wird wunderbar gespielt von Kathrin Froth, weil sie einfach das so mit einer Sturheit aber auch trotzdem mit ner Würde meistert bis zum Ende wo sie dann einfach sagt ich kann nicht mehr, möchte nicht mehr und sie weigert sich ja einfach da auch Kompromisse einzugehen.
00:43:04: Und das finde ich eben so, wenn der Präsident das so will dann wird es auch so gemacht.
00:43:09: egal ob die Ärzte oder der Finanzschreck im Dreieck springen Sie macht das!
00:43:15: Egal fertig Ja?
00:43:18: Das finde ich zeigt der Film letzten Endes.
00:43:20: als zusammenfassend zeigt er dass die wahre Magie des Kochens nicht unbedingt immer in der perfekten Präsentation liegt sondern eben Ich hab's ja gerade auch ausführlich erwähnt, in der Seele der Zutaten.
00:43:34: Ja?
00:43:34: In der Qualität der Zudaten und einfach mit der Leidenschaft Und da haben wir ja schon öfter darüber gesprochen und das ist für mich immer essentiell die gewisse Liebe Die gewisse Leitenschaft, die da in die Zubereitung mit einfließt.
00:43:50: Es ist eigentlich schön zu sehen dass Hortense da fliehen muss um letzten Endes sich diese Leidenschaft, diese Liebe zum Produkt zu den Produkten und zum Kochen nicht ganz zu verlieren sondern wiederzufinden und wieder in ihren Vordergrund zu bringen.
00:44:09: Und das kann man ihr eigentlich auch gar nicht verdenken dass sie sagt ich gehe lieber dort in die Antarktes wo es ehrlicher zugeht als im Elisepalast.
00:44:18: So kriegt der Film von mir zweieinhalb von vier gängen weil er Nicht anzusehen ist, er zeigt eben nicht irgendwie das wahre Bild im Elisepalast sondern vielleicht so wie jeder Franzose sich das vorstellt.
00:44:34: Wie man als Gott in Frankreich lebt.
00:44:36: Du
00:44:36: hast es wunderbar gesagt Johannes und ich kann dem eigentlich erstmal nur zustimmen!
00:44:41: Mein Fazit setzt dann vielleicht einfach noch mal einen anderen Schwerpunkt.
00:44:46: Ich würde sagen die Köchin oder Präsident ist zunächst einmal ein Film der große Lust am Essen hat.
00:44:51: Er spricht über Speisen, als seien sie nicht bloß Gerichte sondern kleine kulturelle Ereignisse.
00:44:56: Produkte werden gewürdigt Kochbücher und Rezepte werden zitiert und gelesen Und wenn Orteens beim Kochen ihre Rezepten vor sich her sagt das macht es ja immer wieder dass die beim kochen darüber spricht dann wirkt das fast wie eine Kleine kulinarische Liturgie.
00:45:11: Kochen ist im Film also nicht nur Handwerk sondern verbindet sehr unterschiedliche Elemente miteinander Erinnerungen Literatur Produktwissen Technik und Erzählung.
00:45:20: für mich Ernährungssoziolog ist der Film auch deswegen interessant, weil da mehr drin spekt als seine freundliche Oberfläche zunächst vermuten lässt.
00:45:28: Denn er erzählt nicht einfach von einer Köchin die dem Präsidenten gutes Essen zubereitet.
00:45:31: Er erzählt davon wie Essen in verschiedenen sozialen Räumen jeweils eine andere Bedeutung bekommt.
00:45:36: Da gibt es die Privatküche des Präsidenten und dann wird die Nähe zur Macht in Szene gesetzt.
00:45:41: Dann gibt es den Zentralküchen des Elysées.
00:45:43: Das ist eine Bühne der Organisation, der Menge der Budgets oder der professionellen Routine.
00:45:48: Und dann haben wir noch diese dritte Küche die Mannschaftsküche an Arktis und das ist eine Bühne der Gemeinschaft, des Durchhaltens und auch der sozialen Wärme.
00:45:55: Wir sehen anhand dieser drei Küchen und anhand einer Tätigkeit nämlich des Kochens dass das Kulinarische in unterschiedlichen Räumen völlig unterschiedliche Funktionen erfüllen kann.
00:46:06: Besonders spannend fand ich den Widerspruch zwischen der behaupteten Einfachheit und dem tatsächlichen Aufwand der Privatküche.
