Folge 14: Dinner for One - Silvesterspezial

Shownotes

In dieser besonderen Silvesterfolge tauchen wir tief in den Kult um "Dinner for One" ein – den Sketch, der für viele in Deutschland fester Bestandteil des Jahreswechsels ist. Wir sprechen über die geniale Einfachheit des Plots, die liebevollen Details im Setting und warum Miss Sophie und Butler James uns immer wieder zum Schmunzeln bringen. Dabei nehmen wir das Menü unter die Lupe, diskutieren Rituale rund um Silvester und reflektieren, was gemeinsames (oder einsames) Essen über unsere Gesellschaft verrät. Natürlich bleibt auch der Blick auf regionale Varianten und die Frage nach der Faszination des Immergleichen nicht aus. Komm mit uns an die Festtafel und finde heraus, warum dieser Sketch mehr ist als nur ein Running Gag zum Jahresende.

Takeaways

  • Dinner for One ist ein fester Bestandteil der Silvestertradition in Deutschland.
  • Rituale und Traditionen geben Struktur und Halt im Leben.
  • Essen und Trinken spielen eine zentrale Rolle im Sketch.
  • Die Charaktere spiegeln gesellschaftliche Normen und Beziehungen wider.
  • Der Einfluss des Kolonialismus zeigt sich im Menü des Sketches.
  • Silvesterfeierlichkeiten sind oft von Absurditäten geprägt.
  • Die Komik des Sketches ist zeitlos und universell verständlich.
  • Einsamkeit im Alter ist ein zentrales Thema im Sketch.
  • Die Beziehung zwischen Miss Sophie und James ist komplex und vielschichtig.
  • Der Sketch thematisiert den ewigen Kreislauf von Traditionen und Ritualen.

Dinner for One bei imdb Dinner for One bei wikipedia Dinner for One in der ARD-Mediathek

Miss Sophie

https://de.wikipedia.org/wiki/Dinner_for_One#Handlung

James (Butler)

https://de.wikipedia.org/wiki/Dinner_for_One#Handlung

Peter Frankenfeld

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Frankenfeld

Dinner à la russe

https://de.wikipedia.org/wiki/Dinner_%C3%A0_la_russe

Mulligatawny-Suppe

https://de.wikipedia.org/wiki/Mulligatawny-Suppe

Portwein

https://de.wikipedia.org/wiki/Portwein

Sherry

https://de.wikipedia.org/wiki/Sherry

Champagner

https://de.wikipedia.org/wiki/Champagner

Familie Heinz Becker – Weihnachten

https://de.wikipedia.org/wiki/Familie_Heinz_Becker#Weihnachten_mit_den_Beckers

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Musik Intro/Outro von Diana_Production_Music über Pixabay

Transkript anzeigen

Johannes Quirin: Herzlich willkommen zu unserer ganz besonderen Silvester-Sonderfolge von Film und Fressen. Die Sektkorken knallen, das Feuerwerk wartet und wir haben uns den perfekten Film für den Jahreswechsel ausgesucht. Legendäre 18 Minuten und in Deutschland ist er heiliger als das Neujahrsfeuerwerk selbst, würde ich was sagen. Wie immer mit mir hier In Film und Fressen dabei Dr. Daniel Kofall, Ernährungsoziologe und heute unser Silvesterexperte Spezialist für Trinkrituale und Kenner deutscher Jahreswechseltraditionen. Same procedures every year, Daniel!

Daniel: Das ist gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Lieber Johannes, vielen Dank für die Anmoderation. Das sind ja hohe Ansprüche, ihr Genuss-Experte, die mich hier ersetzt. Mal gucken, ob das klappt.

Johannes Quirin: Ja ja ja man kann es also schon ahnen was es geht nichts desto trotz auch wenn glaube ich Ich würde mal ich lehne mich mal weit raus 98 prozent der bevölkerung in deutschland diesen film kennen gibt es trotzdem weil so dazu gehört eine kleine lockere zusammenfassung des Eigentlich ist es ja ein sketch da muss man ja auch noch was sagen es ist kein film mit 18 minuten wäre es auch ein bisschen hochgegriffen Also wirklich eigentlich die Zusammenfassung eines legendären Sketches. Ja, die Handlung ist ja ganz einfach, wie wir alle wissen, aber trotzdem irgendwie auch so genial in dieser Schlichtheit. Miss Sophie feiert ihren 90. Geburtstag und hat wie jedes Jahr ihre vier liebsten Freunde eingeladen. Da haben wir Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pomeroy und Mr. Winterbutton. Das Problem dabei ist nur... Man sieht es auch direkt, sie sind alle schon tot und Miss Sophie hat natürlich alle überlebt. Also muss ihr treuer Butler James nicht nur das Dinner servieren, sondern auch die vier Gäste spielen. Und das wäre ja relativ einfach, wenn es da nur darum ginge, sie zu spielen. Nein, bei einem viergängigen Dinner mit verschiedenen Gerichten, die ich jetzt nicht in aller Ausführlichkeit bespreche in der Einleitung, weil da kommen wir ja nochmal drauf. gibt es natürlich auch alkohol gehalten alkoholhaltige getränke und das haut dann letzten endes auch den stärksten battler ⁓ schließlich muss er dann in summe 16 kläser leeren und das ja ein paar umdrehungen die das schon zusammenkommen wirft ihn eben im laufe des abends immer mehr zurück aber er schafft es dann trotzdem mehrere running gags die Wir ja auch kennen sowohl über den tiger feldkopf zu springen auszuweichen oder ganz am schluss auch noch mal sein bestes zu geben wenn sör Nehmen nicht so ich hätte schon ihn schon eigentlich zum sör gemacht den lieben schämen vielleicht ist auch mittlerweile schon so wer weiß ist jedenfalls bis sophie und james sich verabschieden und die treppe nach oben gleiten dann gibt er am Ende auch nochmal trotz bedrunkenen Kopfes sein Bestes. ja, dieser kleine Sketch 18 Minuten ist er lang, ist wirklich mittlerweile Kult. Mehrfach gibt's den an Silvesterabend zu sehen. Und ich glaub, wie gesagt, keiner kennt ihn nicht und hat ihn mindestens einmal in seinem Leben gesehen. Wir haben in Apps extra ausgewählt, weil es gibt nichts besseres als Silvester und Kulinarik miteinander zu verbinden als ein Dinner-Vorwarn. Oder,

Daniel: Das ist eine gute Frage. Ich muss mich an dieser Stelle gleich mal als Silvestergrinsch outen. Also merke ich, bei Weihnachten voll dabei war und bin so als Fest, muss ich sagen, dass ich selber zu Silvester eigentlich eine sehr ambivalente Einstellung habe. Ich bin da nicht so emotional involviert, gehe auch gelegentlich schon mal vor Mitternacht ins Bett, einfach aus Protest und wie gelaufen.

Johannes Quirin: Hohoho! Hahaha

Daniel: Ja genau, kann man wieder drüber lachen. Es sind viele Pointen drin. Und jetzt habe ich auch zum ersten Mal über diesen Sketch auch soziologisch nachgedacht. Da komme ich gleich nochmal drauf zu sprechen natürlich. Gut, ich habe mich gefreut, dass wir ihn nochmal angeschaut haben. Johannes, wie geht es dir? Konntest du ihn noch auswendig vom letzten Jahr oder hast du ihn nochmal dir angeschaut?

Johannes Quirin: Nein tatsächlich habe ich mir natürlich angeschaut ja Vorbereitung ist ja alles wir sind hier professionell Deswegen muss man sich auch so ein klassiker anschauen also ich schau ihn tatsächlich schon an silvester Ja nicht jedes jahr aber ich schau ihn schon wenn es irgendwie reinpasst ich selbst sehe es ähnlich ich bin jetzt nicht in cringe an silvester cringe aber ich finde immer silvester ist überbewertet ja also man Man wartet den ganzen Tag, dass es zwölf Uhr wird und lungert dann da rum, macht verschiedene Dinge, sowohl traditionelles Essen, was ein bisschen die Zeit überbrückt, spielt, lacht, schießt dann auch noch paar Raketen danach in die Luft und wartet bis dieses 12 Uhr Leuten dann tatsächlich irgendwo überall kommt und wünscht sich dann ein frohes neues Jahr. Ich hab's auch schon gehabt, dass ich durchaus schon vorher im Bett war und Ähnliches. ähm, und als Kind regelmäßig verschlafen. Das erinnere ich mich noch sehr gut daran. Ich weiß jetzt tatsächlich gar nicht mehr, wann ich das erste Mal diesen Kultfilm, ähm, so, ja, wahrgenommen hab. Tatsächlich auch Aktiv geschaut habe das kann ich gar nicht mehr sagen aber er gehört schon irgendwie Traditionell dazu wieso weshalb warum ich glaube das kann sich sowieso gar keiner mehr erklären es gab glaube ich mal so eine erklärung wie er das plötzlich geschafft hat aber Irgendwie habe ich da auch nichts mehr dazu gefunden Jedenfalls ist es was wie du gesagt hast das kann man nicht anschauen 18 minuten also da kann da könnte es auch theoretisch schlecht sein die gehen ganz schnell vorbei aber in dem fall ist es so, wie du sagst, man kann immer mal wieder lachen, schmunzeln über das, was dort passiert. Slapstick, aber in einer hohen Qualität, weil letzten Endes, das vielleicht jetzt schon mal vorne weg, einen Betrunkenen zu spielen, da gehört schon einiges dazu, dass man dann auch ihm das richtig abnimmt. Von daher, immer wieder schön zu sehen. Was ich nur teilweise gelungen finde, sind mittlerweile ... die regionalen Varianten auf hessisch auf saarländisch oder bayerisch und und und die sind ja manchmal mehr manchmal weniger gelungen aber im Grunde ist es halt es gibt nur ein original

Daniel: Ja, muss ich auch sagen. Es gibt ja eine Farbfassung. Ich glaube, ich die auch mal gesehen. Aber nicht nur ich, sondern insgesamt scheint es nicht gut angekommen zu sein. Man hängt an einem Original. Ich hab in Vorbereitung für unseren Podcast auch mal in die kölsche Fassung reingeschaut. Obwohl, ich muss sagen, ich bin schon so weit weg von Köln, von meiner Geburtsstadt, dass ich anfange alles zu romantisieren, was mit Köln zu tun hat. Selbst Dinge, die ich seinerzeit nicht gemocht habe, als ich da war.

Johannes Quirin: Hahaha!

Daniel: muss sagen, diese Culture-Fassung ist irgendwie ganz okay. Es sind auch regionale typische Bezüge da. Aber es ist dann doch irgendwie so gewollt, fand ich. Ich muss sagen, ich dann nicht weiter nachgeguckt, sondern bin dann beim Original geblieben. Als ich mich jetzt konzentriert habe, mit dem Blick aufgeschaut habe, ich will darüber mich mit jemandem unterhalten und nicht nur, während ich mich selber betrinke oder anbudel. Im Hintergrund, so wie darüber Kichern. Da ist mir auch aufgefallen, welcher Liebe ja eigentlich dieser Sketch schon eingerichtet ist. Also schon das ganze Ambiente, wie durchdacht das ist. Da habe ich dann auch gelesene Schweizer Versionen wohl, die auch mit sehr viel weniger Details inszeniert worden sind, wo es dann auch als lieblos gilt. Genau, hier haben wir eigentlich diese, diese vielen Requisiten, die diesen Raum auch so erlebbar machen für dieses Upper Class, Setting, das uns aus der Zeit gefallen, da entgegentritt. Also sei es diese Wandgemälde, sei es dieser koloniale Tigerteppich-Fell, das da auf dem Boden liegt. Das sind einfach so schöne Sachen. Oder auch diese Vitrine, wo die Getränke noch mit drinstehen, die auch gar nicht alle benutzt werden, aber die eben dann doch gefüllt sind. Das sind viele Details, die herangeschafft worden sind. Um dieses Gefühl zu vermitteln, hier haben wir es eben mit so einem altenglischen Salon vielleicht um 1900, 1910 zu tun.

Johannes Quirin: Ja, das passt ja auch alles irgendwie. Es wirkt so ein bisschen aus der Zeit gefallen, wie du sagst. Letzten Endes der neunzigste Geburtstag. Das ist ja auch so der Untertitel der Dame, die alle überlebt hat. Und irgendwie so in dieser Nostalgie auch noch festhängt und schwelgt. Auch der Butler, der sie wahrscheinlich schon seit Jahren begleitet, ist immer noch mit dabei und ganz treu und kümmert sich sie. Und da hat man natürlich genau dieses ... Diese Szenerie, da wunderbar, wie du sagst, so liebevoll mit Details, die dann auch immer wieder irgendwo eingebaut werden, der legendäre Tiger-Kopf, ich meine, bei jeder Umrundung des Tisches, ja, bangt man mit, was passiert jetzt. Und das fand ich nämlich auch, da sieht man auch diese Detailverliebtheit und auch die Kunst des Komikers. Wie finden der schauspieler den james spielt wie der das dann auch angeht dass man immer wieder selbst überrascht ist ups jetzt ist er doch irgendwie vorbeigekommen drüber gekommen oder ähnliches und selbst wenn man diesen film x-fach gesehen hat diesen sketch x-fach gesehen hat ich habe also ich jetzt sehen ich wusste jetzt nicht wann bleibt er hängen ich wusste zwar schon irgendwann hüpft er mal drüber oder so aber man ahnt es gar nicht weil er das wirklich Mit einer solchen Perfektion macht und mit dieser Liebe zum Detail wie er das auch spielt ist auch alles andere hier tatsächlich vorhanden auch dass das diese klassische Dinnerfolge das ist auch klassisch für die Zeit vier Gänge passende Getränke dazu die dann serviert werden natürlich auch die eigentlichen Protagonisten die sehr wahrscheinlich alle Miss Sophie Balz haben also noch gelebt haben die diese vier verschiedene figuren artliche militär so wie das halt auch in dieser zeit im endeffekt so ein bisschen dieser upper class abgebildet hat wo man sich dann auch zu einem dinner drift wo dann auch entsprechend ein butler serviert und in der vorbereitung habe ich jetzt auch Ein begriff dafür den ich selbst noch nicht kann ein dinner aller russ nennt sich das, wenn mehr gängige Menüs serviert werden, nacheinander die Gänge serviert werden und nicht einfach tatsächlich auf den Tisch gestellt wird und man entsprechend sich selbst bedient. War ich überrascht, dass es da eine Bezeichnung dafür gibt, hat sogar einen Wikipedia-Eintrag. Also von daher wieder was dazugelernt und in diesem stilvollen startet ja im Endeffekt dann auch tatsächlich Nachdem die beiden diesen raum betreten haben über diese treppe den gatt der ganze abend das festliche dinner und man fragt sich natürlich zuerst Ja, was wird das? Bis dann eben die dauernde frage auch immer wieder kehrt Sein procedure ist last year. Yes James sein procedure ist every year Und dann merkt man auch, was da diese Szenerie, die zuerst so ganz normal eine Person, es ist irgendetwas, man sieht zwar, dass der Tisch festlich für fünf Personen gedeckt ist, aber dann wird's einem klar, was dann passiert. Und das ist, glaub ich, auch, ja, wenn man da mal so bisschen draufguckt, auch ganz spannend, was eigentlich so das alleine Essen auch vielleicht ausmacht.