00:46:12: Das bleibt für mich bestehen.
00:46:14: also der Präsident wünscht sich aus meiner Perspektive Angeblich einfache französische Küche, eine Küche über der Großmutter.
00:46:21: Aber dann stellt man sich – oder ich habe mir die Frage doch immer wieder gestellt bei diesen Filmen – was heißt hier einfach?
00:46:26: Also diese Großmütterküche das war für mich keine schlichte Alterskücher sondern eine hoch verfeinerte, belesende und großbürgerlich geordnete Erinnerungsküche.
00:46:34: Wenn der Präsident über alte Kochbücher und Autoren wie Eduard Niant spricht, befinden wir uns nicht in dieser bäuerlichen Suppenküche wie bei Louis und seinen außerirdischen Kohlköpfen, sondern wir befinden uns an einer kulinarischen Kultur, die ihre Einfachheit auch sorgfältig zu inszenieren weiß, weil sie einfach auch sehr voraussetzungsreich ist.
00:46:52: Sie braucht beste Produkte, Zeit, Recherche, Personal können und ein Apparat der sie überhaupt ermöglicht.
00:46:58: Der eigentliche Gegner der genussvollen Küche sind im Film nicht einfach die Zentralküche.
00:47:01: deren Chef ist kein bloßer Banause sondern jemand der unter den Bedingungen der Großorganisation kocht, der eigentliche Konflikt entsteht zwischen verschiedenen Systemlogiken.
00:47:09: Die Küche fragt Ist das Gericht gelungen?
00:47:12: Ist es stimmig, hat es Geschmack.
00:47:13: Auf der anderen Seite hatten die Medizin, da wird gefragt ist es gesund, ist es bekömmlich, ist vielleicht riskant?
00:47:18: und dann haben wir die Bürokratie, die fragt, ist das bezahlbar und kontrollierbar?
00:47:22: von mir bei der Auswahl des Films aus Unkenntnis unbeabsichtigt passte aber nun doch ganz gut als Kontrapunkt zum Film unserer letzten Besprechung nämlich zu The Menu.
00:47:30: auch dort geht es um regionale Zutaten, um Geschichten und Bedeutung im verzweifelten Wunsch eines Kochs verstanden zu werden.
00:47:36: ja das war auch bis Lovix bestreben die ganze Zeit und gibt einen ganz entscheidenden Unterschied.
00:47:42: Slowik in The Menu zerstört am Ende die Welt, in der er lebt.
00:47:45: Ortenz dagegen steigt aus!
00:47:47: Und das ist etwas Besonderes ja?
00:47:49: Sie steht unter Druck und sie hat diese Leidenschaft aber diese Leitenschaft wird zum Job zur Pflicht und zur Permanentverfügbarkeit.
00:47:56: Aber sie nimmt ihre Kunst ernst, aber sie opfert sich ihr nicht vollständig.
00:47:59: Da sieht man dass die Köche unser Präsent am Ende klüger ist als man zu wenig denkt.
00:48:03: so als Film.
00:48:03: Der Film ist appetitlich manchmal auch etwas zu süß vor allem dieser idealisierten Taschung des Präsidenten.
00:48:09: Der Film hat für mich neben dem Präsent noch einige andere kleinere Schwächen.
00:48:13: Er streift die wirklich harten Themen Klasse, Arbeit, höfische Macht und Bürokratie zwar aber er zieht sich dann oft in so eine Wohligkeit zurück.
00:48:20: der Präsident ist im film kein Politiker.
00:48:23: manchmal bekommt man mehr Trüffelduft als Herrschaftsanalyse Ist auch mal ganz schön ist aber da tatsächlich eine wohlige Geschichte.
00:48:30: Aber es gibt eine wie ich finde starke kulinarische Botschaft des Films Orteens kocht nicht einfach für Präsidenten, sie kocht gegen die Entzauberung des Essens an.
00:48:38: Gegen die Bürokratie, gegen die Dietätik, gegen bloße Versorgung aber auch gegen die eigene Vereinahmung durch das System Küche.
00:48:45: Ihr Ausstieg ist deshalb keine Niederlage es eine Form von Souveränität während anderem Apparat bleiben und daran zugrunde gehen.
00:48:52: nimmt Sie Ihre Küche mit Nicht als Amt sondern sie nimmt sie als Können mit.
00:48:56: Und welches genau?