Daniel: Ja genau, also nochmal ganz kurz mit dem Service oder Dinner à la Russe, ist wirklich eine interessante Anekdote, wir da, das bezieht sich auf Russland, bis dahin war es ja so, dass in Europa, auch gerade so in den französischen Fürstenhöfen so ein All-You-Can-Eat-Buffet quasi gegangen gäbe, weil ja alles wurde gleichzeitig auf den Tisch gestellt und man konnte sich dann da nach und nach bedienen, während dann aus Russland unsere bis heute ja weitestgehend vorherrschende Tradition an die europäischen Fürstenhöfe und dann nachher natürlich uns Bürgertum kam, dass man die Gänge, Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise und so weiter, da hinbringt. Genau, bei mir ist auch aufgefallen, es gibt diese vier Gänge und das fand ich auch witzig, weil letztens habe ich jemanden so scherzhaft zum Essen eingeladen bei mir und dann meinte die, ja, aber mindestens vier Gänge und ich dachte so im Hinterkopf, das ist irgendwie komisch, warum denn ausgehend vier Gänge, also warum nicht drei oder zehn, also ausgehend vier, ist das das Kriterium für ein exorbitantes Essen in diesem Milieu, aus dem die da kommt. Aber genau, sie das offensichtlich gefühlsmäßig richtig gestippt. Das ist für so ein Upper Class Essen in England anscheinend so die richtige Gangmenge, die da erwartet wird. wieder was dazugelernt. Glück habe ich in dem Moment damals meinen Mund gehalten. Ja, aber du hast recht, das alleine essen, das stimmt. Das ist wirklich ein interessanter Aspekt. Also wie traurig das ist, wenn man eben vielleicht ⁓ Alter... ⁓ Das Fest. Das müsste ja nicht Silvester sein. wird hier nur aufgezogen, weil das Groteske des Sketches gut passt. Aber man möchte in Gesellschaft speisen und die Freunde sind weg. Hier findet so eine überzeichnete Revitalisierung der Verstorbenen an. Dass man die doch wieder an den Tisch holt und dieses Gemeinschaftsgefühl noch mal beleben möchte. Weil das gemeinsame Essen, gemeinsam trinken doch schöner ist als meistens, wenn man das alleine machen muss. Sodass man auch mal gerne alleine ist, keine Frage. Ich mach das gerne, dass man auch mal seine Ruhe hat. klar, wenn man dazu gezwungen ist und verdonnert, dann ist es tatsächlich vielleicht eine Plage. Und hier wird das schön aufgebrochen. Und auch hier sieht man diese Detailverliebtheit, dass diese vier Charaktere, die damit am Tisch sitzen, Jeder hat seine eigenen Eigenheiten. Sir Toby, Admiral von Schneider. Dass die Hacken zusammengeschlagen werden müssen, bis James wehtut oder das verbaselt. Mr. Pomeroy, Mr. Winterbottom, alle haben ihren eigenen Charakter. Und zeigen das auch dem Anlass angemessen, auch dem Milieu angemessen, einem doch individualisierten Eigenheiten, die sie beim Essen und Trinken. oder vor allem über Trinken an den Tag legen.

Johannes Quirin: Ja, für Miss Sophie ist das sehr wahrscheinlich auch einfach so Rituale oder ein Ritual, das für sie auch eine Struktur in ihrem Leben noch schafft, wo sie sagt, okay, ich hab hier so einen festen Ablauf und an dem halte ich fest, der gibt mir halt, ich bewahre die Traditionen. Man sagt ja immer, procedure und so weiter. Also einfach immer daran festhalten, wie schön es war. Auch mit imaginären Gästen. Das ist besser als die Einsamkeit. dann geht's eben dann auch los. Gott sei Dank ist ja noch James da. Was passiert, wenn James nicht mehr da ist? Also, mein, Thema natürlich, Alters-Alleinsein im Alter ist natürlich schon auch ein Thema. mein, unsere Gesellschaft ist natürlich auch überaltert. Man muss auch so sehen, es gibt immer weniger Kinder. Also man ist dann oftmals dann auch vielleicht allein. Es gibt viele Singles. Also das Thema ist natürlich aktuell wie nie zuvor, dass man Feste entweder alleine feiert, wenn man jetzt keinen großen Freundeskreis hat oder wenn gerade an solchen festen Silvester vielleicht noch ein bisschen was anderes, aber Weihnachten in unserer letzten Folge. Da feiert man ja auch normalerweise nicht unbedingt allein und irgendwie zu einer fremden Familie gehen. Das ist dann bei Silvester schon ein bisschen anders. Da feiern ja auch Freunde zusammen und dann ist man nicht unbedingt so allein. Aber in dem Fall feiert sie ja quasi fast alleine. Für mich ist das jetzt auch nichts ungewöhnliches gewesen, eigentlich alleine zu essen, weil ich auch dann so gedacht habe, na ja, klar, wenn du alleine lebst, dann... Kochst du dir was und ist alleine, aber selbst wenn ich unterwegs bin beruflich, dann gehe ich auch gerne alleine essen und setze mich auch ins Restaurant und genieße dann vielleicht einen Gang, zwei Gänge, drei Gänge, vier Gänge oder vielleicht auch mal fünf Gänge, je nachdem wo ich da bin und kann das auch sehr gut. Da habe ich mich dann schon auch so ein bisschen in sie rein versetzt, ja, weil manche haben dann auch immer zum Beispiel du gehst alleine essen. Wie kannst du das nur machen? Das ist ja komisch. Nee, ich finde das gar nicht komisch, sondern ich finde es irgendwie auch ganz Ganz entspannt, ja, und sie geht halt ihrer Tradition an ihrem Geburtstag nach, wo sie dann diese vier Freunde einlädt. Wie du sagst, jeder hat so seine Eigenheiten und James muss sie dann halt auch genauso spielen. Die Hacken zusammenknallen, immer wieder noch ein Schlückchen mehr verlangen beim Einschenken, mit ein bisschen hohen Stimme sprechen oder ja, ⁓ lyrisch die Hand quasi werben. von miss sophie vor allen anderen weil er der letzte jetzt weißen fällt mir der name mr winterbotten ist das glaube ich der der entsprechend ja immer die komplimente macht und sie immer ganz verschmitzt lächelt aber das und wenn man diese vier figuren sieht dann denke ich ich habe sie eben auch gesagt die haben ja bestimmt sie geballt und dann frage ich mich auch hat denn miss sophie mit einem oder vielleicht sogar mit Allen irgendwann was am start gab was laufen gehabt ne würde man vielleicht heute sagen war das also noch lebten freundschaft plus oder Wie hat sich das wie war das verhältnis dieser einzelnen figuren also das ist ist ja auch total spannend dass da nur dass da nur vier männer dann am tisch saßen und nicht etwa Noch irgendwie in einer konstellation vielleicht noch eine frau oder ähnliches das ist dann auch so was was ja so die fantasie anregt was waren das für typen und in welchem verhältnis haben sie dazu miss sophie gestanden ja und klar spielt irgendwie auch dieses klassische essen dieses vier gangmenü eine rolle es wird ja nicht viel gegessen es wird ja auch nur gesagt was es dazu essen gibt dann wird serviert eigentlich spielt der alkohol eine größere rolle zumindest in sweat james weil er ja nix ist sondern nur trink Und das ist natürlich dann auch ganz spannend, wenn man sich da dieses Menü mal im Detail nachher anschaut. Aber wie gesagt, so für mich stand dann so auch im Vordergrund jetzt, wo ich es nochmal angeschaut habe, was waren das eigentlich jetzt für vier Typen und wie, was, ja, in welchem Verhältnis standen die dazu mit Sophie, dass die jedes Jahr, also auch als sie gelebt haben, wurden sie ja jedes Jahr zum Geburtstag eingeladen und Sie sind noch so wichtig, dass sie quasi als imaginäre Gäste weiterhin an der Festtagstafel Platz nehmen.

Daniel: Darüber kann man die Fantasie schweifen lassen und spekulieren. ich glaube schon interessanter Aspekt wäre, dass wir hier in einer Schwelle sind, wo das viktorianische Zeitalter in England, das ja von sehr rigiden Moralvorstellungen geprägt war und sehr

Johannes Quirin: Hahaha.

Daniel: dass man sich bloß züchtig verhält. Dass das hier symbolisch schon zu Ende gegangen ist oder gar nicht. Und wir an einem Zeitalter sind, an so zehn Jahren von 1910 bis 1914, die man als das etwa dianische Zeitalter in England beschreibt. Und das ist so ein Aufbrechen aus dem viktorianischen ... aus dem mückthoranischen Moralvorstand gewesen durch den damaligen König, der selber so ein Genussmensch gewesen ist. Und da geht es dann eben auch tatsächlich diese, den Gentleman's Club, Zigarrenrauchen, Trinken, Tanzveranstaltungen und sowas. Das kommt da auf. Also auf ihre späten Jahre könnte man vielleicht vermuten, wird Miss Sophie hier nochmal mit ihren Verehrern lebendig. Also blüht nochmal auf. Das kann man auch so sagen, weil vielleicht ist sie auch... Ich ⁓ würde... Das kann also gut möglich sein. Auch kommt noch die Rolle von James in Es gibt den Butler, der untergeordnet. Wir haben eine klassische Englische Hierarchie von Herrn und Angestellten. Aber das ist ja dann doch mehr wie so ein Ehepaar, wo die Frau die Hosen anhat, würde ich so sagen. Und durch die zunehmende Trunkenheit von James bricht das ja auch alles total auf und geht dann über Tisch und Bänke. dass er verschuttet Sachen, er schubst sie, er geht in die Rollen der anderen rein, ja, und ist dann auch einmal der Admiral oder der Verehrer. Also, das ist... Das ist dann eine Grundkonzentration. Wir machen das selbe wie jedes Jahr. Man muss sagen, welchem Ehegatten geht das in seinem Ehe? Das nennt man Ehe nicht. Aber dann gibt es durchaus Spielräume, wo man mit der Rolle anders umgeht, da rauskommt und sich bisschen da frei entfalten kann und dann auch in so einen Umwerben kommt oder einen Rollenspielcharakter gelangt.

Johannes Quirin: Hahaha Das stimmt das stimmt er blüht nach und nach auf ich meine er ist sowieso ein sehr lebhafter zeitgenosse auch schon Bevor er das erste gläschen getrunken hat da merkt man schon dass sie eine besondere beziehung auch haben auch wenn man natürlich Genau das sieht was du beschrieben hast die hier archie er ist der butler sie ist die chefin Aber man spürt dass sie da auch irgendwie enger verbunden sind also in butler ist ja auch oftmals Kein Angestellter kommt einem so nah wie ein Butler. wenn wir jetzt gerade in England sind, man erinnert sich, im Königshaus Buckingham Palace, die sehr nah, sei es jetzt mit Lady Di oder auch mit der Queen zu tun haben. Das sind ja sehr eng verbundene Menschen, von denen man natürlich auch Seriösität erwartet, von denen man auch Verschwiegenheit erwartet, weil sie letzten Endes die Personen so nah und ungeschminkt, ich sag's mal so, ungeschminkt und menschlich kennenlernen wie sonst vielleicht nur irgendjemand anderes. Also wenn ich mir vorstelle, die Queendom, wie die immer nach außen gewirkt hat, und sehr wahrscheinlich gab's dann auch genau solche ungeschminkten Momente, die dann halt so ein Butler oder eine Hofdame dann vielleicht dann auch erlebt hat. Und hier spürt man irgendwie, sobald der Raum betreten wird, ja, es ist zwar der Butler und es ist die Miss, die Lady, aber irgendwo ist eine Verbundenheit zu spüren und auch so im Umgang miteinander. nimmt dann halt, ja, der Alkohol, glaube ich, treibt das Ganze dann so immer mehr auf die Spitze und Du hast es richtig beobachtet. James geht immer mehr in die Rolle, findet da immer mehr in den Rollen statt. ja, schmeckt ihm vielleicht. Vielleicht ist es auch immer der einzigste Moment im Jahr, wo er dann auch mal so ein bisschen auf seine Kosten kommt. Früher hat man ja auch, der Butler hatte ja sehr wahrscheinlich nie von diesen guten alkoholischen Getränken trinken und naschen dürfen. Also von daher geht er natürlich da auch. Sehr gut auf und in die vollen und genießt das auch in vollen zügen was es dazu gibt wir haben ja wenn man mal so durchgeht sherry White wine to the fish und champagne Zum hähnchen und am ende dann auch noch mal schön was hochprozentiges mit portwein also ich meine er muss das viermal trinken und Ja das macht ihm spaß und was das spürt man dann auch mit jeder neuen runde die er da dreht

Daniel: Er löscht das ja einmal mit Blumenwasser ab. In letzten Runde bin mir nicht so sicher, wie viel noch in den Gläsern drin ist. Er schüttet ja sehr großzügig über die ganze Tafel. Es sind hochwertige Getränke und genauso wie das Essen stehen die ja wahrscheinlich auch für bestimmte

Johannes Quirin: Ja.