00:48:56: dass die eigentliche Freiheit dieses Films Das ein gutes Gericht mehr sein kann Als Dienstleistung Aber weniger sein muss als eine Religion.
00:49:05: Ich fand es gut, dass ich ihr Film gesehen habe hat wie gesagt einige Schwächen aber auch viele Stärken.
00:49:11: Ich finde deine Bewertung von zwei Komma fünf Punkten.
00:49:13: genau richtig!
00:49:14: Ich würde ihm auch zwei Kommafünf Punkte geben und bedanke mich nochmal bei dir für dieses gute Gespräch weil mir das Gespräch auch noch mal einige Punkte ja deutlich gemacht hat und wieder einmal sehr fruchtbar gewesen ist in Bezug auf die Filmanalyse.
00:49:27: jetzt bin ich aber nochmal gespannt zum Abschluss was wir denn nächste Woche gucken werden, ob es so wohl nicht bleibt oder ob ich mir wieder Baldrian-Tropfen in meinen Champagner machen muss.
00:49:39: In deinen Champagner vor allem?
00:49:41: Ja!
00:49:43: Das sieht man das ja.
00:49:44: so sieht man dass.
00:49:45: nein nein nein also das war's jetzt tatsächlich mal aus der Küche der Macht dieses Mal.
00:49:52: wir gehen etwas in der Zeit zurück.
00:49:54: Ich bin ja Jahrgang seventy und Das bedeutet, dass sich das zum fünftigsten Mal in diesem Jahr jährt.
00:50:03: Dass ich geboren wurde und deswegen habe ich da auch einen Film als nächstes ausgewählt der genau in diesem Ja spielt.
00:50:11: Der ja und vielleicht erklärt es auch warum ich so gerne Wein trinke etwas mit Wein zu tun hat.
00:50:19: Es geht um Wein, um Leidenschaft ganz spezielle Momente.
00:50:24: Das ist ein Film, den ich noch nicht gesehen habe – du sehr wahrscheinlich auch nicht!
00:50:29: Es wird der Film Bottle Chock
00:50:33: sein.".
00:50:45: Dreihundertstenmal die Gründung von Amerika oder wie war das USA?
00:50:49: Irgendwas war da auch.
00:50:51: Ich weiß es jetzt gerade nicht mehr ganz genau, wenn ich's da überschlagen habe und aus dem Grunde wurde dann tatsächlich auch nicht der Film gedreht sondern tatsächlich Wenns um Wein geht Und quasi alte und neue Welt Da drum dreht es sich und da spielt natürlich dann auch dieses Jubiläum quasi so ein bisschen schon mit eine Rolle aber dass ist quasi Nur der Auffänger für das, was in Paris passiert.
00:51:19: Ich bin sehr gespannt!
00:51:20: Das klingt erst mal so als würde es ein guter Anschlussfilm zu Sideways sein.
00:51:25: aber vielleicht ist auch etwas ganz anderes... ich habe mich schon mal geirrt?
00:51:29: Nein nein nein nein.
00:51:31: Auch wenn der Schock im Titel sitzt ja tatsächlich gibt's einen Schockmoment aber jetzt der ganz anderen Art und Weise im Film was auch mit der Flasche zu tun hat.
00:51:42: Aber nein, es ist tatsächlich... Es könnte genau ein Anschlussfilm an Sideways sein oder vielleicht auch die Vorgeschichte.
00:51:51: Also nicht unbedingt die Vor-Geschichte aber doch das könnte die Vorgeschichte zu Sideway sein weil's natürlich auch im Endeffekt ja vor der Zeit spielt und dass es auch einen Grund mit warum es überhaupt Sideways geben kann.
00:52:06: Das wirst du dann sehen!
00:52:08: Genuch
00:52:09: gespeulert!
00:52:12: Ja, auch herzlichen Dank dir für Film und Austausch und Gespräch.
00:52:17: Und letzten Endes können wir ja nur noch sagen euch viel Spaß beim Reinhören.
00:52:21: Wir freuen uns wie immer über Kommentare, Likes, Bewertungen und denkt immer daran.
00:52:26: die besten Geschichten können bei einem gemeinsamen Essen entstehen.
00:52:29: bis zum nächsten Mal bei Film und Fressen.
00:52:33: Das war Film und fressen der Podcast über Kino mit Geschmack,
00:52:39: mit Kofal und Quirin.
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