Daniel: Ausdrücke, wie schwere Portwein am Ende. Das da vielleicht für eine Form des Wohlstandes. Der Champagner ist eine Form von Luxus, da drin ist. Das sind eben auch sehr gute Getränke, er, finde ich, aber auch mit einem gewissen Pflichtgefühl trinkt. habe schon Gefühl, er merkt schon selber, er kommt an seine Grenzen, auch wenn er am Anfang das so wahrnimmt. Vielleicht möchte er manchmal mehr probieren oder genussvoll trinken. Aber er ist ja nicht nur Butler, ist auch die ganze Festgesellschaft. Und als solcher muss er eben dann doch das eine oder andere Glas kippen.

Johannes Quirin: Ja, ja. jetzt in Vorbereitung auf unsere Folge heute habe ich mir auch mal das Menü so ein bisschen näher angeschaut und habe auch mal überlegt. Früher hat man immer mitgekriegt, ja, eine Suppe. Aber was war das jetzt für eine Suppe? Klar, manches ist auch nicht 100 Prozent überliefert. Aber wenn man dann so ein bisschen recherchiert, was könnte klassisch damals dann auch so gegessen worden sein? Ja, die Suppe war ja eine mulige. Tony, wenn ich es richtig ausspreche, Suppe und habe auch erst mal geguckt, was ist denn das überhaupt? Das ist so eine anglo-indische Curry Suppe, also ein Kolonialzeit Klassiker quasi. Und der Namen Morico Tony stammt aus dem Tamilischen, heute ist Sri Lanka. Pfefferwasser, Milagutani. Und das haben natürlich dann die Briten irgendwie mitgenommen. Also da ging es ja auch darum Schaf gewürzt. Das war ja auch Wohlstand, wenn man das so nimmt. Schafe Gewürze oder viele Gewürze, die dann irgendwie was bringen. Und hier natürlich auch Kolonialzeit aus den Kolonien ein Gericht mit dabei. Dann der zweite Gang war ja der Fisch. Das ist so der wie heißt zum englischen Kottfisch glaube ich Schelffisch. So ein teurer Kabeljau oder teurer als Kabeljau. auch was edleres was dann in england mal gerne genommen wird und Dann als dritter gang das hähnchen das sah zwar einfach nur aus wie so eine gegrillte hähnchen keule aber da wird es wahrscheinlich normalerweise schon ein bisschen was festlicheres gegeben haben das kommt ja auch drauf an was das für ein hühnchen war war es vielleicht ein repun war es ein fasan oder irgendwie was aus aus frankreich importiert ja ein presshuhn oder so wer weiß jedenfalls Da hat natürlich wie du es auch richtig gesagt hast Champagner einfach hier dem ganzen die Krone aufgesetzt. Im Endeffekt Luxus pur, französischer Schaumwein. Da gönnen wir es uns und zeigen, dass wir es können. Finde ich aber auch sehr interessant, dass dort schon Perlwein, wenn ich es jetzt einfach mal so Schaumwein, sprudel, sprudelnder Wein, Bubbles, entsprechend zu einem Hauptgang getrunken wird, weil normalerweise ist man es ja gewöhnt, dass man Sekt, Champagner, Crement nur zum Aperitif gereicht bekommt und dann verschwindet die Flasche wieder. Ich habe ja auch mit vielen Winzer, die auch gerade im Bereich des Sektes unterwegs sind, Gespräche geführt und die sagen auch und plädieren immer dafür. Ein Sekt Der muss nicht nur zum Aperitif getrunken werden, sondern er kann auch wunderbar ein Menü komplett begleiten. Klar haben sie auch da wirtschaftliche Interessen, aber es stimmt. Es stimmt, es stimmt. Und im Endeffekt ist es mir jetzt gerade nochmal aufgefallen, als ich das selbst vorgelesen habe, Champagner. Ja, selbst bei Dinner for One wird es schon vorgemacht, dass man etwas Sprudelendes zum Hauptgang trinken kann. Und das Dessert. Ist ja sehr klassisch, einfach nur bisschen Früchte. Wie die sind, keine Ahnung. Aber das ist ja auch so ein klassischer, britischer Abschluss, dass man mal Früchte nimmt, vielleicht ein bisschen kandiert, vielleicht auch noch mal bisschen Alkohol. Ich mein, da kommt der Portwein hinzu. Auch der hat eine spannende Geschichte, der Portwein. Warum es überhaupt so Portwein in England gibt. Die sind ja da so bekannt dafür. Er kommt ja aus Porto. Und die Geschichte ist eigentlich relativ einfach. Denn die Engländer haben natürlich den Wein aus Frankreich bezogen. Und dann gab es ja mal eine Zeit lang, da konnten sich die Franzosen und die Engländer nicht so gut riechen, weil die Engländer auch ein Stück von Frankreich, nämlich in der Britannie, ihre Füße drin hatten und das Ganze besetzt hatten, bis sie dann wieder rausgeschmissen worden sind. So und dann sind sie halt später auch nicht mehr so an diesen französischen Wein gekommen. Also mussten sie neue Bezugsquellen eröffnen und sind dann auch in Portugal gelandet. Das Problem war nur, alle dachten, ja was machen wir denn jetzt mit diesem Wein, bis der in England ist, ist er ja schlecht. Also, was haben sie gemacht? Scheinbar Mönche, also das Mönche, die besten Dinge sind meistens in den Klöstern entstanden, wenn man das so sieht. Die haben da ein bisschen Alkohol reingekippt, damit das ganze Zeug halt noch gut schmeckt, wenn es drüben auf der Insel ankam. Und alle waren begeistert vom Portwein. So quasi diese Geschichte wie dieser Portwein nach England schwappte und die ja verliebt sind in Portwein und auch in Cherry ist ja nichts anderes. ist im Endeffekt so, sag ich mal so, von der Produktion her anders. Ja, aber im Endeffekt auch ein aufgespritteter Wein, der dann halt da bisschen noch ein bisschen für mehr Spaß vielleicht im Glas sorgt.

Daniel: Der Sherry wird gleich mit Dry eingeführt. Auch das ist ein Kennzeichen von gehobenen Geschmack. Man trinkt nicht allzu süße Getränke, sondern bevorzugt den trockenen. Ich fand es gut, du mit den Gängen, die du noch mal dargestellt hast,

Johannes Quirin: Ja. Ist auch so.

Daniel: dass das eben doch diesen Kolonialismus und auch diesen Kolonial Luxus zeigt, den die Briten haben. Das ist eigentlich schon der erste Eröffnungsgang, der dieses Milieu auch wieder so detailliert darstellt, indem wir uns bewegen. Wir haben diesen Tiger-Kopf da liegen, der auf diese Zeit verweist, in dem das Empire sich weltweit erstreckt hatte und da tolle Luxusgüter herangezogen hat. Und wir sehen hier diese Ausläufer. Auch bei diesem Essen und der Suppe-Fest gibt exotische Raffinesse. Auch das Schelfisch ist eine tolle Inszenierung für die britische Ambiente. Das zeigt, dass die Engländer eine maritime Kultur sind. ⁓ Ich habe auch überlegt, was das und sich hat. Aus meiner Perspektive war es kein Fasan und kein Trutern, sondern ein Chicken. Das sehr bürgerlich. Vielleicht ist es ein Presshuhn aus Frankreich. Das könnte auch gut sein. Aber ist auf jeden Fall eine bürgerlichere Komponente als ein Fasan. Das wäre mich ein Zeichen, dass wir an diesem Zeitpunkt sind, wo die Aristokratie nicht mehr so... ⁓ Das ist ein kleiner Haushalt, aber es wird durch Champagner gleich wieder aufgewertet. Die bürgerlich klassische Küche wird mit einem Luxusgetränk kombiniert und so ist es dann doch wieder ein ganz toller Gang. Und beim Obst als Abschluss, das ist zwar irgendwie auch in gewisser Weise schlicht. Aber wenn wir uns das Zeitfenster von 1900 halten, dann ist es ja wahrscheinlich doch etwas Exotisches. Es ist ja Silvester, es ist im Winter, wo kommen die Früchte her? Sind es vielleicht Citrusfrüchte? Sind es Südfrüchte? Auch hier hätten wir wieder so einen kolonialen Luxusartikel mit drin. Das schafft durch das Essen wieder so eine tolle Atmosphäre. Und auch das natürlich dann James, das Hühnchen, während er über den... Das ist einfach weg aus der Szenerie. ist einfach auch toll. Dass man diese Verschwendung inszenieren kann. Der Champagner wird verschüttet oder aus der Flasche getrunken. All das hat so eine Canevalesque-Struktur, die da an diesem Silvesterabend bei diesem Silvestergebotsagssessen durchschimmert.

Johannes Quirin: Ja, und dieses Jahr in dieser Konstellation, sowohl jetzt für Miss Sophie als auch für James, hab's eingangs gesagt, du hast es auch schon erwähnt, ein Ritual, was ihnen da so Halt gibt. Ja, für viele Deutsche ist es mittlerweile auch ein Ritual, diese Sendung zu gucken. Also ich hab jetzt weniger davon gehört, dass man dann tatsächlich gibt's und gab's bestimmt auch, dass man sich dann getroffen hat und dieses Dinner nachgekocht hat und vielleicht dann auch sowieso mindestens einmal am Abend diesen Film geschaut hat. Aber es gehört auf jeden Fall zum Ritual dazu. Und das ist ja irgendwie auch interessant, wenn man sonst sieht, klar, man braucht so eine Überbrückung, ich hab's ja eingangs gesagt, für diesen gesamten Abend. man fragt sich manchmal, wie kriegt man plötzlich ... Wenn man sich 19 Uhr trifft oder 20 Uhr oder manchmal trifft man sich ja schon 18 Uhr wie kriegt man denn dann diese sechs Stunden dann darum bis endlich 12 Uhr ist da gibt es dann verschiedene Möglichkeiten aber kulinarisch gesehen da können wir ja vielleicht auch mal noch einen Blick drauf werfen was raclette oder fondue oder andere Dinge Für deutschland dann kulinarisch eigentlich auch so ein Silvesterabend ausmachen im Endeffekt verbringt Miss Sophie auch einen Abend oder überbrückt diesen Abend diesen Tag ja auch mit Stories und kleinen Geschichten die da entstehen weil sie ihre vier Gäste begrüßt ⁓ ja irgendwie am Ende Vermutlich bis ich das überhaupt mal kapiert habe da musste ich doch schon ein bisschen älter werden was dieses fei fei feixende Zwingern am Ende und Will du mein very best zu bedeuten hatte man weiß es ja auch nicht sondern es wird ja nur angedeutet aber jeder kann es sich vorstellen so und von daher haben sie natürlich da auch irgendwie die zeit überbrückt und wenn man so guckt wie verbringen deutsche ihr silvester ja du gehst oft ins bett also sehr wahrscheinlich hast du wenige raclette abende an an silvester erlebt oder wenige von du abende Aber man versucht ja quasi auch mit solchen kulinarischen Dingen diese Zeit zu überbrücken, dass sie eben nicht so ewig lange ist. Und hier hat man diese vier Gänge, die da auch serviert werden und es wird getrunken und dann verabschiedet man sich eben wieder nach oben aus den in andere Räume. Und hier ist es ja bei uns. Ich habe auch tatsächlich, ich habe auch so überlegt. Hab ich da immer so ein typisches Ritual? Nee, eigentlich gar nicht. Also, ich hab schon Raclette gegessen, hab auch schon Fondue gegessen, hab aber auch schon andere Dinge gemacht, zum Beispiel mehrgängig gekocht an Silvester. Ja, aber ... dass ich immer das Gleiche mache oder so was, nee. Und glaub, letztes Jahr hab ich tatsächlich auch Dinner for One gar nicht geguckt. bin mir jetzt gar nicht so sicher, wo ich's grad überlege. Jedenfalls hatte ich ein schönes Silvester vergangenes Jahr, Da erinnere ich mich noch sehr gerne dran. da gab es dann auch, ich glaube, ein Dreigangmenü, das ich gekocht habe. Und es gab sogar auch Fisch zum Hauptgang.

Daniel: Für den Binnenländer aus dem Saarland. für ein Wirtwerk. Interessant. gut. also, ich, vielleicht, dass du jetzt irgendwie drei Gänge kochst, ist irgendwie auch schon was Besonderes. Und da sagst du hast gar kein Ritual. Du hast auch gesagt, dich sind auch Silvester überbewertet. Dann versuchst du, irgendwie Zeit zu gestalten und irgendwie nützlich zu füllen. Ich sag jetzt irgendwie, ich geh ins Bett. Das muss ich ehrlich zugeben, so oft ist mir das noch nicht gelungen, ins Bett zu gehen. wird man dann doch irgendwie dazu verpflichtet.

Johannes Quirin: Ja!

Daniel: Das ist jedes Jahr die gleiche Procedur als jedes Jahr. Und das zeigt auch diese Paradoxie in diesem Silvesterabend. Bei ⁓ Weihnachten hat es ja noch immer diese christliche Konnotation. Es geht eigentlich wirklich was an Weihnachten. Es geht ⁓ diese Geburt, dieses Erlöser. Aber gut, das wird vorbei. Wir sind Silvester und da ist eigentlich nicht genau klar, worum es geht. Außer, jetzt irgendwie wieder von vorne gezählt wird. Es beginnt eigentlich die same procedures every year. Und das ist glaube ich auch so ein bisschen das, was bei diesem Film so gut zu diesem Ritual passt. Es geht eigentlich ⁓ das pure Ritual, es geht gar nicht etwas Inhaltliches. Es geht einfach nur ⁓ das Wiederzumachen. das auch das witzige, wenn man so witzig ist, weiß nicht, sehen, man will, das überbewertet dann Silvester. Man zählt so runter und jetzt beginnt das neue Jahr, aber im Grunde genommen ist es wieder das alte. Man fängt wieder an zu zählen. Es ist das selbe Prinzip, es ist eine Paradoxie. Man will etwas Neues haben, aber ist das alte, das da wieder kommt. Es ist der ewige Kreislauf. In diese Lücke stößt dieser Dauerschetch Jahr für Jahr rein. Der Dauerschetch produziert das noch einmal in sich selber. Das passt dann doch. Die ganze Feierei an Silvester ist grotesk. Das Feuerwerk hat eine visuelle Komponente. Die Knalerei macht gar keinen Sinn. Die Geister vertreiben, die glaubt pumst einfach nur die ganze Zeit.

Johannes Quirin: Hahaha!

Daniel: Das ist auch ein guter Schild. ⁓

Johannes Quirin: Ja, ich hab's jetzt auch nochmal in meinen Unterlagen gefunden. 1972 wird er wohl oder wurde er wohl zur festen Silvester-Tradition. Der, der gute Sketch. 1934 gab's ne Uraufführung als Bühnensketch. Dann haben ab 1945 oder bisschen später Frinton und Vorden, also die beiden Schauspieler, das dann aufgeführt, unterschiedlich. Und 1962... Peter Frankenfeld, wer kennt ihn nicht? Einer der großen Showmaster hat ihn in Blackpool in England wohl entdeckt. Und 1963 gab es diese Aufzeichnung, die immer in deutschen Fernsehen zu sehen ist. Da gibt es hier noch so einen kleinen Confrancier, der kurz erklärt für alle die, die eben des Englischen nicht mächtig sind, was da überhaupt so die wesentlichen Dinge, die da gesprochen werden, weil er dann auch sagt, alles andere ist eigentlich uninteressant. Nur das Wesentliche ist interessant, nämlich the same procedure as last year, the same procedure as every year. ja, I will do my very best. genau das wurde dann, wie gesagt, 63 aufgezeichnet. Und dann hat er sich irgendwie plötzlich 72 zu einer festen Tradition ins Fernsehen gespielt. Und das gibt es tatsächlich. noch einmal jetzt nicht mit Silvester sondern es wird sagen wir so es wird versucht und es läuft auch nicht so stark aber es läuft verstärkt an Weihnachten aus meiner Heimat dem Saarland auch ein Sketch nämlich Familie Heinz Becker die Weihnachten feiert und das hat sich mittlerweile auch so etabliert dass das an Heiligabend auf mehreren dritten regional Programmen zu verschiedenen Uhrzeiten läuft nicht so stark wie Dinner for One, das mehrfach am Tag sogar kommt. Das finde ich total spannend, dass man, wie du auch sagst, dass man da so an gewissen Tagen einfach diese Tradition noch zusätzlich benötigt. bei vielen Festlichkeiten ist Dinner for One, also Silvesterpartys, ist Dinner for One auch ein fester Bestandteil. Da muss man mindestens einmal dann mit allen vorm Fernseher sitzen und diesen Film anschauen oder diese 18 Minuten anschauen, danach dann wieder irgendwas Anderem zu frönen, sei es jetzt Bleigießen oder eine Runde Uno oder keine Ahnung was, damit man weiter die Zeit tot schlägt, wie du sagst, es ist schon irgendwie so irrwürzig. Man wartet auf 12 Uhr, stößt dann an, wünscht sich das Beste für das neue Jahr und am nächsten Tag wacht man vielleicht verkadert auf und der Tag und das Jahr fängt dann schon bescheiden an. Und läuft und läuft und läuft und läuft und so. Also ja, es ist schon irgendwie sehr seltsam und das spiegelt natürlich auch dieser Film wieder oder diese 18 Minuten wieder, die jedes Jahr ihr das Gleiche zeigen und jedes Jahr in dieser Zeit festhalten, also feststehen bleiben. Also man merkt ja auch nicht, dass dass da sich was verändern würde. Das hat sich garantiert nichts verändert. Sie feiert schon Ich weiß nicht, wann die anderen alle gestorben sind, aber gehen wir davon aus, mindestens zehn Jahre feiert sie schon ihren Geburtstag alleine. Vielleicht sogar noch bisschen länger. Könnte man vielleicht auch sagen, 13 vielleicht oder 12 Jahre. Aber sie wird diesen Tag immer genauso gefeiert haben. Und auch an sich wird sich ja nichts verändert haben. James wird auch immer ... über diesen tiger kopf gestolpert sein obwohl er ja weiß dass er da liegt und das schon seit jahren und nicht nur seit zwölf jahren sondern schon sehr wahrscheinlich solange er da war so viel arbeitet aber das dreht sich da einfach im kreise und Ja das sieht man ja auch finde ich zusätzlich auch immer noch mal an diesen greisen die james da den tisch dreht

Daniel: Man kann natürlich auch sagen, gibt eine bestimmte Form der Sicherheit. Wer weiß, was da kommt. Es droht ja allerhand. Es geht ja doch vielleicht so weiter wie bisher. Obwohl man schon 90 Jahre alt ist und der Sensemann vielleicht schon draußen durch die Fenster guckt, hier geht es weiter. Auch das könnte man auch wieder auf dieses Setting übertragen. Wir haben ja diese britische Upper Class, diese Aristokratie, die ja noch ...

Johannes Quirin: Ja, genau.

Daniel: zum Zeitpunkt, in dem dieses Ding spielt, die irgendwie noch so glaubt, sie hat diese Weltmachtstellung inne und wir sehen ihr ja eigentlich so von außen schon beim Verfall zu. Es sind schon irgendwie keine Leute mehr da, nur noch eine Dame. Die ganze Festgesellschaft ist vom Personal übernommen. Die guten Getränke, dass das gute Essen wird durch den Exzess zur Völlerei und zur Verschwendung. Es wird sicherlich inszeniert und man möchte sich auch daran halten, aber man weiß natürlich, dass alles irgendwann zu Ende Wir können von außen dabei schön zusehen und lachen, wie die britische Upper Class vorgeführt wird, die man natürlich auch mag, weil es wie immer in der Asokratie so schön inszeniert ist. Viele sind entleerte Rituale. Floskeln, schöne Worte ohne Inhalt, schön vorgetragen, nutzlose Kleider. Wir können das so sehen, aber gleichzeitig sehen wir auch wie es lächerlich gemacht wird. so hat man so eine, ja Hass ist das falsche Wort, aber so eine Skepsis-Liebe zu dieser von einem selber doch weit entfernten Milieusituation. Das witzige ist natürlich, wie du gesagt hast, auch am Anfang bei der Einführung, Ich wüsste wirklich nicht, wer diesen Sketch in Deutschland noch nicht gesehen haben könnte. Also, haben Kinder ausgenommen, also ganz kleine. sonst, genau, vielleicht findet sich jemand, noch mal unter unseren Podcast schreibt, interessant, ⁓ aufmerksam gemacht zu werden. Das schaue ich mir jetzt auch mal an. Dann würde ich mich gerne mal mit dem unterhalten, wie er es geschafft hat, sich dem zu entziehen. Aber ansonsten gehört das zur Allgemeinbildung dazu, wie das ABC in Deutschland.

Johannes Quirin: Ja, 18 Minuten zu bewerten ist natürlich extrem schwierig, weil es jetzt auch kein klassischer kulinarisches Kinofilmchen ist, sondern eher, ja, würde ich mal sagen, eine kulinarische Komödie, Kurzkomödie oder ein kulinarisches Sketch, wenn man da bleibt. Von daher kann man natürlich hier nicht unsere volle Gangbewertung in irgendeiner Art und Weise ranziehen, würde ich sagen, weil es halt etwas ganz anderes ist. ist ja... Vielleicht dann einfach auch mal kurz noch mal so das Fazit von meiner Seite und dann auch gerne von deiner Seite Daniel ist es für mich als schon ein Meisterwerk weil letzten Endes muss man das ja auch mal schaffen mit 18 Minuten als zeitlose Komödie Deutschland zu begeistern da fällt mir noch maximal einer ein Entschuldigen sie haben sie dann auch eine Plasche dazu und dann weiß vielleicht auch jeder welcher sketch da gemeint ist Jedenfalls das zu schaffen, da gehört schon vieles dazu. Deswegen sage ich ein Meisterwerk, das aber auch, finde ich, sehr schön zeigt. Einerseits wie geht man mit Einsamkeit, aber gleichzeitig mit Traditionen ⁓ und wie auch Essen, Trinken einfach so Rituale schaffen kann. Das sieht man auch an dieser leeren Tafel. Das muss man einfach sagen, wie stilvoll auch so ein Abend sein kann, egal wie viele Menschen da an einem Tisch sitzen. Wenn ich es mir schön mache oder schön machen möchte, dann ist das für mich was Besonderes. Und das zeigt das, finde ich. Und das nehme ich da auch einfach so mit. Das heißt, wenn ich es für mich alleine am Tisch nicht schön mache, dass es auch einen entsprechenden Wert hat, dann mache ich es auch vielleicht nicht für andere. Und das finde ich halt, sie macht sich schön, auch wenn keiner mehr da ist, genießt sie diesen Abend. Es ist was ganz Besonderes. Und deswegen ist es auch was ganz Besonderes für mich, immer diesen Film zu sehen. Und ich habe eins einfach, nachdem ich dieses Menü nochmal so gesehen habe, mir vorgenommen, nicht an Silvester das Menü nachzukochen, aber es schon mal tatsächlich auch in diesen vier Gängen mit den passenden Getränken nachzukochen. Von daher sage ich ein Klassiker, den man immer mal wieder sehen kann.

Daniel: Das hast du sehr schön zusammengefasst und beschrieben. So viel kann ich dem gar nicht hinzufügen. Ich fand ihn jetzt, nachdem ich ein paar Jahre nicht gesehen habe, auch wirklich noch mal zum Schmunzeln. Ich weiß, dass ich damals als Kind, als ich ihn gesehen habe, wir herzhaft darüber gelacht. Es war irgendwie toll. ist ein guter Slapstick, der sich auch intuitiv erschließt. Aus ernährungssoziologischer Sicht fand ich ihn jetzt auch sehr ergiebig. Man könnte jetzt auch noch weiter in die Analyse gehen. Ich fand es einfach toll, wie viele Details man darin findet, wenn man darauf achtet, wie das Menü zusammengestellt ist, auch mit der Hierarchie der Getränke, wie man diese Speisen interpretieren kann, wie man in den Ritualen umgehen kann. Dann ist es eben diese Absurdität des Immergleichen, die da gefeiert wird. Es ist ein Vergemeinschaftungsritual im Film und als Medium für uns alle von... Zürich, Lübeck, Gelsenkirchen, Frankfurt an der Oder. Es ist ein gut gemachter Kulinarischer Sketch. Es ist ein Film, man sich immer wieder anschauen kann. Ob man ihn jedes Jahr zwanghaftig anschauen muss, sei dahingestellt. Aber auch ich würde sagen, Sollte man auf jeden Fall gesehen haben, kann man sich auch mehrmals anschauen und immer noch überlachen. Und klar, am liebsten mit mehreren Personen zusammen. Und wenn man nicht mehrere hat, dann vielleicht mit einem, der die ganzen Freunde imitiert und sich neben einem betrinkt. Und dann hat man auch einen schönen Abend.

Johannes Quirin: Genau das zeigt der film auf alle fälle oder dieses catch ja ich würde sagen aller guten dinge sind ja drei nach diesem Silvester Klassiker geht's ja dann auch im neuen Jahr mit film und fressen weiter aber wie gesagt aller guten dinge sind drei wir haben euch zweimal überrascht über was wir sprechen deswegen könnt ihr euch ja entspannt zurücklegen lehnen und ganz gespannt sein was denn in der ersten Folge im neuen Jahr auf euch warten wird. Wir werden uns sicherlich was ganz Spektakuläres einfallen lassen, was ganz Tolles. Sicherlich geht es wieder international zu, in irgendeiner Art und Weise. Entweder das, was auf die Leinwand kommt oder auf den Tisch. Lasst euch einfach überraschen. Und in diesem Sinne kann ich einfach nur noch sagen, Brosset Neujahr, lieber Daniel. Es war mir...

Daniel: Ich wünsche dir auch einen guten Rutsch, lieber Johannes.

Johannes Quirin: Ja genau, einen guten Rutsch. war mir ein Vergnügen, dir 14 Folgen Film und Fressen dieses Jahr aufzuzeichnen und spannende Geschichten zu erleben, zu erzählen, gemeinsam zuzuhören auch, weil die Sichtweisen einfach ganz spannend und unterschiedlich sind. Und ich freue mich auf neue Folgen eben, mit der ersten Überraschungsfolge, im neuen Jahr.

Daniel: Das gleiche Prozedur wie alle zwei Wochen, wenn ich auch viel Spaß und Freude habe, das mit dir zu machen. Ich freue mich auf die nächste Folge unseres Podcasts.

Johannes Quirin: Ja, und da bleibt mir nur noch zu sagen, manchmal sind die besten Geschichten die, die beim gemeinsamen Essen entstehen.

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